Bye Bye Berlin

Mein neuestes und letztes Spinnerei-Experiment hier in Berlin.

Zeit ist es geworden wieder weiter zu siedeln. Wo es letzten Endes diesmal hingeht ist noch nicht klar… Zuerst steht ein Kurztrip backpacking durch Andalusien nach Portugal an. Dabei Sonne tanken, kitensurfen und die wunderbare Landschaft der Costa de la luz genießen. Also tatsächlich mal Urlaub, ich kann kaum fassen ;-). Dann gehts für ein paar Monate in die Heimat zum Verschnaufen und um meine Arbeit zu Ende zu bringen. Und danach gibt es noch einen weiteren Zwischenstop im Orient, vielleicht sogar zwei für ein, zwei Monate um meine Arbeit zu überprüfen und vielleicht eine neue Arbeit an Land zu ziehen. Denn die Wüste ist wirklich ein wunderbarer Ort. Das sind die Momente in denen ich meine Arbeit einfach liebe! Wir werden sehen wohin die Reise nach all dem geht. Ich bin gespannt und freue mich auf neue Abenteuer irgendwo in der Welt 🙂

Auf jeden Fall wird es wohl in nächster Zeit mehr Posts über das Reisen, als über das Spinnen geben. Denn das wird eine Weile Ruhen müssen. Deshalb hier mein letztes Garn für den Abschnitt Berlin.

Ein Drahtgarn 🙂

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Prinzipiell ist es total einfach. Ein corespun yarn. Doch als core wird ein Blumendraht verwendet. Er hat die beste Stärke, sodass er sich auf die Spule winden lässt und stabil genug ist seine Form zu halten, auch wenn etwas Gewicht durch die Fasern drauf gesponnen wurde.

Die Fasern sind ein batt aus Coburger Fuchs, Milchschaflocken, Gotlandlammlocken und Distelflaum. Den Distelflaum hatte ich letztes Jahr in der Natur eingesammelt und er ist wahnsinnig weich. Aber auch kurzfaserig wie Baumwolle. Im batt steht er etwas heraus und mach dann versponnen zwischen den langen Fasern einen Eindruck wie gebürstetes Kashmir. Nartürlich war noch einiges an Stroh mit drin. Das hatte ich aber diesmal nicht entfernt, denn das Garn ist eh nicht zum Tragen gedacht. Außerdem mag ich diese spröden Momente in Garn.

Das Spinnen selbst ist eigentlich einfach. Allerdings lässt sich der Draht nicht um sich selbst winden. Deshalb muss der Drall am Ende (auf dem Drahtwickel) wieder heraus gelassen werden. Am besten man lässt den Draht auf dem Holz wie er verkauft wird, hackt ihn am Ende des Holzes etwas ein, so dass er wie eine dropspindel hängen und sich drehen kann. So dreht sich der Drall gleich beim Spinnen im Holz wieder heraus. Entweder man wickelt den Draht nun so glatt am und betreibt klassischen corespinning mit typischen Erscheinungsbild oder man lässt das Holz etwas weniger mitdrehen und zieht den Draht nach oben schneller ab. So gleiten der Draht nicht gerade/glatt in Richtung Spule, sondern gewellt. Eben so wie wenn gewickelter Draht einfach vom Holzgezogen wird. Durch den Einzig werden diese Drehungen im Draht selbst kleiner. Spinnt man gleichzeitig nun einen single statt corespun, dann legt sich der Singen IN diese Drehungen des Drahtes und der Zug verkleinert die Drahtwindungen. Das Ergebnis ist ein Bild wie beim single Spinnen mit autowrapping. Der Draht liegt um den Single. Macht man das nun etwas unvorsichtiger, so zieht der Zug die Drahtwindungen nicht sauber zu einer Geraden auf, sondern es entstehen kleine loops. Diese autogewrappt sehen aus wie ein falsches bouclé.

Hier nun die Pics… 🙂 In diesem Sinne: bye bye Berlin!!!

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Hier sieht man einen Abschnitt, in dem der Draht um den Single gelegt wurde, bevor es wieder in das klassische Bild vom corespinning übergeht. Im oberen Bild ist übrigens der falsche Bouclé-Effekt zu sehen.

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3 Gedanken zu „Bye Bye Berlin“

  1. huhu Kathrin,
    jetzt ist es also soweit. Ich wünsche dir einen erholsamen Urlaub und freue mich auf deinen Aufenthalt in der Heimat. Hoffe wir sehen uns dann bevor du dich gen Orient begibst …

    Das Draht – Core – Spinnexperiment ist interessant. Könnte ich mir gut als Raum – und/oder Fensterschmuck vorstellen. MIch begeiszert immer wieder, was du so alles als Spinnfaser „benutzt“

    wollige verwebte Grüße, Ellen

  2. Ja, echt phantastisch… hatte ich noch gar nicht gesehen. Wonderful und traumhafte Naturfarben. Kann ich mir auch gut als eine Art Kunstobjekt oder weiterverarbeitet zu einer Licht/Lampeninstallation vorstellen.

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