Fractal Spinning zum Zweiten!

Ich hatte vor einiger Zeit mal einen Artikel über die Idee des fractal spinnings geschrieben. Dabei habe ich von der Technik dahinter berichtet und davon, wie das ganze dann am Ende aussehen soll ( -> Fractal Spinning).  Ich hatte das ganze in einer Spinnprobe aus Wollresten getestet. Diesmal habe ich das ganze noch mal getestet, aber mit einem kompletten gefärbten Kammzug. Hierbei möchte ich noch einmal auf meine Quelle aufmerksam machen. Ihr findet einen tolle Erfahrungsbericht auf dem Blog von Jacey Boggs  in ihrem Beitrag „I took an online class and I totally didn´t hate it!“. Eine weitere Quelle war einen super Artikel von Alexandra Tinsley in der Kitty Winter 2011 von dem auch die Graphiken weiter unten stammen.

Bild

Ich habe den Kammzug einmal in der Mitte der Länge nach geteilt und danach eine der hälften weiter in 4 Stränge gesplittet. Ich hatte nun einen dicken und 4 dünne Stränge.

Bild

Ich begann nun das Verspinnen. Ich verspann den dicken Strang als einen Single und danach die 4 dünnen Stränge nacheinander zu einem zweiten Single. Dazu ordnete ich die 4 Stränge immer in der gleichen Reihenfolge an, das heißt ich begann beim Verspinnen immer mit dem gleichen Ende, damit der Farbverlauf sich im Großen wiederholt. Danach verzwirnte ich beide Singles miteinander. Und auch hier begann ich mit den gleichen Enden, sodass der Zwirn in seinem Farbverlauf im gleichen Rhythmus begann.

BildBildBild

Es ergaben 100g Garn zu 142m. Das Garn ist recht fluffig und dick gesponnen. Ich mag das bei Zwirnen einfach… Um zu sehen, wie sich der Farbverlauf beim Stricken verhält, habe ich eine Maschenprobe im Patent angefangen.

Bild

Schon das kurze Stück zeigt zwei Dinge deutlich:

1. Es sind die typischen Stellen in Vollfarbe (Singles in des gleichen Farbabschnittes) und in meliert (Singles in unterschiedlichen Farbabschnitten) wechseln sich ab.

2. Wie gut entwickelt die Rhythmik der Farbabschnitte sind hängt vom gefärbten Kammzug ab.

Also: das coole beim fractal Spinning ist die zweite Eigenschaft (neben der vollfarbigen und melierten Abschnitten) ist, dass wir einen großen Farbverlauf haben und gleichzeitig kleine Farbverläufe. Einmal der große Verlauf, der durch den Single aus dem dicken Strang entstanden ist und das andere Mal kleine Verläufe, die durch den Single aus den dünnen Strängen entstanden sind. Diese Verläufe sieht man am Ende im Strickstück. Es trifft letztlich jede Farbe auf jede andere. Die Vollfarben entstehen eben dann auch, wenn die gleichen Farben aufeinander Treffen. Am besten wird es, wenn die Abfolge der Farben immer im gleichen Rhythmus erfolgen. Das funktioniert aber nur unter zwei Bedingungen: a) Wenn der Kammzug bereits rhythmisch gefärbt wurde und b) wenn man beim Spinnen der dünnen Stränge immer mit den gleichen Enden der Stränge anfängt.

Klar kann man dann parallel oder gegenläufig verzwirnen, also mit den gleichen Enden beginnend oder mit den entgegensetzten Enden.

Hier noch einmal die Graphik aus meinem Artikel.

roving

Kammzugaufteilung

ply

ply

ply

Die unterschiedlichen Reihenfolgen der kurzen Farbabschnitte in Kombination mit dem langen Farbabschnitten beim Zwirnen

swatch

Das Strickbild dieser drei Kombinationen.

In der letzten Graphik sieht man den großen Verlauf, der jedes Mal von rot nach blau über grün verläuft. Das könnte natürlich auch ander herum sein. Dazu muss einfach nur mit dem anderen Singleende des Singles mit den großen Farbabschnitten begonnen werden. Was man hier leider nicht so gut dargestellt sieht ist, dass die kleinen Farbverläufe auch jedes mal von rot über grün nach blau verlaufen und sich dann unterschiedlich mit den Farben der großen Abschnitten vermischt (melierte Stellten).

Super ideal wäre es dann, und das ist wirklich dann die Krönung und abhängig von der Färbung von Kammzug, wenn der Abschnitt jeder Farbe gleich lang ist und gleichzeitig so lang im langen Farbabschnitt, wie die Gesamtlänge der kleinen Farbschnitte zusammen bis zu dem Punkt, wenn die Reihenfolge wieder von vornen anfängt.

In diesem Fall, bei diesem Garn hier, hatte diese Makro- und Microstruktur nicht so harmoniert, dass dieser Rhythmus entsteht. Der Kammzug wurde zwar mit Farbverlauf gefärbt, aber die Farben wechseln sich zufällig ab und das ist der entscheidende Punkt bei der Sache, neben der Spinnreihenfolge, die ich einhielt. Das Ergebnis ist also auch ganz nett mit den melierten Abschnitten und Volltonabschnitten. Und jede Farbe trifft einmal auf jede andere, nur eben ohne übergeordnetes System. Tja… Will man also so ein superduper fractal Strickstück, dann fängt es schon bei der richtigen Kammzugwahl an!!!

Update:

Miras Stulpen aus dieser Wolle 🙂

Mirastulpen

Advertisements

5 Gedanken zu „Fractal Spinning zum Zweiten!“

    1. Hi Ellen.

      Habs gesehen, ziemlich cool. Das muss ja ein richtig toller langer Verlauf im dem einen Single sein. Bin echt gespannt! Will ich unbedingt sehen:-)

      Liebe Grüße

  1. Oh man, sehr spannend alles. Muss noch ,- will noch viel lernen.
    Aber erst mal muss ich Knie OP.
    Aber mit der Theorie kann ich mich ja unterdessen beschäftgen.
    Herzliche Grüße
    Angela, die sich schwer tut mit all den englischen Begriffen, aber sich durch wurschtelt…um deine aktuelle Frage zu beantworten.♥

    1. Hi Angela,

      herzlich willkommen 🙂
      Ja, die lieben Holpersteine. Das ist echt so eine Sache…
      Ich wünsch dir trotzdem viel Vergnügen beim Lesen und ganz viel Durchhaltevermögen bei deiner Knie OP … Vielleicht entschädigt dich ja eine Handspindel 😉

      Liebe Grüße,
      Käthe

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s