Demeter in Handrollen

Dieses Mal möchte ich euch in meinen Shopbetrieb mitnehmen, denn ich bekam eine ganz besondere Bestellung. Eine Wunschmischung aus Demeterfasern zum Verspinnen mit dem langen Auszug.

Wer ist Demeter?

IMG_3781Die Demeterfasern sind nach Demeterstandtard Bio-zertifizierte Fasern von fränkischen Milchschafen, die in meiner Umgebung leben. Ich bin begeistert von diesen Fasern, denn zum einen werden sie nur innerhalb einem SOS-Dorf-Verbund von Demeter-Biohöfen verarbeitet und nicht nach extern verschickt. Genau genommen leben die Schafe nur auf einem Hof in diesem Verbund und ein Schwesternhof hat eine angeschlossene Kardiererei, so dass die Fasern nur von dem einen Hof zum anderen Hof geschickt werden, dort gewaschen und kardiert und wieder zurück geschickt werden. Und das in einer kleinen Menge von wenigen Kilo im Jahr. Es ist so nach nachhaltig wie es nur geht.

Übrigens: Demeter-Biostandart liegen weit über den EU-Biorichtlinien. Sie übertreffen also die gesetzlichen Vorgaben und „arbeiten biologisch-dynamisch, d. h. sie arbeiten auf der Grundlage anthroposophischer und wissenschaftlicher Menschen- und Naturerkenntnis“ (Vgl. http://www.demeter.de am 8.5.2016). Demeterhöfe produzieren innerhalb des Demeterverbundes und bilden somit einen geschlossenen Kreislauf, der z.B. auch die Futtermittel für die Tiere einschließen.

Mehr zu den Demeter-Richtlinien findet ihr hier.

Der andere Punkt, der mich so an diesen Fasern begeistert ist, dass ich die Tiere direkt nach der Schur gesehen habe. Da ich selbst schon Schafe geschoren habe und bei einem Lehrgang gesehen habe, wie viele der Scherer die Tiere nach dem Scheren hinterlassen. Ich war von dieser Schur unheimlich positiv überrascht. Die Tiere hatten keine Verletzungen an der Haut. Beim schnellen oder beim unerfahrenen Scheren, passiert es gerne, dass die Haut der Tiere angeschnitten wird, eine Hautfalte rutscht einfach an die Messer der Schermaschine. Das ist auch mir passiert. Dem Schaf tut das nicht sehr weh, aber es zuckt schon. Ich nehme an, es ist damit vergleichbar, wenn wir uns mit dem Küchenmesser in den Finger schneiden. Passiert das, sollten die Wunden nach dem Scheren desinfiziert und ggf. klammert werden. In der Praxis hatte ich das leider nicht so gewissenhaft erlebt. Umso mehr freute es mich, dass diese Schafe keine Schnitte aufwiesen. Zudem wurden bei diesen Tieren etwa 1-2mm Wolle auf der Haut übrig gelassen, was ich ebenfalls sehr befürworte. Das Schaf hat noch etwas Schutz und man schneidet beim Scheren nicht direkt auf der Haut. Übrigens hatte ich genau das gleiche Bild auch auf einen ganz anderen Demeter-Biohof mit Schafen gesehen. Das war für mich ein tolles Beispiel für schonendes Scheren!

Die Fasermischung herstellen

Demeter1

Diese Fasern habe ich in der Werkstatt mit Säurefarben einfarbig eingefärbt. Diese sollen nun farblich gemischt werden. Das Ziel ist eine feine Melierung, die einen Mischton ergibt, der aber immer noch etwas farbliches Leben hat, wenn die Mischung dann versponnen wird. Und so ging es:

  1. Demeter2Die Farben habe ich nach Augenmaß einzeln in 8 Portionen aufgeteilt. Es sollen 400g am Ende werden, die können nicht in einem Schwung gemischt werden 😉 Es wandern also 50 g auf den Drumkarder, der damit maximal ausgelastet wird.
  2. Ich schichte alle Fasern einer Portion genau übereinander. So stelle ich sicher, dass die Farben gleichmäßig im Vlies verteilt sind.
  3. Demeter3Ich erhalte so 8x50g Vliese mit dem gleichen Farbverhältnis. Die Vliese sehen vielleicht anders aus, das kommt aber nur daher, dass ich die Farben in unterschiedlicher Reihenfolge gelagert habe. Für das Ergebnis in den Rollen ist es unerheblich.
  4. Ich unterteile nun die Vliese wieder in kleine Portionen, etwa 12 in diesem Fall. Das sind die Portionen die dann auf die Handkarden kommen. Ich unterteile die Vliese zunächst in Bändern und teile diese dann wieder in Stücke. So bleibt das Farbsandwich und damit die Farbmischung vom Vlies in den Stücken erhalten.

  5. Nun wandert ein Stück nach dem anderen auf die Handkarde und das kann dauern. Das Kardieren mit dem Handkarden dient in diesem Fall nicht dem Aufbereiten der Fasern aus der Flocke zu spinnbaren Handrollen. Wäre dem so, sollten weniger Fasern auf einmal kardiert werden. Da diese Fasern schon vorbereitet wären geht es nur um die Mischung der Farben. Die Farben sollen fein meliert sein. Das könnte man sicher auch mit dem Drumkarder machen, doch es sind Handrollen gewünscht.
  6.  Nun ziehe ich die Fasern von solch einem Vliesstück auf die Handkarde ab, so findet die erste Vermischung der Farben statt.
  7. Nun kardiere ich die Fasern  etwa 2 mal von einer Karde auf die andere. Öfters mache ich es nicht, denn dann wäre die Mischung so fein gemischt, dass die Einzelfalben nicht mehr zu sehen wären. Das soll auch nicht geschehen.

    Ich kardiere alles von der ersten beladenen Karde (Bild 1) auf die zweite Karde (Bild 2), dann übertrage ich die restlichen Faser auf die zweite Karde (Bild 3) und wechsele die Karden in der Hand. Ich kardiere das zweite Mal die Fasern auf die leere Karde (Bild 4) und übertrage wieder die restlichen Fasern auf die zweite Karde und diese klemme ich dann zwischen die Beine um die Handrollen zu drehen. (Bild 5).

  8. Fertig vermischt nehme ich mir nun  die Rundstäbe vom Kardiertbrett zur Hilfe. Handrollen kann man eigentlich ausschließlich mit den Händen rollen, ich mag die Stäbe einfach nur und ich tue mir damit leicht. Aber: ich rolle keine Rolags. Ich ziehe die Fasern also nicht so fest auf die Stäbe, die bei Rolags. Ich nutze die Stäbe einfach nur für die runde Form der Rollen. Ich habe so gut wie keinen Zug beim Rollen auf den Fasern. Ich klemme nur die Faserspitzen ein, hebe die Mischung von der Karde und rolle sie mit der Hand um die Stäbe herum.

  9. Demeter14So erhalte ich ganz lockere und gar nicht kompakte (wie bei dem Rolags) Rollen. Rolags mit glatten Fasern sind zwar auch nicht fest, aber die Fasern liegen viel dichter aneinander, so dass diese schmalen, langen und glatten Röllchen entstehen. Das sollte man, meiner Meinung mit krausen Fasern nicht machen. Die Fasern würden sich auf Grund ihrer Krausheit mit einander verhakten, so dass der Auszug aus Rolags ziemlich ungemütlich würde. Die glatten Fasern hingegen rutschen viel leichter aus dem Rolags, sodass es kein Problem darstellt. Also: die krausen Fasern einfach mit viel Gefühl und wenig Zug um die Stäbe legen und sanft anhaften lassen. So lassen sie sich einfach und fluffig wieder aus den Handrollen ziehen.

Et voilà

Viele Stunden später: Das ist der Berg von mehr als 400g Handrollen.

Demeter15

IMG_3779Inzwischen sind diese schon bei ihrer neuen Spinnerin angekommen und werden fleißig versponnen. Ein paar Rollen sind bei mir übrig geblieben, da ich immer ein Tick mehr verarbeite – Safty first – und so habe ich auch eine Rolle versponnen und zu einem Stickmuster verstrickt (die Farben sind in echt grüner). Sie liesen sich super einfach ausziehen und sind gut für den langen Auszug geeignet.

Ich bin gespannt, was die Spinnerin daraus zaubert. Zu gerne würde ich Mäuschen bei meinen lieben Spinnkunden sein. 🙂

Ich wünsche dir viel Vergnügen, liebe Ulrike! Vielleicht findest du ja meinen Blog und siehst, welchen Weg deine Fasern ab dem Schaf in der Werkstatt gingen. 🙂

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Warum denn deutsche Öko-Wolle?

merino_sheep_largeÖko-Wolle oder Bio-Wolle ist in erster Linie eine ethische Entscheidung. Tierschutz ist ein großes Thema in Sachen Wolle, denn wer es kuschelig mag, wird sich mit australischer oder neuseeländischer Merinowolle beschäftigen müssen. Es ist sogar so, dass das Label „Merino“ bei Bekleidungsprodukten, besonders bei Outdoorbekleidung ein Qualitätsprädikat ist. Merino ist natürlich, es macht einen zu einem Naturburschen und allen voran, es hat die tollen Eigenschaften der Wolle, die im Outdoorsport nun wirklich zum tragen kommen. Also, Merino-Wandersocken oder Merino-Trekkingshirts sind toll, oder?

Leider ist es nicht so einfach. Merino wird meistens aus Neuseeland und Australien importiert und das betrifft nun nicht nur die Wanderfans, sondern auch uns Spinner und Stricker. Die Fasern aus diesen Regionen sind  besonders fein und damit weich. Es gibt natürlich auch europäische und deutsche Merinoschafe, doch deren Wolle ist nicht so weich, wie die südländischen Verwandten. Und genau da liegt das Problem, möchte man die Wolle oder die Wollprodukte mal verkaufen. Die Weichheit ist bei Nicht-Woll-Nerds DAS Kriterium bei der Bewertung der Produkte. Wie oft höre ich beim Feedback: Oh… ist das weich und kuschelig, tolle Wolle! Ja klar, aber das hat einen Preis, einen ethischen Preis.

WearWoolMues10Neuseelandwolle und Australische Wolle ist immer mit dem Thema des Tierschutzes, genauer mit dem Thema des Mulesings verbunden. Mulesing bedeutet, ganz einfach beschrieben, das Abschneiden der Schwänze und Pobacken der Lämmer. Dazu werden sie auf Vorrichtungen mit den Po nach oben geklemmt und dann kommt das Messer. Wer hart im Nehmen ist, kann den Begriff bei Youtube eingeben und sich das Vorgehen ansehen. Der Hintergrund ist sind Fliegen, die ihre Larven in die Hautfalten der Tiere legen. Das ist natürlich ein Problem für die Tiere und muss behandelt werden. Das Problem ist mehrschichtig. Zum Einen hängt es mit der Züchtung der Merino zusammen, die zu Gunsten des Wollertrags so gezüchtet wurden, dass sie eine besonders große Hautfläche haben, die dann zu diesen Hautfalten führt. Hier sammeln sich auch Urin und Schweiß und führen ebenfalls zu gesundheitlichen Problemen. Zum Anderen hängt es mit dem Klima in den beiden Ländern zusammen, die das Vorkommen dieser Fliege ermöglicht. Deshalb ist es eine Möglichkeit, die Merinofasern aus Ländern zu beziehen, die einfach ein anderes Klima haben und damit kein Fliegenproblem. Eine Alternative ist Südamerika, meistens Argentinien, wo auch ich meine Wolle beziehe, die den kuschelbedürftigen Kunden glücklich machen kann.

Selbstverständlich sind auch Initiativen für den Tierschutz angesagt. Und hier spielt nicht nur das Mulesing eine Rolle. Wer mehr darüber erfahren möchte, kann das unter anderem bei PETA tun. Doch der Konsum ist auch eine Möglichkeit der Einflussnahme, die nun wirklich jeder hat.

duckworth_gravelly_mountains_2Wer sich darüber informieren möchte, wird hier und da Labels finden, die auf solche Fragen eingehen und versuchen eine Ethische Wolle zu vermarkten, sodass auch solche Produkte auf dem Markt zu finden sind. Es kostet etwas Mühe und Zeit, diese Produkte zu finden und sie kosten – zu Recht – mehr Gelt und schränken die Auswahl und den schnellen Konsum ein. Hier sei auf einen anderen Blog verwiesen, der ein solches Laben vorstellt. Eine andere rein deutsche Outdoor-Marke ist Mufflon, die ich schon unter Extrembedingungen tragen konnte.

Aber als Spinner möchte ich wieder auf unsere regionale Wolle hinweisen. Sie hat mehrere Vorteile: Einer ist, dass es das wie diese Fliege nicht haben. Ein weiterer Vorteil ist, dass sie regional ist und damit nicht über weite Strecken importiert werden muss und somit umweltfreundlicher ist. Geringerer logistischer Aufwand, bedeutet weniger globale Energieverschwendung.

Foto-4Zwei weitere, für mich sehr entscheidende Argumente sind die: ein regionaler kleiner Hof oder gar Hobbyzüchter muss, so oder so seine Wolle loswerden. Schon alleine, damit seine Tiere keinen Hitzschlag bekommen. Oft gibt es Engpässe bei den Scherern und ist die Wolle runter, dann wissen Viele nicht wohin damit. Verkaufen geht so ohne weiteres nicht, keiner bekommt mehr einen angemessenen Preis (hier sei wieder auf die Großfarmen und Importe quer durch die Welt verwiesen) und wer zahlt den Aufwand des Waschens und Kardierens in einer Kardiererei. Sicherlich gibt es Sammelstellen, doch das sind die Sorgen, die mir die privaten Schafhalter und Hobbyzüchter berichten. Der Aufwand und die fehlende Entlohnung ist das Thema. Also wandert die Wolle auf den Müll oder wird verbrannt. Für mich beginnt genau hier die schmerzliche Geringschätzung der Gaben der Natur und der Tiere. Sie liegt nicht bei den Schäfern, sondern in unserem System der Wollvermarktung und letztlich in unserem Konsum.

Foto-2Das andere Argument ist, dass ich jederzeit diese Höfe besuchen kann und die Tiere dort sehe. Und ich sehe (bei jenen, die ich kenne), Schafnerds, die ihre 3-8 Tiere lieben. Ich sehe Kleinstherden und Halter, die ihre Tiere mit Homöopathie vor der Schur beruhigen. Von Homöopathie kann man nun halten was man will, es ist aber ein Ausdruck der liebevollen Haltung. Sicherlich gibt es auch andere Halter, die ebenfalls den Tierschutz verletzen, doch das kann ich mir ja ansehen. Ich muss mich nicht auf das Wort von Großhändlern verlassen, die auch kaum zu jedem einzelnen Hof reisen können, dessen Voll irgendwann bei ihnen landet. Und zuletzt gibt es noch die Bio-Halter. Für mich persönlich ist zertifiziertes Bio genauso gut, wie jene Hobbyhalter, die ihren Tieren Globuli verabreichen, denn in beiden Fällen findet der maximale Tierschutz statt, sei es aus Liebe zu den 3 Tieren oder sei es um die Bio-Richtlinien zu erfüllen.

80237778-w-600Wo liegt also nun das Problem mit dieser Wolle? Das Problem ist, dass sie kratzen kann. Ein weiteres Problem gibt es eigentlich nicht. Deutsche Wolle ist auf Grund unserer Klimazone anders beschaffen als südländische Wolle. Selbstverständlich geht es dabei nicht nur um deutsche Merinowolle, sondern auch um andere Schafrassen, wie der Coburger Fuchs oder Milch- oder Fleischschafmischungen. Sie alle sind robuster und etwas krauser. Das erzeugt auf der Haut später das Gefühl der Killerns. Und das macht sie leider für dem Mainstream-Markt schwer verkäuflich.

Ich möchte sie aber trotzdem nutzen und verarbeiten. Ich hoffe daher auf eine kleine Zielgruppe von Wollliebhabern, die einerseits etwas Killern auf der Haut ertragen können und andererseits, die ethischen Vorzüge bewusst fördern wollen. Glücklicherweise wächst das Bewusstsein für Regionalist und Bio, sodass ich hier und da schon Nachfragen nach solchen Produkten bekommen habe. Diesen Nachfragen möchte ich nun nachkommen.

Foto-3Für uns Spinner bedeutet es aber, dass wir unsere Spinntechnik an diese Fasern anpassen müssen. Es ist ja das altbekannte Spiel: Die Faser bestimmt die Technik und dann Garntyp. Es ist nicht möglich ein schönes Ergebnis zu bekommen wenn ich eine Seidenfaser in Rolags packe und sie mit dem langen Auszug zu einem Streichgarn verspinnen möchte. Logisch, oder? Und so ist es nicht möglich bestimmte Regio-Fasern zu kämmen und mit dem kurzen Auszug zu einem glatten Kammgarn zu verspinnen. Das Ergebnis wäre ein hartes und kratziges Garn, dass am ehesten zum Teppichweben geeignet wäre. Dagegen spricht natürlich nichts, solange es nicht zu einer Mütze werden soll, die später mal einen Dawanda-Kunden glücklich machen soll.

Um das Wie und Was geht soll es im nächsten Post gehen. Da möchte ich zeigen, wie es mir mit meiner Demeter zertifizierten fränkischen Wolle geht, die von einem Musterhof aus meiner alten Heimat stammt und alles erfüllt, was mein Öko-Herz wünscht.

Häkelteppich

Oh weh, die Zeit vergeht so schnell. Und es sind gerade so viele Dinge in der Pipeline, dass keine richtig fertig wird.

Erst gestern wurde ein Garn aus einem superschönen Angoravlies fertig und das sich nun in einem Cowl verwandelt. Heute wollte ich es euch zeigen und dann sehe ich, dass ich es verdusselt habe ein Bild von dem Vlies zu machen. Es war wirklich richtig schön – ein Seidenhase-Vlies. Ich liebe sie! Also wird es noch etwas dauern, bis ich euch den fertigen Cowl zeigen kann 🙂

Dafür ist heute eine Garn-Leiche in einen nützlichen Zustand überführt worden…

Cottoncandy DetailDas Garn hier war vor fast 3 Jahren meine erster Versuch die Demeterwolle, die ich so gerne habe, zu verspinnen. Gleichzeitig war es mein erster Versuch eines Thick `n´ thins und dann noch mein erster Versuch die scharf abgegrenzten kerngesponnen Abschnitte zu fabrizieren. Tja…. eine echte Garn-Leiche eben, denn als Versuchsgarn, war einiges nicht so super gelungen.

Das Hauptproblem war, dass ich ein krauses Garn, dass eigentlich locker zu einem Streichgarn versponnen werden sollte, mit dem kurzen Auszug zu einem glatten Garn versponnen hatte. Das betrifft die dünnen Stellen des Thick `n´thins und den zweiten Einzelfaden zum verzwirnen. Die Folge war, das Garn ist hart, kratzig, steif und absolut nicht tragbar. Es ist das perfekte Beispiel, wie wichtig es ist, die Spinntechniken zu kennen und sie den Faservorgaben anzupassen. Damals war ich erst kurz beim Spinnen und kannte nur den kurzen Auszug. Und so lag das Garn bei mir herum und ich wusste nicht so recht was ich damit machen sollte. Eine Tasche wäre noch eine Alternative gewesen, denn strapazierfähig ist es wahrlich … 😉

Foto 2In einer Nacht und Nebelaktion wurde dann ein Häkelteppich daraus. Mit einer 15mm Häkelnadel und dem einfachsten Häkelstich habe ich Runden gehäkelt. Am Anfang habe ich jede Masche verdoppelt, nach ein paar Runden dann nur noch jede Zweite, wieder ein paar Runden später jede Dritte Masche und  so wurden es immer weniger Dopplungen, bis ich am Ende gar keine mehr doppelte. Ich denke es ergibt wenig Sinn hier alle Runden zu zählen und die Dopplungen anzugeben, denn das schwankt sicher von Garn zu Garn und von Häklerin und Fadenspannung zu anderen. Ich neige zu festen Maschen und musste immer aufpassen schön locker zu häkeln, damit sich der Rand nicht hochwölbt. Je fester gehäkelt wird, desto mehr Dopplungen braucht man, so viel glaube ich sagen zu können… Ich glaube frei Schnauzte zu häkeln funktioniert besser 🙂

Foto 1Der Teppich fühlt sich irre gut an. Beim Stehen spüre ich die Maschenknubbel und das ist wie eine weiche Fußmassage. Der perfekte Morgentepppich, wenn man mit Zahnbürste verknautscht im Bad steht: fußwarm mit Massage 🙂

Jetzt muss er sich nur noch ein wenig einlegenen. Wahrscheinlich wandert er noch in ein warmes Bad.

Demeter-Pulli

Könnt ihr euch noch an meine ersten Demeter-Rolags erinnern?Rolags2

Naturweiße demeter-zertifizierte Biowolle aus der Region mit bunten Merinofasern gemischt.

Versponnen habe ich sie mit dem langen Auszug, in erster Linie um ihn zu üben. Es ergaben ca. 200 g und ich wusste nicht wie viel Garn ich brauchen werde. Es sollte mein erster Pulli werden. Dazu habe ich den einfachsten Schnitt gewählt, den es wohl gibt und glatt rechts gestrickt. Das Vorder- und Rückenteil sind gleich und gerade hochgestrickt. Auch die Arme sind mit nur 4 Zunahmen nahe am Bündchen einfach hochgestrickt und abgekettet. Dann habe ich die Teile einfach zusammen genäht und fertig. Praktisch, dass diese einfachen weiten Schnitte ohne echte gestrickte Schultern und Armrundungen gerade in Mode sind. 😉

photo 2Der Ausschnitt ergibt so einen weiten U-Bootauschnitt, der beim Tragen über eine Schulter rutscht. Die Ärmel reichen bis über die Ellenbogen und der gesamte Pulli endet auf Taillenhöhe. Es soll ein Sommerpulli sein, der an warmen Sommernächten über ein Top gezogen werden kann. Mit 8er Nadeln gestrickt, ist er etwas transparent und man kann etwas das Top darunter erahnen. 

photoDer lange Auszug beim Spinnen macht das Garn luftig und weniger kratzig. Trotzdem hat er mein Kratztest nicht bestanden. Meine Freundinnen sagten als erstes, er würde kratzen. Tja… deutsche Schurwolle ist echt fordernd und gar nicht leicht super weich zu verspinnen. Ich weiß noch nicht wo das Limit liegt. Wie viel tragen die Fasern bei und wie viel trägt der Auszug bei? Ich werde weiter mit dem langen Auszug üben und schauen, wie weich ich diese Fasern verarbeiten kann und wann die Grenze erreicht ist. Ich denke diese Fasern sind es wert, es zu versuchen auszureizen, denn demeter-zertifizierte Biowolle aus der Region ist einfach das Beste, finde ich.

photo 1Ach ja, die Farbschattierungen finde ich wirklich schön. Er wirkt etwas streifig, aber auch etwas wie schattiert gefärbt. Dabei ist die Mischung einfach farbig auf dem Kardierbrett entstanden. Es ist spannend zu sehen, wie sich die gestrickten Farbmischungen unterscheiden, je nach Verwendung des Gerätes, also Kardiermaschine oder Brett. Mal sehen, wie es sich mit den neuen Kämmen entwickeln wird. 🙂

Doku über Alpakas in Peru

Ich möchte hier auf eine ZDF-Doku über Alpakas, ihre Haltung und Fasern, in Peru aufmerksam machen.

http://www.zdf.de/ZDFmediathek#/beitrag/video/2068174/Wilde-Herden—Bei-Hirten-in-Peru

Viel Spaß beim Schauen 🙂

E-book, Fotobuch oder was nun?

Arbeitsbuch7Ich liebe es Garne anzuschauen, aber meistens bleiben die Garne nicht alle hier und irgendwie vermisse ich meine Babies dann. Ich glaube ich bin völlig verschoben, was Garn angeht. Egal, um meine Erinnerungen zu erhalten, habe ich angefangen meine Lieblingsgarne vom letzten Jahr heraus zu suchen und zu einen „Portfolio“ zusammen zu stellen. Ich wollte eigentlich ein Fotoalbum für mich zuhause machen, damit ich mich daran erinnern kann, was ich 2013 gemacht habe und wie. Und irgendwie ist dabei jetzt ein kleines e-book daraus geworden. Und ich weiß nicht was ich damit anfangen soll. Der Versuch ein Fotoalbum drucken zu lassen, hat sich als äußerst kniffelig heraus gestellt.  Es gibt eine Flut von Anbietern, aber alle bieten kein Format, das mir gefällt. Nein, einer hatte es, aber der hat keine Software für den Mac und interessiert auch nicht nach telefonischen Nachfragen für den Teil der Kunden. Tja. Nun stehe ich verwirrt zwischen vielen Onlineanbietern und finde kein passendes Angebot. Spiralbindung, Hardcover, 150g/qm, 200g/qm… und mein Album liegt hier herum.

Leinen: spinnbare Pflanzenfaser

Neben der ganzen Spinnerei, recherchiere ich momentan viel zur Geschichte des Spinnens und dem Fasereinsatz.

Heute möchte ich meine Recherche zur Leinen zusammenfassen. Wenn ihr etwas hinzufügen oder berichtigen möchtet, dann fühlt euch frei beim Kommentieren :-).

Leinen:

Flachs_BB_02_KFlachs oder Leinen ist eine seit Jahrhunderten für die Textilherstellung genutzte Pflanzenfaser. Sie bietet neben Rohmaterial für die Garn und Tuchherstellung auch die Fasern für die Seilerei sowie die Samen als Nahrungsmittel und für die Ölherstellung.

Flachs_002Für die Spinnerei wird der Flachs aus der Bastfaser in den Pflanzenstängeln gewonnen. Der Prozess ist langwierig und kann nur einmal im Jahr erfolgen. Die Ernte erfolgt bei der Gelbreife. Dazu wird die Pflanze aus dem Boden gerissen (gerauft) und auf dem Boden ausgelegt und getrocknet. Dabei reißt die Epidermis und Mikroorganismen dringen in die Stängel ein. Diese sind für die Röste verantwortlich, welche die Faserbündel vom umgebenden Gewebe löst. Neben einer chemischen Röste gibt es zwei Arten der biologischen Röste, die Feldröste und die Wasserröste. Beide müssen zu einem bestimmten Zeitpunkt abgebrochen werden, um die Faserbündel nicht zu zersetzten. Nach erneutem Trockenen werden die Stängel geriffelt (Samenkapseln entfernen), gebrochen (hier entstehen die Schäben, kleine Holzstückchen) und geschwengelt (Entfernen der Schäben, unten rechts). Die Flachsfasern oder Langfasern sind nun vom Holz (Schäben) und kurzen Fasern (Schwungwerg oder Kurzfasern) getrennt. Jetzt folgt das Hecheln (Parallelisieren der Fasern) und die Fasern werden spinnbereit.Flachsstaengel

Der Spinnprozess gestaltet sich anders als der von anderen Fasern. Flachs wird mit Wasser oder Spucke verdreht um die einzelnen Faser zu bändigen und in die gewünschte Lage im Faden zu bringen, das Nassspinnen. Hier möchte ich auf die spinnenden Märchenfiguren hinweisen, die fast immer Flachs und nicht Wolle verspinnen.

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Bei den drei Spinnerinnen gibt es eine die das Rad tritt und einen großen Fuss hat. Eine andere hat einen großen Daumen, sie verdreht den Faden. Und es gibt eine dritte mit einer großen Lippe. Sie ist diejenige, die den Faden befeuchtet. Die Spinnerinnen verspinnen also Leinen. Auch die Spinnerin bei Rumpelstilzchen verspinnt Leinen. Denn das entstehende Gold ist nicht nur eine Metapher, sondern zeigt auch, dass es sich um Flachs handelt.

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Ist der Flachs von guter Qualität (gute klimatische Bedingungen und gute Röste), so wird der Flachs am Ende von hellblonder und glänzender Farbe sein, die im Licht wie Gold wirken kann.

Manchmal wird die Spinnfaser auch auf 70° erhitzt, das löst die Pektine der Fasern und sie lassen sich besser verziehen. Nach dem Spinnen wird der Faden auf der Spule auf 80° erhitzt und getrocknet. Ein Flachsgarn ist durch seine langen Fasern sehr glatt und reißfest.  Es schließt wenig Luft ein und ist bakteriozid, antistatisch und schmutzabweisend. Die geringe Elastizität mach den Stoff knitteranfällig. Leinen tauscht schnell Feuchtigkeit aus und daher wirkt feucht kühlend und warm wärmend. Es wurde für die Herstellung von Sommerkleidung eingesetzt. Flachs wurde in der Geschichte zu einem sehr feinen Garn versponnen, das danach für die Tuchweberei eingesetzt wurde. Das Garn für die Weberei musste von hoher Qualität sein, da sonst Unregelmäßigkeiten für eine schnellere Abnutzung durch Reibung sorgen. Seit dem 19. Jh. wurde der Flachs durch die Baumwolle vom Textilmarkt verdrängt. Heute ist er, wie der Hanf, eher ein Nischenprodukt für Allergiker und Ökoliebhaber.

Ein Diagramm (bitte Anklicken) der Hanfverabeitung, die der Leinenverarbeitung sehr ähnlich ist, zeigt den Ablauf der Arbeitsschritte.800px-09-12-14_Hanfverarbeitung_Hecheln

Gerauftes Leinen und Röste:flachs_gerauft_01

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Das Riffeln: 5c4d64a1176c07fbc418b30046ee22cb

 

Das Brechen: image_thumb.12018

 

Das Hecheln:DSC08420_(320_x_240)hist_Hechel_Buch_gr

Bildquellen:

Blühender Leinen

Verarbeitungsstufen

Flachszöpfe

Schäben

Die 3 Spinnerinnen

Arbeitsschritte

Geraufter Leinen und Röste

Riffeln

Brechen

Hecheln und Grafik

 

Demeter-Rolags zu verkaufen!

Für alle Spinner unter euch: ich habe meinen Ökofaservorrat geplündert und Rolags daraus kardiert. 

Es gibt deshalb im Moment 3 Packen Rolags aus naturbrauner Demeterwolle von Schafen, die auf einem Demeterhof in meiner Region gehalten werden. Diese und andere Fasern gibt es ab jetzt auch im Shop.

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Für diejenigen, die das Demtersiegel nicht kennen, eine ganz knappe Erklärung: Demeter ist eine internationale Bio-Marke und die älteste ökologische Landwirtschaftsmethode, die auf Rudolph Steiner und seine Anthroposophie zurück geht und seit den 1920er praktiziert wird. Ihre Richtlinien sind schärfer als die gesetzlichen EU-Richtlinien für den normalen biologischen Anbau und Tierhaltung. Einige Besonderheiten sind z.B. dass ein Demeterhof als ein Organismus betrachtet wird und einen geschlossenen Kreislauf bilden soll. Es wird im Rhythmus der Jahreszeiten und auch im Mondzyklus gewirtschaftet. Die Fruchtbarkeit der Böden wird durch Mineralien und Kräuterpräparaten und Kuhdung erhalten. Tiere werden besonders artgerecht gehalten,Kühe etwa werden nicht enthornt und es ist nur selbsterzeugtes oder von anderen Demeterhöfen erzeugtes Futter zugelassen. Zusätze wie Tiermehl, Hormone oder Antibiotika sind nicht zulässig.

Hier ein paar Links, einen zur Geschichte von Demeter , einen zur den Richtlinien und eine Kurzfassung.

Von solch einem Hof, auf dem ich die Tiere auch besichtigen kann, beziehe ich direkt diese Fasern in Naturfarben. Sie sind leicht kraus und haben verschiedene Längen. Sie liegen also nicht als Kammzug vor, sondern kardiert. Sie ergeben ein weiches Spinnergebnis, wenn sie auch dementsprechend versponnen werden. Das heißt mit dem langen oder mittleren Auszug. Verspinnt man sie wie glatte Fasern aus einem Kammzug mit dem kurzen Auszug, so kommt ein Garn heraus, das nicht glücklich machen wird, sondern unangenehm kratzt. Die Faservorbereitung zu Rolags eignet sich perfekt für den Auszug von wollenen Garn und kann direkt versponnen werden.

Ein Sorte Rolags ist gemischt mit Merinofasern in rot, rosa und pink (100 g).

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Die zweite Sorte ist gemischt mit Merinofasern in unterschiedlichen Blautönen (91 g).

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Und die dritte Sorte beinhaltet bunte Fasern aus recycelter indischer Sariseide (98 g).

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Ich verkaufe sie für 7,50 € / 50 g.

Die Rolags sind nicht alle gleich schwer, sondern variieren ein wenig. Wenn ihr also die Rolags unterteilen wollt, um für das Zwirnen später ungefähr gleich lange Fäden zu haben, dann achtet darauf, dass ein oder zwei Rolags ein wenig schwerer sind. Die anderen sind ein etwa ähnlich. Wer es ganz genau haben will, sollte alle Rolags einfach in der Mitte unterteilen, dann hat er exakt die Hälfte. Für das Spinnen macht es absolut keinen Unterschied, denn die Rolags sind ohnehin recht lang und es kann als angenehmer für das Spinnen empfunden werden, wenn sie kürzer sind.

Die letzte Sorte Rolags, die mit der Sariseide vermischt sind, habe ich vor einiger Zeit selbst versponnen und zu einer Mütze gestrickt. Und so sieht das Ergebnis aus:

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Tragbare Demeter – Wolle

Foto 2 KopieDiesmal war das rosa Riesenbatt fällig: Demeterwolle, Merino, handgefärbte Eiderwolle, Ramie und Angelina. Das Vlies war wieder in zwei Schichten aufgebaut wobei die untere Schicht aus einem Farbverlauf von Weiß zu Pink besteht. Ein Großteil der Fasern sind eher kraus, sodass ich wieder die Technik anwendete, die ich beim Garn „Dog Rose“ von medium draw ableitete, um sie für das corespinning zu nutzen. Foto-35 KopieSo wurde das corespun Garn sehr voluminös, obwohl weniger Fasern um den Kern gesponnen wurden, als bei meiner normalen corespinning Technik. Ich bin wirklich überrascht, dass diese Technik ein so weiches Garn aus diesen Fasern produzieren kann. Denn vor nicht allzu langer Zeit war ich von den kratzigen Ergebnissen, die mit diesen Fasern in Kombi mit meiner alten Methode entstanden sind, noch recht frustriert. Ich freue mich sehr, dass ich endlich diese tolle regionale Wolle mit Demetersiegel so verspinnen kann, dass sie angenehm und tragbar ist.

Der Single wurde dann mit einem Kashmirgarn verzwirnt (spinal-ply). Das Garn hat diesmal keinen,  sich regelmäßig wiederholenden Farbverlauf, sondern einen einzigen Verlauf, der bei weiß beginnt und bei pink endet.Foto-32 Kopie 2Foto-36 Kopie

Dog Rose – medium draw beim corespinning

Im Moment ist bei mir corespinning ohne Ende angesagt.

Diesmal habe ich es mit anderen Fasern versucht. Normalerweise nehme ich glatte Fasern wie Merino, Milchfasern, und Angelina. Die Vliese lassen sich leicht ausziehen und die langen glatten Fasern legen sich leicht um den Core. Das Garn ist logischerweise sehr glatt und die unterschiedlichen Fasern kommen gut zur Geltung.

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Bei diesem Vlies habe ich hauptsächliche meine braune Demeterwolle benutzt. Sie ist ja etwas kraus und hat Fasern unterschiedlicher Länge im Ausgangsvlies. Eben kein Kammzug, sondern ein kardiertes Vlies, dass eigentlich für woolen oder semi-woolen yarns geeignet ist. Ich habe es im drumcarder mit ein paar pinken und hellgrünen Merinofasern, etwas handgefärbten Coburger Fuchs und Remie gemischt. Alles in allem immer noch nichts für ein glattes Garn.

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Das Vlies ist in Schichten mit den unterschiedlichen Farben aufgebaut und enthält keinen Farbverlauf. Damit alle Farben gleichmäßig im Garn auftauchen habe ich es in lange Längsstreifen geteilt. Im Querschnitt könnt ihr die farbigen Schichten sehen. Auf dem Bild liegen mehrere Streifen auf ihrer Seite hintereinander.

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Diese Streifen habe ich ausgezogen und wie Kardenbänder gewickelt.

Btw: was sagt man auf deutsch zu predrafting?

Dann ging es ans Spinnen. Ich hab etwas versucht, was eigentlich im ersten Moment absurd war. Ich habe versucht, trotz des corespinnings, mich wie beim Spinnen eines flauschiges Garn zu verhalten. Klar kann ich beim corespinning keinen echten langen Auszug machen. Aber ich kann sich die Fasern durch die Anhaftung am Kern und dessen Drehung selbst ausziehen und um ihn wickelt lassen. Dabei greife ich die Fasern wie beim medium draw weiter hinten und justiere sie nicht nach, wenn sie sich um den Kern wickeln. Und vor allem drücke ich sie nicht platt und damit die Luft hinaus.

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Es war ein spannender Prozess, der am Anfang erstmal gar nicht so gut klappte. Aber im Verlauf des Spinnens wurde er immer leichter und ich merkte, wie sich das Garn fast von alleine sponn. Die Schicht Fasern um den Kern wurde immer geringer, aber durch die Faserbeschaffenheit voluminöser. Das bedeutet für das Garn, dass es wirklich sehr viel leichter, weicher und richtig fluffig wurde. Es sind ja viel Luft und ein paar Fasern um den Kern.

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Was ich auch sehr spannend finde ist, dass ich das Garn schneller und mit geringeren Drall spinnen konnte. Es ist nun ein richtiges low-twist Garn geworden. Aber die Fasern liegen im Winkel eines corespun Garnes. Auf den Bildern sieht man den Unterschied zu einem glatten corespun vielleicht kaum. Ok, es sieht nicht so glatt aus 😉 Den Unterschied merkt man, so finde ich, erst beim Anfassen. Es ist leicht, fluffig und voller Luft. Das war eine echt faszinierende Reise. Ach ja, ab und zu sind noch ein paar autowrapps mit dem Kern dabei… Probierts aus!