Gänsehautalarm!

Tango Argentino ist meine große Liebe.

Und Silvana Deluigi eine meiner liebsten Sängerinnen.

Tangos von ihr gesungen verpassen mir eine Gänsehaut, feuchte Hände und ein Kribbeln am ganzen Körper. Ihre Musik versetzt mich auf eine rauschende Milonga im Geiste, egal wo ich mich gerade befinde. Fehlt mir Energie, hier ist sie!

Einen Artikel über sie als Künstlerin gibt es hier: http://www.culturebase.net/artist.php?332

„[…]Für Silvana Deluigi steht im Mittelpunkt des Tango die Suche nach der wahren Identität jener Frau, die so oft besungen und so wenig geachtet wurde wie keine andere: der Tanguera. Sie war ein knappes Jahrhundert kein lebendes Wesen, sondern eine Sehnsucht, eine Erinnerung an bessere Zeiten, Produkt männlicher Projektionen. Lied für Lied rekapituliert die moderne „Tanguera“ Silvana Deluigi die Geschichte des Tangos aus dem Blickwinkel der Frau. Mit dem Klischee saufender Machos und weinender Huren räumt sie auf, in ihrer musikalischen Reise vom Klassiker Discepolos über den Schlager Carlos Gardels bis zur feministisch angehauchten Ballade einer Eladia Blazquez lebt die andere, die unbekannte Seite des Geschlechterkampfes auf.[…] „

Es freut mich sehr dort das zu lesen, was mich an ihren Interpretationen und an ihrer Stimme so fesselt und tief bewegt. Sie transportiert eine starke und umfassende Weiblichkeit in der eine Kraft innewohnt, die mich mitreißt. Es ist nicht die Form von Weiblichkeit, die heute, in einer meiner Meinung nach falsch verstandenen Emanzipation, propagiert wird. Es ist keine Weiblichkeit, die die Frau immer unweiblicher macht und ihre Stärke an der männlichen Messlatte misst und die Männer immer androgyner macht und ihre emotionale Kompetenzen an der weiblichen Messlatte misst. Verdrehte Welt, so finde ich. Bei Silvana findet man eine Weiblichkeit, die eine weibliche Stärke integriert.

Es ist heute nicht leicht seine Rolle als Frau selbst zu finden und zu definieren. Eine Rolle, in der die Frau Frau bleibt, aber dennoch stark, unabhängig ist, aber auch ihre weiblichen Werte und Attribute liebt und innerlich versöhnt und ganz bleibt. Einen Weg zu finden, der nach einer Gleichwertigkeit des Frauseins strebt, aber auf eine eigenständig Weise und im Geschlecht verankert. Keine Abhängigkeit zum anderen Geschlecht in Form eines Bezugssystems, oder eines Nacheiferns. Wie kann es sonst zu einer Balance und Ergänzung kommen? Diesen Tanz der Geschlechter finde ich auch im Tango, wenn auch in einem viel kleineren Rahmen. Und seitdem ich auch die Rolle des Mannes im Tango lerne, wird meine Frauenrolle immer ausgesöhnter, weicher, aber auch eigenständiger und grenzeinfordernder. Faszinierend, wie ich finde…

(Quelle der Artikelbildes: http://wp1.adwinfrance.com/rub_figIN_sdeluigi.htm)

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