Hollefest zu Silvester

Wir alle kennen die Geschichten der SpinnerInnen:

Die Spindel die blutig in den Brunnen fällt und den Weg ins Hollereich aufzeigt…

Die drei Nornen, die an der Quelle des Schicksals sitzen und die Lebensfäden spinnen, weben und wieder schneiden…

Vom Verwandeln des Flachses in reines Gold…

Von den drei Basen mit den dicken Fuß, den dicken Daumen und der dicken Lippe…

Oder von Maria, die ihre göttliche Empfängnis während des Spinnens für den Tempelvorhang, verkündet bekam…

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Sie alle und unendlich viele weiteren Geschichten über das Spinnen erzählen uns vom Schöpfen der Wirklichkeit, der Heiligkeit der Tätigkeit und von ihr, der Muttergöttin, welche bei uns hier in Mitteleuropa mit der Holle zu identifiziert werden kann.

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holdaDie Holle schüttelt also nicht nur die Schneeflocken aus den Betten und macht damit Wetter, sie gebiert und schöpft auch unsere Realität auf Erde, wenn sie das Brot aus den Ofen holen lässt oder das Spinnen in die Welt brachte. Eng verbunden mit ihr ist die blaue Flachsblume, deren Kultivierung und Verarbeitung sie einst den Menschen lehrte. Und sie ist es auch, die während den Raubnächten durch die Stuben fegt und alle Spulen verwirrt, die zu dieser heiligen Zeit nicht abgewunden wurden, damit alle Arbeit zum Übergang in das neue Jahr ruhen kann.

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Darum, über die große Mutter aus alten Zeiten und Schutzpatronin von uns SpinnerInnen & WeberInnen, soll zu Silvester am Hollefest gehen. Und um das Spinnen und Weben auf allen Ebenen. So ist dieses Jahr, des jährlichen Festes zu ihrem Ehrentag am Ende der Rauhnächten, dem 6.1., das Thema:

Spinnen und Weben in Frau Holles „Blauem Ländchen“

bildschirmfoto-2016-11-12-um-13-26-58Und es ist mir eine ausgesprochene Ehre, dass Back to the Wheel in diesem Jahr mit dabei sein darf, um den ersten Schritt in das Spinnen zu begleiten.

Veranstaltet wird dieses Fest von Polythea e.V., einem Verein und „Akademie für weibliche Spiritualität und postpatriarchale Visionen“.

Die Fakten zum Fest:

Wann: 30.12.2016, 17.00 Uhr bis 01.01.2017, ca. 15.00 Uhr

Wo: Familienferiendorf Hübingen / Westerwald

Unter dem Motto: Spinnen und Weben in Frau Holles „Blauem Ländchen“ werden wir viel über das Spinnen und Weben erfahren und sinnlich erleben.

Rituale und Orakel: Zum festen Bestandteil des Hollefestes wird selbstverständlich wieder das Jul-Eber-Ritual gehören. Wir werden Runen ziehen, Tarotkarten deuten, Rabenkarten auslegen und vieles mehr.

Referent/innen: Lydia Burghart, Gaby Fischer, Kathrin Mäder, Vera Zingsem, Andreas Hase, Sieglinde Müssig-Jarnicki.

Auf meiner Webseite findet ihr den Termin im Kalender. Ein ausführliches Programm findet ihr auf der Seite von Polythea e.V. als PDF, das herunter geladen werden kann. Doch hier ein kleiner Einblick:

Lydia Burghart, Keltische Harfe wird unsere „Spinnereien“ mit ihren verzaubernden Klängen begleiten und beschwingen.

Gaby Fischer, Buchautorin und Flachsforscherin
sagt von sich, dass sie aus einem Leinsamen ein Hemd machen kann, und will uns praktisch wie erzählend mit der Tradition der Flachsverarbeitung bekannt machen.

Kathrin Mäder, die junge Begründerin der Spinnwerkstatt „Back to the Wheel“ wird mit uns Wolle spinnen und uns anleiten, unseren eigenen Talisman herzustellen, den wir beim abendlichen Jul-Eber-Ritual aufladen können.

Vera Zingsem, Buchautorin, Mythenforscherin und Tanzpädagogin steuert Web- und Flecht-Tänze aus verschiedenen Kulturen bei und weiß, wie immer, viele mythische Geschichten übers Spinnen und Weben zu erzählen. Auch das Medizinrad, durch das sie uns rituell hindurchführen wird, ist schließlich nur eine andere Form von Spinnrad.

Andreas Hase, der Hüter des Ortes, nimmt uns mit in den nächtlichen Wald, wo wir – der Tradition folgend – der Holle den Tisch decken.

Sieglinde Müssig-Jarnicki, Keramikerin und Sängerin
wird wieder heilsame Lieder zur Erneuerung mit uns singen.

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Ich freue mich darauf einen ganz besonderen Einsteiger-Workshop in das Spinnen mit der Handspindel anbieten zu dürfen. Dieses mal geht es nicht nur um die richtige Einsteigerspindel, die passenden Einsteigerfaser, wie ihr die Spindel nicht fallen lasst und warum das erste Garn wie schwangerer Würmer aussieht. Dieses mal geht es um die sinnliche Erfahrung des Spinnprozesses. Es geht darum zu erfahren, wie sich im Spinnen, der urweibliche Akt des Schöpfen wieder spiegelt und wie uns das Spinnen in uns selbst hinein und durch uns in die Welt der Holle führen kann. Denn auch wir können der Brunnen sein, den uns die Spindel als Tor öffnet und in den wir hinein fallen können – in eine Welt, in der wir gestalten und die Fäden wirken.

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Ich freue mich, vielleicht dein ein oder anderen dort zu treffen und mit euch auf diese Reise zu gehen!

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2 Gedanken zu „Hollefest zu Silvester“

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