Dog Rose – medium draw beim corespinning

Im Moment ist bei mir corespinning ohne Ende angesagt.

Diesmal habe ich es mit anderen Fasern versucht. Normalerweise nehme ich glatte Fasern wie Merino, Milchfasern, und Angelina. Die Vliese lassen sich leicht ausziehen und die langen glatten Fasern legen sich leicht um den Core. Das Garn ist logischerweise sehr glatt und die unterschiedlichen Fasern kommen gut zur Geltung.

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Bei diesem Vlies habe ich hauptsächliche meine braune Demeterwolle benutzt. Sie ist ja etwas kraus und hat Fasern unterschiedlicher Länge im Ausgangsvlies. Eben kein Kammzug, sondern ein kardiertes Vlies, dass eigentlich für woolen oder semi-woolen yarns geeignet ist. Ich habe es im drumcarder mit ein paar pinken und hellgrünen Merinofasern, etwas handgefärbten Coburger Fuchs und Remie gemischt. Alles in allem immer noch nichts für ein glattes Garn.

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Das Vlies ist in Schichten mit den unterschiedlichen Farben aufgebaut und enthält keinen Farbverlauf. Damit alle Farben gleichmäßig im Garn auftauchen habe ich es in lange Längsstreifen geteilt. Im Querschnitt könnt ihr die farbigen Schichten sehen. Auf dem Bild liegen mehrere Streifen auf ihrer Seite hintereinander.

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Diese Streifen habe ich ausgezogen und wie Kardenbänder gewickelt.

Btw: was sagt man auf deutsch zu predrafting?

Dann ging es ans Spinnen. Ich hab etwas versucht, was eigentlich im ersten Moment absurd war. Ich habe versucht, trotz des corespinnings, mich wie beim Spinnen eines flauschiges Garn zu verhalten. Klar kann ich beim corespinning keinen echten langen Auszug machen. Aber ich kann sich die Fasern durch die Anhaftung am Kern und dessen Drehung selbst ausziehen und um ihn wickelt lassen. Dabei greife ich die Fasern wie beim medium draw weiter hinten und justiere sie nicht nach, wenn sie sich um den Kern wickeln. Und vor allem drücke ich sie nicht platt und damit die Luft hinaus.

Foto-16 Kopie

Es war ein spannender Prozess, der am Anfang erstmal gar nicht so gut klappte. Aber im Verlauf des Spinnens wurde er immer leichter und ich merkte, wie sich das Garn fast von alleine sponn. Die Schicht Fasern um den Kern wurde immer geringer, aber durch die Faserbeschaffenheit voluminöser. Das bedeutet für das Garn, dass es wirklich sehr viel leichter, weicher und richtig fluffig wurde. Es sind ja viel Luft und ein paar Fasern um den Kern.

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Was ich auch sehr spannend finde ist, dass ich das Garn schneller und mit geringeren Drall spinnen konnte. Es ist nun ein richtiges low-twist Garn geworden. Aber die Fasern liegen im Winkel eines corespun Garnes. Auf den Bildern sieht man den Unterschied zu einem glatten corespun vielleicht kaum. Ok, es sieht nicht so glatt aus 😉 Den Unterschied merkt man, so finde ich, erst beim Anfassen. Es ist leicht, fluffig und voller Luft. Das war eine echt faszinierende Reise. Ach ja, ab und zu sind noch ein paar autowrapps mit dem Kern dabei… Probierts aus!

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