Faserkalender – Türchen 23: Das Bergschaf

Nur noch ein Tag, dann ist Weihnachten. Ich muss gestehen, langsam erfordert mein spontaner Recherche-Kalender immer mehr Disziplin. Der Shop ist bereits geschlossen, die Weihnachtsgeschenke liegen beisammen, der Kühlschrank ist gefüllt und die Morgen ziehen sich weit in den Mittag hinein. So auch die Blogbeiträge, die heute und sicherlich auch morgen, immer später am Tag veröffentlich werden 😉

Heute wende ich mich dem Bergschaf zu.

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Ich hatte vor 2 Tagen über die Einteilung der Schafe nach Verwendungszweck gesprochen und dabei dann über das Landschaf berichtet (1).

  • Wollschafe
  • Landschafe
  • Merinoschafe
  • Fleischschafe

So gehört auch das Bergschaf zu Kategorie der schlichtwolligen deutschen Landschafe. Es ist heute ein gezüchtetes Schaf, das aus verschiedenen Bergrassen entwickelt wurde. Gestern habe ich das Schaf im Bericht über die Walliser Schwarznasen ganz am Rande gestreift.

Das heutige Zuchtziel ist „(…) ein schlichthaariges, fruchtbares, widerstandsfähiges und genügsames Schaf, das in der Lage ist, Almflächen bis zur Baumgrenze zu nutzen und trotz der hohen Niederschläge bei zweimaliger Lammung im Jahre eine gute Woll- und Fleischleistung zu erzielen.“ (2) „Das Vlies besteht aus einer lang abgewachsenen, leicht gewellten, weißen Schlichtwolle mit seidigem Glanz, die eine Feinheit von 32 bis 36 Mikron hat. Zweimal jährlich Schur.“ (3)

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Seine Geschichte

Zunächst war der Begriff ein Oberbegriff für verschiedene Schafrassen, die in den Alpen genutzt wurden. Zu Beginn des 20. Jh.s waren 4 Bergschafrassen vorherrschend: das Steinschaf, das Goggel- oder Zackelschaf, das Kärntnerschaf und das Bergamaskerschaf. Zackelschaf war ebenfalls eine übergeordnete Bezeichnung für alle Kreuzungen aus Steinschaf und Bergamaskerschaf. Diese beiden Rassen waren die Ausgangsbasis für alle weiteren Bergschafrassen. (4)

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Das ursprünglich genutzte Bergschaf in den bayrischen Alpen war lange Zeit  das mischwollige Zackelschaf. „Um die Wende des 17. zum 18. Jahrhundert wurden die aus Italien eingeführten großen Bergamaskerschafe erstmalig im bayerischen Gebirge eingesetzt.“(5) Das Bergamaskerschaf ist in Bergamo, Como und der Lombardei beheimatet. Auch das Paduanerschaf hatte einen Einfluss auf die Bergschafrassen, besonders auf das Kärntnerschaf. Es stammt aus dem östlichen Teil Oberitaliens und ist dem Bergamasker ähnlich, typisch für das Paduanerschaf waren die Brillenzeichnung und die schwarzen Ohrenspitzen.

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Noch in der 1. Hälfte des 20. Jh.s wurde die Schafe von Kleinbauern gehalten mit meist nur 3-10 Tieren. 1923 wurde der erste Bergschafzuchtverein begründet und die erste Schafschau veranstaltet, bei der 26 Steinschafe, 27 Goggelschafe, 15 Bergamaskerschafe und 25 Kreuzungstiere vorgeführt wurden. 1940 wurde ein Höhepunkt in der Anzahl der Tiere erreicht, welche am Almtrieb beteiligt waren. Ab 1938 wurde mit der Herdbuchführung und mit Leistungsprüfungen bei Bergschafen begonnen. „In den 70er Jahren gründeten sich in allen Gebirgslandkreisen gut organisierte Schafhaltervereinigungen.“(6) Heute ist das Bergschaf die dominierende Rasse in den Gebirgsgegenden und seit 1938 als eigenständige Rasse anerkannt. (7)

Das Tiroler Bergschaf und das braune Bergschaf

Das Bergschaf ist auch den den Tiroler Alpen die meist verbreitete Bergschafrasse und ist die Züchtungsgrundlage für das braune Bergschaf. (8) „Aus Überlieferungen von Hirten und Schäfern geht hervor, dass damals der Anteil von farbigen Steinschafen weitaus größer war als der weißen.“ (9) Seine Wolle ist „cognac- bis dunkelbraun, schlicht und leicht gekräuselt“(10).

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Quellen:

(1) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Hausschaf am 21.12.16.

(2) http://www.vieh-ev.de/Rassen/Schafe/bergschaf.html am 23.12.16.

(3) Ebd.

(4) Vgl.: Ebd.

(5) Ebd.

(6) Ebd.

(7) Vgl.: Ebd.

(8) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Tiroler_Bergschaf am 23.12.16.

(9) https://de.wikipedia.org/wiki/Braunes_Bergschaf am 23.12.16.

(10) http://www.alpinetgheep.eu/tiroler-bergschaf.html am 23.12.16.

Bildquellen:

Bergschaf: http://www.held-innsbruck.at/media/files/gallery/2/45-Tiroler-Bergschaf-a18323007.jpg.gallery.big.jpg am 23.12.16.

Bergamaskerschaf: https://www.prospecierara.ch/uploads/gallery/591/saaser_mutten_top_neu.jpg am 23.12.16.

Brillenschaf: Wikipedia Commons am 23.12.16.

Braune Bergschaf: Ebd.

 

 

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