Farbflash

Und wieder surrte das Spinnrad gemütlich vor sich hin und fraß dabei ein rießges Vlies.

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Manchmal wundert es mich schon, dass so eine Menge an Fasern auf den drumcarder passen. Das ist ein doppellagiges Merinovlies. Die untere Lage ist als Farbverlauf von dunkelblau nach hellgrün auf gebaut und die obere Lage wird durch Farben gebildet die später den Grundverlauf bunt vermischen sollen. Ich hab sie extra nicht fein verteilt. Ich mache das oft, dass ich die Farben am Stück lasse, denn es ergibt sich dann ein grober Farbmix beim Spinnen, den ich total gerne habe. Es wäre auch eine super feine Verteilung als Gegenpol möglich. Dabei würden sich die Farben so vermischen, dass es beim Spinnen fast eine einheitliche Mischfarbe ergeben würde, die durch die einzelnen Farben etwas „flimmert“. Naja, und dazwischen ist alles möglich.

Ich hab das ganze mit Corespinning verarbeitet. Das ist mir bei solch bunten Vliese das Liebste, denn es geht keine Faser in der Mitte verloren und man kann den Kern schon fast dekorieren. Das Garn hat im Ganzen betrachtet einen regelmäßigen Farbverlauf von dunkelblau nach hellgrün, der sich immer wiederholt. Dabei mischen sich durch den Vliesaufbau die Farbakzente ziemlich prägnant dazwischen. Es ist immer wieder spannend zu beobachten wie die Vorbereitung der Fasern, das Garn am Ende beeinflusst. Dabei stehen dann Fragen im Vordergrund wie: Wie baue ich mein batt auf? Gestalte ich es in Schichten, die über einander liegen, oder in Abschnitte die neben einander liegen? Haben diese Lagen Farbverläufe? Oder mische ich ganz zufällig ohne Muster? Und wie fein VERmische ich sie?

Danach stellt sich die Frage, wie ich das Vlies vor dem Spinnen teile. Nehme ich Streifen längs oder quer ab? Oder reiße ich Stücke ab und verspinne sie dann in einer bestimmten Abfolge. Predrafte ich vorher oder während dem eigentlichen Spinnen?

Alles hat Einfluss… Ein Meer an Möglichkeiten.

Und hier ist meine Wahl und seine Konsequenzen 🙂 :

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Ein batt in zwei Lagen aufgebaut mit einem Farbverlauf in der untersten Lage (-> Farbverlauf möglich) und groben Farbakzente in der oberen Lage (-> geringe Akzentvermischung, harte Farbkontraste möglich). Aufgeteilt in sehr breiten Querstreifen (-> langer Farbverlauf durch die Breite der Streifen mit Wiederholung durch die Streifen selbst), die ohne predrafting direkt verspinnen wurden (-> geringe nachträgliche Faservermischung durch das predrafting und dadurch die sehr prägnante Farbabgrenzung des Kardierens erhalten).

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Ein Gedanke zu „Farbflash“

  1. Wie schön, dass du deine Erfahrungen so detailliert aufschreibst, das ist mal wieder eine Anregung, der ich folgen werde. bunte spinnerte Grüsse von sabine

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