Spindel-Glück und neue Faserfeinheiten

Hallo ihr Lieben und ein gesundes, glückliches und wolliges neues Jahr!

Und mit dem neuen Jahr kommen gleich ein paar Neuerungen. Nicht nur, dass hinter den Kulissen endlich wieder alles in seinen Bahnen angekommen ist, die Werkstatt erfolgreich umgezogen ist und endlich wieder Normalität herrschen kann, so gibt es für euch nach dem Shop-Urlaub am 7.1.  auch neue Produkte.

Über eines freue ich mich ganz außerordentlich. Und damit möchte ich euch in 2018 wieder begrüßen:

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Handgedrechselte Spindeln von der Familie Matthes Senior!

Ich gebe gut und gerne zu völlig befangen zu sein, denn ich bin ein Fan der Matthes-Spindeln und spinne selbst ausschließlich mit Ihnen, wenn ich zu Handspindel greife. Und ich tue das, weil ich sie zum Einem wunderschön finde und weil ich das Erleben und  Begreifen von Holz sehr genieße, nicht nur bei Spindeln. Und zum Anderen, weil ich die Spindeln einfach technisch sehr schätze.

Ebenholz6Umso größer ist meine Freude darüber, dass ich nun diese Spindeln bei mir im Shop haben darf. Dabei konzentriere ich mich besonders auf die Einsteiger. Es war mir schon lange ein Bedürfnis, Einsteigern, die im Gegensatz zu uns chronisch Spinnsüchtigen, oftmals noch einen Frustrationsberg während dem Lernen überwinden müssen, die Sache zu erleichtern, indem sie sich zumindest nicht mit so manchen Spindelkeulen, die auf dem Markt als Anfängerspindeln verkauft werden, plagen müssen.

Deshalb beginne ich jetzt mit der Einführung von Einsteigerspindeln von Matthes in meinen Shop als Alternative zu den einfachen, selbstgebauten Anfängerspindeln, welche nach wie vor verfügbar sind. Diese Matthesspindeln für Einsteiger folgen einem Schema: Sie haben ein Gewicht von zwischen 25-35g und sind damit Mittelgewichte (wenn man mal die „Keulen“ mit bis zu 75g als Schwergewichte definiert) und Allrounder, welche noch alle Wege zu Genrevorlieben der Lernenden offen halten. Die Wirtelformen orientieren sich überwiegend an Scheibenspindeln mit einem mittleren bis großen Wirteldurchmesser. So entsteht ein ruhiges, nicht besonders schnelles, aber dafür langanhaltendes Drehverhalten. Der Drall drängt nicht sofort an die Finger des Einsteigers und die Spindel wechselt nicht sofort ihre Drehrichtung und droht zu Boden zu fallen. Der Einsteiger hat etwas mehr Zeit das Spinnen im Flug zu lernen.

Die Spindeln gibt es als Kopf- und Fußspindeln und alle sind wunderschöne Einzelstücke. Die Familie Matthes hat mir wirklich eine Disziplin-Übung während dem Produktshooting zugesendet. Aber schaut einfach selbst:

Es gibt auch wieder die Option ein Spindel-Faser-Set zu schnüren. Dazu habe ich ein „Plusprodukt“ im Shop (Matthes-Spindel-Faser-Set), welches als Ergänzung zu einer Matthesspindel erhältlich ist und wie gewohnt die farbliche Individualisierung anbietet. Leider war es shoplogistisch nicht möglich diese Option IN die einzelnen Spindelangebote mit einzubauen. Aber ich denke ihr findet euch auch so zurecht.

Neue Faserfeinheiten

CollagerolagsEine andere Neuerung ab diesem Jahr betrifft die Faserfeinheiten. Auf Anregung von euch werde ich Schritt für Schritt meine Produkte um 2 andere MIC-Varianten erweitern. Ich habe nun mit der 19mic-Variante begonnen. So gibt es nun das altbekannte Rolag-Abo und auch gleich das neue Matthes-Spindel-Faser-Set aus australischen Merino mit 19 mic Feinheit. In Planung ist eine weitere Variante mit 21mic feinen Merino. Desweiteren gibt auch schon das Kammzug-Abo in einer neuen Variante: 18mic in Bio-Qualität.

Diese Faservarianten werden zur TDF auch den Kalender betreffen. Hier ist noch nicht ganz klar, ob es 1 Alternative zur Standart-Ausführung geben wird oder sogar 2. Doch bis zur TDF ist noch ein wenig Zeit. Auch der Adventskalender wird 2018 in einer feinen Variante verfügbar sein.

Und zu guter Letzt gibt es nach dem Shop-Urlaub noch ein DE LUXE-Rolag-Abo. Dieses besteht auch aus den feinen Fasern zusammen mit einen 25% Anteil an Edelfasern.

Neue Einsteigerkurse beginnen wieder

Einsteigerkurs

Gleich nächste Woche geht es wieder mit 2 Anfängerkursen los. Kommendes Wochenende findet der Chrashkurs für totale Neulinge hier in Coburg statt und am darauf folgenden Wochenende geht es mit dem fortlaufenden Grundlagenkurs für Anfänger mit Vorkenntnissen los. Wer Lust hat, der kann sich gerne noch anschließen. Die Kurse sind im Shop noch buchbar. Für den Chrashkurs, der dieses Mal an nur einem Wochenende stattfinden wird, gibt es bei uns auf dem Hof auch eine Ferienwohnung als Übernachtungsgelegentheit für Weitreisende.

So, nun wünsche ich euch einen tollen Start ins neue Jahr und ich hoffe, dass euch vieles Aufregendes und Wolliges bevor steht!

Liebe Grüße aus der neuen Werkstatt 🙂

 

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Paula M trifft auf Handgesponnenes, Teil 1

1380748563-482Paula M – Ein Stricklabel aus Coburg, das handgestrickte Stirnbänder, Mützen, Stulpen und andere Accessoires herstellt. Susannes Produkte sind seit 2011 über Dawanda zu bekommen und seit Sommer 2017 können endlich einige ihrer Designs auch nach gestrickt werden. Ihr Buch „Stirnbänder stricken“ ist vor einigen Monaten beim Fischer Verlag auf den Markt gekommen und ich möchte es euch nun vorstellen.

Gleich zu Anfang: Ich bin befangen! Wer mich schon eine Weile kennt, weiß, dass Susanne und ich in der gleichen Stadt wohnen und befreundet sind. Klar, stricksüchtig trifft auf spinnsüchtig, 2 Nerds in einer kleinen Stadt, da war unsere Freundschaft vorprogrammiert.

Dennoch schätze ich Susanne nicht nur als Freundin, sondern auch als Kollegin. Sie ist eine Perfektionistin und sie ist besessen von ihrer Arbeit, genau wie ich auch. Und so hatten wir schon stundenlange Gespräche über die beste Wolle, das ideale Maschenbild, den richtigen Drall und Bounce für Mütze xy. Und genau deshalb weiß ich, wie ihre Designs entstehen, warum sie welche Wolle für welches Muster wählt und ich weiß mit wieviel Liebe und Perfektion sie ihre Bestellungen herstellt. Da muss man schon als Freundin mit Antworten leben, wie: „… sorry, ich konnte nicht ans Telefon gehen, weil ich das Stirnband nicht weglegen wollte. Das könnte man im Maschenbild sehen…“ Etwas irre, aber perfekt.

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Ich schätze mich sehr glücklich, dass ich eines ihrer Buchexemplare bekommen habe und ich begann ihre Stirnbänder zu stricken. Aber mit meinem eigenen Garn. Und davon möchte ich euch berichten: Stricken mit handgesponnenen Garn.

Dieser Blogbeitrag ist nur ein erster Teil meines Berichtes. Dieses kleine Strick-Projekt, das abends hier und da bei mir mitläuft, dauert etwas länger. Ich habe im Moment sehr wenig Freizeit und ich werde sicher noch bis ins Frühjahr daran weiter stricken. Aber ich möchte euch jetzt schon etwas zeigen, denn jetzt ist Winter und jetzt steht Weihnachten vor der Tür.

Ich habe einige Garne bei mir in der Werkstatt liegen gehabt und dazu passende Projekte nach der ungefähr passenden Nadelstärke heraus gesucht.

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Da wäre einmal mein Garn GRETA. Das ist ein Serien-Garn für mein Stirnband GRETA aus meinem Shop. Es ist ein melierter N-Ply aus Merino mit Maulbeerseide als Halbkammgarn gesponnen.

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Dann hätte ich da ein Einzelstück. Ebenfalls wie GRETA ein melierter N-ply aus Merino mit schwarzen Bambus und Ramie gemischt.

 

IMG_6075Und ich hatte noch ein Reststrang eines wundervollen handgesponnen Garnes, das nicht von mir stammt, sondern, welches ich von einer anderen Spinnerin für ein Strickprojekt abgekauft hatte: Ein ebenfalls melierters Garn, 2-ply aus Corriedale und Alpaka in Halbkammgarnqualität.

Für diese 3 Garne habe ich mir diese Muster heraus gesucht:

ELISA – Das Flechtband

Bildschirmfoto 2017-12-04 um 14.50.56Nadelstärke: 7,0mm

Lauflänge: 120m

Maschenprobe: 16 M x 20 R = 10 x 10 cm

Hier passte meine Garnstärke nicht ganz. Die Nadelstärke gefällt mir sehr gut für mein Garn, jedoch entwickelte es sich in der Musterprobe als breiter. Eigentlich wäre das bei dem Stirnband total egal, denn es sieht auch breiter echt super cosy aus. Aber ich hatte nur eine begrenzte Lauflänge. Ich bin das Risiko eingangen und habe dann dann Muster weniger Maschen gestrickt (6 Maschen pro Flechtband). Das Ergebnis finde ich immer noch super schön, aber – Oh nein! – das Garn reichte dann nicht. Deshalb ruht das Band jetzt bis zum nächsten Bier mit Susanne, in der Hoffnung, sie kann mir einen schönen Übergang zaubern.

Fazit: Das Muster an sich ist toll! Wirklich. Es ist total einfach zu stricken und dennoch nicht langweilig. Und der Zopf sieht schön geflochten aus ohne breite Löcher zwischen der Verzopfung zu haben. Mit handgesponnen Garn ist es ebenso unkompliziert (wenn man genug Lauflänge hat, haha). Auch wenn das Garn etwas dicker ist oder man die Nadelstärke nach oben anpassen muss, ist das alles klein Problem. Ich würde die Nadelstärke aber nicht nach unten verändern, denn dann verliert der Zopf seine optimale Breite und sein schönes Volumen, es sei denn ihr fügt wieder Maschen pro Zopf dazu. Hier solltet ihr stets in 2er Schritten pro Zopf erhöhen, sonst funktioniert das Muster nicht!

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SVEJA wurde zu GRETA

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Ich wollte zunächst das Sitrnband Sveja stricken, aber bei der Maschenprobe merkte ich dass das Garn zu dick für die Nadelstärke ist und da ich das Muster nicht anpassen wollte (es ist ein wenig aufweniger) entschied ich mich für das Muster GRETA. Aber genau so läuft es eben mit handgesponnen Garn, es hat meistens genug Eigenwillen, dass nicht nur das Strickmuster den Ton angeben kann.

Nadelstärke: 5,5mm

Lauflänge: 105m

Mascheprobe: 13 M x 19 R = 10 X 10cm

Während den Stricken bemerkte ich, dass mein Garn etwas zu dünn für das Muster ist. Aber dieses Muster ist so einfach, dass es kein Problem ist: Ich habe einfach eine Rippe hinzu gefügt. Bei der einmaligen Verzopfung in der Mitte habe ich dann einfach 3 statt 2 Rippen verzopft.

Fazit: Perfektes Muster für Einsteiger. Es ist richtig einfach zu stricken. Es lässt sich auf für handgesponnenes Garn simpel anpassen. Eine größere Nadelstärke ist überhaupt kein Problem und die kleiner Nadelstärke ist mit meiner Anpassung auch total einfach, sofern euch die zusätzliche Rippe gefällt.

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Stirnband Mila

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Dieses Stirnband ist auch wieder so einfach, dass jeder Einsteiger es lernen kann. Man strickt bis zum Ende einfach nur das Perlmuster und der Kniff am Ende ist der Knoten, der beide Enden zusammen bringt.

Nadelstärke: 5,0 mm

Lauflänge: 225m

Maschenprobe: 17 M x 27 R = 10 x 10cm

Bildschirmfoto 2017-12-04 um 15.11.30Ich habe das Muster zunächst genaus so gestrickt, wie von Susanne angegeben. Es war die gleiche Nadelstärke, wie zuvor mein Strickprojekt, für das ich diese Wolle gekauft hatte und dort wie hier habe ich 2-fädrig gestrickt. Das Stirnband ist dadurch einen kleinen Tick breiter geworden, wie die von Susanne angegeben Maße des fertigen Stirnbandes. Ich empfinde es nicht als Problem, denn ich persönlich mag breite Stirnbänder, wo der Dutt oben rausschaut und der restliche Kopf schön warm gehalten werden kann sehr gerne. Das Stirnband ist bei Susanne als Geburtstagsgeschenk gelandet und sie hat es zusammen mit ihren Milas fotografiert. Der Größenunterschied ist kaum zu sehen.

Ich habe Mila dann nochmal für ein Teenager-Mädel gestrickt. Hier habe ich 4 Maschen weniger aufgenommen und das Band etwas kürzer gestrickt und das hat auch wunderbar geklappt.

Fazit: Das Stirnband ist ein Allrounder. Es kann mit fast jeder Wolle gestrickt werden, denn Ab- und Zunahmen sind total leicht umzusetzen. Nur beim Knoten muss man dann eben mal die Maschen zählen und neu aufteilen, aber das sollte jeder hinbekommen.

Dann hatte ich noch etwas von dem letzten Garn übrig und ich habe es wieder doppelfädrig zu einem anderen Stirnband verstrickt.

OLA – Doppellagig und super warm

Nadelstärke: 5,0mm

Lauflänge: 180m

Maschenprobe: 18 M x 24 R = 10 x10 cm

Dieses Stirnband ist einer meiner Lieblinge, denn es ist sehr schlicht. Ich mag besonders den Umschlag im Band, denn es macht eine schöne Gesichtsrahmung, wenn man es trägt. Aber, es ist etwas langweilig zu stricken. Das ist immer der Haken bei schlichten Designs. Das Stirnband wird in der Runde glatt rechts gestrickt. Ich habe diesmal nichts für mein Garn justiert. Aber ich bin mir sicher, dass es absolut kein Problem wäre, sowohl die Maschenanzahl, also auch die Nadelstärke zu verändern. Das Coole an diesem Stirnband ist: Es liegt doppelagig am Kopf und ist sehr warm. Hier pfeift kein Wind durch die Maschen!

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So, das waren meine Stirnbänder bis jetzt. Ich sagte ja, dass ein 2. Teil folgen wird. Hier plane ich dieses Stirnband.

Kaisa – Perfekt für ein Verlaufgarn

Bildschirmfoto 2017-12-04 um 15.27.52Hierfür habe ich ein Garn, welches ich aus einen handgefärbten Kammzug gespindelt hatte und n-ply verzwirnte. Wie immer, war die Lauflänge zu kurz und deshalb habe ich einen anderen Kammzug gefunden, der farblich passt, aber noch verspindelt werden muss. Auch dieser wird navajo verzwirnt werden, denn ich möchte einen vollfarbigen Farbverlauf haben, von dem meiner Meinung nach das Muster lebt.

 

 

Lotta – die Mütze

Bildschirmfoto 2017-12-04 um 15.32.02Und zu guter letzt habe ich hier noch ein anderes hangesponnenes Garn aus einem handgefärbten Kammzug mit Nylon. Aus diesem Garn wird LOTTA gestrickt werden, eine Mütze, die zwar nicht in Susannes Stirnband-Buch zu finden ist – es ist ja auch eine Mütze 😉 – aber ihr könnt die Anleitung in ihrem Shop als PDF-Anleitung kaufen. Besonders schön ist, dass es dazu auch die passenden Handstulpen gibt. 🙂

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Die Fakten

„Stirnbänder Stricken“ von Susanne Müller ist in jedem Buchhandel erhältlich oder auch über ihren Dawanda-Shop.

Susannes Strickstücke sind über ihren Dawanda-Shop erhältlich. Dort gibt es auch PDF-Anleitungen von Produkten, die nicht im Buch enthalten sind.

Susanne hat außerdem einen Insta-Account, der echt pure Inspiration ist und wo ihr auch Kontakt zu ihr aufnehmen könnt.

Und wer nun noch ein schnelles Weihnachtsgeschenk braucht, dem kann ich dieses Buch wärmstens ans Herzen legen. Entweder zum Verschenken oder auch um kleine Geschenke zu stricken, die wirklich in 1-2 Stunden am Abend umzusetzen sind.

Ich wünsche euch eine wundervolle Vorweihnachtszeit. Da ich mich wahrscheinlich in diesem Jahr nicht mehr melden werde, wünsche ich euch auch frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr, wo ich mich dann aus der neuen Location der Werkstatt wieder melden werde.

Alles Liebe!

 

 

Die Tour de Fleece mit Back to the Wheel

Obwohl unsere Gruppen-Aktion schon einige Wochen am Laufen ist und sich regen Austausches erfreut, habe ich noch immer das Gefühl, dass wir irre früh dran sind. Dennoch, es ist notwenig für unser spezielles Feature unserer TdF-Gruppe.

Es geht um die diesjährige Tour de Fleece, die im Juli parallel zur Tour de France statt findet und bei der wir Spinner unsere Räder (oder Spindeln) ebenso sportlich wie leidenschaftlich anschmeißen. Die TdF findet dieses Jahr von 1. – 23. Juli statt. Gesponnen wird gerne in Teams, bei denen es Teamchallenges oder Etappenchallenges geben kann oder bei denen sich die Gruppen unter bestimmen Mottos oder in bestimmten Spinngenres zusammen finden. Oft werden auch Verlosungen mit Etappen- oder Teamzielen verbunden. Selbstverständlich kann auch freifliegend mitgesponnen werden.

Dieses Jahr gibt es zum erstem Mal aus ein Back to the Wheel-Team. Wir haben natürlich auch unsere eigenen Teamziele und Besonderheiten. Begonnen hat unser Team mit folgender Besonderheit:

Wir spinnen die TdF gemeinsam mit einem Faserkalender. Nachdem der Adventskalender so viel Zuspruch bekommen hat und mehrfach der Wunsch geäußert wurde, dass es doch schön wäre, nicht bis zur nächsten Weihnachtszeit warten zu müssen, habe ich mir überlegt, dass die TdF fast genauso lang ist wie der Advent und ziemlich genau auf die Halbzeit des Jahres fällt. Perfekt für einen Faserkalender!

Der Faserkalender

Der Faserkalender funktioniert exakt wie der Adventskalender nur die Fasermenge variiert etwas. Es gibt 21 Tütchen, für jede TdF-Etappe eines. In diesen Tütchen befindet sich je 1 Rolag und zusammen haben wir eine Fasermenge von 175g. Die Farben können wie immer frei gewählt werden und der Kalender eignet sich ideal für einen langen Farbverlauf über alle Rollen. Die Tütchen werden dann durch nummeriert und verschlossen geliefert. Es bleibt also wieder die Überraschung beim Spinnen!

Und so sieht der erste Kalender aus:

 

 

Der Faserkalender ist auch der Grund, warum wir so früh am Start sind. Die Tütchen werden alle einzeln von Hand bestempelt und die Röllchen nach dem Kundenwunsch kardiert. Das dauert. Im letzten Advent uferte der Zeitaufwand so sehr aus, dass ich beschlossen hatte, dass dieses Angebot nur mit Vorbestellung und längerer Vorlaufzeit, in der die Tütchen vorgestempelt werden, möglich ist. Und so sitze ich nun bereits seit einigen Wochen und schiebe immer wieder ein Schwung Tütchen über den Stempeltisch.

tdf17-kopie-2Das ist unser Rennradler, der uns jeden Tag begleiten wird. Er befindet sich auf jedem Tütchen und radelt durch die verschiedenen Landschaften und Stadtkulissen. Die Namenvorschläge variieren gerade noch. Im Rennen sind Eugen Spinner, Willy Wheel u.a….

Unser Team

Während wir uns nun auf Ravelry in der Back to the Wheel Gruppe langsam zusammen fanden, kam 2 weitere Wünsche auf. Einige würden gerne im TdF-Team mitspinnen, aber eigene Fasern verwenden und einige würden gerne den Kalender mitspinnen, aber sich nicht zum TdF-Team in so fern verpflichten, als dass sie täglich mitspinnen müssen oder zu unserer Gruppen-Challenges beitragen müssen. Selbstverständlich muss bei uns niemand irgendetwas. Aber es ergab sich, dass es organisatorisch praktischer erschien, in unseren Team noch 3 Gruppen einzuführen, die mit unserer Team-Challenge in Zusammenhang stehen.

Unsere Team-Challenge: Der Team-Strang. Wir spinnen alle gemeinsam gemütlich vor uns hin und zählen am Ende unsere Garn-Laufmeter zusammen und ermitteln einen virtuellen Team-Strang. Hierbei geht es nicht um Feinspinnen und den längesten Faden. Es geht um den gemeinsamen Strang. Die Garne können hierfür Lace, wie auch Artyarn oder Ultrabulky sein. Jeder Meter trägt zum gemeimsamen Ziel bei. Es gibt kein besser oder schlechter.

Und jetzt zu den Team-Gruppen

Kalender-Gruppe: Diese Gruppe spinnt einfach den Kalender und muss nicht an der Lauflängen-Zählung dabei sein. Sie spinnen mit, quatschen mit und haben einfach Spaß im Team.

Lauflängen-Gruppe: Diese Gruppe ist für jeden, der mit eigenen Fasern mitspinnen möchte, also keinen Kalender abspinnt, aber dafür zu unserem Team-Strang beiträgt. Hier werden die Laufmeter gezählt.

Kalender-Lauflängen-Gruppe: Und zu guter Letzt ist dies unsere ursprüngliche Teamidee. Das gemeinsame Spinnen des Kalenders und dabei, just for fun, sehen, wieviel Garn jeder so aus der gleichen Fasermenge macht und WIE er es macht. Wir haben also die gleichen Startbedingungen, aber jeder gestaltet anders und dennoch ziehen wir alle am gleichen Strang. Hier werden am Ende die Laufmeter gezählt und wir schauen, was jeder so daraus gemacht hat. Es geht also nicht um das sportliche zählen, sondern um den interessanten Vergleich unterschiedlicher Gestaltungen und der Freude an der Vielfalt.

Um die Teammitglieder den Gruppen zuordnen zu können gibt es unser Team-Logo in 3 Varianten. Das Logo wird während der TdF auf das Ravelry-Profilbild montiert. Innerhalb unseres Teams, können wir so ganz leicht erkennen, wer zu welcher Gruppe gehört. Dies wird dann später für die Verlosungen wichtig sein.

 

Die Verlosungen

Die Kalenderverlosung hat in sofern Tradition, als dass ich diese schon im Advent gemacht habe als Dank für das Teilnehmen an meiner Kalender-Aktion, das gemeinsame Spinnen, posten, Quatschen und die schöne Zeit zusammen. Und da die Kalender Gruppe auch unsere Start-Gruppe war, möchte ich dies beibehalten. Wer einen Kalender spinnt nimmt automatisch an der Verlosung teil. Es gibt wie beim letzten Mal 3 Preise. 2 Preise werden an den 2 Ruhetagen verlost und der 3. Preis am Finaltag. Diese Preise sind an keine Challenge gekoppelt, es sind die Kalenderpreise.

Da wir aber auch eine Nicht-Kalendergruppe ins Team gewonnen haben, habe ich nachträglich eine weiteren Preis mit aufgenommen. Es wird einen Spinnmeterpreis geben. Dieser wird erst nach der TdF vergeben, wenn alle in Ruhe abgehaspelt haben und die ihre Spinnmeter ermittelt haben. Achtung, nur für diesen Preis geht es nicht um die Garnlaufmeter, sondern um die Spinnmeter! Und diese Spinnmeter werden außerdem auf 175g runter gerechnet, denn die Kalender-Laufmeter-Gruppe spinnt ausschließlich mit 175g und wir brauchen eine Vergleichsbasis. Dies ist der einzige sportliche Preis und geht an denjenigen, der die meisten Spinnmeter auf 175g hingelegt hat und soll eine Motivation für die sportlichen Spinner unter uns.

Die Preise werde ich noch nicht verraten, aber es gibt genug kleine Spinnleckereien geben.

 

Die Verlosungen

Die Kalenderverlosung hat in sofern Tradition, als dass ich diese schon im Advent gemacht habe als Dank für das Teilnehmen an meiner Kalender-Aktion, das gemeinsame Spinnen, posten, Quatschen und die schöne Zeit zusammen. Und da die Kalender Gruppe auch unsere Start-Gruppe war, möchte ich dies beibehalten. Wer einen Kalender spinnt nimmt automatisch an der Verlosung teil. Es gibt wie beim letzten Mal 3 Preise. 2 Preise werden an den 2 Ruhetagen verlost und der 3. Preis am Finaltag. Diese Preise sind an keine Challenge gekoppelt, es sind die Kalenderpreise.

Da wir aber auch eine Nicht-Kalendergruppe ins Team gewonnen haben, habe ich nachträglich eine weiteren Preis mit aufgenommen. Es wird einen Spinnmeterpreis geben. Dieser wird erst nach der TdF vergeben, wenn alle in Ruhe abgehaspelt haben und die ihre Spinnmeter ermittelt haben. Achtung, nur für diesen Preis geht es nicht um die Garnlaufmeter, sondern um die Spinnmeter! Und diese Spinnmeter werden außerdem auf 175g runter gerechnet, denn die Kalender-Laufmeter-Gruppe spinnt ausschließlich mit 175g und wir brauchen eine Vergleichsbasis. Dies ist der einzige sportliche Preis und geht an denjenigen, der die meisten Spinnmeter auf 175g hingelegt hat und soll eine Motivation für die sportlichen Spinner unter uns.

Ort des Geschehens und die Kalenderbestellung

Alles findet auf Ravelry statt. In unserer Back to the Wheel Gruppe wird sich schon rege ausgetauscht und hier kann sich jeder Mitspinner anmelden und sich bis zum Juni für eine der 3 Gruppen entscheiden.

Hier wird auch der Faserkalender vorbestellt. Die Vorbestellung ist nicht verbindlich. Sie ist wichtig für mich, da ich die Tütchen vorbereiten muss und genug Fasern auf Lager haben muss. Es ist einfach nicht möglich in 3, 4 Wochen die verbindlichen Bestellungen just in time zu bearbeiten. Dafür dauert so ein Kalender einfach zu lange in der Herstellung. Deshalb gibt es die Vorbestellzeitraum bis zum 1. Juni auf Ravelry.

Im Juni (wahrscheinlich auch etwas früher) beginnt der Kalenderverkauf. Dann wird das Kalender-Angebot im Onlineshop auf verfügbar gestellt und ihr könnt den Kalender verbindlich bestellen und dabei nochmal eure Faserwünsche angeben. Die Ravelry-Vorbestellung ist KEIN VERBINDLICHER KAUF, nur eine Reservierung.

Verkaufschluss ist das Ende der 3. Juni Woche. Das ist Wichtig! Ich schaffe es nicht in der letzten Woche spontane Kalenderbestellungen zu bearbeiten und dann noch pünktlich zu verschicken. In der 4. Woche erfolgt ausschließlich der Versand und ich bin schon gespannt, wie die DHL-Annahmestation 30+x Pakete annehmen wird 😉

Das Kalenderangebot könnt ihr euch schon im Shop ansehen, auch wenn es noch nicht verfügbar ist.

Zur Ravelry-Gruppe findet ihr hier und dort könnte ihr auch Fragen stellen oder euch einfach schon mal dazu gesellen. Dort sind auch schon die Gruppen-Logos verfügbar und ihr seht, wie es mit der Vorbestellung läuft.

Und zu guter Letzt gibt es auch einen Hashtag für Instagram: #tdf2017backtothewheel

Ich freue mich, wenn ihr mit am Start seid!

Liebe Grüße aus der Werkstatt:-)

Fasertausch im Fasching

Der letzte Fasertausch liegt schon wieder 1 Viertel Jahr zurück. Wahnsinn, mir kommt es viel kürzer vor. Aber jetzt steht schon der Fasching vor der Türe. Ich muss gestehen, dass ich der totale Faschingsmuffel bin. Mir muss die Bonbons schon hinterher werfen… Aber bei der Wolle ist ja alles ganz anders! Mit ihr kann man so ziemlich alles kompensieren. Deshalb gibt es jetzt im Februar einen Faschings-Fasertausch. Die Idee stammt von der lieben Ilromasche, dank dir für die Anregung.

Und so schaut´s aus:

Wir bilden wie immer einen Tauschkreis in dem jeder ein Päckchen Fasern für einen anderen zurecht macht. Doch dieses Mal könnt ihr eurer FaserversenderIn ein Thema zum Mischen als Herausforderung mitgeben.

Die Voraussetzung ist ein Faschingsthema, z.B.: Meerjungfrau, Prinzessin, Clown, Cowboy, Elvis Presley, Alf, Minions, Darth Vader oder irgendetwas anderes, als das man sich oder die Fasern verkleiden kann.

Euer Thema wird zusammen mit eurer Versandadresse an eure ausgeloste VersenderIn weiter geleitet. So haben beide, Empfänger und Versender einen Überraschungseffekt. Ich denke, das könnte spannend werden.

Und nun die Termine:

Der „Anmeldezeitraum“ ist diese Woche bis zum kommenden Wochenende (1. Feb.WE). Die Verlosung der Versenderrunde mache ich dann am Sonntag den 5.2.

Ziel ist es über die Faschingsferien spinnen zu können, daher schlage ich als Versandzeitraum die 3. Februar-Woche vor. Also bis spätestens zum Freitag den 17.2. sollte das Päckchen raus sein. Wir haben also dann 2 Wochen Zeit, die Fasern klar zu machen.

Der Faserrahmen: 50g / Maxibriefversand / handverarbeitete Fasern (gefärbt, kardiert oder sonst wie gemischt) / Thema des Empfängers wird integriert. Da die Ferien ja eher kurz sind, dachte ich, wir versuchen es mit 50g.

Ravelry: Wer Lust hast der kann zu uns in die Gruppe Back to the Wheel in Ravelry überschauen. Dort haben wir einen Thread mit Anmeldeliste. Und ihr könnt schon mal in die Wunschthemen rein spicken. Ihr könnt mir auch einfach eine Mail schreiben und ich setzte euch dann dort auf die Liste. In Ravelry könnt ihr wie immer eure Bilder posten mit uns Quatschen.

Instagram: Oder Ihr könnt auch auf Instagram posten unter den Tag #Faschingmitbacktothewheel

Yep, das wäre es also. Also, macht mit und verlegt wie ich den Fasching ans Spinnrad, denn die Straße wird mich niemals mit Clownsnase sehen ;-)…

Das Hollefest – ein Rückblick

Zwei Wochen sind wir schon im neuen Jahr und ich habe das Gefühl dass alles Neue, von dem ich dachte, es wird sich im Laufe des Jahres langsam einfinden, bereits in den ersten 2 Wochen mit lautem Klopfen an der Türe bemerkbar macht. Meine Hoffnung schwindet, dass es ein ruhiges Jahr werden könnte. Doch wie soll es auch anders sein, wenn da immer heißt: Im jeden Ende liegt bereits ein neuer Anfang. Ich hatte mich wohl einfach in der Annahme, der Jahreswechsel sei der finale Paukenschlag nach einem intensiven und arbeitsreichen Jahr, geiirt. Denn es scheint auch gleich der Auftakt in ein weiteres intensives Jahr zu werden. Und ich hatte zu Silvester auch darum gebeten, dass meine Projekte weiter gedeihen mögen. Man achte auf seine Wünsche…;-)

Doch ich möchte euch anstatt von den Projekten von Silvester berichten. Wie ich es ja schon beworben hatte, fand am Jahreswechsel das Holle-Fest statt und ich hatte das Vergnügen dort als Spinnerin teilnehmen zu dürfen. Üblicherweise findet es 1 x pro Jahr, meist um den 6.1. – der Tag der Holle – statt. Doch dieses Mal fielen die Wochentage und die Wochenenden so, dass es zufällig Silvester wurde.

Das Tagungsthema war das „Blaue Ländle – Vom Spinnen und Weben“. Wer die Mythologie um die Holle kennt, weiß, dass sie sehr viel reichhaltiger und vielschichtiger ist, als uns das Grimm´sche Märchen von der kissenschüttelnden Frau im Himmel erzählt. Die Holle hat viele Aspekte, viele Gesichter und viele Lebensbereiche, in denen sie einwirkt. Das Spinnen und Weben ist ein Themenbereich in der Holle-Mythologie und um diesen drehte sich unser Treffen.

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Das Spinnen und Weben ist ein Thema der Fäden. Diese Fäden können jene sein, die wir mit der Spindel aus Wolle und Flachs fertigen und dann in Textil weiter verarbeiten. Sie können aber auch symbolische Fäden sein. Der Lebensfaden, den die Nornen entstehen, verknüpfen und vergehen lassen und der dann der Goldmarie im Märchen von Frau Holle riss und ihr den Weg in das Hollereich zeigte.

Wir alle kamen in der eisigen Kälte des beginnenden Abends im Feriendorf von Hübingen an. Schon auf dem Weg begleitete uns die Holle, denn die ganze Landschaft war völlig in Eis & Frost gehüllt. Das erste Weben begann bereits nach der Ankunft. Sieglinde Müssig-Jarnicki begleitete uns mit Gesang und Gitarre auf den spiralförmigen Wegen von Volkstänzen, bei denen sich die Tanzenden an den Händen haltend umeinander winden und sich zu verknoten drohten und jedes Gesicht an dem des anderen vorbei zog.

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Vera Zingsem leitete unser Eröffnungsritual in Sinne der Nordamerikanischen Tradition und bließ den Rauch der Pfeife in unsere Runde und lud die Götter und die Holle zu uns ein. Danach deckten wir den Tisch für die Holle mit allerei natürlichen Leckereien, die in großer Fülle von allen mitgebracht wurden. Das Depatcho ist wie die Pfeife eine indianische Tradition, wo Mutter Erde ihrer Gaben gedankt wird und ihr ein Mahl zurückgeben wird. Wie ein Mandala wurden ihre Speisen trappiert. Ein Kreis aus Flachs bildete den Rahmen und das Zentrum bildet eine Muschel. Diese Muschel bleibt mit Glück am Ende in der Glut übrig und kann im nächsten Jahr wieder verwendet werden.

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Unter dem klaren und brillanten Sternenhimmel an diesem Abend wurde ein Feuer einzündet und ihre Speisen dem Feuer übergeben. Schmatzend verbreiteten sich die Gerüche von Nüssen, Schokolade und dem ein oder anderen Zimtstern in unseren Nasen. Der Holle scheint es geschmeckt zu haben und der himmlische Spinnrocken (der Gürtel des Orion) leuchtete direkt über uns. Die Muschel lag wie in Altar im Feuer auf dem zwei Walnüsse glühten. Sie blieb uns tatsächlich erhalten und war durch das Feuer wunderschön gezeichnet.

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Am nächsten Tag haben wir uns mit beiden Seiten des Spinnens, der irdischen Seite des Handwerks und der jenseitigen Seite des Netzes aus Lebensfäden, dass uns alle verbindet, beschäftigt. Stets schnurrte das Spinnrad von Gaby Fischer, neben dem der Rocken mit selbst verarbeiteten Flachs stand. Sie erzählte uns in spinnender Weise von der Flachsverarbeitung, vom Anbau der Leinpflanze, ihrer Verarbeitung und von den Mühen, die ein fertiges Leinen fordert. Der Flachs, der in der Blüte so Blau wir der Himmel ist und für wenige Tage Holles Blaues Ländle zeigt. Aber sie erzählte uns auch einige ihrer Geschichten, die sie von den Alten ihrer Region mündlich gesammelt hat und die noch voleinn den Spinnstuben und dem allerlei seltsamen, was in den dunklen Nächten geschehen konnte, aus eigenem Erleben berichten konnten. Da ging es um die Orakeltraditionen der Rauhnächte und um den Schabernack der Jungen Leute, den sie im Schutze der Dunkelheit trieben und von den Gaben des wilden Heeres, das durch die Dörfer fegte. Alles an der Grenze zwischen der Wirklichkeit und dem Reich der Holle.

Danach durften alle ihr Glück versuchen und wir erprobten uns mit Handspindeln und den ersten Fasern. Ganz anders als in den üblichen Einsteigerkursen, die sich nur auf das Handwerk und das technische Prinzip des Spinnen und der Wollverarbeitung widmen, fanden diese Versuche in einem anderen Geist statt. Das Spinnen war mehr, denn es war der Nachmittag vor Silvester und der Abend des Orakelns und der Gedanken an das Neue stand und bevor. So bekam ein Satz, mit dem die Holle oft umschrieben wird eine ganz reale Bedeutung: „… und sie spinnt die Wirklichkeit aus den Wünschen und Hoffnungen der Menschen…“ Und genau das taten wir. In einer Spinnmeditation erfuhren wir das Spinnen des Fadens als eine symbolische Handlung für das Schöpfen von Wirklichkeit. Wir taten das, was die Holle tut, wenn sie die Wirklichkeit spinnt. Und jeder konnte in seine Schöpfung die Wünsche und Hoffnungen für das neue Jahr legen. Diese wunderbare Erfahrung begleitete Lydia Burghart auf ihrer Harfe, die uns mit ihren Klängen ein wenige jenseits der Wirklichkeit führen konnte. Momente der Stille, der Achtsamkeit und der Verbundenheit untereinander, die ich so noch nie bei einem Einsteiger-Workshop mit 25 Menschen erlebte. Ein Geschenk, das wahrlich von der Holle kam!

bildschirmfoto-2017-01-17-um-15-10-57Alle hatten ein erstes eigenes Garn und konnten daraus einen Talisman binden. Für mich ist ein handgesponnenes Garn etwas stark mit Energie Aufgelandenes. Jeder noch so kleine Zentimeter wandert durch unsere Finger. Jede einzelne Fasern wird in ihre Lage gebracht und jede Einzelne Farbe nehmen wir war. Wir treten mir unseren Füßen oder kreiseln die Spindel mit unseren Fingern und erzeugen Energie, die in den Faden wandert und die losen Fasern zu etwas Konkreten und Belastbaren machen. Für mich ist diese Arbeit magisch. Denn wir Schöpfen etwas aus einem Dunst von Fasern, die alles Möglich werden können. Aber wir gestalten und erschaffen etwas. Und ähnlich wie beim Backen und Kochen, denke ich, dass es eine Rolle spielt, mit welchen Gedanken und in welchem Geist wir das tun.

ak_10067505_gr_1Ein Garn zu spinnen, in dem all die guten Gedanken des Herzens stecken, hat für mich eine Kraft. Und kann ich auch all meine Wünsche dort hinein konzentrieren und sie in die Wirklichkeit holen. Das ist für mich der Talisman. Seine roten Perlen erinnern mich an die Ebereschenbeeren, die gerne für Schutzamulette genutzt wurden. Sie erinnern mich aber auch an die Blutstropfen, die die Goldmarie und Dornröschen verloren, als sie sich stachen und die wir Frauen zu jedem Mond opfern, wenn wir ein Stück unserer Lebensenergie der Erde zurückgeben. Die Holle ist auch eine Frauengöttin, die in 3-facher Gestalt zu finden ist. Im Grimm´schen Märchen von Schneeweißchen und Rosenrot finden wir sie in ihren drei Farben Weiß, Rot und Schwarz als das Schneeweißchen, das etwas ruhiger und sanfter beschrieben wird, als Rosenrot, die als lebhabft und keck beschrieben wird und als die Mutter, die weise den rechten Rat hat. Und da haben wir noch den Bären, der seinen Winter bei den Dreien verbringt, der sonst seinen Winterschlaf in der Höhle oder einem Erdloch unter der Schneedecke verbringt. So finden wir auch hier wieder die Erdmutter, die tief unter der Erde lebt, wo der Weg zu ihr über Höhlen, Brunnen und tiefe Seen führt. Hier verbringt der Bär seine Zeit und amüsiert sich mir den beiden Mädchen. Doch als er sie im Frühjahr verlässt, reißt er sich sein Fell auf und der Glanz der Sonne in Form von purem Gold schaut unter seinem Fell hervor. Nicht nur der Bär zieht sich in seine Höhle zurück, sondern auch die Sonne verbringt ihren Winter bei der Holle.

freyr_by_johannes_gehrtsUm die Sonne drehte sich auch unserer Jul-Eber-Ritual. Der Eber ist wie der Bär ein Symbol für die Sonne. Das goldene Glücksschwein, das wir alle von den Neujahrs Traditionen kennen hat hier seinen Ursprung. Der Eber Gullinborsti, dessen goldenen Borsten die Strahlen der Sonne repräsentiert, gehört zu den Heiligen Tieren des Frey, der Gott, der am engsten mit der Fruchtbarkeit der Natur assoziert wird. Das Neujahrsschwein nahm unsere Wünsche und Vorsätze für das neue Jahr entgegen, die dann der Erde und dem Reich der Holle übergeben wurden. Danach wurde orakelt, die Runen und die Karten befragt, gesungen und getanzt und der ein oder andere Wein vergossen.

dsc05329Der nächste Morgen war so unerbittlich, wie die Holle nun mal sein konnte. Sie erinnert einen stets an die Konsequenzen, die man zu tragen hat auch wenn man das ein oder andere Gläschen in ihrem Namen gehoben hat. Doch die Geschichten, von Holle, Wodan, den Nornen und dem Weltenbaum fielen wie ein Balsam auf den noch nicht ganz im nächsten Morgen angekommenen Geist. Auch an diesem Tag war die Landschaft wir in ein Kristallkleid gehüllt und erinnert an die Geschichten, die man sich in den Alpen über die Eiskönigin mit den Schloß aus Kristall erzählte und eine andere Facette der Holle spiegelt, die als Eisrießin an ihre Ursprünge aus Eiszeit der Menschenheitsgeschichte erinnert.

Den Abschluss unserer 3 Tage leitete Vera wieder in nordamerikanischer Tradition mit dem Rauch der Pfeife ein, mit dem symbolisch die Götter in Dank verabschiedet werden. Wir alle freuten uns erneut über die geteilten Momente, über die neuen Knoten, die wir in das Netz knüpften und über alles, was jeder Einzelne in die Runde brachte. Es waren 3 Tage voller Energie und Inspiration und es war ein wahrlich magischer Übergang in das neue Jahr.

Ich möchte gerne allen die dort den Mut hatten, die Spindel in die Hand zu nehmen danken. Zu sehen, wie ihr auf solch eine besondere Art in die Welt von uns Spinnern eintaucht, war eine sehr berührende Erfahrung an die ich stets mit Freude zurück denken werde. Ich hoffe sehr, die ein oder andere wieder zu treffen. Und ich danke Vera für die Einladung zu so einem bereichernden Erlebnis mit euch allen!

Als letzter Nachhall habe ich hier noch ein kleines poetisches Rätsel. Ich denke, dass alle, die sich an die Spinnmeditation erinnern, schnelle alle Zeilen gelöst haben werden. Und selbst verständlich ist das Rätsel auch für alle anderen Spinnerinnen etwas, die sich auf eine etwas andere Weise dem Spinnen nähern mögen. Viel Glück 🙂

spinnratsel

Und zu guter Letzt möchte ich gerne allen vom Hollefest die Spinnmeditation als PDF anbieten. Schreibt mir eine Mail an backtothewheel(at)icloud.com und ich sende es euch zu. Genauso, wie das Spinnskript, wenn einer von euch die Spinnerei vertiefen möchte!

Aller liebste Grüße an alle, schön euch getroffen zu haben!

Bildquellen:

  • Nornen: Wiki Commons
  • Bilder von Hollefest: Vera Zingsem
  • Flachs: http://www.alice-wonderland.de/wp-content/uploads/lein.jpg
  • Schneeweißchen: http://images.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Fwww.ansichtskarten-center.de%2Fwebshop%2Fshop%2FProdukteBilder%2F10139%2FAK_10067505_gr_1.jpg&imgrefurl=http%3A%2F%2Fwww.ansichtskarten-center.de%2Fmaerchen-nr-2-schneeweisschen-und-rosenrot-baer&h=640&w=447&tbnid=GgiWS5NOO04lQM%3A&vet=1&docid=hu9VLwYJn_1LNM&ei=0yZ-WJjCEqyBgAbDn4HAAg&tbm=isch&client=opera&iact=rc&uact=3&dur=273&page=0&start=0&ndsp=21&ved=0ahUKEwjY97bfrsnRAhWsAMAKHcNPACgQMwgiKAgwCA&bih=668&biw=1280
  • Frey: Wiki Commons

Neues aus der Werkstatt

Liebe SpinnerInnen,

das neue Jahr hat begonnen und in Sachen Spinnen ziemlich viel Neues gebracht. Besonders in Sachen Kurse und gemeinsam Spinnen: Neben dem bisherigen Workshop für Einsteiger, der in Bamberg und in Miltenberg angeboten wird, kommt nun ein neuer Kurs in Bamberg dazu. Die Handspinnerei geht außerdem auf Reisen nach Berlin und in Coburg soll eine Spinnstube entstehen.

Wenn ihr Lust auf so eine Spinnstube habt, dann schreibt mir doch eine E-Mail und ich halte euch auf dem Laufenden, ich würde mich sehr freuen: backtothewheel@icloud.com

.. und das ist die Idee:

Foto 2-14Spinnstube in Coburg: Wie ihr ja wisst, gibts zur Handspinnerei die offene Werkstatt in Coburg. Sie wird nun bald 1 Jahr alt, ist mit allem ausgestattet, was sich das Spinnerherz wünscht und hat sich im Sommer, wie im Winter als gemütlich und gut klimatisiert erwiesen – das ist ja bei alten Gebäuden immer so eine Sache 😉 Es soll ein Spinn- UND Strickkreis werden und 1 mal im Monat an einem Samstagnachmittag stattfinden. Es wird Kaffee und Kuchen geben, jeder kann an seinem Projekt spinnen oder stricken und wir können uns gemütlich austauschen. Es ist kein Unterricht, trotzdem stehe immer mit Rat und Tat zu Seite.

Der monatliche Termin ist noch offenen und ich freue mich über Vorschläge. Mein Vorschlag ist ein Samstag von 15:30 – 18: Uhr.

Natürlich muss im Winter ordentlich eingeheizt werden, Getränke und Kuchen stelle ich zur Verfügung, deshalb freue ich über einen kleinen Unkostenbeitrag auf freiwilliger Spendenbasis.

Foto-3Tagesworkshop in Coburg: Vor jeden Spinnkreis bietet es sich an einen Tagesworkshop zu unterschiedlichen Themen zu machen. Das Thema kann während dem Spinntreffen weiter  bearbeitet werden und das nächste Thema zusammen ausgesucht werden. Im Sommer können wir zusammen im Gärtchen vor der Werkstatt Wolle färben, Vliese waschen und die Füße beim Spinnen in die Sonne halten 😉

 

Foto 2-13Themen können sein:

  • Kammzüge selber herstellen
  • Kardieren von Edelfasern
  • Färben im Glas (Solarfärben)
  • Verarbeitung von Locken
  • Artyarnspinnerei
  • Spinnen mit besonderen Spindeln
  • uvm.

Termin: ein Samstag von 11:30 – 15:00

Kosten: 15 € + Material

Und nun zu den neuen Terminen in diesem Frühjahr:

Bildschirmfoto 2016-01-17 um 14.30.14 KopieBerlin: Besonders freue mich über einen Tagesworkshop in Berlin! Dank Marisa von Maschenfein kann der  Kontakt zum Laden KNIT KNIT – Berlin von Nina zustande. Jetzt läuft gerade die Anmeldephase für dein Einsteigerkurs in Berlin-Mitte. Mehr Infos dazu findet ihr hier. Wer Lust hat, ins Spinnen reinzuschnuppern, der ist hier richtig. Es wird sicher ein super schöner und lockerer Tag werden, an dem wir mächtig der Faserlust frönen können. 🙂


spinntüten Workshop
Spinnen für Fortgeschrittene in Bamberg: Der fortlaufende Kurs richtet sich an alle bisherigen Workshop-Teilnehmer und alle Spinner, die bereits einige Erfahrung mit Handspindel und Spinnfasern haben. Er wird im 2-wöchigen Rhythmus stattfinden und es wird eine große Pause von 4 Wochen in derMitte des Kurses geben. Das hat den großen Vorteil, dass der Körper und die Finger in aller Ruhe mitlernen können.  Mehr Infos zu dem Inhalt gibts hier.

 

Bildschirmfoto 2016-01-19 um 21.44.41Kinderspinnen: Und seit einigen Woche gibt es in der Werkstatt Kinderspinnen am Spinnrad. Kindern fällt das Spinnen oft viel leichter und schnell entstehen richtig tolle Garne. Gesponnen wird aus bunten Farbmischungen. Das Warum wird in kleine, für Kinder leicht verständliche Themenkarten gepackt und die Musterkarten ergeben ein schönes Album bunter Tageswerk. Auch hier gibts mehr Info über die Inhalte.

 

 

Alle neuen Termine in der Übersicht:

Berlin KNIT KNIT: Tagesworkshop für Einsteiger, So: 21.02.2016

VHS Miltenberg: 2-Tagesworkshop für Einsteiger, Sa/So: 2./3.04.2016

VHS Bamberg: 2-Tagesworkshop für Einsteiger, D0/Fr: 7./8.04.2016

VHS Bamberg: Fortlaufender Kurs für Fortgeschrittene, ab Do: 14.04.2016 in 2-Wochen-Rhythmus

Werkstatt für Handspinnerei Coburg: Kinderspinnen am Spinnrad, wöchentlich, Termin nach Vereinbarung

Puh, das wars erstmal 🙂 Ich hoffe es ist was spannendes für euch dabei und ich freue mich total, ein paar von euch wieder zu sehen…

Viele liebe Grüße aus der Werkstatt!

Knit Kit hinterm Türchen

Das erste Lichtlein brennt und morgen ist das erste Türchen dran. Es ist die Zeit der kleinen Überraschungen und hinter einem Türchen gibt es auch ein von Back to the Wheel! zu gewinnen.
Bildschirmfoto 2015-11-30 um 20.36.52Wer dabei sein will, dem sei der Blog Dreickchen ans Herz gelegt. Sara, Janine und Consti schreiben den Lifestyle-Blog mit vielen inspirierenden Posts übers Reisen, Essen, Genießen, DIY, Mama-Sein und vieles mehr, was das Leben schöner macht

Dreieckchen findet ihr auch bei Instagram und Pinterest. Ihre vielen wirklich schönen Bilder machen einfach nur Lust aufs Essen, Kochen, Shoppen und neuen Urlaub planen.

Ab 1.12. gibt es die Überraschungseckchen, ein Adventskalender bei dem es hinter jedem Türchen etwas zu gewinnen gibt. Viele tolle Shops beteiligen sich, wie Stoff&Stil, Eulenschnitt oder Nu3.

Bildschirmfoto 2015-11-30 um 20.37.48
Auch Back to the Wheel! ist dabei, doch hinter welchen Türchen und welches Kit es sein wird, das bleibt eine Überraschung. Wer es gewinnt bekommt das Knit Kit frisch gesponnen von mir geschickt. 🙂

Ich freu mich sehr, dass ich mit dabei sein darf. Vielen lieben Dank an Sara, Janine und Consti!

Folgt Dreieckchen über Facebook, Pinterest und Instagram und bleibt up to date.

Und euch viel Spaß beim Türchen öffnen. Ich freue mich aufs Versenden einer kleinen Überraschung!

 

DIY – Haarschleife für den Dutt

DIY – Klappe die Zweite.

Emmagarnundstirnband KopieInzwischen ist auch die zweite Strickanleitung für Dawanda auf dem DIY-Portal online. Sie wird, wie das Stirnband, aus einem dicken, weichen und superkuscheligen Garn aus reinem Merino gestrickt, das zweifarbig gesponnen wird und verstrickt einen Marmoreffekt erzeugt.

Hier ist sie nun auch für euch – die Haarschleife mit Haargummi. Sie ist ein wenig kniffeliger als das Stirnband, aber auch flotter fertig. Das passende Garn in 4 Farben gibt es hier.

Zeitaufwand: unter 1 Stunde

Schwierigkeit: fortgeschritten

Du brauchst:

  • 1 Strang Chunky Emma
  • 1 Haargummi, Haarklammer oder Haarnadel
  • 1 8er Nadelspiel
  • evtl. Häkelnadel
  • Garnrest ca. 20 cm
  • Schere
  • Stopfnadel

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Und los geht´s:

Schritt 1:

Wickele aus dem Strang Garn ein Knäuel. Häkele aus dem Garnrest eine Luftmaschenkette mit 9 Maschen und ziehe das Fadenende durch die letzte Masche fest.

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Schritt 2:

Knote das Strickgarn an das Ende der Luftmaschenkette. Auf der Rückseite der Kette findest du 8 Maschenschenkel durch die du 8 Maschen aufnehmen kannst (offener Anschlag).

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Schritt 3:

Wende das Strickstück und stricke die erste Rückreihe mit linken Maschen. Achtung, die Randmaschen (erste und letzte Masche) strickst du verschränkt, d.h. du stichst nicht wie üblich hinter den vorderen Maschenschenkel ein, sondern du stichst hinter den hinteren Maschenschenkel ein. So verdreht sich die gestrickte Masche und es bildet sich später der Knötchenrand.

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Schritt 4:

Jetzt wendest du das Strickstück und strickst eine Hinreihe rechts. Auch hier strickst du beide Randmaschen verschränkt ab.

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Wiederhole Schritt 3 (Rückreihe) und Schritt 4 (Hinreihe) bis du 16 Reihen gestrickt hast. Ende mit der Rückreihe.

Schritt 5:

Fädele von rechts nach links die Maschen des offenen Anschlags auf eine weitere Stricknadel. Dazu strichst du von oben nach unten in die Maschen und schiebst sie auf die Nadel.

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Schritt 6:

Jetzt kannst du die Luftmaschenkette einfach lösen.

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Schritt 7:

Klappe die beiden Nadeln zusammen. Die Vorderseite des Strickstücks befindet sich aussen. Du hast nun auf jeder Nadel 8 Maschen, wobei sich die erste Randmasche der hinteren Nadel aus dem Fadenanfang, der über der Stricknadel liegt, ergibt. Stricke eine rechte Reihe indem du stets eine Masche der vorderen Nadel mit einer Masche der hinteren Nadel zusammen strickst. Auch jetzt werden die Randmaschen verschränkt gestrickt. So fixiert sich auch die Randmasche der hinteren Nadel.

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Schritt 8:

Die erste Schleifenseite ist geschlossen und du hast wieder eine Nadel mit 8 Maschen. Diese Maschen verteilst du auf 3 Nadeln: 2 Maschen auf die erste Nadel, 4 Maschen auf die mittlere Nadel und 2 Maschen auf die dritte Nadel.

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Schritt 9:

Jetzt wird es etwas kniffelig: der Haargummi wird eingestrickt. Als erstes legst du den Gummi über die rechte Nadel, der Strickfaden bleibt hinten. Als nächstes fädelst du die linke Nadel durch den Gummi, sodass sie hinter dem Gummi liegt. Du hast damit die rechte mit der linken Nadel vertauscht (gezopft). Zuletzt ziehst du den Haargummi von der Rückseite aus nach hinten. Der Strickfaden befindet sich rechts vom Gummi.

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Schritt 10:

Stricke die erste und die dritte Nadel rechts ab, damit hast alle 4 Maschen auf einer Nadel. Die mittlere Nadel kannst du einfach ignorieren.

Wende dein Strickstück und stricke die eben ignorierte Nadel links ab. Hier strickst du ausnahmsweise keine verschränkten Randmaschen, sondern du strickst alle 4 Maschen gleich.

So hast keine 2 Reihen gestrickt, sondern eine Runde. Wende dein Strickstück erneut und du bis wieder am Ausgangspunkt angekommen.

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Schritt 11:

Teile die Maschen der hinteren Nadel werden wieder auf 2 Nadeln auf, 2 Maschen pro Nadel. Klappe die vordere Nadel nach hinten zwischen die beiden hinteren Nadeln und stricke alle drei Nadeln nach der Reihe rechts ab. Die Randmaschen strickst du wieder verschränkt. Alle Maschen befinden sich auf einer Nadel.

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Schritt 12:

Jetzt kommt die zweite Schleifenseite an die Reihe. Dazu musst du erst einige Maschen aus dem Querfaden aufnehmen. Dazu wendest du dein Strickstück und strickst eine Randmasche. Während du die linke Rückreihe stickst nimmst du zwischen jeder linken Masche eine weitere Masche auf. So kommen 7 weitere Maschen dazu und zuletzt strickst du wieder eine verschränkte Randmasche. Und so nimmst du die Maschen auf: Nimm den Querfaden von hinten nach vorne auf die linke Nadel, lege den Strickfaden vor den Querfaden und stricke den Querfaden links ab.

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Schritt 13:

Die 15 Maschen verteilst du auf 2 Nadeln. Die Neuzugänge sortierst du auf die zweite und hintere Nadel. Auf der vorderen Nadel befinden sich 8 Maschen und auf der hinteren Nadel 7 Maschen. Diesmal ignorierst du die hintere Nadel, die Maschen werden stillgelegt. Stricke die vordere Nadel wie gewohnt rechts (Hinreihe) und links (Rückreihe) ab. Stricke so 12 Reihen. Du endest mit einer Rückreihe.

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Schritt 14:

Lege dein Strickstück mit der linken Seite nach oben vor dich hin und schneide den Faden ab. Er sollte 3 – 4 mal so lang sein, wie die Breite der Schleife. Fädele den Faden auf eine Stopfnadel und verzwirbele das Fadenende in Drallrichtung. Das luftige Garn wird so kompakter und unempfindlicher gegen Reibung.

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Schritt 15:

Klappe die Nadel mit den 8 Maschen nach hinten zu der Nadel mit den stillgelegten Maschen.

Mit dem Maschenstich kannst du beide Enden miteinander verbinden. Beginne indem du den Faden durch die zuletzt gestrickte Masche von hinten nach vorne ziehst. Wechsele zur hinteren Nadel und steche in die erste Masche von oben ein und in die zweite von unten. Hebe die erste Masche von der Nadel und ziehe den Faden durch. Die zweite Masche bleibt auf der Nadel. Wechsele wieder zur vorderen Nadel. Steche von die erste Masche von oben ein, hebe sie von der Nadel und steche in die zweite Masche von hinten nach vorne ein. Ziehe den Faden durch. Wechsele wieder zur hinteren Nadel und steche wieder von oben in die Masche, die zuvor noch auf der Nadel verblieb. Hebe die Masche ab und steche von unten in die folgende Masche. Auf diese Weise verbindest du alle Maschen miteinander.

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Schritt 16:

Nun musst du nur noch die Fadenenden vernähen. Du ziehst sie auf der linken Seite schräg durch die linken Maschen. Sie sind auf der Vorderseite nicht nicht mehr zu sehen.

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Tipp: Statt dem Haargummi kannst du auch Haarnadeln oder eine flache Haarklammer an der Schleife befestigen. Du kannst die Schleife auch mit einer Broschennadel oder einem Band als Fliege tragen.

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Und fertig! 🙂

So, ich bin gespannt, was ihr draus macht. Haut rein und schreibt mir eure Gedanken in die Kommentare. Ich freu mich!

EMMA Haarschleife
EMMA Haarschleife

Brooklyn Tweed und das Targhee-Columbia-Schaf

Seit dem Brooklyn Tweed Knit Along auf Marisas Blog Maschenfein Berlin beschäftige ich mich intensiv mit den zwei Zwirnqualitäten Loft und Shelter der Brooklyn Tweed Garnen. Brooklyn Tweed ist ein junges amerikanisches Unternehmen, das Tweedgarn mit einer rein amerikanischen Produktionskette herstellt und das es in nur 3 Qualitäten gibt, den Zwirnen Shelter und Loft und seit neuestem auch dem Dochtgarn Quarry.

IMG_1467Es handelt sich also quasi Regio-Wolle. Beim Stricken stellte ich fest, dass mich die Garne etwas fordern. Und dank Marisa bemerkte ich, dass es nicht nur mir so geht. In unserem Interview soll es das nächste mal auch um die Fragen der anderen Stricker gehen, die mit den Tweedgarnen auf den Nadeln aufgekommen sind.

Doch hier erstmal nur meine persönlichen Erfahrungen. Ich strickte zu erst Shelter, das ist der etwas dickere 2-fach Zwirn. Mit den 4,5 er Nadeln strickte ich ein Rippenbündchen einer Mütze und mit 5er Nadeln den Mützenkorpus in Aranmuster. Was mit sofort auffiel war, dass die Rippe sich ganz anders entwickelte, als ich es von meinem eigenen Garnen gewohnt war. Sie Rippe wurde weniger plastisch und federte nach Dehnung nicht mehr in die Ausgangslange zurück. Also ribbelte ich das ganze wieder auf und schlug weniger Maschen an. Außerdem befürchte ich nun, dass sich das Bündchen mit der Zeit ausleihen wird.

IMG_1629Mein 1. Learning: Meine Mützenbündchen funktionieren bei meinem Kammgarnen super, doch bei Tweedgarn brauchen sie weniger Maschen. Das bedeutet natürlich auch, dass ich das Korpusmuster verändern muss: ich muss Maschen zunehmen, den Aran kostet Oberfläche und ich muss es neu auf die verringerte Rippenanzahl anpassen. Außerdem bemerkte ich, dass Aufribbeln bei Tweed, ziemlich uncool ist. Die bereits luftige und losere Garnoberfläche macht das nicht unbegrenzt mit. Sie verliert an Stabilität und Belastbarkeit. 2. Learning: überleg dir gut, was du strickst bevor du es strickst 😉 Zu guter letzt bemerkte ich, dass dieses Tweedgarn besonders schnell reißt. Als ich bei Loft die Strandbindung aufknoten wollte, erledigte sich das Knoten schnell von alleine. Ich zwirbelte also den Zwirn aus Neugierde mal auf und zog ein paar Fasern ab. Und ich war baff, wie extrem kurz die Fasern darin sind. 3. Learning: Tweed ist nicht gleich Tweed.

Der Gesamteindruck war: an Brooklyn Tweed ist irgendetwas anders…Hm.

Um heraus zu finden, was an diesen Garnen anders ist, begann ich der der Faser zu folgen und auf diesen kleinen Tripp möchte ich euch jetzt mitnehmen.

Alle Garne werden aus der amerikanischen Schafrasse Targhee-Columbia aus Wyoming produziert.

Targhee-Sheep Wyoming

Darf ich vorstellen, das ist ein Targhee-Schaf aus Wyoming. Ja, richtig, das ist kein Targhee-Columbia-Schaf. Und da fängt es schon an 😉

Crossbreed aus Crossbreeds

Das Targhee-Columbia-Schaf ist eine Crossbreedrasse aus 2 Crossbreedrassen.

Eine crossbreed, composite breed oder synthetic sheep ist eine Schafrasse, die aus der Kreuzung zweier anderen Rassen entstanden ist. Auf diese Weise können Schafrassen für bestimmte Landschaften oder eine bestimmte Nutzung optimiert werden. Ein Beispiel für eine angepasste composite breed sind die Corriedale, die um 1880 in Neuseeland gezüchtet wurden. Vorherrschende Rassen wie die Merinos waren für trockene Graslandschaften geeignet oder für satte Weidengegenden wie die Romneys. Gewünscht war aber ein Schaf für eine Region dazwischen. Also kreuzte man Merinos mit Leicesters (Lincolns) und das Ergebnis waren die Corriedales.

Unser Schaf ist also eine Kreuzung aus Targhees und Columbias. Beide Rassen sind aber selbst Kreuzungen: Das Columbia-Schaf ist eine Kreuzung aus Rambouillet und Lincoln. Beim dem Targhee ist es noch etwas verzwickter: Es wurden Rambouillets Böcke mit Crossbreed-Mutterschafen bestehend aus Rambouillet gekreuzt mit Corriedales oder Lincolns.

Das waren jetzt viele Kreuzungen auf einmal. Deshalb möchte ich gerne erstmal alle beteiligten Schafe einzeln vorstellen. Kennt man sie etwas besser, dann fällt es leichter, die Kreuzungen nach zu verfolgen.

Die alten englischen Longwools

Lincoln_sheepEin eine Rasse, die in unsere Wolle vorkommt sind die Lincolns und Leicesters (Abb. links). Beide gehören zur english longwoolfamily, die möglicherweise auf einen Schafimport der Römer während dem Römischen Reich zurückgeht, so will es zumindest Plinius gewusst haben. Die Leicester-Schafe produzieren die längsten Lochen bis zu 36 cm. Meist werden sie 2 mal jährlich geschoren, um die Fasern besser industriell nutzen zu könne. Sie sind die Rasse Nr. 1 für lange Locken, die bei Handspinner sehr beliebt sind. Die Lincolns sind ebenfalls eine alt eingesessene englische Langhaarrasse aus Lincolnshire. Die Tiere waren aber recht schmächtig und boten wenig Fleischertrag. Robert Bakewell kreuzte die Lincolns mit dem Leicester und das Ergebnis waren größer und breiter Tiere. Diese Tiere wurden dann von Schäfern wieder in die Lincolns eingekreuzt, so dass die Schafe neben dem großen Wollertrag auch einen Fleischertrag lieferten.

Der Cousin des königlichen Merinos

A_merino_ram._Lithograph_after_N._Huet,_the_elder._Wellcome_V0021693Eine weitere Rasse sind die Rambouillets und die sind verwand mit den Merinos (Abb. links). Die Familie des Merinoschafes hat königliche Wurzeln. Im 12. und 13. Jh., zur Zeit der Almohaden, kreuzte der spanische Herrscher seine Mutterschafe mit Böcken der Berber in Marokko auf der anderen Seite der Straße von Gibraltar. Das Ergebnis waren Schafe mit äußerst feinen und dichten Wollvliesen. Sie wurden nach dem afrikanischen Stamm der Meriniden benannt. Im Mittelalter stand der Export dieser neuen Schafrasse unter Todesstrafe und Spanien betreibte weltweit Handel mit seiner feinen Wolle (Abb. rechts).

merinoAb dem 18. Jh. war der Export der Tiere erlaubt und Ludwig der 16, König von Frankreich und Bourbone (Herrscher Spanien seit 1700) holte sich round about 400 Tiere auf seine Nebenresidenz in Rambouillet in Nordfrankreich. Er veränderte die Merinos durch Züchtung und es entstand die eigene Rasse der Rambouillets. 1840 gelangten die Tiere dann nach Nordamerika und passten sich weiter an. Die heutigen Rambouilltes tragen in ihrer Wolle noch viel von ihren Vorfahren den Merinos, wie der leichte Glanz, die Belastbarkeit und der regelmäßige Crimp (Kräuselung).

Wir haben also mit diesen Rassen zu tun: Rambouillet, Lincoln, Corriedale (siehe oben, crossbreed). Was passiert nun mit dem Fasern bei der Kreuzerei? Jede Faser trägt die Eigenschaften der genetischen Vorfahren in unterschiedlicher Gewichtung in sich.

Schauen wir uns also mal die Fasern an

Rambouillet (Finewoolbreed)

rambouillet

Die Merino-Abkömmlinge liefern ein genauso hochwertiges Wollvlies wie ihre Vorfahren, aber mit einer kürzeren Stapellänge und weniger Glanz. Sie haben auch einen definierten Crimp, der aber unorganisierter ist als bei Merinos. Die Fasern sind damit wärmer, elastischer und voluminöser. Durch einen langen Auszug wird das Garn bouncy und voluminös. Durch die kürzeren Fasern und einem höheren Anteil kurzer Fasern im Vlies ist es wichtig das Garn nicht zu dick zu spinnen oder mit einem hohen Dralleinstatz. Andernfalls kann es zu fehlender Stabilität im Garn kommen. Rambouillet ist eine Faser, die für Streichgarn gut geeignet ist (woolen).

  • Stapellänge: 5-10 cm (eher kurz)
  • Feinheit: 18-24 mic (fein bis medium)
  • Filzeigenschaften: gut
  • Faservorbereitung: feiner Kardieraufstatz oder kämmen.
  • Spinnen: woolen-spun, fein spinnen wegen dem Anteil kurzer Fasern
  • Tragekomfort: für direkten Hautkontakt geeignet.

Lincoln (Longwoolbreed)

lincolnlongwoolDie Lincolns sind die Giganten der Haarproduktion. Ihre Vliese sind schwer und liefern eine unglaubliche Stapellänge von bis zu 76 cm im Extremfall. Ihre Locken sind außerdem glänzend und seidig, aber auch gröber im Faserdurchmesser. Diese Rasse ist mit ihren fantastischen Locken besonders für Handspinner und Filter interessant. Aber auch als Einkreuzung für anderen Rassen, um die Wollqualität zu optimieren.

  • Stabellänge: 18-36 cm
  • Feinheit: 41-45 mic (grob)
  • Locken: schwere, üppige Locken, spiralförmige Enden mit definierten, regelmäßigen und großen Wellen
  • Spinnen: die Fasern eigenen sich für Lockengarne oder anderen texturierten Garnen in der Handspinnerei oder zum Filzen
  • Tragekompfort: die Locken sind schmeichelnde Effekte, aber das Garn aus ihnen strapazierfähig, aber selten.

Das Columbia-Schaf – eine Kreuzung aus Rambouillet und Lincoln

ColumbiaHochwertiges, weiches und kurzes Vlies trifft also auf gröberen Faserdurchmesser mit extremer Länge und großer Fasermenge. Das Ergebnis ist ein höher Vlies-Output mit feinen, aber längeren Haaren. Die Fasern haben kaum Glanz und ihr Krimp ist eher unorganisiert, was wieder mehr Volumen, Elastizität und Wären mit sich bringt. Columbia trägt noch viel Rambouillet in sich, aber zu einer Allround-Faser angepasst.

Übrigens gab es eine Mirror-breed, die Panamas. Sie entstanden Zeitgleich wie die Columbia aus den gleichen Ausgangsrassen, nur das die Geschlechter vertauscht wurden. Leider ist diese Rasse heute nicht bis kaum mehr zu finden.

  • Stapellänge: 7,5 – 15 cm (mittlere Länge)
  • Feinheit: 23-31 mic (medium)
  • Filzeigenschaft: gut
  • Faservorbereitung: kardieren, kämme, aus der Flocke spinnen, alles ist möglich
  • Spinnen: woolen, worsted, alles ist möglich.

Die Targhee-Mischung

TargheeDie Targhees entstanden aus einer Züchtung der USDA Shell Experiment Station in Idaho, USA in den 20ern. Es wurden also Rambouillets Böcke mit Mutterschafen bestehend aus Rambouillet mit Corriedales oder Lincolns gekreuzt. Es handelt sich also auch hier um einer optimierte Rambouillet-Rasse. Die Corriedale sind ihrerseits, wie die Rambuillets eine Kreuzung aus Merino und Leicester (also Lincolns). Uns begegnet also immer wieder die Mischung aus Rambouillet und Lincoln was ein Treffen von feiner Wolle mit lange Wolle bedeutet.

Die Traghee-Faser ist eine feine, weiche Wolle mit viel Volumen und Elastizität und daher besonders für Streichgarne geeignet. Die Elastizität ist eher weich und biegsam als federnd. Das ist eine Eigenschaft, die besonders in den Strickstücken aus den Tweedgarnen spürbar ist. Die Fasern sind matt und haben viel und unregelmäßigen Crimp (hoher Lufteinschluss und Volumen). Da diese Fasern auch kurz ausfallen könne, sollte sie mit viel Drall versponnen werden, sonst fehlt es dem Garn später an Stabilität und Belastbarkeit.

  • Stapellänge: 7,5-12,5 cm (kurz bis mittel)
  • Feinheit: 22 – 25 mic (medium)
  • Filzeigenschaften: gut
  • Faservorbereitung: abhängig von der Faserlänge kardieren oder kämmen, aus der Flocke, beim Kardieren den feinen Belag wählen, da es sonst zu Noppen kommen kann
  • Spinnen: woolen, behutsam mit viel Drall (kurze Faserlänge).

Zusammenfassend heißt das nun…

Die Targhee-Columbia Fasern enthalten einen hohen Anteil von Rambuillet-Eigenschaften. Sowohl das Targhee-Schaf wird durch Rambouillet dominiert, als auch das Columbia-Schaf. Immer wieder wurde das Rambouillet-Schaf durch Einkreuzungen von Lincoln hin zu etwas mehr Stapellänge und Belastbarkeit optimiert. Sicherlich taucht auch Corriedale im Genpool auf, doch auch diese Schafe sind eine Kreuzung aus Merino (dem Rambouillet-Ahne) und Leicester (dem Lincoln-Bruder). Wollen wir also unsere Tweedgarne verstehen, so sollten wir Rambouillet-Fasern verstehen.

Die Targhee-Columbiafasern sind also:

  • sehr leicht
  • sehr warm
  • sehr weich
  • voluminös
  • elastisch, aber nicht rückfedernd
  • matt
  • und in unserem Fall eher die kurze Variante

Für die Spinner heißt das:

  • Kardieren mit feinem Belag
  • spinnen aus der Flocke
  • flickkarden
  • Kämmen, falls die Fasern länger ausfallen
  • woolen, langer Auszug
  • mit wenig Zug um die Elastizität zu erhalten
  • feinere Einzelfäden, um die Stabilität trotz kurzer Fasern zu erhalten
  • Etwas mehr Drall als üblich, um die Belastbarkeit zu erhalten
  • Perfekt für Tweedmischungen oder Mischungen mit etwas längeren krausen Fasern.

Für die Stricker heißt das:

  • Ergibt ein weiches und leichtes Strickstück
  • Ergibt ein warmes Strickstück
  •  Es kann gut auf der Haut getragen werden
  •  Es kann auch mit etwas größeren Nadeln gestrickt werden ohne dass es an Wärme verliert
  • Die Maschen sind eher etwas heterogener und nicht so definiert wie bei glatten Garnen
  • Elastische Bündchen können schneller ausleihern und federn weniger zurück
  • Achtung beim Aufribbeln, das rauht die Garnoberfläche schneller auf und reduziert die Belastbarkeit.
  • Gut geeignet für Warme Kleidungsstücke, aber weniger für Handschuhe und belastete Teile.
  • Achtung beim Waschen!

Was ich noch besonders charmant an den Garnen von Brooklyn Tweed empfinde sind die Pflanzenreste. Die Firma wirbt mit ihrer schonender Waschung ohne keine chemische Behandlung. Das ergibt auch Sinn, denn die Fasern filzen schnell. Wer ein Garn mit absolut keinen Resten strickt, kann sich relativ sicher sein, dass da Chemie im Spiel war. Da zupf ich dich lieber 😉

Außerdem fehlt das Kämmen im industriellen Spinnprozess. Es wird direkt aus dem Vlies gesponnen. Das entspricht auch der typischen Vorgehensweise beim Handspinnen von Streichgarn. Die unterschiedliche Faserlängen bleiben erhalten und die das Garn wird mit viel Luft versponnen. So wird es so voluminös und wärmend, aber so kommt auch die leichte Unregelmäßigkeit in der Stärke zustande. Das gehört einfach zu deinem Garntyp dazu.

Bleibt die letzte Frage: Warum reißen die Garne so schnell?

brooklyntweedfaserlängeBrooklyn Tweed wirbt auf seiner Webseite damit, dass die Garne mit weniger Drall als üblich gesponnen werden. Genau das ist, so vermute ich, der Knackpunkt. Denn immer wieder las ich bei den Fasereigenschaften, der verwandten Schafrassen davon, dass der Spinner die kurzen Fasern mit etwas mehr Drall als üblich verspinnen sollte. Also genau das Gegenteil von dem was Brooklyn Tweed macht. Natürlich ist es dann so, dass die Weichheit und Lustigkeit dafür ein klein wenig einbüßen muss. Mehr Drall heißt macht den Faden immer etwas kompakter, dafür aber auch stabiler. Es geht also um die richtige Balance zwischen Weichheit, Lustigkeit, Volumen und Belastbarkeit und Stabilität. Jeder muss selbst entscheiden, was ihm in seinem Garn wichtiger ist. Die Brooklyn Tweed Garne sind definitiv zum Kuscheln!

Empfohlene Literatur:

  • Robson, Ekarius: The Fleece & Fiber Sourcebook, o.O. 2011.
  • Parkes: The Knitter´s Book of Wool, New York, 2009.
  • Parkes: The Knitter´s Book of Yarn, New York, 2007.
  • Für Antiquariats-Liebhaber:
  • Frölich, Spötter, Tänzer: Wollkunde, Technologie der Textilfasern, Berlin 1929.

Fotos: eigene, CC-Commons sowie Abzüge aus Fiber Source Book (siehe Literatur).

Backlink:  http://www.maschenfein.de

Warum denn deutsche Öko-Wolle?

merino_sheep_largeÖko-Wolle oder Bio-Wolle ist in erster Linie eine ethische Entscheidung. Tierschutz ist ein großes Thema in Sachen Wolle, denn wer es kuschelig mag, wird sich mit australischer oder neuseeländischer Merinowolle beschäftigen müssen. Es ist sogar so, dass das Label „Merino“ bei Bekleidungsprodukten, besonders bei Outdoorbekleidung ein Qualitätsprädikat ist. Merino ist natürlich, es macht einen zu einem Naturburschen und allen voran, es hat die tollen Eigenschaften der Wolle, die im Outdoorsport nun wirklich zum tragen kommen. Also, Merino-Wandersocken oder Merino-Trekkingshirts sind toll, oder?

Leider ist es nicht so einfach. Merino wird meistens aus Neuseeland und Australien importiert und das betrifft nun nicht nur die Wanderfans, sondern auch uns Spinner und Stricker. Die Fasern aus diesen Regionen sind  besonders fein und damit weich. Es gibt natürlich auch europäische und deutsche Merinoschafe, doch deren Wolle ist nicht so weich, wie die südländischen Verwandten. Und genau da liegt das Problem, möchte man die Wolle oder die Wollprodukte mal verkaufen. Die Weichheit ist bei Nicht-Woll-Nerds DAS Kriterium bei der Bewertung der Produkte. Wie oft höre ich beim Feedback: Oh… ist das weich und kuschelig, tolle Wolle! Ja klar, aber das hat einen Preis, einen ethischen Preis.

WearWoolMues10Neuseelandwolle und Australische Wolle ist immer mit dem Thema des Tierschutzes, genauer mit dem Thema des Mulesings verbunden. Mulesing bedeutet, ganz einfach beschrieben, das Abschneiden der Schwänze und Pobacken der Lämmer. Dazu werden sie auf Vorrichtungen mit den Po nach oben geklemmt und dann kommt das Messer. Wer hart im Nehmen ist, kann den Begriff bei Youtube eingeben und sich das Vorgehen ansehen. Der Hintergrund ist sind Fliegen, die ihre Larven in die Hautfalten der Tiere legen. Das ist natürlich ein Problem für die Tiere und muss behandelt werden. Das Problem ist mehrschichtig. Zum Einen hängt es mit der Züchtung der Merino zusammen, die zu Gunsten des Wollertrags so gezüchtet wurden, dass sie eine besonders große Hautfläche haben, die dann zu diesen Hautfalten führt. Hier sammeln sich auch Urin und Schweiß und führen ebenfalls zu gesundheitlichen Problemen. Zum Anderen hängt es mit dem Klima in den beiden Ländern zusammen, die das Vorkommen dieser Fliege ermöglicht. Deshalb ist es eine Möglichkeit, die Merinofasern aus Ländern zu beziehen, die einfach ein anderes Klima haben und damit kein Fliegenproblem. Eine Alternative ist Südamerika, meistens Argentinien, wo auch ich meine Wolle beziehe, die den kuschelbedürftigen Kunden glücklich machen kann.

Selbstverständlich sind auch Initiativen für den Tierschutz angesagt. Und hier spielt nicht nur das Mulesing eine Rolle. Wer mehr darüber erfahren möchte, kann das unter anderem bei PETA tun. Doch der Konsum ist auch eine Möglichkeit der Einflussnahme, die nun wirklich jeder hat.

duckworth_gravelly_mountains_2Wer sich darüber informieren möchte, wird hier und da Labels finden, die auf solche Fragen eingehen und versuchen eine Ethische Wolle zu vermarkten, sodass auch solche Produkte auf dem Markt zu finden sind. Es kostet etwas Mühe und Zeit, diese Produkte zu finden und sie kosten – zu Recht – mehr Gelt und schränken die Auswahl und den schnellen Konsum ein. Hier sei auf einen anderen Blog verwiesen, der ein solches Laben vorstellt. Eine andere rein deutsche Outdoor-Marke ist Mufflon, die ich schon unter Extrembedingungen tragen konnte.

Aber als Spinner möchte ich wieder auf unsere regionale Wolle hinweisen. Sie hat mehrere Vorteile: Einer ist, dass es das wie diese Fliege nicht haben. Ein weiterer Vorteil ist, dass sie regional ist und damit nicht über weite Strecken importiert werden muss und somit umweltfreundlicher ist. Geringerer logistischer Aufwand, bedeutet weniger globale Energieverschwendung.

Foto-4Zwei weitere, für mich sehr entscheidende Argumente sind die: ein regionaler kleiner Hof oder gar Hobbyzüchter muss, so oder so seine Wolle loswerden. Schon alleine, damit seine Tiere keinen Hitzschlag bekommen. Oft gibt es Engpässe bei den Scherern und ist die Wolle runter, dann wissen Viele nicht wohin damit. Verkaufen geht so ohne weiteres nicht, keiner bekommt mehr einen angemessenen Preis (hier sei wieder auf die Großfarmen und Importe quer durch die Welt verwiesen) und wer zahlt den Aufwand des Waschens und Kardierens in einer Kardiererei. Sicherlich gibt es Sammelstellen, doch das sind die Sorgen, die mir die privaten Schafhalter und Hobbyzüchter berichten. Der Aufwand und die fehlende Entlohnung ist das Thema. Also wandert die Wolle auf den Müll oder wird verbrannt. Für mich beginnt genau hier die schmerzliche Geringschätzung der Gaben der Natur und der Tiere. Sie liegt nicht bei den Schäfern, sondern in unserem System der Wollvermarktung und letztlich in unserem Konsum.

Foto-2Das andere Argument ist, dass ich jederzeit diese Höfe besuchen kann und die Tiere dort sehe. Und ich sehe (bei jenen, die ich kenne), Schafnerds, die ihre 3-8 Tiere lieben. Ich sehe Kleinstherden und Halter, die ihre Tiere mit Homöopathie vor der Schur beruhigen. Von Homöopathie kann man nun halten was man will, es ist aber ein Ausdruck der liebevollen Haltung. Sicherlich gibt es auch andere Halter, die ebenfalls den Tierschutz verletzen, doch das kann ich mir ja ansehen. Ich muss mich nicht auf das Wort von Großhändlern verlassen, die auch kaum zu jedem einzelnen Hof reisen können, dessen Voll irgendwann bei ihnen landet. Und zuletzt gibt es noch die Bio-Halter. Für mich persönlich ist zertifiziertes Bio genauso gut, wie jene Hobbyhalter, die ihren Tieren Globuli verabreichen, denn in beiden Fällen findet der maximale Tierschutz statt, sei es aus Liebe zu den 3 Tieren oder sei es um die Bio-Richtlinien zu erfüllen.

80237778-w-600Wo liegt also nun das Problem mit dieser Wolle? Das Problem ist, dass sie kratzen kann. Ein weiteres Problem gibt es eigentlich nicht. Deutsche Wolle ist auf Grund unserer Klimazone anders beschaffen als südländische Wolle. Selbstverständlich geht es dabei nicht nur um deutsche Merinowolle, sondern auch um andere Schafrassen, wie der Coburger Fuchs oder Milch- oder Fleischschafmischungen. Sie alle sind robuster und etwas krauser. Das erzeugt auf der Haut später das Gefühl der Killerns. Und das macht sie leider für dem Mainstream-Markt schwer verkäuflich.

Ich möchte sie aber trotzdem nutzen und verarbeiten. Ich hoffe daher auf eine kleine Zielgruppe von Wollliebhabern, die einerseits etwas Killern auf der Haut ertragen können und andererseits, die ethischen Vorzüge bewusst fördern wollen. Glücklicherweise wächst das Bewusstsein für Regionalist und Bio, sodass ich hier und da schon Nachfragen nach solchen Produkten bekommen habe. Diesen Nachfragen möchte ich nun nachkommen.

Foto-3Für uns Spinner bedeutet es aber, dass wir unsere Spinntechnik an diese Fasern anpassen müssen. Es ist ja das altbekannte Spiel: Die Faser bestimmt die Technik und dann Garntyp. Es ist nicht möglich ein schönes Ergebnis zu bekommen wenn ich eine Seidenfaser in Rolags packe und sie mit dem langen Auszug zu einem Streichgarn verspinnen möchte. Logisch, oder? Und so ist es nicht möglich bestimmte Regio-Fasern zu kämmen und mit dem kurzen Auszug zu einem glatten Kammgarn zu verspinnen. Das Ergebnis wäre ein hartes und kratziges Garn, dass am ehesten zum Teppichweben geeignet wäre. Dagegen spricht natürlich nichts, solange es nicht zu einer Mütze werden soll, die später mal einen Dawanda-Kunden glücklich machen soll.

Um das Wie und Was geht soll es im nächsten Post gehen. Da möchte ich zeigen, wie es mir mit meiner Demeter zertifizierten fränkischen Wolle geht, die von einem Musterhof aus meiner alten Heimat stammt und alles erfüllt, was mein Öko-Herz wünscht.