Rosen und die Baustelle

 

Hallo ihr Lieben und einen wunderschönen 1. Mai!

Ich hoffe ihr habt einen entspannten Feiertag und genießt das feucht, frühlingshafte Wetter. Ich liebe es, denn meine Wiese wächst und wächst und meine Schafe freuen sich auf ihre Rasenmähertätigkeit.

Heute zeige ich euch ein paar Bilder von der Baustelle, denn – Tataaaaa – sie neigt sich gen Ende. Wir stecken ja, soweit ich mich erinnere, im 12. Monat Arbeit. Ein ganzes Jahr, uff. Das hätten wir nicht gedacht. 1 Halbes vielleicht… Aber ein ganzen Jahr durcharbeiten? Naja und wir haben nur die Hälfte des Raumes dann geschafft.

Das Atelier kommt in einen ehemaligen Industriebau, dessen Erdgeschoss rießig ist. Und so bekommt das Atelier auch nur die Hälfte zur Verfügung gestellt und die andere Hälfte dient unseren Hofbewohnern mal als Gemeinschaftsraum. Wir sind ja inzwischen auf 7 Erwachsene mit mehrere Kindern in der Gemeinschaft heran gewachsen und da ist so ein Gemeinschaftsraum mit Küche und Bad echt praktisch. Aber wie gesagt, der Teil des Erdgeschosses ist noch auf 70% der Sanierungsarbeiten.

Im Atelier bauen wir gerade am vorletzten Arbeitsschritt, dem Boden. Und ich kann nicht sagen, wie froh ich bin. Die letzten 4 Wochen hat uns die Decke alle Nerven gekostet: eine Buggelpiste mit 2 facher Rigibsverkleidung und einer Deckenheizung dazwischen. 120qm Rigips spachteln und schleifen über Kopf ist Sträflingsarbeit. Die Decke ist nicht perfekt geworden, aber sie ist fertig geworden und das zählt im Moment.

Nun ist wie gesagt der Boden dran und danach muss nur noch die Färbeküche eingebaut werden und dann steht der Umzug an. Ich hoffe, dass wir es in 2 Wochen schaffen und ich kann die TDF-Kalender frisch umgezogen dort produzieren, mit viiiiel mehr Platz!

Es kommen nun ein paar Eindrücke von der Baustelle und dann berichte ich erst wieder über sie, wenn das Atelier umgezogen ist 🙂

 

 

Also, drückt mir die Daumen für die letzten Züge…

Und nun zu den Rosen 🙂

Ich habe mich wirklich in das Filzen verliebt und wochenlang an Rosen getüfftelt. Ich sah im Herbst, fast schon Winter, bei uns im Garten die letzte Rose dem Eis strotzen. Und die wollte ich genauso saftig und plastisch in Filz bekommen.

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Ich habe verschiedene Methoden ausprobiert. Es gibt ja wirklich viele Wege eine Blüte zu filzen. Ich wollte sie aber unkompliziert, ohne Nähen und Frimmeln, in einem Stück filzen. Und sie soll schöne runde Blütenblätter haben. Und so kam ich irgendwann dazu, die Blüte aus mehreren Scheiben Vorfilz zu filzen. Un dabei habe ich mich auch noch in den Vorfilz verliebt. Denn ich kann ihn Färben. Und das macht sehr viel Spaß.

Das Batikmuster ist beim Filzen total spannend und ich wüsste nicht wie ich dieses Farbenspiel aus einzelnen Fasern so herstellen könnte. Also wurde Vorfilz nun zu meinem liebsten Filzmaterial.

 

Ich hatte zu den Rosen noch ein Artyarn gesponnen, welches später mal die Ranken darstellen soll. Gesponnen habe ich es auf festen Draht, sodass ich das Garn überall hin biegen kann und es bleibt genauso stehen. Ob ich es dann im neuen Atelier zusammen mit den Rosen arrangieren werde, weiß ich noch nicht. Dazu muss ich erstmal Umziehen, in Ruhe in alle Ecken des Raumes brüten und darüber nachdenken…haha.

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Bis bald von der Baustelle, dann aber als Atelier und vielleicht mit Rosenranken an der Stütze…

 

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Filz zu Weihnachten

Gestern ist endlich mein letztes Weihnachtsgeschenk bei seiner Empfängerin angekommen und ich darf nun diese Bilder zeigen 😉

Zugegebenermaßen bin ich in Sachen Weihnachtsgeschenken im Freundeskreis ein wenig pragmatisch. Ich überlege mir ein Geschenk, das Allen gefallen könnte und starte die Großproduktion. Dieses Jahr entdeckte ich ein Video von Trolle & Wolle, welches ich unten verlinken werde, in dem ein ganz einfache Methode gezeigt wird, Stulpen zu filzen. Die Art und Weise ist so einfach, dass sie mich begeistert hat. Tja, gesehen und ausprobiert. Dann konnte ich nicht aufhören und habe ein Paar nach dem anderen gefilzt.

Ich habe viel dabei gelernt. Durch die Wiederholung konnte ich immer wieder dies und das anders machen und Erfahrung sammeln, was am Ende dann dabei zu erwarten sein wird. Sowas ist mir super wichtig: zu wissen, wenn ich dies oder jenes tue, wird nach dem Arbeitsschritt dies oder jenes dabei heraus kommen. Sowas ist wichtig, wenn man geplant zu bestimmten Ergebnissen kommen möchte. Ich liebe natürlich auch das intuitive Arbeiten, vor allem beim Färben gehe ich ziemlich ungeplant vor und lasse mich von den Farben und der Lust und Laune treiben. Aber gleichzeitig möchte ich auch das Verständnis für die jeweiligen Arbeiten haben, um, wenn ich es wünsche, kontrolliert zu bestimmten Ergebnissen zu kommen. Und hierfür war die Massenproduktion echt lehrreich.

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Ich habe anders, als es im Video gezeigt wurde, nicht mit Kammzugfasern gearbeitet, sondern mit Vliesen. Ich habe bereits die Vorliebe beim Filzen entwickelt, mit handkardierten Vliesen und darin enthalten Melangen und Fasermischungen zu arbeiten. Ich komme eben einfach vom Spinnen und habe hier alle Geräte stehen. Außerdem überbrücke ich damit eine noch eine Lektion, die ich noch zu lernen habe: hauchfeines Auslegen von Fasern. Das ist ein weiteres Kapitel, welches ich aber mit Hilfe einer anderen Massenproduktion noch üben werde. Jetzt erstmal hatte ich sehr viel Freude an den Melangen, die sich in Filz verwandelten. Dazu habe ich meine geliebten Seidenhankies, Sariseide und Locken gearbeitet.

unadjustednonraw_thumb_41aaIch habe 2 Seiten gefertigt, damit die Empfänger die Stulpen auch mal anders herum tragen können. Eine Seite war immer etwas wilder, mit etwas Textur und die andere Seite war schlichter und einfach nur mit einem Seidenhankie überzogen. Sagte ich schon, dass ich Seidenhankies zu filze liebe?!

unadjustednonraw_thumb_4195Hier sieht man, wie die Seidenschicht eine – ja, wie soll ich das beschreiben? – seidigere, leicht „versigelte“ Oberfläche gebildet hat. Die Hankies sind ja hauchfein, dh. hier hat man nicht wirklich den Effekt, wie beim Nunofilzen, eher wie ein seidenmatter Firnis in der Malerei. Auf dem Foto ist das leider kaum zu sehen, im echten Licht aber schon. Die Textur der anderen Seite habe ich einerseits mit Sariseide eingearbeitet, anderseits auch noch mir Wensleydalelocken, die ich selbst wasche, färbe und zupfe. Es macht echt Spaß in den eigenen Materialstash greifen zu können und alles mal anders als sonst zu verarbeiten und zu sehen, was dabei entsteht.

 

Die Stulpen sind unterschiedlich dick ausgefallen. Einfach weil ich lernen musste, wieviel Schichtdicke an ausgelegter Wolle später zu wie dicken Filz führt. Das sind Erfahrungswerte, die man echt in die Finger bekommen muss, denke ich. Ganz so, wie wir Spinner mit der Zeit im Finger spüren, wie dick ein Einzelfaden gesponnen werden muss um später in Zwirn eine bestimmte Garnstärke zu erreichen. Besonders beim Filzen der Schnüre ist mir dieser Unterschied von Vorher zu Nachher besonders aufgefallen. Banal für den Filzer wahrscheinlich, doch spannend für mich als Neuling in diesem Handwerk.

Es hat sehr viel Spaß gemacht und ich hoffe, dass alle ihre Freunde mit dein Stulpen haben werden. Und hier nun die Bilder der Paare 🙂

Das Paar in Senf:

Das Paar in Himmelblau:

Das Paar in Lila:

 

Ein Paar in Lila-Türkis:

 

Ein Paar in Herbst-Waldfarben:

 

Und ein Paar in Wasserblau-Orange:

 

Und zu guter Letzt noch der Link zu diesem Video. Ich finde es ist sehr schön erklärt und eine echt gute Idee. Es hat Spaß gemacht und ich werde sicher noch die ein oder andere Anleitung ausprobieren 🙂

Filzanleitung für Stulpen von Trolle & Wolle

Filz mal wild…

Ich bin angefixt: Wolle mal anders. Zugegeben, ich spinne im Moment gar nicht. Keine Ahnung warum, aber es zieht mich gerade nicht ans Rad. Dagegen hat mich der Filz in seinen Bann gezogen.

Auch beim Filzen hat mir auf Anhieb der Texturmix angesprochen, den man mit verschiedenen Materialien erzielen kann. Also habe ich meine Woll- und Texturschätze geplündert und alle wild zusammen gefilzt. Ich wollte einfach kleine Stücke machen und sehen was passiert.

Natürlich ist das alles ziemlich chaotisch und ungeplant abgelaufen. Es sollte einfach mal nur Spaß machen. Und jetzt zeige ich euch einfach die Teile. Ein paar haben schon Verwendung gefunden, aber hier ist nur ein Experiment fertig geworden.

Bei den 3 Teilen habe ich in meinen Wensleydalelocken gewühlt und diverse Sariseidenfasern und Texturfasern dazu geworfen. Maulbeerseiden-Throwster ist mein Favorit.

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Bei diesen Filzstück habe ich die Seidenhankies ausgetestet und die gefallen mir auch gut. Aber mir fällt schon auf, dass sie gut eingefilzt werden müssen, sonst pillen sie schnell.

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Hier habe ich zuvor Schnüre mit der Technik „Upwolfing“ gefilzt, die ich dann weiter in das Stück eingefilzt habe. Upwolfing ist eine Technik, die ich in den Niederlanden von Brigitte Eertink gelernt habe. Die Technik erzeugt kleine Noppeln, die mich sofort in den Bann gezogen hatten. Eigentlich wollte sie schon letztes Jahr zum Spinnen von Artyarns testen. Das habe ich dann auch für das andere Teilchen ausprobiert.

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Hier habe ich die Noppel-Schnüre als Kern für ein Corespungarn genutzt und mit einer Merino-Seidenmischung umsponnen. Dieses Corespun konnte ich dann direkt auf den Filz mit auf filzen, zusammen mit Sariseide. Ziemlich aufwendig, aber spannend und schräg zu machen. Die „Upwolfing“-Corespuns werde ich definitiv noch öfters machen. Entweder für das Filzen, aber auch einfach als Artyarns…

So und nun zur Frage, was mache ich mit den Filzstücken. Als erstes hatte ich mir einen Teil das Sticken begonnen. Das Teil hängt aber noch in meiner Tüfftel-Pipeline. Viel einfacher war es, die Filze einfach zum Nähen zu benutzen. Hier sind 2 kleine Täschchen aus den letzten Filz entstanden.

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So viel zu meinen kleinen Experimenten jenseits des Spinnens. Mal sehen, wo es in den nächsten Monaten noch so hin geht. Ich lass mich einfach treiben und schau, was der Filz mir für Wege aufzeigt auch wieder mehr mit Artyarns zu machen.

Liebe Grüße aus der Chaoszone 😉