Patreon

Ich starte ein neues Experiemt: Patreon.

Ich habe diese Plattform durch Zufall bei einer Textilkünstlerin entdeckt, der ich auf Insta folge. Und als ich mich damit beschäftigte, kam mir der Gedanke, dass dies ein Weg sein könnte, nachdem ich im Hintergrund schon länger suche.

Wie einige von euch schon mitbekommen haben, plane ich, die Workshops online anzubieten. Im Moment sanieren wir das große Atelier und es neigt sich langsam – dem Himmel sei Dank – einem vorrübergehenden Ende, sodass der Einzug in greifbare Nähe rückt. Nach diesem Umzug möchte ich mich mit der Digitalisierung der Workshops beschäftigen. Hier habe ich noch viel zu Lernen: Videos aufnehmen, Licht, Ton, Schneiden und vor allem Hochladen. Und zwar an einem Ort, wo es einigermaßen vor Copyrightverletzungen geschützt ist und andererseits gut für den Teilnehmer nutzbar ist. Außerdem möchte ich, als Computerhonk, das ganze auch verwalten können. Etwas programmieren und auf meiner Webseite einbauen entfällt also – erstmal.

Patreon ist ein Plattform für Künstler aller Art. Hier wird das Prinzip des alten Mäzenatentums umgesetzt. Oder anders gesagt: Sponsoring. Es geht darum Künstler durch verschiedene Abos zu unterstützen, damit sie entweder ein Einkommen haben oder um bestimmte Ziele um zusetzten, das kann ganz verschieden sein.

Ich habe mich für die Variante Gated Content bzw. Tutorials entschieden. Ihr könnt euch dort für Abos entscheiden, die euch interessieren. Die Abos kosten einen geringen Sponsoringbetrag und die Plattform schaltet euch die Inhalte frei.

In der Testphase bis zum Sommer biete ich erstmal folgende Sponsorings an:

Mit Hinter den Hulissen zeige ich ähnlich wie auf Instagram Bilder aus unserem täglichen Leben hier am Hof und schreibe kurz, was wir gerade machen, wie z.b. einen neuen Hühnerstall bauen oder die Schafe auf eine neue Weidefläche stellen.

Der Atelier-Feed Inspiration & Creative Zone bietet dir 1 mal im Monat ein pdf an, in dem ich von einem kreativen Projekt im Atelier berichte und das du auch nachmachen kannst. Es ist eine Mischung aus Tutorial und Projektbericht.

Der erste Beitrag von diesem Feed ist schon online und öffentlich zugänglich, quasi ein Testbeitrag für euch.

Im Feed für Spinn-Neulinge Erste Hilfe für Spinner beantworte ich Fragen im Kurzformat. Ich erkläre 1 mal pro Woche warum z.b. ein Singlegarn niemals balanciert sein kann oder wie du mit nur 1 Spindel Spinnen und Zwirnen kannst. Es können auf Fragen gestellt werden, die in kommenden Posts beantwortet werden sollen. Ein kleiner Erste Hilfe Feed für Anfänger.

Aber viel wichtiger bei dem Patreon-experiement ist es zu testen, ob es dafür geeignet ist, euch Online-Workshops anzubieten. Ziel ist es im Sommer Feeds zu beginnen, mit denen ihr aktive Spinntechniken lernen könnt. Mit einer Mischung aus pdfs, Videos und Skype-betreuung soll Back to the Wheel! digitale Workshops anbieten können.

Dafür wird der Blog hier keine tutorialartige Post mehr anbieten, sondern nur noch Aktuelles rund um das Atelier und den Shop.

Also, testet mit mir, ob Patreon ein Weg ist, die Workshops zu euch zu bringen!

Schau hier vorbei!

 

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Neue Kurse Anfang 2019

Ein neues Jahr – Zeit für neue Termine.

Auch dieses Jahr wird wieder unter dem Zeichen unserer Baustelle stehen und so gibt es vor erst nur Terminplanung für das erste Semester. Denn es besteht Grund daran zu glauben, dass das neue Atelier für Back to the Wheel bis zum Sommer bezugsfertig ist. Und damit ändern sich die Möglichkeiten für Kurse dramatisch: mehr Platz, eine große Färbeküchenzeile, ein rießiger Arbeitstisch, so dass auch in Gruppen kardiert und gemischt werden kann. Aber bis dahin finden die Kurse noch in unserem Gartenhaus vor einem prasselnden Feuer statt.

Hier nun die Termine in aller Kürze:

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Einsteiger-Workshop – Samstag,  2. Februar 2019 – Spinnen mit der Handspindel – jetzt buchbar im Onlineshop

Weitere Infos zu diesem Kurs findest du hier.

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Grundlagen-Kurs – Samstags ab 23. Februar 2019, alle 2 Wochen, 6 Termine – mit der Handspindel oder dem Spinnrad – jetzt buchbar im Onlineshop

Weitere Infos findest du bei den Kursen für Fortgeschrittene. 

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Fortgeschrittenen-Workshop – Tages-workshop – Gestalten mit Farbe – Spinnen mit der Handspindel oder dem Spinnrad – Samstags 23. Februar 2019 – jetzt buchbar im Onlineshop.

Ihr findet auf meiner Webseite unter dem Reiter Workshops alles zu diesen 3 Kursen und sie sind ebenfalls bereits im Online-Shop buchbar. Ihr findet außerdem noch Infos zu weiteren Fortgeschrittenenkursen, deren Termine noch planbar sind, sowie die Artyarn-Einsteigerkurse, welche ebenso noch planbar sind. Klickt euch dazu einfach durch das Seitenmenü zu den Spinn-Levels, die für euch in Frage kommen.

Und zu guter letzt möchte ich euch noch über ein neues Kurskonzept informieren, welchen starten wird, sobald das neue Atelier in Betrieb ist. Alle Infos dazu findet ihr bei den Workshops auf der Webseite unter Artyarn-Klasse.

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Viel Spaß beim Stöbern 🙂

 

 

Filz zu Weihnachten

Gestern ist endlich mein letztes Weihnachtsgeschenk bei seiner Empfängerin angekommen und ich darf nun diese Bilder zeigen 😉

Zugegebenermaßen bin ich in Sachen Weihnachtsgeschenken im Freundeskreis ein wenig pragmatisch. Ich überlege mir ein Geschenk, das Allen gefallen könnte und starte die Großproduktion. Dieses Jahr entdeckte ich ein Video von Trolle & Wolle, welches ich unten verlinken werde, in dem ein ganz einfache Methode gezeigt wird, Stulpen zu filzen. Die Art und Weise ist so einfach, dass sie mich begeistert hat. Tja, gesehen und ausprobiert. Dann konnte ich nicht aufhören und habe ein Paar nach dem anderen gefilzt.

Ich habe viel dabei gelernt. Durch die Wiederholung konnte ich immer wieder dies und das anders machen und Erfahrung sammeln, was am Ende dann dabei zu erwarten sein wird. Sowas ist mir super wichtig: zu wissen, wenn ich dies oder jenes tue, wird nach dem Arbeitsschritt dies oder jenes dabei heraus kommen. Sowas ist wichtig, wenn man geplant zu bestimmten Ergebnissen kommen möchte. Ich liebe natürlich auch das intuitive Arbeiten, vor allem beim Färben gehe ich ziemlich ungeplant vor und lasse mich von den Farben und der Lust und Laune treiben. Aber gleichzeitig möchte ich auch das Verständnis für die jeweiligen Arbeiten haben, um, wenn ich es wünsche, kontrolliert zu bestimmten Ergebnissen zu kommen. Und hierfür war die Massenproduktion echt lehrreich.

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Ich habe anders, als es im Video gezeigt wurde, nicht mit Kammzugfasern gearbeitet, sondern mit Vliesen. Ich habe bereits die Vorliebe beim Filzen entwickelt, mit handkardierten Vliesen und darin enthalten Melangen und Fasermischungen zu arbeiten. Ich komme eben einfach vom Spinnen und habe hier alle Geräte stehen. Außerdem überbrücke ich damit eine noch eine Lektion, die ich noch zu lernen habe: hauchfeines Auslegen von Fasern. Das ist ein weiteres Kapitel, welches ich aber mit Hilfe einer anderen Massenproduktion noch üben werde. Jetzt erstmal hatte ich sehr viel Freude an den Melangen, die sich in Filz verwandelten. Dazu habe ich meine geliebten Seidenhankies, Sariseide und Locken gearbeitet.

unadjustednonraw_thumb_41aaIch habe 2 Seiten gefertigt, damit die Empfänger die Stulpen auch mal anders herum tragen können. Eine Seite war immer etwas wilder, mit etwas Textur und die andere Seite war schlichter und einfach nur mit einem Seidenhankie überzogen. Sagte ich schon, dass ich Seidenhankies zu filze liebe?!

unadjustednonraw_thumb_4195Hier sieht man, wie die Seidenschicht eine – ja, wie soll ich das beschreiben? – seidigere, leicht „versigelte“ Oberfläche gebildet hat. Die Hankies sind ja hauchfein, dh. hier hat man nicht wirklich den Effekt, wie beim Nunofilzen, eher wie ein seidenmatter Firnis in der Malerei. Auf dem Foto ist das leider kaum zu sehen, im echten Licht aber schon. Die Textur der anderen Seite habe ich einerseits mit Sariseide eingearbeitet, anderseits auch noch mir Wensleydalelocken, die ich selbst wasche, färbe und zupfe. Es macht echt Spaß in den eigenen Materialstash greifen zu können und alles mal anders als sonst zu verarbeiten und zu sehen, was dabei entsteht.

 

Die Stulpen sind unterschiedlich dick ausgefallen. Einfach weil ich lernen musste, wieviel Schichtdicke an ausgelegter Wolle später zu wie dicken Filz führt. Das sind Erfahrungswerte, die man echt in die Finger bekommen muss, denke ich. Ganz so, wie wir Spinner mit der Zeit im Finger spüren, wie dick ein Einzelfaden gesponnen werden muss um später in Zwirn eine bestimmte Garnstärke zu erreichen. Besonders beim Filzen der Schnüre ist mir dieser Unterschied von Vorher zu Nachher besonders aufgefallen. Banal für den Filzer wahrscheinlich, doch spannend für mich als Neuling in diesem Handwerk.

Es hat sehr viel Spaß gemacht und ich hoffe, dass alle ihre Freunde mit dein Stulpen haben werden. Und hier nun die Bilder der Paare 🙂

Das Paar in Senf:

Das Paar in Himmelblau:

Das Paar in Lila:

 

Ein Paar in Lila-Türkis:

 

Ein Paar in Herbst-Waldfarben:

 

Und ein Paar in Wasserblau-Orange:

 

Und zu guter Letzt noch der Link zu diesem Video. Ich finde es ist sehr schön erklärt und eine echt gute Idee. Es hat Spaß gemacht und ich werde sicher noch die ein oder andere Anleitung ausprobieren 🙂

Filzanleitung für Stulpen von Trolle & Wolle

Filz mal wild…

Ich bin angefixt: Wolle mal anders. Zugegeben, ich spinne im Moment gar nicht. Keine Ahnung warum, aber es zieht mich gerade nicht ans Rad. Dagegen hat mich der Filz in seinen Bann gezogen.

Auch beim Filzen hat mir auf Anhieb der Texturmix angesprochen, den man mit verschiedenen Materialien erzielen kann. Also habe ich meine Woll- und Texturschätze geplündert und alle wild zusammen gefilzt. Ich wollte einfach kleine Stücke machen und sehen was passiert.

Natürlich ist das alles ziemlich chaotisch und ungeplant abgelaufen. Es sollte einfach mal nur Spaß machen. Und jetzt zeige ich euch einfach die Teile. Ein paar haben schon Verwendung gefunden, aber hier ist nur ein Experiment fertig geworden.

Bei den 3 Teilen habe ich in meinen Wensleydalelocken gewühlt und diverse Sariseidenfasern und Texturfasern dazu geworfen. Maulbeerseiden-Throwster ist mein Favorit.

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Bei diesen Filzstück habe ich die Seidenhankies ausgetestet und die gefallen mir auch gut. Aber mir fällt schon auf, dass sie gut eingefilzt werden müssen, sonst pillen sie schnell.

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Hier habe ich zuvor Schnüre mit der Technik „Upwolfing“ gefilzt, die ich dann weiter in das Stück eingefilzt habe. Upwolfing ist eine Technik, die ich in den Niederlanden von Brigitte Eertink gelernt habe. Die Technik erzeugt kleine Noppeln, die mich sofort in den Bann gezogen hatten. Eigentlich wollte sie schon letztes Jahr zum Spinnen von Artyarns testen. Das habe ich dann auch für das andere Teilchen ausprobiert.

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Hier habe ich die Noppel-Schnüre als Kern für ein Corespungarn genutzt und mit einer Merino-Seidenmischung umsponnen. Dieses Corespun konnte ich dann direkt auf den Filz mit auf filzen, zusammen mit Sariseide. Ziemlich aufwendig, aber spannend und schräg zu machen. Die „Upwolfing“-Corespuns werde ich definitiv noch öfters machen. Entweder für das Filzen, aber auch einfach als Artyarns…

So und nun zur Frage, was mache ich mit den Filzstücken. Als erstes hatte ich mir einen Teil das Sticken begonnen. Das Teil hängt aber noch in meiner Tüfftel-Pipeline. Viel einfacher war es, die Filze einfach zum Nähen zu benutzen. Hier sind 2 kleine Täschchen aus den letzten Filz entstanden.

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So viel zu meinen kleinen Experimenten jenseits des Spinnens. Mal sehen, wo es in den nächsten Monaten noch so hin geht. Ich lass mich einfach treiben und schau, was der Filz mir für Wege aufzeigt auch wieder mehr mit Artyarns zu machen.

Liebe Grüße aus der Chaoszone 😉

Fraktal als Spin-Kit

Irgendwie verfolgt mich die fraktale Farbgestaltung. Ich weiß nicht warum, aber ich habe mich ins fraktale Spinnen verbissen. Nicht so sehr, dass ich ständig diese Art der Farbgestaltung ständig spinnen mag, aber so, dass mich das was dabei passiert, fasziniert.

In diesem Blog findest du bereits einen Beitrag zu diesem Thema, indem ich versuche genau zu erklären, was fraktales Spinnen ist und wie dabei vorgegangen wird. Deshalb möchte ich hier nur kurz darauf eingehen.

Wie auch im vorgegangen Blogbeitrag gezeigt, kann man Fraktale leicht aus handgefärbten Kammzügen spinnen, doch es kann genauso aus Vliesen oder Rolags erfolgen. Diese müssen jedoch dazu passen kardiert werden. Und das hab ich nun mit Rolags für euch ausgetüfftelt.

UNADJUSTEDNONRAW_thumb_3d09Im Spin-Kit für ein fraktales Garn, habe ich die Farben für die beiden Verläufe exakt eingewogen und so kardiert, dass ihr nur noch der Anleitung, die bei liegt, folgen müsst und das Fraktal spinnt sich von alleine. Diese Spin-Kits kommen bald in den Shop und liegen erst einmal in 100g-Versionen vor. Aber die Anfertigung von 200g oder 300g-Versionen kann jederzeit für angefertigt werden. Schreibt mir einfach, wenn ihr Interesse daran habt und ich stelle euch größere Kits in den Shop ein.

Natürlich habe ich so ein Spin-Kit selbst durch gesponnen und hier möchte ich euch zeigen, wie das aussieht und worauf ihr achten müsst. Mein Spin-Kit war ein Verlauf von Lila zu Grün. Portioniert sind die Fasern in 2 Mengen die exakt abgewogen wurden.

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Fraktale Garngestaltung arbeitet mit 2 Einzelfäden, die jeweils 2 Farbverläufe beinhalten. Der eine Farbverlauf ist ein langer Verlauf von der ersten Farbe zu der letzten Farbe, während der zweite Faden den gleichen Verlauf im Kleinen wiederholt. Diese beiden Verläufe mit einander verzwirnt ergibt ein später in der Fläche das typische fraktale Muster, das vollfarbige Abschnitte und zweifarbige Abschnitte auf eine vorhersagbare Weise rhythmisch wiederholt.

Ich habe das Garn genutzt um ein Demo-Stück für meinen Fraktal-Workshop zu stricken und daran dann die Farbwechsel bzw. den Wechsel der typischen Abschnitte an den Seitenränder mit Fäden markiert.

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Ein typisches Malheur, das auch mir hier passiert ist, geschieht meistens dann, wenn man zu viel Zeit zwischen dem Spinnen zweier Spulen vergehen lässt. Die gesponnen Stärke der ersten Spule steckt nicht mehr automatisch in den Fingern und wenn man nicht bei der zweiten Spule die Fadenstärke mit der ersten Spule abcheckt, sondern einfach frei von der Seele runter spinnt, kann es passieren, dass die Fadenstärke, aber wichtiger, die Lauflängen sich unterscheiden. Bei einem Fraktalgarn spielt das tatsächlich eine Rolle, den die Musterentwicklung im Zwirn verschiebt sich zu einander dann. Der Charakter des Fraktals bleibt dann zwar erhalten, daher ist es nicht so dramatisch, aber für den Zweck einer Demonstration, an der ich den Rhythmus des Musters euch vorstellen möchte, ist es natürlich etwas blöd. Naja, bei mir blieb am Ende exakt ein kleiner Verlauf übrig und daher habe ich das Stück Faden n-ply zu einem vollfarbigen Faden verzwirnt an dem ihr dann den Verlauf an sich sehen könnt.

UNADJUSTEDNONRAW_thumb_3d0aAlles im Allem ist das Kit für Diejenigen geeignet, die Lust haben mal ein Fraktal zu spinnen, aber sich keinen Kopf darum machen möchten. Und es ist geeignet für Spinner, die gerne 2-fädrige und mehrfarbige Zwirne verarbeiten. Denn hier ist da Fraktalgarn ein schöne Besonderheit.

Also, schaut ab und an in den Shop, wenn euch so ein Kit interessiert, bald ist es online… 🙂

 

Spinnen mit der Kreuzspindel

Heute möchte ich gerne zeigen, wie ich mit der Kreuzspindel spinne und den Knäuel auf dem Kreuz winde.

Seitdem ich die Matthesspindeln in meinem Shop habe und unter anderem auch die Kreuzspindeln anbiete, bemerke ich, dass die Kreuzis nicht nur bei erfahrenen Handspinnern beliebt sind, sondern auch bei den Anfängern. Und so hatte ich bereits in einer Insta-Story kurz gezeigt, wie ich den Knäuel winde, um einigen Kreuzis-Neulingen eine kleine Starthilfe zu geben. Jetzt möchte ich das ein bisschen ausführlicher machen.

Die Spindeln

 

Hier sind ein paar Kreuzspindelformen, die ich in letzter Zeit in meinem Shop hatte. Ihr seht hier 2 unterschiedliche Armtypen: Die konvexen Armen – in großer und in kleiner Ausführung – und, die geschwungenen Armen – in einfacher Holzgestaltung und in 2-farbiger Holzgestaltung. Auf diesen Unterschied komme ich weiter unten nochmal zu sprechen. Oben links seht ihr, wie das Kreuz grundsätzlich aufgebaut ist. Beide Arme können in einander gesteckt werden, um das Kreuz zu bilden, welches dann auf den Schaft aufgesteckt wird. Je nach dem ob es eine Fußspindel ist, wie die hier gezeigten Spindeln, oder ob es eine Kopfvariante ist, weißt der Schaft eine unterschiedlich positionierte Verdickung auf um das Kreuz zu fixieren. Hier ist die Verdickung am unteren Ende des Schaftes und der Kreuz wird von oben über den Haken aufgesteckt und durch die Verdickung unten gestoppt.

Spinnen mit der Kreuzspindel

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Ich zeige euch meine Variante des Windens, wohl wissentlich, dass es auch andere Möglichkeiten gibt, den Knäuel aufzubauen und zu wickeln. Im Grunde geht es einfach darum, den Faden auf das Kreuz zu wickeln und gleichzeitig den fast meditativen Aspekt zu genießen, ein schönes Farbmandala zu erzeugen. Einfach weil es schön aussieht und sehr entschleunigend wird. Diese Art zu Spinnen dauert natürlich sehr viel länger, als mit einer normalen Kopf- oder Fußspindel, wo der Faden einfach nur konenförmig auf den Schaft gedreht wird, ohne ihn besonders zu sortieren. Also für Ungeduldige ist diese Handspindel nichts 😉

Anspinnen ohne Leader

Ich zeige euch zunächst, wie ich die ersten Fasern an der Spindel anspinne. Das lässt sich auch auf eine normale Spindel übertragen und hat nichts mit der Kreuzspindel an sich zu tun. Ich persönlich bin eher der faule Typ und verzichte auf einen Leader um neue Fasern an die Spindel zu spinnen. Statt dessen hänge ich die ersten losen Fasern in einer Schlaufe an den Haken und spinne sie zu einem kurzen Faden. Dann drehe ich diesen Ansatz mit den Fingern wieder soweit auf, dass sich eine Schlaufe von der Größe des Schaftdurchmessers bildet. Jetzt kann ich diese Schlaufe auf den Schaft schieben und unten am Wirtel positionieren. Du kannst den Ansatz auch vom Haken nehmen und von UNTEN auf den dicken Teil des Schaftes schieben. Das ist total egal, denn im Grunde wirst du das sehr schnell nicht mehr sehen, wenn du das Winden beginnst. Ich winde den Faden wieder hoch zum Haken und beginne das ganz normale Spinnen. Et voilá: Die Fasern sind angesponnen und der Leader wird eigentlich gar nicht gebraucht.

 

Das Winden

Bei der Kreuzspindel beginne ich – ist eine Armlänge gesponnen – das Winden. Entweder man kann erstmal ein paar Meter spinnen und auf den Schaft winden um einen Vorrat an Faden anzulegen und DANN das Knäuel winden. Oder man windet immer nach einer Armlänge Faden gleich das Knäuel, das ist einfach eine persönliche Vorliebe. Ich winde immer gleich das Knäuel. Und das mache ich so:

1: Der Faden verläuft UNTER 1 Arm,

2: dann weiter ÜBER 2 Arme,

3: dann wieder UNTER 1 Arm, usw.

 

UNADJUSTEDNONRAW_thumb_39abDabei sollte der Faden immer gut unter Spannung gehalten werden, klar, sonst kräuselt sich der Faden. Aber auch das Knäuel sollte straff gewickelt werden, sonst wird es viel zu lose und könnte später zu weich und wabbelig werden oder gar auseinander brechen. ABER, das Knäuel darf auch nicht zu fest gewickelt werden, sonst fällt es schwer, es später vom Kreuz zu lösen. Es ist einfach eine Frage von Gefühl. Eine gute Orientierung ist es, wenn sich die Fäden schön neben einander setzten lassen ohne zu verrutschen, ohne in die untere Lage einzuschneiden und ohne den Knäuel zu deformieren.

 

Und so sieht das ganze dann von oben und von unten aus.

 

Jetzt ist die Frage, wie lange setzte ich einen Faden neben den anderen und wann beginne ich eine neue Lage. Wenn die Fäden sich nicht mehr schön neben einander setzten lassen und beginnen übereinander zu rutschen, beginne ich eine neue Lage. Ich wechsele aber auch erst zur neuen Lage, wenn die aktuelle Lage, die darunter liegende Lage vollständig von der aktuellen Lage verdeckt wird. Hier kann man nun überlegen, ob der Rhythmus, mit dem gewickelt wird, umgekehrt werden soll. Also:

1: ÜBER 1 Arme,

2: UNTER 2 Arm,

3: ÜBER 1 Arme, usw.

Damit wird das Muster einfach von untern nach oben vertauscht. Ich mache das inzwischen abwechselnd, denn das formt dem Knäuel symmetrisch, betrachtet man in der horizontalen Ebenen. Also die 1. Lage so herum und die 2. Lage anders herum und die 3. Lage wieder wie die 1. Lage usw.

Wenn das Knäuel anwächst, kann es dann so aussehen – und mit einem Verlaufskammzug finde ich es besonders hübsch. Hier würde ich übrigens noch 3-4 Fäden neben einander setzten und dann die Lage wechseln.

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Das Abziehen des Knäuels

UNADJUSTEDNONRAW_thumb_39c0Hier habe ich mit einer anderen Spindel gesponnen. Die Kreuzspindel aus dem oberen Beispiel ist eine kleine Spindel, mit konvexen Armen. Diese Spindel hat geschwungene Arme. Ein wunderschönes Model, doch leider habe ich hier ein kleines Problem bekommen: Die Arm, der den inneren Arm aufnimmt ist so geformt, dass er an der Stelle, wo er den inneren Arm aufnimmt, anschwillt. Da ich das Knäuel recht fest winde hatte es dann an der Stelle, wo der Arm wieder abschwillt den Knäuel vom Herausziehen blockiert. Tattaaa, doofe Sache. Ich habe also den Knäuel nicht mehr vom Kreuz bekommen.

Normalerweise läuft das so, und mit den konvexen Kreuzen ist das auch überhaupt kein Problem: Ich ziehe zunächst den Schaft in der Mitte heraus. Dann habe ich das Kreuz mit Knäuel darauf in der Hand. Nun ziehe ich den inneren Arm aus den Kreuz heraus und zuletzt dann den äußeren Arm, sodass ich nur noch das Knäuel in der Hand halte.

 

Nun habe ich die Option mehrere Knäule mit einander zu verzwirnen und dabei kann ich den Faden aus dem Inneren des Knäules ziehen, sodass er nicht weg kullert (abgesehen davon, dass es so tolle Hilfsmittel gibt, wie Garnschalen, Schuhkartons oder DIY-Lazy Kates auch für Knäule). Ich habe aber auch die Option ein 2-ply aus nur einem Knäuel zu Zwirnen. Aber hier ist Vorsicht geboten: Durch das Abwickeln des Fadens von Außen kann sich etwas Drall zusätzlich hinein oder heraus drehen im Vergleich zu dem Fadenende, welches aus dem Inneren gezogen wird. Also einfach schauen, ob es ein Problem produziert oder nicht (bei Lacefeinheiten und der hohen Drallmenge per inch ist das wohl kaum spürbar).

In meinem Problemfall hätte ich das Knäuel wohl einfach etwas lockerere aufwinden sollen. Tja, shit happens… 😉 Aber letztlich lernt man ja einfach nur dazu und das Spinnen mit den Kreuzis macht trotzdem sehr viel Spaß und entschleunigt wunderbar.

Zuletzt eine kleine Bildergalerie zu verschiedenen Schritten des Mandalas:

  1. Hier bin ich kurz vor dem Wechsel von einer Lage zur nächsten Lage.
  2. Hier habe ich die Lagen gewechselt, bin aber beim gleichen Rhythmus (2 oben) geblieben.
  3. Hier das Gleiche, nur etwas weiter vorangeschritten.
  4. Die gleiche Lage von unten fotografiert.
  5. Hier habe ich nun eine weitere Lage aufgewunden, aber mit dem gewechselten Rhythmus (1 oben).

 

 

Wie ihr seht, könnt ihr mit dem Winden gerne etwas Spielen. Wichtig ist, dass das Knäuel einfach nicht rutscht und jeder Faden schön neben dem anderen sitzt, sodass ein schönes Mandala entsteht. Der Rest ist eurer Kreativität überlassen!

So, nun wünsche ich euch ganz viel Spaß beim Spinnen mit den Kreuzis! ❤

 

Shopumbau & Freundeskreis

Es ist soweit, ich muss es tun.

Seit einem halben Jahr denke ich konkret darüber nach, wie ich es bewerkstelligen kann, der Arbeit im Shop Herr oder Frau zu werden ohne den Shop schließen zu müssen. Und es ist wirklich schräg, denn eigentlich freut man sich, wenn man ein „Baby groß zieht“ und es wird dann tatsächlich größer wird als man dachte. Und ich freue mich tatsächlich, aber gleichzeitig weiß ich nicht mehr, wie es schaffen soll.

Eines ist klar: Ich möchte nicht wachsen. Normalerweise wäre es der normale Schritt, wenn die Arbeit die eigene Kapazität überschreitet, jemanden einzustellen und mit zu wachsen. Das möchte ich aus vielerlei Gründen nicht. Abgesehen davon, dass es formale und steuerliche Konsequenzen hat, die sich leider mit der Realität von Handwerksbetrieben und unseren Marktpreisen von handgefertigter Wolle beißen und automatisch in ein Handelsgewerbe führen wird, möchte ich es aus mehreren ideellen Gründen nicht. Und hier bin ich straight, andere sagen stur 😉 Ich sage, ich bin mir meiner Vorstellung vom Arbeiten und meiner kleinen Manufaktur treu.

Der Shop bleibt klein

Aus diesem Grund möchte ich ein 1-Frau-Betrieb bleiben. Ich möchte nicht umsatzorientiert arbeiten und mich ständig fragen, wie ich mehr Gewinn machen kann, wo ich Werbung platzieren muss um mehr Kunden anzuziehen, wie ich die Preise nach oben treiben kann und wie ich alle und jeden in Kauflaune halten kann. Ich möchte auch nicht Dinge, wie die Steuer, Buchhaltung oder Webseitenpflege outsourcen. Nein, das ist nicht meine Art. So will ich nicht arbeiten.

Ich liebe, was ich tue und ich möchte jedes Produkt mit Aufmerksamkeit und Liebe herstellen. Das ist heut zu Tage nicht wirtschaftlich und es ist mir egal. Es ist meine Überzeugung, der ich folge. Und genau deshalb kann und will ich nicht wachsen. Ich möchte klein und besonders bleiben und nicht eine Schnellabfertigung bei meinen Bestellungen machen oder die Nachfrage über den Preis reduzieren müssen. Ich liebe es, wenn ich für Kunden besondere Mischungen herstellen darf, ihre Wünsche, erfüllen kann. Und ich liebe es mit Muse einen Tag lang Mischungen für den Shop herzustellen. Aber es geht nicht mehr in dieser Menge.

Die Änderungen im Shop

Deshalb kommt es nun zu folgenden Änderungen im Shop:

  • Es gibt keine Individualbestellungen frei verkäuflich
  • Ebenso gibt es keine Abo-Produkte mehr
  • Es gibt nur noch Ready-to-Buy-Produkte
  • Es bleibt bei dem wöchentlichen Versandtermin am Freitag

Zusätzlich, das hat aber nichts mit der Arbeit zu tun, gibt es keine 26mic Produkte mehr, sondern 21mic- und 18/19mic-Produkte. Einfach nur, weil die feineren Fasern beliebter sind.

Die Alternative für Stammkunden

Ersatzweise gibt es aber nun den Back to the Wheel – Freundeskreis.

Dieses Verfahren hat sich in der letzten Zeit zusammen mit einigen wenigen Stammkunden sehr bewährt und bietet folgendes:

  • Neue Faserangebote vor den Shop-Updates per Newsletter direkt nach der Herstellung
  • Individuelle Reservierungen durch eine Faserbox hier vor Ort
  • Dadurch eine Produktablage in der Werkstatt und kein sofortiger Versand
  • Eine Monatslieferung oder nur auch erst nach mehreren Monaten und damit verringerte Versandkosten
  • Bequem zahlen nach Paketerhalt
  • Faserabo & Individualbestellungen wie Mysteries auf Wunsch integriert & nur noch exklusiv für Mitglieder
  • Besondere textile Produkte während und nach der Neuausrichtung des Shops

Diese Maßnahmen machen für mich das Arbeiten wesentlich planbarer und direkter, also zeitsparender. Vieles wird einfach erst nicht im Shop landen sondern ihr könnt, wenn ihr die Newsletter erhalten einfach sagen: Ich hätte gerne dieses und jenes in meiner Faserbox. Und diese Faserbox wird maximal 1x im Monat versendet, oder aber auch später, wenn sie etwas voller geworden ist. Das reduziert für euch die Versandkosten.

Eine Mitgliedschaft

Eine Verbindlichkeit hat die Sache aber und deshalb richtet sich dieser Freundeskreis an Stammkunden: Es gibt eine verbindliche Anmeldung mit einen Mitgliedsbeitrag. Dieser Beitrag sind die monatlichen Versandkosten. Und sollten diese nicht jeden Monat genutzt werden, werden sie mit dem Warenwert der Produkte einfach verrechnet. Ihr zahlt also nichts drauf. Es ist einfach nur eine Verbindlichkeit, damit nicht eine wildere und unverbindlichere Variante vom Shop entsteht. Damit wäre das die Herausforderung eben nicht genommen, sondern verschärft 😉

Ich hoffe, dass euch dieses Konzept gefällt. Wenn ihr möchtet bekommt ihr ausführliche Infos als PDF. Schreibt mir einfach dazu eine Mail und ich schicke sie euch zu.

Die Produkte vom aktuellen Newsletter

Und damit ihr wisst, was ein Newsletter dann so enthält, zeige ich euch die aktuellen Produkte, die erst in den Shop wandern werden, wenn ich wieder Zeit für ein Update habe. Bis dahin sind sie per Newsletter & Faserbox verfügbar.

Das hier sind Kammzüge aus 50% Alpaka und 50% Tussahseide! Der Wahnsinn, wie weich sie sind… Davon gibt es 10 Stück.

 

Und dann habe ich hier ganz exklusiv, die Matthes-Spindelanhängerchen. Diesmal sind Spulenspindelchen dabei mit abnehmbaren Spulen.

 

Im nächsten Newsletter wird es dann um Kreuzspindeln der Matthes und noch weitere Kammzüge aus extra für mich angefertigte Fasermischungen. Doch lasst euch überraschen, hier lagern noch einige Schätze, die ich ein halbes Jahr lang anschauen musste und nicht dazu kam sie zu färben 😉

Also, wenn ihr Lust habt, dann schreibt mir direkt eine Mail und ich beantworte gerne auch eure Fragen.

Alles Liebe, Kathrin ❤

Spindelalarm!

Es ist mal wieder soweit: Heute gab es ein Shop-Update mit neuen Matthes-Spindeln.

Dieses Mal sind viele Kreuzspindeln in verschiedenen Größen dabei. Darunter auch eine Multiplex-Spindel 🙂 Dazu ein paar Reifspindeln, von denen ich euch im letzten Matthes-Post ausführlicher berichtet habe und die wieder super schön gelungen sind.

Und es kamen noch ein paar „Genußspindeln“, wie ich sie immer nenne mit. Spindeln, die außerhalb meiner Spindel-Wunschkategorien für den Shop rangieren. Diese habe ich nun zur ultimativen Genuß-Wundertüte für Handspinner geschnürt: die Spindeltüte.

Die Spindeltüte beinhaltet die jeweils angegebene Spindel und wird dann bei Bestellung noch mit einer Edelfasermischung nach Wunsch bestückt. Das Prinzip der Wunschfasern läuft wie bei dem anderen Fasertüten auch: Farbbereich angeben, Mischungsgrad angeben, No-Gos wie Glitzer angeben und dann noch, bei dieser Tüte, entscheiden, ob ihr lieber Rolags oder Vliese haben wollt und fertig. Das landet dann mit in der Spindeltüte. Also eine echte DE LUXE Überraschung! 🙂

Und dann gibt es noch eine Besonderheit von den Matthes: die Spindelanhängerchen von Angela! Ich freu mich total, dass 10 Stück von diesen Schätzen mit in der Lieferung dabei waren. Hier zeige ich euch mal 5.

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Wie immer war es schwer, meinen eigenen Spindelstash beim Shop-Update nicht zu erweitern. Ob es mir gelungen ist oder nicht, tja… das bleibt mein Geheimnis, haha.

Heute möchte ich noch drei kurze Hinweise loswerden.

  1. Ich werde die FB-Seite für den Shop löschen. Die Diskussion um FB ist ein alter Hut, darum geht es nur bedingt. Der Hauptgrund ist einfach die große Zeitfrage. Ich möchte lieber nur noch ein Social Media nutzen, in diesem Fall wird es Instagram bleiben, als mehrere und diese nicht wirklich bespielen zu können. Keep it simple.
  2. In meinem Shop wird es in der nächsten Zeit auch zur Reduktion der Produktarten kommen. Der Grund ist der gleiche, ich renne der Zeit hinterher und die Wartezeiten bis zum Versand werden länger. Und so werde ich in den kommenden Monaten den Shop mehr auf versandfertige Fasermischungen konzentrieren, und auch um für euch die Wartezeiten zu reduzieren. Dennoch bleibt die Option der individualisierten Mischungen in Form der Fasertüten erhalten. Wegfallen werden als erstes die Abo-Angebote. Nach dem Versand der TDF-Kalender wird der Shop wieder mit fertigen Mischungen neu aufgestockt werden.
  3. Es wird 2 Urlaubszeiten im Shop geben: Die ersten 2 Juni-Wochen wird der Shop pausiert sein, da ich mit Workshops unterwegs sein werde. Bis dahin werde ich versuchen, alle vorher eingetroffenen TDF-Bestellungen zu versenden. Leider ließen sich die Workshoptermine nicht anders legen, so dass ich eben kurz vor der Tour de Fleece pausieren muss. Danach wird es noch eine Woche geben, in die Kalender bestellt werden können und danach ist ja schon der Endspurt für den Versand. Und dann wird der Shop während der TDF im Juli und etwas danach in einen langen Sommerurlaub gehen. Eigentlich wird es kein Urlaub, denn es ist die Hauptsanierungsphase bei uns auf dem Hof und die neue Werkstatt soll ja irgendwann noch fertig werden 😉 Aber um ordentlich durch arbeiten zu können und weil ihr meistens auch in dieser Zeit erstmal gut mit Fasern eingedeckt seid, wird der Shop in dieser Zeit im Sommerurlaub sein.

So, viel Orga-Kram im Moment, aber das nächste Mal zeig ich euch meine aktuelle Fermentation am Hof, denn seit die Sonne den Frühling einläutet, habe ich die Rohwolle ausgepackt 😉

Liebe Grüße vom Hof!

Stricken mit Isager und ein paar andere Bücher

Ich bin schon lange ein Fan von Helga Isagers Mustern. Seit ein paar Jahren stricke ich ein Muster nach dem anderen ab – zugegeben: seeeehr langsam. Jedes Teil mutiert bei mir zu Jahresprojekten. Aber ein Paar sind inzwischen entstanden und die möchte ich euch mal zeigen.

IMG_1437-1Zunächst zeige ich euch das Buch – mein Lieblingsstrickbuch: Maschenpoesie von Helga Isager ( Helga Isager: Maschenpoesie. 24 traumhafte Modele stricken mit feinen Garnen, Stockholm 2012.)

Das Buch ist alles andere als neu, aber immer noch mein Liebling, denn ich liebe ihre zeitlosen Teile. Ich denke, ich bin noch einige Jahre damit beschäftigt, die Teile zu stricken, die mir besonders gut gefallen. Und ja, auch weil ich so lange für jedes Teil brauche 😉 Zum anderen gefällt mir das Design von diesem Buch richtig gut. leicht monochromatische und schwarzweiße Landschaftsbilder und dazwischen wirklich geschmackvolle Aufnahmen der Strickstücke. Dass ich nicht die Einzige bin, der es gut gefällt, zeigt auch, dass in den letzten Jahren immer wieder Strickbücher auf dem Markt kommen, die sich an dieses Design anlehnen.

Aber erstmal zu meinen UFOS, die, bis auf ein Teil, keine mehr sind.

Das erste Teil war die Strickjacke NIGHTINGALE.

IMG_1438Sie wird aus 2 Garnen von Isager gestrickt: Die HIGHLAND WOOL zusammen mit der ALPACA 1 werden 2-fädrig gestrickt. Die Farben der beiden Wollen sind nicht ganz deckungsgleich, so habe ich mich für ein Curry entschieden, allerdings in 2 verschiedenen Tönen, sodass die Weste leicht meliert erscheint.

Das Muster ist richtig cool. Die Weste passt einfach super und ich liebe diese Glockentextur. Allerdings ist das Muster nicht ganz einfach zu stricken. Bei den Abnahmen am Hals gab ein paar Probleme und ich habe improvisiert. Entweder hatte ich an dieser Stelle etwas nicht geschnallt oder da steckt ein Fehler drin, der bei der Skalierung des Musters oder auch bei der Übersetzung entstanden ist. Warum ich das vermute ist, dass es mir bei anderen Muster ebenfalls passierte und es mir unwahrscheinlicher wurde, dass ich jedesmal etwas nicht geschnallt hatte… Aber wer weiß. Da ich denke, dass die Meisten, die dieses Buch stricken, erfahrene Stricker sind, wird sicher Jeder an der einen oder anderen Stelle etwas improvisieren können. Einem Anfänger würde ich dieses Buch auch unabhängig davon nicht empfehlen.

Auf der Isager-Webseite findet ihr unteranderem alle Garne von der dänischen Marke.

Das zweite Teil, dass ich strickte, war die Weste AMBER.

IMG_1443Die Weste ist etwas rustikaler, aber das Perlmuster kommt klasse in der Fläche und der dicke Zopf, sieht in echt genauso schön aus, wie auf dem Bild. Das Muster empfiehlt die Garne ALJ, ALPACA 1, ALPACA 2 und die TIVINNI. Ich habe allerdings mit handgesponnen Garn gestrickt. Das Garn stammt ausnahmsweise nicht von meiner Spule, sondern ich hatte mich auf Ravelry spontan verliebt und es einer anderen Spinnerin abgekauft. Es besteht aus Alpaka naturbraun mit orange gefärbten Corriedale 50:50. Gesponnen als 2-ply habe ich es 2-fädrig gestrickt und es passte zufällig exakt zum Isager Muster mit der 7er Nadel. Perfekt also.

Das Muster war super leicht zu stricken, aber auch hier musste ich bei dem Halsabnahmen ein klein wenig improvisieren. Aber wie gesagt: was soll´s 😉 Oh nein, ich sehe gerade, dass ich gar kein Foto von der fertigen Weste gemacht habe. Das hol ich bald nach!

Nebenher mein Mega-UFO: Das Shirt LEMON.

IMG_1441Eigentlich kaufte ich das Buch wegen diesem Pulli. Und ich startete wie vorgegeben mit der SPINNI Wolle in Hellgrau. Begonnen wird mit den 2 Mittelteilen und das war noch ganz interessant zu stricken. Dann ging es an die Biesen. Ehrlich, das war richtig nervig. Der seitliche Anschluss war auch etwas nervig, denn hier sollten die Maschen richtig gleichmäßig auf die gesamte Anschlusslänge verteilt werden. Dann geht es an die Fledermausärmel. Das war das Langweiligste, was ich je gestrickt habe: Glatt rechts auf ewig lange Reihen. Puh! Das war auch der Grund, warum der Pulli zu einem UFO wurde. Auf der anderen Seite liebe ich ganz einfache Strickmuster und glatt rechts sieht getragen einfach zeitlos aus und passt zu jeder jungen Mode. Also, Zähne zusammen beißen und durch…

Am Ende passierte aber das, was mich wirklich frustriert: Das gesamte Strickstück ist verzogen. Da ich auch Spinner bin, war sofort klar, was da los ist. Beim Dämpfen und Beobachten der einzelnen Maschen bestätigte sich meine Vermutung: Das SPINNI Garn war überdrallt. Die SPINNI ist ein traditionelles Single-Garn aus dänischer Wolle mit Ober- und Unterwolle. Der Verzug ist systematisch auf beiden Ärmel, die glatt rechts gestrickt wurden, nach links zu erkennen. Ich sprach mit anderen Strickerinnen, die ebenfalls das LEMON mit der SPINNI gestrickt hatten und sie hatten diese Panne glücklicherweise nicht, sodass wir nun vermuten, dass es ein Montagsknäuel war. Tja. Sh.t! Nach 2 Jahren UFO ist das richtig doof. Ich hab mein Bestes mit Waschen, Stretchen und Dämpfen getan, aber den Verzug nicht 100% raus bekommen. Wer von euch also noch eine Idee hat, vielleicht auch etwas radikaler, dem bin ich für einen Tipp dankbar.

Und dann hätte ich noch das letzte Teilchen: Das Top CORAL.

Gestrickt wird es mit 2 Garnen: VISCOLIN am Korpus und BOMULD am Träger.

IMG_1442IMG_1432Ich habe mich für die gleiche Farbe entschieden und bin bis jetzt begeistert. Der Träger ist klasse geworden und das Garn passt super zum Strickmuster. Dann geht es weiter mit der VISCOLIN und die strickt sich auf einfach nur gut. Aber dieser Teil hat wieder UFO-Qualitäten. So hänge ich im Moment noch mitten in der Mitte des Shirts fest. Aber mal sehen, vielleicht wird es diesen Sommer noch was, haha.

Jetzt möchte ich euch noch 3 weitere Bücher zeigen, die in mein Beuteschema fallen.

Das letzte Buch, das ich fand ähnelt sehr auffällig dem Isagerbuch: EINRUM. Erstes Buch.

Verlegt wird es vom Verlag einrum ehf. Ihr findet es auch auf der Webseite von Einrum. Entdeckt habe ich das ganz neue Label auf der h+h Cologne ganz unten im hintersten Eck. Das Ehepaar, zwei dänische Architekten, haben es gegründet und wollten ein Garn aus isländischer Wolle entwickeln, allerdings nicht tradtionell als Singlegarn sondern sie wollten es weicher gestalten. Und so kamen sie auf die Idee, die Fasern durch das Zwirnen zu öffnen und haben einen exotischen Zwirnparter gewählt: Thailändische Seide. Das Garn besteht also aus 2 Fäden: Isländische Wolle + Thailändische Seide. Und das Garn ist tatsächlich weicher als die traditionellen Garne. Klar, aber thailändische Seide? Hm, das überzeugt mich persönlich nicht wirklich.

Die Darstellung der Garne ist aber wieder sehr gut gelungen. Sie bedienen dem Naturhype und nutzen wie Isager monochromatische Bilder, isländische Landschaftsaufnahmen und dazu kommt ein wunderschönes Model, das die Tochter der beiden Labelgründer ist. Die Farben der Garne wurden an Mineralien angelehnt, eine Idee, die ich fast poetisch finde! Auch das Buch enthält schöne, ganz einfache und zeitlose Muster. Gelungene Inspiration, wenn auch sehr nahe an Isager angelehnt.

Ein andere Buch ist SWOOM maine von Carrie Bostick Hodge for madder. Maine 2015.

IMG_1450Das Buch ist quasi ein Sampler und veröffentlich Muster verschiedener kleiner Strickdesigner, die gleichzeitig ihre Garne, die sie featuren, vorstellen. Die Muster sind auch alle sehr einfach und zeitlos, manche vielleicht sogar ein wenig zu einfach. Aber dafür ist das Buch wieder ein kleiner Augenschmaus. Es kombiniert die Strickstücke ebenfalls mit viel Natur und schönen, diesmal farbigen, Naturaufnahmen. Angestrickt habe ich bisher noch keines der Muster, aber liebäugele mit dem Norwegerpulli für den ich bereits das Garn hier liegen habe 😉

Das letzte Buch, welches mir in die Hände fiel heißt WOODS und stammt von Making Stories, Verena Cohrs und Lisa Haferkamp. Berlin 2017.

IMG_1454Auch diese Buch ist ein Sampler von verschiedenen Strickdesignern die verschiedene Garnlabels vorstellen. Unter anderem die pflanzengefärbten Hey Mama Wolf Garne, die ich ziemlich cool finde. Das Buch unterscheidet sich im Konzept kaum vom Buch SWOOM mit farbigen Naturaufnahmen und dem Drum herum um die Muster. Was aber anders ist, sind die Profile von Garn und Designer, kleine Interviews, die wirklich charmant sind. Auf jeden Fall für denjenigen einen Kauf wert, der kleine Labels unterstützen will!

So, das war´s erstmal von mir und meiner Strickereien.

Liebe Grüße und ein sonniges Wochenende!

 

 

Osterüberraschung im Shop

Eine kleine Kurzmeldung zu Ostern: Es gibt eine kleine Osterüberraschung im Shop für OstereinkäuferInnen.

Osterbox

Ich habe kleine Osterboxen gepackt. Darin befinden sich 50g eines Überraschungskammzuges, der sich erst während dem Spinnen entpuppt. Durch einen Schlitz in Deckel kann der Kammzug Stück für Stück beim Spinnen heraus gezogen werden.

Die Boxen sind bei einem Einkauf ab 50€ mit in der Bestellung dabei. Die Farben des Kammzuges richte ich in etwa nach den Farben die in der Bestellung gewählt wurden.

Eine kleine Neuerung gibt es noch: Ab sofort werden alle Bestellungen einer Woche zusammen gefasst und an jedem Freitag versendet. Wenn es eine dringende Kurz-vor-Knapp-Bestellung ist, könnt ihr mir, wie bei allen anderen Anliegen, immer eine Nachricht dazu senden 🙂

Viel Spaß beim Stöbern und frohe Ostern!