SOMMERZEIT im Shop!!!

Zurück aus dem Urlaub mit ner Menge Sonne im Gepäck!

Wer bis jetzt geglaubt hat, dass sich Wolle und Sommersonne sich widersprechen, der sollte jetzt mal einen kleinen Blick ins Shop-Update blicken.

Ein neues Produkt ist eingezogen. Feine reine Maulbeerseidenkammzüge, natürlich handgefärbt. Sie stecken häufig in meinen Vliesen und Rolags und sind perfekt geeignet um sie mit allerlei Fasern auf dem Kardierbrett oder dem Drumcarder zu mischen. Das an ihnen ist, dass sie keinen Uni-Farbton haben, sondern innerhalb der Faser farblich verlaufen. Natürlich können die Seidenkammzüge auch pur versponnen werden oder eingefilzt werden.

Die Sommerlaune in der Werkstatt geht noch weiter und das nächste Shop-Update wird nächste Woche kommen. Dann kommen noch einige handgefärbte BLF-Kammzüge, der letzte Schwung Wensleydale-Locken für dieses Jahr, handgefärbte Seidenkammzüge diesmal nicht als kompaktes Band, sondern als breites Band und zu guter letzt werden Merino-Seiden-Vliese in Sommerfarben kommen.

Seid gespannt, denn es wird das letzte Shop-Update vor dem bevorstehenden Herbst sein.

Liebe Grüße aus der Sommer-Sonnen-Launen-Werkstatt 🙂

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Keiner ist wie der Andere…

Seit kurzen färbe ich Kammzüge selbst. Yeah, das macht echt Spaß.

Nachdem ich endlich einen filzfreien und schonenden Ablauf ausgetüftelt, der in meinem Setting in der Werkstatt auch gut funktioniert, habe ich begonnen unterschiedliche Fasermischungen zu testen. Und dabei ist mir was aufgefallen, was für andere Färber bestimmt ein alter Schuh ist: Die Fasermischungen nehmen die Farben unterschiedlich an. Jo.

Aber das letzte Mal hatte ich zufällig noch reines Merino in jeder gleicher Farbmischung mitgeführt, sodass sich diesmal ein sehr eindrücklicher Vergleich ergab. Und den möchte ich euch mal zeigen.

Also, diesmal kein großes Blabla, sondern einfach ein paar Bilder. Rechts seht ihr immer das Merino und links die wechselnde Fasermischung. Viel Spaß damit:-)

  1. BLF + Milchseide (50:50, verteilt)
  2. BLF + Kidmohair (70:30, verteilt)
  3. Merino + Soja (in Strängen)
  4. Merino + Bambus (50:50, verteilt, Bambus wird nicht gefärbt)
  5. Merino + Bambus (in Strängen, Bambus wird nicht gefärbt)

Deb Menz: Color in Spinning

Heute möchte ich ein Buch vorstellen, dass ich in den letzten Tagen gelesen habe:

518N50B1SZL._SL500_AA300_Color in Spinning von Deb Menz

In diesem Buch wird geht es ausschließlich um den Einsatz der Farbe in Garnen. Deb Menz beginnt dabei bei der Farbtheorie. Im ersten Moment habe ich einen ermüdenden Theorieteil über etwas erwartet, was eigentlich offensichtlich ist und sich dem Gefühl von alleine erschließt… dachte ich. Aber nein. 0068.deb.jpg-550x0Natürlich ging es um die üblichen Punkte: Das Farbrad, Primärfarben, Gegensätze, wie Komplementärfarben oder Farbwärme, Sättigung, Farbwert usw. Jeder, der mal Spaß im Kunstunterricht hatte, kennt das. Aber sie fasst diese so detailliert und strukturiert zusammen, dass es gewinnbringend ist, sich das alles noch mal in aller Ruhe zu vergegenwärtigen. Besonders interessant für das Spinnen ist auch der optische Effekt, dass das Gehirn Farbpunkte ab eine bestimmten Entfernung wieder mischt. Klar, aber wichtig, für das Endergebnis Strickstück, denn schon das Mischen von Fasern entscheidet über die optische Nah- und Fernwirkung. Foto 3-5Im Prinzip sind das alles die alten Punkte, die es zu bedenken gibt, doch Den Menz schafft mit ihrer analytischen und strukturierten Arbeitsweise alles ziemlich gut zu objektivieren. Perfekt zur Erinnerung oder einfach zum Nachvollziehen, möchte man sich selbst die ganzen Test und Experimente bis man zu diesen wirklich sehr nützlichen Erfahrungen kommt, ersparen. Besonders deutlich wird es beim Färben von einfarbigen Vliesen. Sie behandelt das Immersionsfärben von Protein- und Zellulosefasern und gibt detaillierte Mischrezepte für zwei Farbserien an, aber auch allgemeine Anleitungen für das Färben, die auf alle Farbserien anzuwenden sind.

Foto 2-9Vom einfarbigen Färben kommt sie zum Mischen von Farben. Multicolored Yarns ist das zentralste Thema und sie behandelt alle angrenzenden Techniken: Mischen mit dem Drumcarder, mischen mit unterschiedlichen Kämmen, Mischen von Farben beim Färben von Kammzügen und das Mischen durch das Zwirnen und letztlich dem Stricken oder Weben. Dazu gibt es immer ausführliche Anleitung für dein Einsatz der Geräte, die somit nicht auf das Thema Farbe beschränkt sind.

Foto 1-9Besonders schön finde ich die äußerst reichliche Farbbebilderung. Es ist wunderbar möglich, das Vorher-Nachher mit zu erleben. Was passiert wenn ich diese oder jene Farbe auf die eine oder andere Weise miteinander Mische und dann ein Garn daraus
produziere. Für mich persönlich ist das die beste Art zu lernen: Das Vorher und Nachher neben einander zu sehen.

Foto 5-5Am Ende sind einige ihrer Arbeiten zu sehen, die alle von ihrem ganz persönlichen Charme leben. Deb Menz Garne haben alle einen bestimmten Umgang mit Farben, der sich auch durch das ganze Buch durchzieht. Sicherlich ist es nicht Sinn der Sache, ihre Garne zu reproduzieren und zu einem vergleichbaren Stil zu kommen, dennoch sind ihre Garne eine große Inspiration und es ist schön zu sehen, wie es auch in der Spinnerei möglich ist, eine Wiedererkennungswert in seine Garne zu spinnen, die dann einen ganz individuellen Ausdruck in sich tragen.

Das Buch ist definitiv eines der besten, inhaltsreichen und fundiertesten Spinnbücher auf dem Markt. Es nicht zu übersehen, wie viele Jahre der Arbeit und der Erfahrung in diesen gut 200 Seiten stecken.

Hier noch einige weitere Seiten des Buches:

Detailliert beschreibt sie die Harmonie mehrere Farben miteinander, das Abmischen in Vliesen zu gewünschten Sättigungen sowie die Wirkung und Beeinflussung von Hell-Dunkel-Kontrasten nebeneinander.

Foto 1-5 Foto 2-8 Foto 4-3



Quelle: Foto Deb Menz: http://www.spinningdaily.com/resized-image.ashx/__size/550×0/__key/CommunityServer.Blogs.Components.WeblogFiles/linda/0068.deb.jpg

Dreierlei Lacegarn

Foto 2-2 In den letzten Wochen sind drei Garne entstanden, die ich zusammen zeigen möchte, denn die Fasern dazu kommen aus einer Quelle. Die Kammzüge bestehen aus BLF und Milchseide 50:50. Sie wurden von Sabrina in Bina´s Spinnwerkstatt auf DaWanda handgefärbt. Was ich besonders toll fand ist, dass ich mir die Farbmischungen wünschen konnte und Bina hat meine Vorstellungen umgesetzt! Danke Bina, an dieser Stelle für den lieben Service!

Die Fasermischung ist eine super Sache. Erstens glänzt sie auf eine unaufdringliche Art. Zweitens sind die Fasern sehr weich und seidig, klar BLF ist super weich + Seide. Drittens lassen sich die Fasern super easy ausziehen, dank der Seide und viertens ist diese Mischung sehr langfaserig und ermöglicht unterdrehte dünne Lacegarne.

Die zwei Garne links sind etwas dicker gesponnen und das Garn rechts etwas dünner. Beide Varianten waren überhaupt kein Problem, ich habe versucht zu testen, wie sehr unterdreht ich spinnen kann, ohne dass sie reißen. Es geht ziemlich gut, dank der Faserlänge. So gut, dass ich den ersten Versuch nachdrehen musste, um sicher zu gehen, dass es auch beim Stricken stabil bleibt.

Also, ziemlich coole Mischung 🙂

Foto 1 Foto 1 Foto 4-2

Dying-Day

Kaum ist mein Mann am Wochenende mal nicht da, wird der große Spaghettitopf zweckentfremdet:-)
Und diesmal hat es mit dem Färben geklappt.

Das letzte mal versuchte ich mein Glück mit Eierfarben, doch leider hielt ich mich an die Verpackung, die einem sagte, dass kein Essig nötig sei. Das Ergebnis sah nass super satt aus, doch getrocknet wurde es pastellig.

Diesmal hab ich Simplicol Textifarben genommen, und jeden Strang einfach einfarbig durchgefärbt. Gefolgt bin ich dabei der Anleitung von Nathalie Redding: http://www.youtube.com/watch?v=3C15uYUPeQ8 undhttp://www.youtube.com/watch?v=JNIgeOvL97U
Was ich an Nathalies Anleitung schätze ist, dass sie nicht ein grammgenaues Rezept angibt, sondern zeigt, wie man das nach Gefühl macht und das Prinzip versteht. Das kommt mir sehr entgegen, denn Rezepte werden grundsätzlich nur pi-mal-Daumen befolgt;-)

Bild       

Auch den letzten mehrfarbigen Strang habe ich im Topf mit viel Wasser und Essig gefärbt, in dem ich die Farben, wie Nathalie, einfach nach einander in Wasser gegossen habe. Das führt zu schönen zufälligen Farbübergängen. Für kontrollierte Verläufe ist es natürlich nichts. Hier würde ich die Methode mit Klarsichtfolie, einem feuchten Strang und dem Dünsteinsatz versuchen.

Diesmal jedoch wollte ich mir einfach einen Vorrat an gefärbten Strängen verschaffen, die ich peu à peu zu dünnen Singles verspinne, die ich ebenfalls auf Vorrat halte, damit ich sie einfach nehmen kann, wenn ich Autowrappinggarn machen möchte. Denn das ist momentan so eine Art Langzeitprojekt:-)