Drachenfels handgesponnen – Ein Erfahrungsbericht.

Endlich habe ich mal wieder ein privates Projekt beenden können.

IMG_5915Seit etwa eineinhalb Jahren hänge ich damit an den Nadeln: Das Drachenfelstuch von Melanie Berg. Eigenlich stehe ich gar nicht auf Tücher, sie sind einfach nicht mein Ding. Aber eines wollte ich mal ausprobieren und das Drachenfelsmuster find ich wirklich schön. Gleichzeitig fand ich eine Fasermischung, die auch mal anspinnen wollte und somit war die Gelegenheit da.

Das Garn für das Tuch sollte natürlich handgesponnen sein. Ich fand bei Wollschaf die Mischung Alpaka-Seide 50:50. Das ist wirklich eine fantastische Mischung. Sie gibt es in gleich mehreren Farbtönen und ich entschied mich für schwarz, haselnussbraun und silbergrau. Durch die naturfarbene Seide, die in recht breiten Bändern im Kammzug liegt, wird das Garn natürlich meliert.

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Also ran an die Spulen. Es wird 300g zu je 300m/100g round about benötigt. Ich wollte einen Zwirn verstricken und nicht unbedingt eine Ewigkeit daran spinnen, also entschied ich mich für einen 2-fachen Zwirn, statt für einen 3-fachen, was eigentlich mein Lieblingszwirn ist. Das Tuch wird später kraus rechts gestickt und somit war schon klar, dass genug Tiefe ins Tuch kommt und ein 2-facher Zwirn völlig ausreicht.

14716518_165454813913383_3533526850628222976_n_medium2Alpaka ist eine Faser, die sehr glatt und lang ist. Daher ist Alpakagarn immer ziemlich schwer in Relation zur Lauflänge. Die Fasern liegen einfach recht kompakt beieinander. Sowohl im Kammzug, als auch später im Garn. Die Seide verhält sich ähnlich. Sehr lange Fasern, extrem glatt und daher schwer, gerechnet auf die Länge einer Kammzuges oder Garnes. Klar ist auch, beide Fasern müssen glatt zu einem Kammgarn versponnen werden. Da gibt es keine sinnvolle Alternative. Somit war die Garnplanung schnell beendet und es hieß nun die Zielvorgaben, insbesondere die Lauflänge, zu erreichen.

Die Mischung lässt sich grandios verspinnen. Ich kann nur empfehlen sie einmal gesponnen zu haben. Sie ist rutschig und lang und es sollte immer dabei aufgepasst werden, dass sich hinten in der Faserhand keine Wolke bildet. Mit dem kurzen Auszug nach vorne kann da aber nicht viel schief gehen. Die Mischung braucht auch einen guten Drall, etwas mehr als die üblichen Wollen, sonst wird der Zwirn etwas lose werden. Das war ein Punkt, den ich etwas unterschätzte.

15253202_1225459547537435_680086489110937600_n_medium2Die Feinheit der Melierung kann beim Spinnen gesteuert werden. Wird die Fasermischung einfach so runtergesponnen und das vielleicht besonders fein, so wird es immer wieder reinfarbige Stellen geben. Das Alpaka und die Seide ist nicht sehr stark miteinander vermischt, das könnt ihr oben im Bild mit dem Kammzügen gut sehen. Wer eine Melierung im Garn haben will, die homogen verteilt erscheint, so wie ich es anstrebte, der sollte beim Predraften der Fasern darauf achten, dass im Vorgarn stets beide Fasersorten vorliegen. Das lässt sich ja beeinflussen. Würde man einfach nach dem Zufallsprinzip aus den Kammzug direkt herausspinnen, würden auf jeden Fall viele Fadenabschnitte nur eine Fasersorte beinhalten. Das Zwirnen hat später den Effekt noch ein wenig verstärkt und die Fasern optisch verteilt.

Leider hatte ich es nicht perfekt geschafft, die Ziellauflängen zu erreichen. Beim braunen Garn fehlten mir ca. 20m und beim grauen Garn waren es etwa 30m zu viel. Leider habe ich mir die Daten nicht gespeichert… Aber im großen und Ganzen hat es gepasst.

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Das Stricken mit dieser Fasermischung ist ebenfalls ein Traum. Das Garn rutscht gerade zu über die Nadeln. Aber bald stellte ich fest, dass dieses Garn nicht optimal zum Muster passt. Es gibt immer wieder ein Reihenkombination, die in das Muster eingeschoben wird, in der eine Farbe mit übergehobenen Maschen kleine Punkte erzeugen soll. Das kommt leider durch die Melierung gar nicht gut zur Geltung. Ich habe 2 mal diese Kombi eingestrickt und es wirkt eher als ein Bruch im Muster, weil die einzelnen Maschen nicht richtig farblich heraus springen können. ( Oben im Bild seht ihr die Reihen im rechten Bereich des Bildes) Bei den anderen Tüchern, die mit einfarbigen Garnen gestrickt wurden kommt dieser hingegen Effekt super raus. Naja, das ist ja kein Beinbruch… ich habe einfach das Muster angepasst und statt dessen die Farben so abgewechselt, wie ich gerade Lust dazu hatte.

Mit der Zeit bemerkte ich aber auch, dass die Garnlängen noch weniger passten, als ich es gehofft hatte. Rechnerisch war die Differenz zur Ziellänge zwar nicht so dramatisch, aber beim Stricken merkte ich, dass mir einiges an Braun fehlt. Und so ließ ich es mit dem Muster gut sein und strickte einfach nur noch frei nach Laune. Außerdem muss ich zugeben, dass ich es gar nicht leiden kann, wenn handgesponnenes Garn übrig bleibt;-) Im Grunde war das Muster, das die Tuchform erzeugt, total einfach und musste nur vom Anfang bis zum Ende durchgezogen werden. Und die Streifen, die wirken, wie ich finde auch, wenn sie sich etwas anders, als in der Vorgabe abwechseln. Und so strickte ich das letzte Drittel einfach so, wie es mit dem Garn gut ausging und – voilà – das Tuch ist endlich fertig.

Die Mischung Alpaka-Seide ist wie erwartet recht schwer. Aber ich mag das sehr gerne. Das Strickstück fällt von ganz alleine, ich muss gar nichts stretchen oder setzten. Ich hab es von den Nadeln genommen und fertig. Auf der Haut fühlt es sich grandios an. Ein richtiger Hautschmeichler und für Jeden geeignet, der findet, das Wolle kratzt. Hier kratzt gar nichts mehr. Es ist weich, seidig, anschmiegsam, sehr wärmend und gleichzeitig etwas kühlend durch die Seide 🙂

Mein Learning: Handgesponnenes Garn hat immer seine eigenen Bedürfnisse, die, meiner Meinung nach, vor dem Muster stehen sollten. Und: 900 lm sind verdammt viel 😉

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Was es so Neues gibt…

Oh Schreck, es ist schon wieder bald ein viertel Jahr vergangen, seit dem ich mir vornahm, einen Gang zurück zu schalten. Zumindest in einer Sache habe ich die Arbeit in der Werkstatt etwas, naja, nicht zurück genommen, aber dennoch abgefangen.

Die Verpackungsfee

Elli2Seit März gibt es eine Neuerung im Online-Shop: Die Werkstatt hat Zuwachs bekommen. Das ist Elli, die Verpackungsfee. Mir ist es besonders wichtig, dass alle Bestellungen, wenn sie ankommen, ein wenig Freude in den Alltag zaubern und nicht einfach ein schnöder Packkarton ankommt. Das kostet natürlich ziemlich viel Zeit und langsam wurde es ein relevanter Faktor in der Werkstatt, den ich aber nicht „wegverbessern“ wollte. Dafür ist nun Elli da, die mir zur Hand geht, wenn es mal heiß her geht. Und um das ganze etwas zu organisieren, haben wir nun 2, bei vielen Bestellungen auch 3 fixe Versandtage in der Werkstatt.Ellisstempel

  • DI: Alle Bestellungen, die bis Montag Mittag im Shop eingehen.
  • (DO: Alle Bestellungen, die bis Mittwoch Mittag in Shop landen)
  • Sa: Alle Bestellungen, die bis Freitag Mittag eingegangen sind.

Nachmittags landen die fertig bearbeiteten Bestellungen dann bei Elli, aber manchmal auch bei mir, in der Verpackungsschleife. Wer gerade für euch am Werk war, könnt ihr dann am Verschlusssticker sehen.

Neue Locken-Schafe

thumb_IMGP4513_1024Dann hat mich diesen Monat ein neuer Umstand überrascht. Mein bisheriger Wensleydale-Schäfer hat seine Lockenschafe abgegeben. Das war natürlich eine Nachricht, die ich sehr sehr schade fand. Die Locken stammen aus Deutschland und waren von wirklich schöner Qualität.

Doch es gibt bereits eine Alternative. Ich habe einen Lieferanten in Deutschland gefunden, der ebenfalls Wensleydales in kleinem Rahmen hält und mir weiße Rohwolle liefern wird. Neu ist aber, dass auch braune Wensleydale-Locken mit in die Handspinnerei aufgenommen werden, die natürlich naturbraun bleiben werden. Es wird somit zu den bisherigen handgefärbten und sortierten Locken auch braune naturfarbene Locken im Angebot sein. Des Weiteren möchte ich ab diesem Jahr auch ungefärbte weiße Locken in unterschiedlichen Bearbeitungsstufen anbieten: gewaschene, weiße Locken für Selbstfärber, vorgereinigte Rohwolle, für Lockenfans, die selber waschen wollen und eben gewaschene und sortierte braune Locken.

Bis dahin findet im April ein Lockenausverkauf der handgefärbten Locken von 2016 statt.

Lockenaktion

Island und die Schafe

Ein anderes Highlight Anfang März war der Workshop bei Karolina Mende zum Islandschaf in Bayreuth. Einen Nachmittag ging es um die eisige Insel, den Schafen dort und ihre Wolle. Grandios!

Über Karoline Mende könnte ich so vieles erzählen, dass mich begeisterte, und würde ihr wohl dennoch nicht gerecht werden. Also belasse ich es besser bei einem kurzem Bericht vom Workshop ;-). Sie hat uns vieles über Island erzählt, das mich nicht nur einfach von diesem Land zu träumen beginnen ließ, sondern auch etwas versöhnlich stimmte, wenn ich mir im Stillen meine Gedanken um Fragen der Schafhaltung und der Haltung des Menschen zum (Nutz-)Tier im Allgemeinen, in Deutschland oder dem globalen Wirtschaftsweisen mit den Schafprodukten mache. Island hat hier einen ganz interessanten Umgang gefunden, der mich wohl noch länger beschäftigen wird. Karoline Mende überrascht auch mit einem wirklich interessanten und bewundernswerten Weg hin zur Schafhalterin von im Moment 26 Islandschafen. Ein Projekt, dass ich einfach nur toll finde!

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Natürlich war auch die Wolle der überaus spannenden Schafrasse am Start und hier hatte ich einen erneuten Aha-Effekt, der mich nachhaltig beeinflussen wird. Eine Kleinigkeit aber alles andere als Banal: Der Geruch der Rohvliese. Ich hatte schon einige Kilo Rohwolle unterschiedlicher Schafe in der Hand, in der Werkstatt, in der Badewanne und unter der Nase – alle aus Deutschland und von Schafhaltern mit den besten Absichten und dem Bemühen, das Beste für ihre Tiere zu tun. Doch kein einziges Vlies roch so. Es ist sicher schräg für einen Nicht-Woll-Junky, doch für euch ist es wohl nicht so schräg, wenn ich sage: die Wolle duftete! Das ist mein Ernst. Ein Vlies hatte sogar einen leicht süßlichen Geruch, doch alle hatten einen angenehmen Lanolingeruch. Ja, „angenehm“, „duftend“, „süßlich“, „lecker“! Kein Urin- oder beißender Mischmasch-Geruch aus allem Möglichen, das ich mal mehr, mal weniger, bei deutschen Vliesen erlebe. Karolina erklärte woran das liegt und auch, warum kein Einstreu in der Wolle hängt und sonstiger Dreck, der vor dem Waschen heraus sortiert werden muss. Die Vliese konnten direkt versponnen werden. Ein Waschen vor dem Spinnen ist nicht unbedingt nötig. Kann, muss aber nicht. Außerdem hatten die Vliese absolut keinen Filz in der Unterwolle. Kein Anzeichen, dass die Schafe schon das Schwitzen begannen oder die Wolle zu lange am Tier war. Die beste Vliesqualität, die ich in Händen hielt. Das ist Island und das Islandschaf!

Zu guter Letzt, neben vielen interessanten Infos über Wollen mit Unterwolle und Deckhaar, verführte mich Island noch mit seiner kulinarischen Seite. Zugegeben, das ist Geschmacksache, doch meiner war es 🙂 Karolina brachte einiges an typisch isländischen Speisen mit: Trockenfisch, Flachbrot, süßes Roggenbrot und isländischen Käse, sowie ein isländisches Rezept für einen Rosinenkuchen. All diese Leckereien, einschließlich der Wolle, nahmen meine Sinne in Beschlag und ich vergaß darüber, dass ich Fotos für diesen Blog machen wolle. Shit happens 😉 Doch schaut doch einfach mal auf ihre Webseite. Dort gibt es sehr Vieles zu entdecken, denn ihr könnte ihre Vliese aus Island kaufen, sie hat eine Reihe spannender kleiner Bücher geschrieben, 2, bald 3 DVDs gemacht und es gibt die Möglichkeit eine Patenschaft für eines ihrer Schafe zu übernehmen. Darüber hinaus ist sie ein Experte für Island und Sprachlehrerin. Also, wer im Schafparadies mal Urlaub machen mag…

Hier seht ihr eine Auswahl der Farben, die es als Vliese im Workshop gab, sowie das Deckhaar, welches von der Unterwolle getrennt wurde. Im Verlauf des Jahres werde ich euch sicher nochmal von der Islandwolle schreiben, denn wir Teilnehmer durften von ihren Vliesen Einiges mitnehmen, dass nun in der Werkstatt wartet, versponnen zu werden. Zum Spinnen der Wolle gibt es natürlich auch Vieles zu sagen, denn die zwei unterschiedlichen Faserqualitäten in einem Vlies haben ihre Ansprüche. Einiges schrieb ich ja schon im Faserkalender im Advent 2016.

Zuletzt möchte ich euch aber noch einen kleinen Test zeigen, ob Islandschaf auch Artyarn kann. Eine liebe Freundin, die ebenfalls mit am Start war (und eigentlich die Sache bei mir lostrat 😉 ) hatte mir noch ein Paar ihrer handgefärbten Islandflocken in die Tasche gesteckt. Die habe ich versucht zu einem Lockengarn zu spinnen und das möchte ich euch noch zeigen.

Die Flocke besteht aus den wunderbar langen Deckhaaren, die sich zu Locken zusammen finden und von der Unterwolle getrennt werden sollten. Das lässt sich eigentlich ganz leicht mit einem gezielten Zug an der Lockenspitze bewerkstelligen.

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Die Locken habe ich separiert, da ich diese als Locken in das Garn ankern wollte. Die Unterwolle bildete die Garnbasis in Form eines corespun Singles. Der Kern war ein Mohairfaden, der ab und an als Autowrap an die Oberfläche des Singles wechseln durfte.

In dieses Garn habe ich dann die Locken aus Deckhaar, mit der Spitze zu Spule ausgerichtet, eingesponnen. Hier sollte bei jeder Locke geprüft werden, ob sie zusätzlich im Faden geankert werden sollte, da sie sonst später wieder heraus gezogen werden könnte.

Diese Lockenspinnerei hat ein paar Hürden. Ich habe das Garn ausnahmsweise auf der Suzie gesponnen, die über einen Sliding Hook verfügt. Das ist in Kombination mit diesen langen, glatten Locken eine schlechte Kombi. Auch normale Hacken können hinderlich sein, denn die Locken bleiben auf dem Weg zu Spule gerne hängen. Ich denke, dass der Country Spinner, der bei Artyarns in der Werkstatt zum Einsatz kommt, die bessere Wahl gewesen wäre, sein (auch) Sliding Hook ist vergleichsweise riesig und wäre sicher nicht so verfänglich für die Locken gewesen. Wie dem auch sein, die Locken sind im Garn und das ist es.

Vielen Dank, liebe Ilonka, für deinen Anschub und die Orga-Mühen für den Workshop. Und vielen Dank, liebe Karolina, für die Begeisterung und spannenden Infos, die auf uns Teilnehmer herüber schwabben durften!

Über Karolina:

http://verlag-alpha-umi.de/eine-seite/

https://islandwollprojekt.wordpress.com

http://www.badische-zeitung.de/liebe-familie/zwei-deutsche-erfuellen-sich-ihren-traum-von-island–108809711.html

 

 

Die Tour de Fleece mit Back to the Wheel

Obwohl unsere Gruppen-Aktion schon einige Wochen am Laufen ist und sich regen Austausches erfreut, habe ich noch immer das Gefühl, dass wir irre früh dran sind. Dennoch, es ist notwenig für unser spezielles Feature unserer TdF-Gruppe.

Es geht um die diesjährige Tour de Fleece, die im Juli parallel zur Tour de France statt findet und bei der wir Spinner unsere Räder (oder Spindeln) ebenso sportlich wie leidenschaftlich anschmeißen. Die TdF findet dieses Jahr von 1. – 23. Juli statt. Gesponnen wird gerne in Teams, bei denen es Teamchallenges oder Etappenchallenges geben kann oder bei denen sich die Gruppen unter bestimmen Mottos oder in bestimmten Spinngenres zusammen finden. Oft werden auch Verlosungen mit Etappen- oder Teamzielen verbunden. Selbstverständlich kann auch freifliegend mitgesponnen werden.

Dieses Jahr gibt es zum erstem Mal aus ein Back to the Wheel-Team. Wir haben natürlich auch unsere eigenen Teamziele und Besonderheiten. Begonnen hat unser Team mit folgender Besonderheit:

Wir spinnen die TdF gemeinsam mit einem Faserkalender. Nachdem der Adventskalender so viel Zuspruch bekommen hat und mehrfach der Wunsch geäußert wurde, dass es doch schön wäre, nicht bis zur nächsten Weihnachtszeit warten zu müssen, habe ich mir überlegt, dass die TdF fast genauso lang ist wie der Advent und ziemlich genau auf die Halbzeit des Jahres fällt. Perfekt für einen Faserkalender!

Der Faserkalender

Der Faserkalender funktioniert exakt wie der Adventskalender nur die Fasermenge variiert etwas. Es gibt 21 Tütchen, für jede TdF-Etappe eines. In diesen Tütchen befindet sich je 1 Rolag und zusammen haben wir eine Fasermenge von 175g. Die Farben können wie immer frei gewählt werden und der Kalender eignet sich ideal für einen langen Farbverlauf über alle Rollen. Die Tütchen werden dann durch nummeriert und verschlossen geliefert. Es bleibt also wieder die Überraschung beim Spinnen!

Und so sieht der erste Kalender aus:

 

 

Der Faserkalender ist auch der Grund, warum wir so früh am Start sind. Die Tütchen werden alle einzeln von Hand bestempelt und die Röllchen nach dem Kundenwunsch kardiert. Das dauert. Im letzten Advent uferte der Zeitaufwand so sehr aus, dass ich beschlossen hatte, dass dieses Angebot nur mit Vorbestellung und längerer Vorlaufzeit, in der die Tütchen vorgestempelt werden, möglich ist. Und so sitze ich nun bereits seit einigen Wochen und schiebe immer wieder ein Schwung Tütchen über den Stempeltisch.

tdf17-kopie-2Das ist unser Rennradler, der uns jeden Tag begleiten wird. Er befindet sich auf jedem Tütchen und radelt durch die verschiedenen Landschaften und Stadtkulissen. Die Namenvorschläge variieren gerade noch. Im Rennen sind Eugen Spinner, Willy Wheel u.a….

Unser Team

Während wir uns nun auf Ravelry in der Back to the Wheel Gruppe langsam zusammen fanden, kam 2 weitere Wünsche auf. Einige würden gerne im TdF-Team mitspinnen, aber eigene Fasern verwenden und einige würden gerne den Kalender mitspinnen, aber sich nicht zum TdF-Team in so fern verpflichten, als dass sie täglich mitspinnen müssen oder zu unserer Gruppen-Challenges beitragen müssen. Selbstverständlich muss bei uns niemand irgendetwas. Aber es ergab sich, dass es organisatorisch praktischer erschien, in unseren Team noch 3 Gruppen einzuführen, die mit unserer Team-Challenge in Zusammenhang stehen.

Unsere Team-Challenge: Der Team-Strang. Wir spinnen alle gemeinsam gemütlich vor uns hin und zählen am Ende unsere Garn-Laufmeter zusammen und ermitteln einen virtuellen Team-Strang. Hierbei geht es nicht um Feinspinnen und den längesten Faden. Es geht um den gemeinsamen Strang. Die Garne können hierfür Lace, wie auch Artyarn oder Ultrabulky sein. Jeder Meter trägt zum gemeimsamen Ziel bei. Es gibt kein besser oder schlechter.

Und jetzt zu den Team-Gruppen

Kalender-Gruppe: Diese Gruppe spinnt einfach den Kalender und muss nicht an der Lauflängen-Zählung dabei sein. Sie spinnen mit, quatschen mit und haben einfach Spaß im Team.

Lauflängen-Gruppe: Diese Gruppe ist für jeden, der mit eigenen Fasern mitspinnen möchte, also keinen Kalender abspinnt, aber dafür zu unserem Team-Strang beiträgt. Hier werden die Laufmeter gezählt.

Kalender-Lauflängen-Gruppe: Und zu guter Letzt ist dies unsere ursprüngliche Teamidee. Das gemeinsame Spinnen des Kalenders und dabei, just for fun, sehen, wieviel Garn jeder so aus der gleichen Fasermenge macht und WIE er es macht. Wir haben also die gleichen Startbedingungen, aber jeder gestaltet anders und dennoch ziehen wir alle am gleichen Strang. Hier werden am Ende die Laufmeter gezählt und wir schauen, was jeder so daraus gemacht hat. Es geht also nicht um das sportliche zählen, sondern um den interessanten Vergleich unterschiedlicher Gestaltungen und der Freude an der Vielfalt.

Um die Teammitglieder den Gruppen zuordnen zu können gibt es unser Team-Logo in 3 Varianten. Das Logo wird während der TdF auf das Ravelry-Profilbild montiert. Innerhalb unseres Teams, können wir so ganz leicht erkennen, wer zu welcher Gruppe gehört. Dies wird dann später für die Verlosungen wichtig sein.

 

Die Verlosungen

Die Kalenderverlosung hat in sofern Tradition, als dass ich diese schon im Advent gemacht habe als Dank für das Teilnehmen an meiner Kalender-Aktion, das gemeinsame Spinnen, posten, Quatschen und die schöne Zeit zusammen. Und da die Kalender Gruppe auch unsere Start-Gruppe war, möchte ich dies beibehalten. Wer einen Kalender spinnt nimmt automatisch an der Verlosung teil. Es gibt wie beim letzten Mal 3 Preise. 2 Preise werden an den 2 Ruhetagen verlost und der 3. Preis am Finaltag. Diese Preise sind an keine Challenge gekoppelt, es sind die Kalenderpreise.

Da wir aber auch eine Nicht-Kalendergruppe ins Team gewonnen haben, habe ich nachträglich eine weiteren Preis mit aufgenommen. Es wird einen Spinnmeterpreis geben. Dieser wird erst nach der TdF vergeben, wenn alle in Ruhe abgehaspelt haben und die ihre Spinnmeter ermittelt haben. Achtung, nur für diesen Preis geht es nicht um die Garnlaufmeter, sondern um die Spinnmeter! Und diese Spinnmeter werden außerdem auf 175g runter gerechnet, denn die Kalender-Laufmeter-Gruppe spinnt ausschließlich mit 175g und wir brauchen eine Vergleichsbasis. Dies ist der einzige sportliche Preis und geht an denjenigen, der die meisten Spinnmeter auf 175g hingelegt hat und soll eine Motivation für die sportlichen Spinner unter uns.

Die Preise werde ich noch nicht verraten, aber es gibt genug kleine Spinnleckereien geben.

 

Die Verlosungen

Die Kalenderverlosung hat in sofern Tradition, als dass ich diese schon im Advent gemacht habe als Dank für das Teilnehmen an meiner Kalender-Aktion, das gemeinsame Spinnen, posten, Quatschen und die schöne Zeit zusammen. Und da die Kalender Gruppe auch unsere Start-Gruppe war, möchte ich dies beibehalten. Wer einen Kalender spinnt nimmt automatisch an der Verlosung teil. Es gibt wie beim letzten Mal 3 Preise. 2 Preise werden an den 2 Ruhetagen verlost und der 3. Preis am Finaltag. Diese Preise sind an keine Challenge gekoppelt, es sind die Kalenderpreise.

Da wir aber auch eine Nicht-Kalendergruppe ins Team gewonnen haben, habe ich nachträglich eine weiteren Preis mit aufgenommen. Es wird einen Spinnmeterpreis geben. Dieser wird erst nach der TdF vergeben, wenn alle in Ruhe abgehaspelt haben und die ihre Spinnmeter ermittelt haben. Achtung, nur für diesen Preis geht es nicht um die Garnlaufmeter, sondern um die Spinnmeter! Und diese Spinnmeter werden außerdem auf 175g runter gerechnet, denn die Kalender-Laufmeter-Gruppe spinnt ausschließlich mit 175g und wir brauchen eine Vergleichsbasis. Dies ist der einzige sportliche Preis und geht an denjenigen, der die meisten Spinnmeter auf 175g hingelegt hat und soll eine Motivation für die sportlichen Spinner unter uns.

Ort des Geschehens und die Kalenderbestellung

Alles findet auf Ravelry statt. In unserer Back to the Wheel Gruppe wird sich schon rege ausgetauscht und hier kann sich jeder Mitspinner anmelden und sich bis zum Juni für eine der 3 Gruppen entscheiden.

Hier wird auch der Faserkalender vorbestellt. Die Vorbestellung ist nicht verbindlich. Sie ist wichtig für mich, da ich die Tütchen vorbereiten muss und genug Fasern auf Lager haben muss. Es ist einfach nicht möglich in 3, 4 Wochen die verbindlichen Bestellungen just in time zu bearbeiten. Dafür dauert so ein Kalender einfach zu lange in der Herstellung. Deshalb gibt es die Vorbestellzeitraum bis zum 1. Juni auf Ravelry.

Im Juni (wahrscheinlich auch etwas früher) beginnt der Kalenderverkauf. Dann wird das Kalender-Angebot im Onlineshop auf verfügbar gestellt und ihr könnt den Kalender verbindlich bestellen und dabei nochmal eure Faserwünsche angeben. Die Ravelry-Vorbestellung ist KEIN VERBINDLICHER KAUF, nur eine Reservierung.

Verkaufschluss ist das Ende der 3. Juni Woche. Das ist Wichtig! Ich schaffe es nicht in der letzten Woche spontane Kalenderbestellungen zu bearbeiten und dann noch pünktlich zu verschicken. In der 4. Woche erfolgt ausschließlich der Versand und ich bin schon gespannt, wie die DHL-Annahmestation 30+x Pakete annehmen wird 😉

Das Kalenderangebot könnt ihr euch schon im Shop ansehen, auch wenn es noch nicht verfügbar ist.

Zur Ravelry-Gruppe findet ihr hier und dort könnte ihr auch Fragen stellen oder euch einfach schon mal dazu gesellen. Dort sind auch schon die Gruppen-Logos verfügbar und ihr seht, wie es mit der Vorbestellung läuft.

Und zu guter Letzt gibt es auch einen Hashtag für Instagram: #tdf2017backtothewheel

Ich freue mich, wenn ihr mit am Start seid!

Liebe Grüße aus der Werkstatt:-)

Fasertausch im Fasching

Der letzte Fasertausch liegt schon wieder 1 Viertel Jahr zurück. Wahnsinn, mir kommt es viel kürzer vor. Aber jetzt steht schon der Fasching vor der Türe. Ich muss gestehen, dass ich der totale Faschingsmuffel bin. Mir muss die Bonbons schon hinterher werfen… Aber bei der Wolle ist ja alles ganz anders! Mit ihr kann man so ziemlich alles kompensieren. Deshalb gibt es jetzt im Februar einen Faschings-Fasertausch. Die Idee stammt von der lieben Ilromasche, dank dir für die Anregung.

Und so schaut´s aus:

Wir bilden wie immer einen Tauschkreis in dem jeder ein Päckchen Fasern für einen anderen zurecht macht. Doch dieses Mal könnt ihr eurer FaserversenderIn ein Thema zum Mischen als Herausforderung mitgeben.

Die Voraussetzung ist ein Faschingsthema, z.B.: Meerjungfrau, Prinzessin, Clown, Cowboy, Elvis Presley, Alf, Minions, Darth Vader oder irgendetwas anderes, als das man sich oder die Fasern verkleiden kann.

Euer Thema wird zusammen mit eurer Versandadresse an eure ausgeloste VersenderIn weiter geleitet. So haben beide, Empfänger und Versender einen Überraschungseffekt. Ich denke, das könnte spannend werden.

Und nun die Termine:

Der „Anmeldezeitraum“ ist diese Woche bis zum kommenden Wochenende (1. Feb.WE). Die Verlosung der Versenderrunde mache ich dann am Sonntag den 5.2.

Ziel ist es über die Faschingsferien spinnen zu können, daher schlage ich als Versandzeitraum die 3. Februar-Woche vor. Also bis spätestens zum Freitag den 17.2. sollte das Päckchen raus sein. Wir haben also dann 2 Wochen Zeit, die Fasern klar zu machen.

Der Faserrahmen: 50g / Maxibriefversand / handverarbeitete Fasern (gefärbt, kardiert oder sonst wie gemischt) / Thema des Empfängers wird integriert. Da die Ferien ja eher kurz sind, dachte ich, wir versuchen es mit 50g.

Ravelry: Wer Lust hast der kann zu uns in die Gruppe Back to the Wheel in Ravelry überschauen. Dort haben wir einen Thread mit Anmeldeliste. Und ihr könnt schon mal in die Wunschthemen rein spicken. Ihr könnt mir auch einfach eine Mail schreiben und ich setzte euch dann dort auf die Liste. In Ravelry könnt ihr wie immer eure Bilder posten mit uns Quatschen.

Instagram: Oder Ihr könnt auch auf Instagram posten unter den Tag #Faschingmitbacktothewheel

Yep, das wäre es also. Also, macht mit und verlegt wie ich den Fasching ans Spinnrad, denn die Straße wird mich niemals mit Clownsnase sehen ;-)…

Der neue Online-Shop

Es ist vollbracht!

Der neue hauseigene Online-Shop ist online und nutzbar.

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Hier findet ihr nun die ganze Produktpalette, die zuvor auf Dawanda verfügbar war. Dort, auf Dawanda, wird die Produktpalette reduziert werden. Hintergrund sind die verdoppelten Verkäuferkosten, die seit Januar 2017 fällig sind und worüber ich schon Anfang des Monats berichtet hatte.

Was geht:

Nun ist also der neue Shop die Alternative, denn hier kann ich die Produkte zu den bisherigen Preise für euch anbieten. Und so siehts aus:

Auf der Startseite findet ihr eine horizontale Navigationsleiste, wo ihr zu allen Produktgruppen findet oder ihr könnt über die Bilder der Startseite zu bestimmten Produkten direkt hingeführt werden.

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Die Anmeldung & der Kundenbereich:

Ihr könnt dort, unter „Anmelden“ ganz oben rechts, ein Kundenkonto anlegen, wo ihr all eure Bestellungen, Gutschriften, Rabatte und eure Kundendaten einsehen und verwalten könnt. Ihr könnt mir dort jeder Zeit Nachrichten zu euren Bestellungen schicken und eure Gestaltungswünsche für individualisierte Produkte übermitteln.

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Wenn ihr dann angemeldet und eingeloggt seid, sieht das so aus:

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Ihr könnt auch über den Footer direkt zu euren Kundenseiten kommen. Dort finden sich außerdem alle Infos zum Shop, die Fakten zum Ablauf in aller Kürze, einen Direktkontakt zu mir und natürlich die AGBs.

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Alles in Allem ist die Bestellverwaltung detailtiefer und flexibler als bei Dawanda. Ich kann nun viel leichter in bereits laufenden Bestellungen Anpassungen vornehmen und die Bestellhistorie verfolgen, sodass sich nachträglich Gutschriften einfügen lassen oder Kundenwünsche besser überblickt werden können.

Bestellung & Abwickelung:

 

Der Versand wird weiterhin ausschließlich mit der Deutschen Post / DHL erfolgen und beinhaltet immer auch die Verpackung im Preis. Aber entgegen der Optionen bei Dawanda kann hier der passende Versand nach Produktgewicht automatisch kalkuliert werden. Als Standart-Versand wird zunächst das Päckchen als Versand im Warenkorb angezeigt. Doch später im Bestellvorgang werden alle für diese Bestellung mögliche Versandmöglichkeiten angezeigt und können gewählt werden.

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Die Bestellbestätigung und die Rechnung erfolgen automatisch, was mir imens viel Zeit spart und ich so mehr Fasern für euch mischen kann 🙂 Ihr bekommt nach Abschluss der Bestellung eine Bestätigungsmail und bei Zahlung per Banküberweisung eine zweite Mail mit den Bankdaten. Nach Eingang der Zahlung erhaltet ihr eine Rechnungsmail und werden über euren Bestellstatus informiert. Ihr könnt auch jederzeit Bestellstatus in eurem Kundenkonto abrufen. Auch bei dringenden Bestellungen ist eine Banküberweisung kein Problem. Ich könnt mir einen Screenshot der Zahlungsanweisung mailen und ich sende eure Bestellung sofort raus.

Leider gibt es aktuell noch einen Bug: Die Shop-Software ist modular aufgebaut und so gibt es ein Paypal-Modul, welches den Shop mit Paypal verbindet. Hier sitzt ein Bug in der Programmierung des Moduls, der zur Folge hat, das in der Darstellung der Rechnung, meine Bankverbindung (die um mit Paypal zu zahlen ohnehin irrelevant ist) nicht im vorgefertigten Fenster eingefügt wird. Also kein funktionaler Fehler, sondern ein Schönheitsfehler. Ich kann ihn leider nicht beheben, denn er liegt auf der Programmierungsebene. Laut Paypal sollte er aber beim nächsten Update behoben sein.

Neues Produkt, Übergangsphase & ein Begrüßungsgeschenk:

Der Shop in der nächsten Zeit noch weiter bestückt werden. Garne, Knit Kits und Ready-to-wear Produkte sind noch nicht online, aber alles rund um das Spinnen und Fasern ist wieder verfügbar.

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Und es gibt ein neues Abo-Produkt: Handgefärbte Kammzüge zu je 100g in 3 Lieferungen.

 

Hier mit eröffne ich also den neuen Shop! Und als Danke schön für diejenigen, die den Weg zur Unabhängigkeit von Dawanda mit mir gehen möchten gibt es ein kleine Begrüßungsgeschenk bei ihrem Ersteinkauf mit ihrem neuen Kundenkonto.

Ich freue mich auf euch!

Das Hollefest – ein Rückblick

Zwei Wochen sind wir schon im neuen Jahr und ich habe das Gefühl dass alles Neue, von dem ich dachte, es wird sich im Laufe des Jahres langsam einfinden, bereits in den ersten 2 Wochen mit lautem Klopfen an der Türe bemerkbar macht. Meine Hoffnung schwindet, dass es ein ruhiges Jahr werden könnte. Doch wie soll es auch anders sein, wenn da immer heißt: Im jeden Ende liegt bereits ein neuer Anfang. Ich hatte mich wohl einfach in der Annahme, der Jahreswechsel sei der finale Paukenschlag nach einem intensiven und arbeitsreichen Jahr, geiirt. Denn es scheint auch gleich der Auftakt in ein weiteres intensives Jahr zu werden. Und ich hatte zu Silvester auch darum gebeten, dass meine Projekte weiter gedeihen mögen. Man achte auf seine Wünsche…;-)

Doch ich möchte euch anstatt von den Projekten von Silvester berichten. Wie ich es ja schon beworben hatte, fand am Jahreswechsel das Holle-Fest statt und ich hatte das Vergnügen dort als Spinnerin teilnehmen zu dürfen. Üblicherweise findet es 1 x pro Jahr, meist um den 6.1. – der Tag der Holle – statt. Doch dieses Mal fielen die Wochentage und die Wochenenden so, dass es zufällig Silvester wurde.

Das Tagungsthema war das „Blaue Ländle – Vom Spinnen und Weben“. Wer die Mythologie um die Holle kennt, weiß, dass sie sehr viel reichhaltiger und vielschichtiger ist, als uns das Grimm´sche Märchen von der kissenschüttelnden Frau im Himmel erzählt. Die Holle hat viele Aspekte, viele Gesichter und viele Lebensbereiche, in denen sie einwirkt. Das Spinnen und Weben ist ein Themenbereich in der Holle-Mythologie und um diesen drehte sich unser Treffen.

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Das Spinnen und Weben ist ein Thema der Fäden. Diese Fäden können jene sein, die wir mit der Spindel aus Wolle und Flachs fertigen und dann in Textil weiter verarbeiten. Sie können aber auch symbolische Fäden sein. Der Lebensfaden, den die Nornen entstehen, verknüpfen und vergehen lassen und der dann der Goldmarie im Märchen von Frau Holle riss und ihr den Weg in das Hollereich zeigte.

Wir alle kamen in der eisigen Kälte des beginnenden Abends im Feriendorf von Hübingen an. Schon auf dem Weg begleitete uns die Holle, denn die ganze Landschaft war völlig in Eis & Frost gehüllt. Das erste Weben begann bereits nach der Ankunft. Sieglinde Müssig-Jarnicki begleitete uns mit Gesang und Gitarre auf den spiralförmigen Wegen von Volkstänzen, bei denen sich die Tanzenden an den Händen haltend umeinander winden und sich zu verknoten drohten und jedes Gesicht an dem des anderen vorbei zog.

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Vera Zingsem leitete unser Eröffnungsritual in Sinne der Nordamerikanischen Tradition und bließ den Rauch der Pfeife in unsere Runde und lud die Götter und die Holle zu uns ein. Danach deckten wir den Tisch für die Holle mit allerei natürlichen Leckereien, die in großer Fülle von allen mitgebracht wurden. Das Depatcho ist wie die Pfeife eine indianische Tradition, wo Mutter Erde ihrer Gaben gedankt wird und ihr ein Mahl zurückgeben wird. Wie ein Mandala wurden ihre Speisen trappiert. Ein Kreis aus Flachs bildete den Rahmen und das Zentrum bildet eine Muschel. Diese Muschel bleibt mit Glück am Ende in der Glut übrig und kann im nächsten Jahr wieder verwendet werden.

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Unter dem klaren und brillanten Sternenhimmel an diesem Abend wurde ein Feuer einzündet und ihre Speisen dem Feuer übergeben. Schmatzend verbreiteten sich die Gerüche von Nüssen, Schokolade und dem ein oder anderen Zimtstern in unseren Nasen. Der Holle scheint es geschmeckt zu haben und der himmlische Spinnrocken (der Gürtel des Orion) leuchtete direkt über uns. Die Muschel lag wie in Altar im Feuer auf dem zwei Walnüsse glühten. Sie blieb uns tatsächlich erhalten und war durch das Feuer wunderschön gezeichnet.

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Am nächsten Tag haben wir uns mit beiden Seiten des Spinnens, der irdischen Seite des Handwerks und der jenseitigen Seite des Netzes aus Lebensfäden, dass uns alle verbindet, beschäftigt. Stets schnurrte das Spinnrad von Gaby Fischer, neben dem der Rocken mit selbst verarbeiteten Flachs stand. Sie erzählte uns in spinnender Weise von der Flachsverarbeitung, vom Anbau der Leinpflanze, ihrer Verarbeitung und von den Mühen, die ein fertiges Leinen fordert. Der Flachs, der in der Blüte so Blau wir der Himmel ist und für wenige Tage Holles Blaues Ländle zeigt. Aber sie erzählte uns auch einige ihrer Geschichten, die sie von den Alten ihrer Region mündlich gesammelt hat und die noch voleinn den Spinnstuben und dem allerlei seltsamen, was in den dunklen Nächten geschehen konnte, aus eigenem Erleben berichten konnten. Da ging es um die Orakeltraditionen der Rauhnächte und um den Schabernack der Jungen Leute, den sie im Schutze der Dunkelheit trieben und von den Gaben des wilden Heeres, das durch die Dörfer fegte. Alles an der Grenze zwischen der Wirklichkeit und dem Reich der Holle.

Danach durften alle ihr Glück versuchen und wir erprobten uns mit Handspindeln und den ersten Fasern. Ganz anders als in den üblichen Einsteigerkursen, die sich nur auf das Handwerk und das technische Prinzip des Spinnen und der Wollverarbeitung widmen, fanden diese Versuche in einem anderen Geist statt. Das Spinnen war mehr, denn es war der Nachmittag vor Silvester und der Abend des Orakelns und der Gedanken an das Neue stand und bevor. So bekam ein Satz, mit dem die Holle oft umschrieben wird eine ganz reale Bedeutung: „… und sie spinnt die Wirklichkeit aus den Wünschen und Hoffnungen der Menschen…“ Und genau das taten wir. In einer Spinnmeditation erfuhren wir das Spinnen des Fadens als eine symbolische Handlung für das Schöpfen von Wirklichkeit. Wir taten das, was die Holle tut, wenn sie die Wirklichkeit spinnt. Und jeder konnte in seine Schöpfung die Wünsche und Hoffnungen für das neue Jahr legen. Diese wunderbare Erfahrung begleitete Lydia Burghart auf ihrer Harfe, die uns mit ihren Klängen ein wenige jenseits der Wirklichkeit führen konnte. Momente der Stille, der Achtsamkeit und der Verbundenheit untereinander, die ich so noch nie bei einem Einsteiger-Workshop mit 25 Menschen erlebte. Ein Geschenk, das wahrlich von der Holle kam!

bildschirmfoto-2017-01-17-um-15-10-57Alle hatten ein erstes eigenes Garn und konnten daraus einen Talisman binden. Für mich ist ein handgesponnenes Garn etwas stark mit Energie Aufgelandenes. Jeder noch so kleine Zentimeter wandert durch unsere Finger. Jede einzelne Fasern wird in ihre Lage gebracht und jede Einzelne Farbe nehmen wir war. Wir treten mir unseren Füßen oder kreiseln die Spindel mit unseren Fingern und erzeugen Energie, die in den Faden wandert und die losen Fasern zu etwas Konkreten und Belastbaren machen. Für mich ist diese Arbeit magisch. Denn wir Schöpfen etwas aus einem Dunst von Fasern, die alles Möglich werden können. Aber wir gestalten und erschaffen etwas. Und ähnlich wie beim Backen und Kochen, denke ich, dass es eine Rolle spielt, mit welchen Gedanken und in welchem Geist wir das tun.

ak_10067505_gr_1Ein Garn zu spinnen, in dem all die guten Gedanken des Herzens stecken, hat für mich eine Kraft. Und kann ich auch all meine Wünsche dort hinein konzentrieren und sie in die Wirklichkeit holen. Das ist für mich der Talisman. Seine roten Perlen erinnern mich an die Ebereschenbeeren, die gerne für Schutzamulette genutzt wurden. Sie erinnern mich aber auch an die Blutstropfen, die die Goldmarie und Dornröschen verloren, als sie sich stachen und die wir Frauen zu jedem Mond opfern, wenn wir ein Stück unserer Lebensenergie der Erde zurückgeben. Die Holle ist auch eine Frauengöttin, die in 3-facher Gestalt zu finden ist. Im Grimm´schen Märchen von Schneeweißchen und Rosenrot finden wir sie in ihren drei Farben Weiß, Rot und Schwarz als das Schneeweißchen, das etwas ruhiger und sanfter beschrieben wird, als Rosenrot, die als lebhabft und keck beschrieben wird und als die Mutter, die weise den rechten Rat hat. Und da haben wir noch den Bären, der seinen Winter bei den Dreien verbringt, der sonst seinen Winterschlaf in der Höhle oder einem Erdloch unter der Schneedecke verbringt. So finden wir auch hier wieder die Erdmutter, die tief unter der Erde lebt, wo der Weg zu ihr über Höhlen, Brunnen und tiefe Seen führt. Hier verbringt der Bär seine Zeit und amüsiert sich mir den beiden Mädchen. Doch als er sie im Frühjahr verlässt, reißt er sich sein Fell auf und der Glanz der Sonne in Form von purem Gold schaut unter seinem Fell hervor. Nicht nur der Bär zieht sich in seine Höhle zurück, sondern auch die Sonne verbringt ihren Winter bei der Holle.

freyr_by_johannes_gehrtsUm die Sonne drehte sich auch unserer Jul-Eber-Ritual. Der Eber ist wie der Bär ein Symbol für die Sonne. Das goldene Glücksschwein, das wir alle von den Neujahrs Traditionen kennen hat hier seinen Ursprung. Der Eber Gullinborsti, dessen goldenen Borsten die Strahlen der Sonne repräsentiert, gehört zu den Heiligen Tieren des Frey, der Gott, der am engsten mit der Fruchtbarkeit der Natur assoziert wird. Das Neujahrsschwein nahm unsere Wünsche und Vorsätze für das neue Jahr entgegen, die dann der Erde und dem Reich der Holle übergeben wurden. Danach wurde orakelt, die Runen und die Karten befragt, gesungen und getanzt und der ein oder andere Wein vergossen.

dsc05329Der nächste Morgen war so unerbittlich, wie die Holle nun mal sein konnte. Sie erinnert einen stets an die Konsequenzen, die man zu tragen hat auch wenn man das ein oder andere Gläschen in ihrem Namen gehoben hat. Doch die Geschichten, von Holle, Wodan, den Nornen und dem Weltenbaum fielen wie ein Balsam auf den noch nicht ganz im nächsten Morgen angekommenen Geist. Auch an diesem Tag war die Landschaft wir in ein Kristallkleid gehüllt und erinnert an die Geschichten, die man sich in den Alpen über die Eiskönigin mit den Schloß aus Kristall erzählte und eine andere Facette der Holle spiegelt, die als Eisrießin an ihre Ursprünge aus Eiszeit der Menschenheitsgeschichte erinnert.

Den Abschluss unserer 3 Tage leitete Vera wieder in nordamerikanischer Tradition mit dem Rauch der Pfeife ein, mit dem symbolisch die Götter in Dank verabschiedet werden. Wir alle freuten uns erneut über die geteilten Momente, über die neuen Knoten, die wir in das Netz knüpften und über alles, was jeder Einzelne in die Runde brachte. Es waren 3 Tage voller Energie und Inspiration und es war ein wahrlich magischer Übergang in das neue Jahr.

Ich möchte gerne allen die dort den Mut hatten, die Spindel in die Hand zu nehmen danken. Zu sehen, wie ihr auf solch eine besondere Art in die Welt von uns Spinnern eintaucht, war eine sehr berührende Erfahrung an die ich stets mit Freude zurück denken werde. Ich hoffe sehr, die ein oder andere wieder zu treffen. Und ich danke Vera für die Einladung zu so einem bereichernden Erlebnis mit euch allen!

Als letzter Nachhall habe ich hier noch ein kleines poetisches Rätsel. Ich denke, dass alle, die sich an die Spinnmeditation erinnern, schnelle alle Zeilen gelöst haben werden. Und selbst verständlich ist das Rätsel auch für alle anderen Spinnerinnen etwas, die sich auf eine etwas andere Weise dem Spinnen nähern mögen. Viel Glück 🙂

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Und zu guter Letzt möchte ich gerne allen vom Hollefest die Spinnmeditation als PDF anbieten. Schreibt mir eine Mail an backtothewheel(at)icloud.com und ich sende es euch zu. Genauso, wie das Spinnskript, wenn einer von euch die Spinnerei vertiefen möchte!

Aller liebste Grüße an alle, schön euch getroffen zu haben!

Bildquellen:

  • Nornen: Wiki Commons
  • Bilder von Hollefest: Vera Zingsem
  • Flachs: http://www.alice-wonderland.de/wp-content/uploads/lein.jpg
  • Schneeweißchen: http://images.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Fwww.ansichtskarten-center.de%2Fwebshop%2Fshop%2FProdukteBilder%2F10139%2FAK_10067505_gr_1.jpg&imgrefurl=http%3A%2F%2Fwww.ansichtskarten-center.de%2Fmaerchen-nr-2-schneeweisschen-und-rosenrot-baer&h=640&w=447&tbnid=GgiWS5NOO04lQM%3A&vet=1&docid=hu9VLwYJn_1LNM&ei=0yZ-WJjCEqyBgAbDn4HAAg&tbm=isch&client=opera&iact=rc&uact=3&dur=273&page=0&start=0&ndsp=21&ved=0ahUKEwjY97bfrsnRAhWsAMAKHcNPACgQMwgiKAgwCA&bih=668&biw=1280
  • Frey: Wiki Commons

2017 und viel Neues

Ein wunderbares neues Jahr 2017 mit vielen tollen Spinn- und Wollprojekten!!!

Das neue Jahr ist am Start, der Shop wird wieder aufgeschlossen und es stehen auch viele Veränderungen vor der Türe. Einige waren geplant, einige absehbar und einige völlig kurzfristig, aber leider notwendig.

Dawanda-Shop-Veränderungen / Neuer Online-Shop / Kursplanung für 2017

DAWANDA-SHOP: Zu den letzteren zählt die Anpassung im Dawanda-Shop. Mitten im Weihnachtstrubel erreichte mich die Info, dass Dawanda seine Verkäuferprovision ab 2017 erhöhen wird. Für die, die Dawanda nicht so gut kennen: Bei einem Verkauf zahlen wir Verkäufer an Dawanda eine Einstellgebühr, damit das Produkt im Shop überhaupt verfügbar ist und dann die Verkäufer-Provisionen. Diese waren zunächst bei 5% des Produktpreises. Nun werden sie auf 9,7% des Produktpreises erhöht, also quasi verdoppelt. Das ist gigantisch. 10%! Und das im Handwerk, wo es praktisch keine Gewinnzone gibt, wenn man die Arbeitszeit einrechnet. Diese Nachricht hat kurz vor Weihnachten gesessen.

Deshalb gibt es nun folgende Veränderungen:

  1. Es wird einen neuen Onlineshop geben, mit den bisherigen Preisen, jenseits von Dawanda
  2. Die Produktpreise im Dawanda-Shop werden um 5% erhöht, um diese Verkäuferprovisionserhöhung abzufangen.
  3. Die Produktpalette im Dawanda-Shop wird stark reduziert werden und statt dessen auf den zukünftigen unabhängigen Online-Shop von Back to the Wheel! umgezogen.

Ich möchte euch, meine Stammkunden, dazu motivieren, den neuen Online-Shop zu nutzen. Hier bleibt für euch alles beim Alten (außer das Shop-Aussehen und der Verkaufsprozess natürlich) und ich muss mich nicht von Dawanda abziehen lassen. Win-Win für uns alle.

Für diejenigen, die meinen Shop noch nicht kennen und nach Spinnfutter suchen, bleibt eine Grundpalette auf Dawanda online, jedoch mit erhöhten Preisen. Ich möchte mich noch nicht vollständig von Dawanda lösen, denn es hat ein paar Jahre Mühe und Schweiß gekostet, dort einen guten Ruf und Stammkunden aufzubauen. Dawanda hat eben Vor- und Nachteile.

NEUER ONLINE-SHOP: Was hat es nun mit dem neuen Online-Shop auf sich?

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In aller Eile und Dringlichkeit habe ich nun einen Online-Shop erstellt. Noch ist er nicht ganz fertig. Die Verkaufsabwicklung muss noch in einigen Testläufen geprüft werden, ein paar Bugs müssen entfernt werden und die rund 200 Produkte müssen eingetippt werden. Es könnte also noch ein paar Wochen dauern. Ich hoffe, dass ich es bis zum Ende des Monats schaffen werde. Dann werde ich euch über eine Online-Schaltung informieren. Er wird über meine Webseite http://www.backtothewheel.de erreichbar sein. Statt der Verlinkung mit dem Dawanda-Shop wird dann dort mein eigener Shop verlinkt sein.

PRODUKTINVENTUR: Während der Shop für euch geschlossen war, war ich mit einem Workshop meinen Fasern auf Reisen. Da sind einige Produkte jenseits des Shops in neue Hände gegangen, sodass nun eine Inventur ansteht. Solange sind die verfügbare Produkte auf Dawanda ebenfalls auf die individualisierten Produkte beschränkt. Möglicherweise wird auch die Inventur genau mit der Online-Schaltung des neuen Shops beendet sein, sodass einiges gar nicht mehr auf Dawanda landen wird. Mal sehen, das kann ich jetzt noch nicht ganz absehen. Aber ich halte euch auf dem Laufenden.

Ich weiß, das ist jetzt viel Veränderung auf einmal und ich hatte gehofft, das Ganze mit etwas mehr Zeit und Ruhe, langsam vollziehen zu können. Doch die neuen Dawanda-Agbs haben mir diese Entscheidung abgenommen. Ich hoffe, ihr macht diesen Wandel mit mir und etwas Geduld mit. Ich bemühe mich, so schnell wie möglich wieder klare und stabile Shop-Verhältnisse anzubieten.

WAS BEIM ALTEN BLEIBT: Ihr könnt mir jederzeit eine Mail mit Bestellwünschen schicken. Die Werkstatt bleibt wie immer in Betrieb und die eigentliche Arbeit hinter den Kulissen verändert sich nicht. Nur der Bestellweg wird sich verändern.

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Und nach den turbulenten Veränderungen wird es auch geplante Neuigkeiten geben.

NEUE KURSTERMINE: Wie im letzten Jahr wird es die aktuellen Kurse & Workshop geben. Die Frage ist nur wann? Ich plane also gerade die neuen Termine und ihr könnt mir eure Wünsche schicken.

Einsteiger & leicht Fortgeschrittene:

  • Anfänger-Handspindel-Workshop: April 2017
  • Handspindel-/Spinnrad-Workshop mit Farbe für leicht Fortgeschrittene: April 2017
  • Laufender Kurs für Fortgeschrittene an der Handspindel/Spinnrad, 6 Termine: Zeitraum nach Wahl

Die Artyarn-Workshop-Serie:

  • Lowtwist&Chunky (1 Tag)
  • Locken spinnen (1 Tag)
  • Corespinning (2 Tage)

Hier möchte ich gerne wissen, welcher Veranstaltungsmodus für euch lieber wäre: Die 3 Workshops verteilt auf 2 Wochenenden, so wie letztes Jahr? Oder: Ein Spinnmarathon im Sommer, 4 Tage hintereinander und ein Abschluss-Grillfest am Abend. Hier würde ich auch neue Workshops mit dazu gesellen. In Frage kommt der Zeitraum Ende August/Anfang September, also die Sommerferienzeit. Was haltet ihr davon?

NEUE WORKSHOPS: Und es wird neue Workshops für Fortgeschrittene geben.

  • Single-Garn spinnen. Drallmanagement & Fasereigenschaften, 1 Tag
  • Fraktales Spinnen. Farbe und Zwirnen à la Mandelbrot, 2 Tage
  • Cablé-Garn spinnen. Varianten von Mehrfachzwirnung (empfohlen als Vorkenntnis für den Bouclé-Workshop), 1 Tag.
  • Bouclé-Garn spinnen. Drallmanagement und leichte Fake-Varianten, 2 Tage

Diese Workshops plane ich eher im Spätsommer / Herbst. Falls ihr Lust auf einen Spinnmarathon habt, dann würde ich diese neuen Kurse zeitnah anbieten oder sogar direkt hinten anhängen. Doch dazu würde ich gerne von euch wissen, was euch am Besten passen würde.

Also, schreibt mir und teilt mir eure Wünsche mit, noch ist alles in der Planung 🙂

rhoen_schneetreiben_mg-kIn diesem Sinne wünsche ich euch aus dem tierverschneiten Oberfranken einen guten Jahresstart und hoffe, dass es bei euch etwas weniger turbulent losgeht, aber genauso spannend und mit vielen neuen Projekten! Frohes Spinnen!

 

Bildquelle Schaf im Schnee: http://www.badische-zeitung.de/fotos-tiere-im-schnee-x1x?id=80237774

Faserkalender – Türchen 24: Steinschafe

Halleluja! Es ist so weit, endlich ist Weihnachten 🙂

Und heute schreibe ich meinen letzten Schafbeitrag für dieses Jahr. Ich hoffe, die Kalender-Reihe hat euch gefallen. Der Schafkosmos hat sich noch lange nicht erschöpft und ich werde im neuen Jahr immer wieder über unsere Wolllieferanten schreiben. Doch dann nicht nach dem Zufallsprinzip, sondern konzentrierter auf bestimmte Familien.

Zuletzt werde ich nun zu den Steinschafen recherchieren und ich zeige euch hier eine wunderschöne dunkle Steinschafwolle vom Lamm im Vlies. Und das sind die Angaben: 60 % naturfarbene Wolle + 40 % schwarz eingefärbt Wolle, mittelfein mit 27 mic.

Das Steinschaf gehört zu den Bergschafrassen, von denen ich gestern berichtete. Hier viel schon ein paar Mal das Steinschaf, als Züchtungsgrundlage für das weiße Bergschaf, doch ich habe es ein wenige versucht zu umschiffen, denn heute geht es ja um das Steinschaf.

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Heute ist die Schafrasse von Aussterben bedroht und wird nur noch in kleinen Beständen als Hobby oder Nebenerwerb gehalten. Das Schaf ist ideal an die Hochgebirgslage angepasst. Es besitzt sehr harte Klauenum in dem steinigen und steilen Gelände gut voran zu kommen. Es hat einen feingliedrigen Körperbau und seine Wollfarben sind sehr vielfältig. Sein Vlies ist wieder „double-coated“ mit einer feinen Unterwolle und einem aus langen Grannenhaaren bestehenden Deckhaar. (1) 2009 war das Steinschaf die  Gefährdete Nutztierrasse des Jahres. (2)

Ich habe nun eine interessante Seite entdeckt, die sich ausschließlich mit dem Alpinen Steinschaf beschäftigt (3). Und hier wird die Entwicklungsgeschichte des Schafes noch einmal genauer aufgeführt. Zum Teil habe ich gestern schon die Geschichte des Bergschaftes beschrieben, doch ich möchte noch einmal darauf eingehen, denn diese Seite ist einfach detailreicher als meine Quellen von gestern. Zunächst wird die Domestikationsgeschichte des Schafes aufgerollt (4):

10000 v. Chr. Vorderasien erste Nutzbarmachung vom Wildschaf zum Hausschaf Fleischschaf
7000 v. Chr. Europa erste Hausschafe (sh.Produkte/Wolle) erreichen Europa Fleischschaf , Haarschaf
Neolithikum (durch Knochenfunde belegt) klein-und schlankwüchsig
6000 v. Chr. älteste Darstellung eines Wollschafes
(Tonstatuette aus dieser Zeit)
1830 v. Chr. Altbabylon.
Reich
erste Unterscheidung zwischen Woll- und Fleischschaf
bei den Wollschafen sogar zwischen weißer und brauner Farbe
1991-1650 v. Chr. Ägypten wolltragende Schafe
4000 v. Chr. Griechenland
(ausVorderasien)
Einfuhr einer größeren Schafrasse vermutlich Wollschaf
3000 v. Chr. Mitteleuropa
Skandinavien
Verbreitung dieser Schafrasse Wolle
2000 v. Chr. Funde Untersuchungen an Textilfasern Wolle zur dominierende Textilfaser
(2000 v. Chr.) Sudan Diese Wollschafe wurden nach Europa eingeführt und verdrängten wohl
das Haarschaf in Europa (Nachweis durch Hautuntersuchungen an Fundplätzen)
Schaf mit Haar-Mischwolle
Römische Zeit Italien versch. Fellfarben, Kurz- u.Mischwolle, Feinwolle Woll- und Milchnutzung
Germania Mitteleuropa wie in Römischer Zeit
3.-4. Jahrh. n. Chr. Britannien Wollindustrie
Mittelalter Europa Entwicklung der Landrassen
(z.B. Widerristhöhe zwischen Nord-und Ostsee zum Alpenraum 10 cm
Unterschied, d.h. im Alpenraum siedelte man die kleineren Schafe an.)

Die Geschichte des Steinschafes beginnt dann mit dem Zackelschaf von gestern. Hier wird das Zackelschaf „Zaupelschaf“ (5) genannt. Es ist der Begriff, der für das früher in den Alpen am meisten genutzten Schaf. „Anhand der Zuchtgeschichte können das ausgestorbene Zaupelschaf und die noch lebenden Rassen: Skudde, Heidschnucke, Zackelschaf, Walliser Schwarznasenschaf, Gotlandschaf, Shetlandschaf und das Soay-Schaf auf bereits im Mittelalter gehaltene Landrassen zurückgeführt werden. Im Jahre 1536 wurde das Zaupelschaf von Herzog Ulrich von Würtemberg unter Strafe verboten, da die Mischwolle mehr und mehr abgelehnt wurde. Nur noch kleine Restbestände hielten sich in Bayern.“ (6)

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Es wird nun weiter berichtet, dass ab der 2. Hälfte des 19. Jh.s begonnen wurde, die Bergamaskerschafe aus Norditalien einzukreuzen und im Kärtner Raum auch in geringen Maße das Paduaner Schaf. Es entwickelten sich dadurch in den verschiedenen Alpenräumen unterschiedliche Eigenschaften der Tiere. Ab 1900 unterteilte man an Hand dieser Eigenschaften die Schafe und benannte sie dann Steinschafe, Bergamaskerschafe und Krainer Schafe. Die verbleibenden Schafe, deren Einkreuzungen nicht genau zugeordnet werden konnten, wurden Zackelschafe genannt. (7) Hier sind wir also an dem Punkt, wo ich gestern mit meinem Bericht startete.

Heute sprechen wir von einer Gruppe von Steinschafen, welche aus folgenden Rassen besteht:

  • Alpinies Steinschaf
  • Krainer Steinschaf
  • Tiroler Steinschaf
  • Montafoner Steinschaf

Auf der Seite der Bayerischen Herdbuchgesellschaft für Schafzucht findet ihr informative Profile zu allen heimisch relevanten Schafen, so auch zu den Steinschafen:

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Alpines Steinschaf: „(…) Es ist ein feingliedriges, kleines bis mittelgroßes Schaf, mit breitem und tiefem Körper. Das Kopfprofil ist gerade und das Nasenbein leicht gebogen, die Ohren stehen leicht hängend ab. Die Böcke tragen häufig einfach gebogene oder schneckenartige Hörner, bei Mutterschafen sind gelegentlich Knaupen oder einfach gebogene Hörner anzutreffen. Der lange bewollte Schwanz reicht bis zum Sprunggelenk, das Ende ist häufig geknickt. Das Gesichtsfeld, der Bauch und die Füße sind in der Regel unbewollt. Das Vlies ist mischwollig und es kommen alle Wollfarben und Farbzeichnungen vor, vor allem auch graue Wollen.(…)“ (8)

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Krainer Steinschaf: „(…) Es ist ein feingliedriges, kleines bis mittelgroßes Schaf. Das Kopfprofil ist gerade und das Nasenbein leicht gebogen, die Ohren stehen waagrecht ab. Die Böcke und Mutterschafe sind überwiegend hornlos. Der lange bewollte Schwanz reicht bis zum Sprunggelenk. Das Gesichtsfeld, der Bauch und die Füße sind in der Regel unbewollt. Das Vlies ist mischwollig und es kommen überwiegend die Wollfarben schwarz und weiß sowie verschiedene Farbzeichnungen vor. Vor allem die Köpfe sind bunt gezeichnet.(…)“(9)

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Tiroler Steinschaf: „(…) Es ist ein mittelgroßes bis großes Schaf mit einem stark geramsten Kopf und starkem, nicht zu eng anliegendem, gleichmäßig geschwungenem Horn. Die Ohren sind spitz bis mittelbreit und nicht hängend. Das mischwollige, lang abgewachsene Vlies ist grau oder weiß.(…)“

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Montafoner Steinschaf: „(…) Das relativ kleine Schaf steht auf dünnen Beinen und besitzt einen schmalen Kopf mit geradem Profil, beide Geschlechter sind hornlos oder gehörnt, wobei dann die Böcke Schnecken und die Auen sichelförmige Hörner tragen. Vlies besteht aus grober Mischwolle in allen Farben.(…)“ (11)

thumb_imgp3502_1024Nun frage ich mich natürlich wieder, wenn wir Wolle von Steinschaf kaufen, welches Steinschaf ist es dann, oder ist es Wollgemisch? In diesem Fall ist es Lammwolle, aber ich habe keine Ahnung, von welchen Lamm. Macht es einen Unterschied, welches Steinschaf es ist? Ich vermute auf jeden Fall. Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr Erfahrung mit dem Steinschaf? Ich habe gehört, dass Filzer gerne Bergschafvliese filzen. Als Spinner habe ich weder Bergschaf noch Steinschaf bisher genutzt, denn die Wolle ist eher gröber. Das werde ich in der Zukunft nachholen. Nachdem ich für meinen Shop viel mit Flauschefasern arbeite, ich privat aber langsam mehr den robusteren Fasern annähere, werde ich dies auf meine private Projektliste setzten. Ich freue mich dann euch, mehr aus der Perspektive des Spinners, über die Verarbeitung diese Wollen berichten zu können.

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Mein Fazit zum Kalender

Als ich den Kalender startete und alle meine naturfarbenen Wollen aus der Werkstatt kramte, dachte ich, dass da ja ultra viele unterschiedliche Wollen liegen und ich mir die Hände rieb um mich auf eine aufschlussreiche Recherche gefasst machte. Zum Teil war es auch so. Der Kalender gab mir die Gelegenheit, mich mal diszipliniert täglich hin zu setzten und mich mit meinen eigenen Wollen zu beschäftigen. Und ich bemerkte, wie wenig ich eigentlich über ihre Herkunft weiß. Ich konnte einiges Neues lernen und viele Schafe, die von Namen her kannte, haben ein Gesicht und eine Geschichte bekommen. Doch gleichzeitig gab es Tage, an denen ich ziemlich frustriert war, denn ich kam in der Recherche nicht weiter. Ich lernte, dass es genauso viel Wollen gab, die für die Spinnerei interessant sind, die auch sicher wertvoll sind, denn es sind eben nicht die Wollen, die in großen Mengen produziert werden, über die aber fast nichts, mit überschaubaren Rechercheaufwand in Erfahrung zu bringen ist. Es vor allem die „Länderwollen“, die für ich eine Blackbox blieben. Hier würde ich mir mehr Transparenz wünschen. Ich vermute, dass die Händler innerhalb ihrer Handelskette, die Informationen irgendwo verfügbar hätten, bloß dass ab einem Punkt in der Kette es nicht wichtig erscheint und nicht weitergegeben wird. Ich kann hier nur für mich sprechen: Für mich als Spinner ist es definitiv relevant! Ich möchte wissen welches Schaf ich verspinne, welcher Herkunft die Wolle ist und ich möchte mir so meinen Erfahrungsschatz, der sich in meine Fingern bildet so mit Fakten und Eckdaten in Bezug setzten lässt. Erkenntnisse wie: „Diese Wolle spinnt sich toll“ bringt mir nichts, wenn ich weiß, warum es so ist! Und das warum möchte ich durch die Herkunft, die Rasse oder Rassen bei Mischwollen, ihre Verarbeitung/Behandlung und ihre Transportweg ergründen. Ich möchte feststellen können, wenn sich Fasereigenschaften von Jahr zu Jahr schwanken. Und ich möchte auch entscheiden können, ob ich diese Wolle aus ethischen Gründen kaufen oder vielleicht nicht kaufen möchte. Das geht nur mit Transparenz! Was ist mein Wunsch für die Zukunft in Sachen Wollmarkt.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein paar ruhige, besinnliche und entspannte Tage zwischen den Jahren. Habt ein wundervolles Weihnachtsfest und einen fröhlichen Jahreswechsel!!!

Danke an euch fürs Lesen und ich freue mich euch im nächsten Jahr wieder zu sehen!

Eure Kathrin 🙂

PS.: Die Weihnachtsverlosung für die Adventskalender-Spinner auf Ravelry und auf Instagram wird um ein paar Tage verschoben. So habt ihr noch etwas Zeit für das Zwirnen, könnt noch ein paar Bilder zeigen und habt einfach mehr Ruhe. Die Verlosung findet aber auf jeden Fall zwischen den Jahren statt und der Versand der Gewinne soll am 30.12.16 erfolgen und ihr werdet sie dann als Start ins neue Jahr erhalten.

 

Quellen:

(1) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Alpines_Steinschaf am 24.12.16.

(2) Ebd.

(3) http://www.alpines-steinschaf.net/abstammung1.php am 24.12.16.

(4) Ebd.

(5) Ebd.

(6) Ebd.

(7) Vgl.: ebd.

(8) http://www.bhg-schafzucht.de/index.php/schafrassen/bergschafe/alpines-steinschaf am 24.12.16.

(9) http://www.bhg-schafzucht.de/index.php/schafrassen/bergschafe/krainer-steinschaf am 24.12.16.

(10) http://www.bhg-schafzucht.de/index.php/schafrassen/bergschafe/tiroler-steinschaf am 24.12.16.

(11) http://www.bhg-schafzucht.de/index.php/schafrassen/bergschafe/montafoner-steinschaf am 24.12.16.

Bildquellen: 

Alpine Steinschafe: http://www.g-e-h.de/geh/jupgrade/images/stories/geh-raku/schafe/AlpineStein_Aschauer_kl..jpg am 24.12.16. & http://bib.ge/sheep/sheep_breeds_open.php?id=6571&ph=3 am 24.12.16.

Steinschafbock: https://www.dbu.de/media/wdu/181109012119so34.jpg am 24.12.16.

Krainer Steinschafe: http://www.suedsteiermarkwissen.com/wp-content/uploads/2014/07/DSC00444.jpg am 24.12.16.

Tiroler Steinschaf:  https://media.manufactum.de/is/image/Manufactum/1000w_shop/Tiroler-Steinschaf-01-41446.jpg am 24.12.16.

Montafoner Steinschaf: http://www.montafonlive.at/userfiles/bergbauernleben/schaf_gross.jpg am 24.12.16.

Alpinies Steinschaf-Lamm: http://images.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Fwww.lebenswelt-mont.ch%2Fcms%2Fwp-content%2Fuploads%2F2013%2F09%2FNena-und-Junge.jpg&imgrefurl=http%3A%2F%2Fwww.lebenswelt-mont.ch%2Falpine-steinschafe%2F&h=600&w=900&tbnid=neCagRPmG9oOXM%3A&vet=1&docid=CeBAFnoDEJ8iaM&ei=VXxeWPDMLZPjwALQiaaABw&tbm=isch&client=opera&iact=rc&uact=3&dur=2864&page=6&start=105&ndsp=23&ved=0ahUKEwiwy83l-4zRAhWTMVAKHdCECXA4ZBAzCBIoEDAQ&bih=644&biw=1232 am 24.12.16.

 

 

Faserkalender – Türchen 23: Das Bergschaf

Nur noch ein Tag, dann ist Weihnachten. Ich muss gestehen, langsam erfordert mein spontaner Recherche-Kalender immer mehr Disziplin. Der Shop ist bereits geschlossen, die Weihnachtsgeschenke liegen beisammen, der Kühlschrank ist gefüllt und die Morgen ziehen sich weit in den Mittag hinein. So auch die Blogbeiträge, die heute und sicherlich auch morgen, immer später am Tag veröffentlich werden 😉

Heute wende ich mich dem Bergschaf zu.

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Ich hatte vor 2 Tagen über die Einteilung der Schafe nach Verwendungszweck gesprochen und dabei dann über das Landschaf berichtet (1).

  • Wollschafe
  • Landschafe
  • Merinoschafe
  • Fleischschafe

So gehört auch das Bergschaf zu Kategorie der schlichtwolligen deutschen Landschafe. Es ist heute ein gezüchtetes Schaf, das aus verschiedenen Bergrassen entwickelt wurde. Gestern habe ich das Schaf im Bericht über die Walliser Schwarznasen ganz am Rande gestreift.

Das heutige Zuchtziel ist „(…) ein schlichthaariges, fruchtbares, widerstandsfähiges und genügsames Schaf, das in der Lage ist, Almflächen bis zur Baumgrenze zu nutzen und trotz der hohen Niederschläge bei zweimaliger Lammung im Jahre eine gute Woll- und Fleischleistung zu erzielen.“ (2) „Das Vlies besteht aus einer lang abgewachsenen, leicht gewellten, weißen Schlichtwolle mit seidigem Glanz, die eine Feinheit von 32 bis 36 Mikron hat. Zweimal jährlich Schur.“ (3)

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Seine Geschichte

Zunächst war der Begriff ein Oberbegriff für verschiedene Schafrassen, die in den Alpen genutzt wurden. Zu Beginn des 20. Jh.s waren 4 Bergschafrassen vorherrschend: das Steinschaf, das Goggel- oder Zackelschaf, das Kärntnerschaf und das Bergamaskerschaf. Zackelschaf war ebenfalls eine übergeordnete Bezeichnung für alle Kreuzungen aus Steinschaf und Bergamaskerschaf. Diese beiden Rassen waren die Ausgangsbasis für alle weiteren Bergschafrassen. (4)

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Das ursprünglich genutzte Bergschaf in den bayrischen Alpen war lange Zeit  das mischwollige Zackelschaf. „Um die Wende des 17. zum 18. Jahrhundert wurden die aus Italien eingeführten großen Bergamaskerschafe erstmalig im bayerischen Gebirge eingesetzt.“(5) Das Bergamaskerschaf ist in Bergamo, Como und der Lombardei beheimatet. Auch das Paduanerschaf hatte einen Einfluss auf die Bergschafrassen, besonders auf das Kärntnerschaf. Es stammt aus dem östlichen Teil Oberitaliens und ist dem Bergamasker ähnlich, typisch für das Paduanerschaf waren die Brillenzeichnung und die schwarzen Ohrenspitzen.

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Noch in der 1. Hälfte des 20. Jh.s wurde die Schafe von Kleinbauern gehalten mit meist nur 3-10 Tieren. 1923 wurde der erste Bergschafzuchtverein begründet und die erste Schafschau veranstaltet, bei der 26 Steinschafe, 27 Goggelschafe, 15 Bergamaskerschafe und 25 Kreuzungstiere vorgeführt wurden. 1940 wurde ein Höhepunkt in der Anzahl der Tiere erreicht, welche am Almtrieb beteiligt waren. Ab 1938 wurde mit der Herdbuchführung und mit Leistungsprüfungen bei Bergschafen begonnen. „In den 70er Jahren gründeten sich in allen Gebirgslandkreisen gut organisierte Schafhaltervereinigungen.“(6) Heute ist das Bergschaf die dominierende Rasse in den Gebirgsgegenden und seit 1938 als eigenständige Rasse anerkannt. (7)

Das Tiroler Bergschaf und das braune Bergschaf

Das Bergschaf ist auch den den Tiroler Alpen die meist verbreitete Bergschafrasse und ist die Züchtungsgrundlage für das braune Bergschaf. (8) „Aus Überlieferungen von Hirten und Schäfern geht hervor, dass damals der Anteil von farbigen Steinschafen weitaus größer war als der weißen.“ (9) Seine Wolle ist „cognac- bis dunkelbraun, schlicht und leicht gekräuselt“(10).

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Quellen:

(1) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Hausschaf am 21.12.16.

(2) http://www.vieh-ev.de/Rassen/Schafe/bergschaf.html am 23.12.16.

(3) Ebd.

(4) Vgl.: Ebd.

(5) Ebd.

(6) Ebd.

(7) Vgl.: Ebd.

(8) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Tiroler_Bergschaf am 23.12.16.

(9) https://de.wikipedia.org/wiki/Braunes_Bergschaf am 23.12.16.

(10) http://www.alpinetgheep.eu/tiroler-bergschaf.html am 23.12.16.

Bildquellen:

Bergschaf: http://www.held-innsbruck.at/media/files/gallery/2/45-Tiroler-Bergschaf-a18323007.jpg.gallery.big.jpg am 23.12.16.

Bergamaskerschaf: https://www.prospecierara.ch/uploads/gallery/591/saaser_mutten_top_neu.jpg am 23.12.16.

Brillenschaf: Wikipedia Commons am 23.12.16.

Braune Bergschaf: Ebd.

 

 

Faserkalender – Türchen 22: Walliser Schwarznasen

Die Angaben zur heutigen Wolle lautete: Walliser Schwarznase  im Vlies, naturweiß, mittelfein mit 27 mic. Wunderbar! Ich mag diese ursprünglichen Schafe besonders.

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Die Walliser Schwarznasen gehören zu den Hausschafen und werden im Oberwallis, im Süden der Schweiz, gehalten. Sie sind sehr gut an die karge Höhenlange im Gebirge angepasst. Sie sind gute Kletterer und können so auch schwer erreichbare Bereich im Gebirge beweisen. Sie gelten „als primitive Schafsrasse, die eng mit der Wildform der Urschafe verwandt ist.“(1) Als Zuchtgrundlage wurden mit den Walliser Schwarznasen auch andere Bergschafe entwickelt, wie die gehörnten, braunwolligen Alweg, die Vispertalerschafe und die norditalienische Bergamaskerschafe. (2)

Ihre Geschichte

Sie wurden im 15. Jh. erstmalig erwähnt und Mitte des 16. Jh.s wird es als Kupferschaf erneut. Vermutlich fand es in vorrömischer Zeit seinen Weg in die Alpentäler, wo es auf Grund der Abgeschiedenheit kaum fremder Einflüsse ausgesetzt war.

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Im 19. Jh. fand die erste Verbesserung der Schwarznasen statt. Man kreuzte australische Southdown-Schafe ein, um so eine standardisierte Schafrasse für die Schweiz zu entwickeln, die einen hohen Wollertrag und eine hohe Fleischleistung erbringen. Allerdings hatte die Vermessung zur Folge, dass die Tiere weniger gut an die Höhenlange angepasst waren und weniger genügsam und robust. Auch die Wolle wurde durch die Southdown-Gene kürzer und die Schäfer, die auf auch Heimspinner waren, waren wenig begeistert. Ebenso unerfreut waren die Metzger, die den höheren Fettanteil ablehnten.

In den 30er-60er wurde erneut versucht, die Schwarznasen zu normieren und entwickelten das Weiße Bergschaf, welches staatlich gefördert wurde. Alte Schafrassen, waren nicht mehr gewollt, durften nicht mehr prämiert werden und sollten langfristig ausgerottet werden. Zusätzlich wurden große Teile der alten Schafbestände gekeult, um zeitgleich grassierenden Epidemien in den Tälern einzudämmen.

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Ab den 60ern führten vermehrte Schlachtimporte zu einer höheren Konkurrenz auf dem Fleischmarkt und gezüchtete Schafrassen mit einer höheren Fleischleistung und kürzeren Mastzeiten wurden bevorzugt. Und so wurde erneut versucht, durch Einkreuzungen die Fleischleistung der Schwarznasen zu erhöhen, was von traditionellen Schwarznasenzüchtern abgelehnt wurde und in Folge in den 79ern wieder eingestellt wurde. Des Weiteren wurden die Schafe darauf hin gezüchtet, dass ihre Beine und Köpfe frei von langer Wolle blieb und so die Schur erleichtert wird. Nebenerwerbs- und Hobbyschäfern legten hingegen ihr Augenmerk auch zunehmend auf ästhetische Gesichtspunkte bei ihren Zuchtbemühungen, hin zu behaarten Gesichtern und Beinen bei modernen Walliser Schwarznasen. Der Oberwalliser Schwarznasenschafzuchtverband wurde 1948 gegründet. Erst 1962 wurde das Walliser Schwarznasenschaf als Rasse anerkannt und 1964 in den Schweizer Schafzuchtverband aufgenommen. (3)

Ihre Nasen und die Wolle

Die Walliser Schwarznasen bilden gedrehte Hörner und haben auffällige schwarze Bereiche im Gesicht: Nase, Augen und Ohren sind am Kopf schwarz, ebenso an den Beinen und am Schwanz finden sich schwarze Regionen. Das restliche Fell ist weiß. Das ursprüngliche Schaf ist vollständig bewollt und liefert 3-4,5kg Vlies.

Die Wolle ist eher grob, von langer Stapellänge (-10cm) und hat neben der Oberwolle, welche sich an den Spitzen kräuselt, feine Unterwolle.(4)

 

Zuletzt habe ich noch einen Filmtipp: Es gibt einen Dukumentarfilm

  • Sylviane Neuenschwander: Schneeweisse Schwarznasen. Dokumentarfilm, Ghornuti Productions, Ayent VS 2006

Dazu der Trailer:

 

Und noch ein weitere kleiner Kurzfilm für euch:

 

Viel Spaß beim Schauen 🙂

Quelle: 

(1) https://de.wikipedia.org/wiki/Walliser_Schwarznasenschaf am 22.12.16.

(2) Vgl.: ebd.

(3) Vgl.: ebd.

(4) Vgl.: ebd.

Bildquellen: Wikipedia Commons am 22.12.16.