Stricken mit Isager und ein paar andere Bücher

Ich bin schon lange ein Fan von Helga Isagers Mustern. Seit ein paar Jahren stricke ich ein Muster nach dem anderen ab – zugegeben: seeeehr langsam. Jedes Teil mutiert bei mir zu Jahresprojekten. Aber ein Paar sind inzwischen entstanden und die möchte ich euch mal zeigen.

IMG_1437-1Zunächst zeige ich euch das Buch – mein Lieblingsstrickbuch: Maschenpoesie von Helga Isager ( Helga Isager: Maschenpoesie. 24 traumhafte Modele stricken mit feinen Garnen, Stockholm 2012.)

Das Buch ist alles andere als neu, aber immer noch mein Liebling, denn ich liebe ihre zeitlosen Teile. Ich denke, ich bin noch einige Jahre damit beschäftigt, die Teile zu stricken, die mir besonders gut gefallen. Und ja, auch weil ich so lange für jedes Teil brauche 😉 Zum anderen gefällt mir das Design von diesem Buch richtig gut. leicht monochromatische und schwarzweiße Landschaftsbilder und dazwischen wirklich geschmackvolle Aufnahmen der Strickstücke. Dass ich nicht die Einzige bin, der es gut gefällt, zeigt auch, dass in den letzten Jahren immer wieder Strickbücher auf dem Markt kommen, die sich an dieses Design anlehnen.

Aber erstmal zu meinen UFOS, die, bis auf ein Teil, keine mehr sind.

Das erste Teil war die Strickjacke NIGHTINGALE.

IMG_1438Sie wird aus 2 Garnen von Isager gestrickt: Die HIGHLAND WOOL zusammen mit der ALPACA 1 werden 2-fädrig gestrickt. Die Farben der beiden Wollen sind nicht ganz deckungsgleich, so habe ich mich für ein Curry entschieden, allerdings in 2 verschiedenen Tönen, sodass die Weste leicht meliert erscheint.

Das Muster ist richtig cool. Die Weste passt einfach super und ich liebe diese Glockentextur. Allerdings ist das Muster nicht ganz einfach zu stricken. Bei den Abnahmen am Hals gab ein paar Probleme und ich habe improvisiert. Entweder hatte ich an dieser Stelle etwas nicht geschnallt oder da steckt ein Fehler drin, der bei der Skalierung des Musters oder auch bei der Übersetzung entstanden ist. Warum ich das vermute ist, dass es mir bei anderen Muster ebenfalls passierte und es mir unwahrscheinlicher wurde, dass ich jedesmal etwas nicht geschnallt hatte… Aber wer weiß. Da ich denke, dass die Meisten, die dieses Buch stricken, erfahrene Stricker sind, wird sicher Jeder an der einen oder anderen Stelle etwas improvisieren können. Einem Anfänger würde ich dieses Buch auch unabhängig davon nicht empfehlen.

Auf der Isager-Webseite findet ihr unteranderem alle Garne von der dänischen Marke.

Das zweite Teil, dass ich strickte, war die Weste AMBER.

IMG_1443Die Weste ist etwas rustikaler, aber das Perlmuster kommt klasse in der Fläche und der dicke Zopf, sieht in echt genauso schön aus, wie auf dem Bild. Das Muster empfiehlt die Garne ALJ, ALPACA 1, ALPACA 2 und die TIVINNI. Ich habe allerdings mit handgesponnen Garn gestrickt. Das Garn stammt ausnahmsweise nicht von meiner Spule, sondern ich hatte mich auf Ravelry spontan verliebt und es einer anderen Spinnerin abgekauft. Es besteht aus Alpaka naturbraun mit orange gefärbten Corriedale 50:50. Gesponnen als 2-ply habe ich es 2-fädrig gestrickt und es passte zufällig exakt zum Isager Muster mit der 7er Nadel. Perfekt also.

Das Muster war super leicht zu stricken, aber auch hier musste ich bei dem Halsabnahmen ein klein wenig improvisieren. Aber wie gesagt: was soll´s 😉 Oh nein, ich sehe gerade, dass ich gar kein Foto von der fertigen Weste gemacht habe. Das hol ich bald nach!

Nebenher mein Mega-UFO: Das Shirt LEMON.

IMG_1441Eigentlich kaufte ich das Buch wegen diesem Pulli. Und ich startete wie vorgegeben mit der SPINNI Wolle in Hellgrau. Begonnen wird mit den 2 Mittelteilen und das war noch ganz interessant zu stricken. Dann ging es an die Biesen. Ehrlich, das war richtig nervig. Der seitliche Anschluss war auch etwas nervig, denn hier sollten die Maschen richtig gleichmäßig auf die gesamte Anschlusslänge verteilt werden. Dann geht es an die Fledermausärmel. Das war das Langweiligste, was ich je gestrickt habe: Glatt rechts auf ewig lange Reihen. Puh! Das war auch der Grund, warum der Pulli zu einem UFO wurde. Auf der anderen Seite liebe ich ganz einfache Strickmuster und glatt rechts sieht getragen einfach zeitlos aus und passt zu jeder jungen Mode. Also, Zähne zusammen beißen und durch…

Am Ende passierte aber das, was mich wirklich frustriert: Das gesamte Strickstück ist verzogen. Da ich auch Spinner bin, war sofort klar, was da los ist. Beim Dämpfen und Beobachten der einzelnen Maschen bestätigte sich meine Vermutung: Das SPINNI Garn war überdrallt. Die SPINNI ist ein traditionelles Single-Garn aus dänischer Wolle mit Ober- und Unterwolle. Der Verzug ist systematisch auf beiden Ärmel, die glatt rechts gestrickt wurden, nach links zu erkennen. Ich sprach mit anderen Strickerinnen, die ebenfalls das LEMON mit der SPINNI gestrickt hatten und sie hatten diese Panne glücklicherweise nicht, sodass wir nun vermuten, dass es ein Montagsknäuel war. Tja. Sh.t! Nach 2 Jahren UFO ist das richtig doof. Ich hab mein Bestes mit Waschen, Stretchen und Dämpfen getan, aber den Verzug nicht 100% raus bekommen. Wer von euch also noch eine Idee hat, vielleicht auch etwas radikaler, dem bin ich für einen Tipp dankbar.

Und dann hätte ich noch das letzte Teilchen: Das Top CORAL.

Gestrickt wird es mit 2 Garnen: VISCOLIN am Korpus und BOMULD am Träger.

IMG_1442IMG_1432Ich habe mich für die gleiche Farbe entschieden und bin bis jetzt begeistert. Der Träger ist klasse geworden und das Garn passt super zum Strickmuster. Dann geht es weiter mit der VISCOLIN und die strickt sich auf einfach nur gut. Aber dieser Teil hat wieder UFO-Qualitäten. So hänge ich im Moment noch mitten in der Mitte des Shirts fest. Aber mal sehen, vielleicht wird es diesen Sommer noch was, haha.

Jetzt möchte ich euch noch 3 weitere Bücher zeigen, die in mein Beuteschema fallen.

Das letzte Buch, das ich fand ähnelt sehr auffällig dem Isagerbuch: EINRUM. Erstes Buch.

Verlegt wird es vom Verlag einrum ehf. Ihr findet es auch auf der Webseite von Einrum. Entdeckt habe ich das ganz neue Label auf der h+h Cologne ganz unten im hintersten Eck. Das Ehepaar, zwei dänische Architekten, haben es gegründet und wollten ein Garn aus isländischer Wolle entwickeln, allerdings nicht tradtionell als Singlegarn sondern sie wollten es weicher gestalten. Und so kamen sie auf die Idee, die Fasern durch das Zwirnen zu öffnen und haben einen exotischen Zwirnparter gewählt: Thailändische Seide. Das Garn besteht also aus 2 Fäden: Isländische Wolle + Thailändische Seide. Und das Garn ist tatsächlich weicher als die traditionellen Garne. Klar, aber thailändische Seide? Hm, das überzeugt mich persönlich nicht wirklich.

Die Darstellung der Garne ist aber wieder sehr gut gelungen. Sie bedienen dem Naturhype und nutzen wie Isager monochromatische Bilder, isländische Landschaftsaufnahmen und dazu kommt ein wunderschönes Model, das die Tochter der beiden Labelgründer ist. Die Farben der Garne wurden an Mineralien angelehnt, eine Idee, die ich fast poetisch finde! Auch das Buch enthält schöne, ganz einfache und zeitlose Muster. Gelungene Inspiration, wenn auch sehr nahe an Isager angelehnt.

Ein andere Buch ist SWOOM maine von Carrie Bostick Hodge for madder. Maine 2015.

IMG_1450Das Buch ist quasi ein Sampler und veröffentlich Muster verschiedener kleiner Strickdesigner, die gleichzeitig ihre Garne, die sie featuren, vorstellen. Die Muster sind auch alle sehr einfach und zeitlos, manche vielleicht sogar ein wenig zu einfach. Aber dafür ist das Buch wieder ein kleiner Augenschmaus. Es kombiniert die Strickstücke ebenfalls mit viel Natur und schönen, diesmal farbigen, Naturaufnahmen. Angestrickt habe ich bisher noch keines der Muster, aber liebäugele mit dem Norwegerpulli für den ich bereits das Garn hier liegen habe 😉

Das letzte Buch, welches mir in die Hände fiel heißt WOODS und stammt von Making Stories, Verena Cohrs und Lisa Haferkamp. Berlin 2017.

IMG_1454Auch diese Buch ist ein Sampler von verschiedenen Strickdesignern die verschiedene Garnlabels vorstellen. Unter anderem die pflanzengefärbten Hey Mama Wolf Garne, die ich ziemlich cool finde. Das Buch unterscheidet sich im Konzept kaum vom Buch SWOOM mit farbigen Naturaufnahmen und dem Drum herum um die Muster. Was aber anders ist, sind die Profile von Garn und Designer, kleine Interviews, die wirklich charmant sind. Auf jeden Fall für denjenigen einen Kauf wert, der kleine Labels unterstützen will!

So, das war´s erstmal von mir und meiner Strickereien.

Liebe Grüße und ein sonniges Wochenende!

 

 

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Stricken mit Paula M – Teil 2

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Geschafft! Ich habe fast alle Teile aus dem Buch von Susanne Müller „Stirnbänder Stricken“ testgestrickt, die ich mir vorgenommen hatte. Einige davon hatte ich im Teil 1 schon vorgestellt. Und einige waren noch in Arbeit.

Stirnband KAISA:

Bildschirmfoto 2017-12-04 um 15.27.52In Arbeit war noch das KAISA, dessen Garn ich aus einem handgefärbten Kammzug mit vollfarbigen Verlauf (n-ply) spinnen wollte. Gesponnen hatte ich im Laufe unserer privaten Baustelle mit Handspinden. Leider ist das Garn ein wenig zu dick ausgefallen. An sich war das Ergebnis farblich, wie ich es mir vorstellte. Letzte Woche war ich dann bei Susanne und konnte das Original-Garn ansehen und stellte fest, dass es um einiges dünner war und – das konnte man im Buch nicht erkennen – nicht wirklich vollfarbig. Das Garn Wärmebild von Schoppel, Merino extrafein superwash (ll150/50g) ist ein 2-ply mit Verlauf, wobei der Verlauf aber – würden wir ihn von Hand spinnen – 2 fädrig gesponnen werden würde und damit beim Verzwirnen nicht völlig kongruent liegen würde, sondern eine leichte Melierung entstehen würde. Aber letztlich spielt das keine große Rolle für mich, schließlich wollte ich das Stirnband nicht kopieren 😉 Was aber eine Rolle spielt ist, dass mein Garn zu dick für eine 3,5er Nadel war. Angestrickt fühlte sich das Stirnband eher wie ein Topflappen an. Also nix für den Kopf. Da es nun mein letztes Teil ist und ich nicht gerade viel lila-pink trage, habe ich keinen weiteren Versuch gestartet, die Nadelstärke anzupassen und dann wieder am Muster herum zu schrauben, um die Stirnbandbreite zu erhalten.

IMG_0946Mein Fazit: Super schönes Muster – ich mag es, wenn sich die Zacken langsam herausbilden. Aber möchte man es mit handgesponnenes Garn stricken, sollte man definitiv mehr Sorgfalt beim Spinnen walten lassen als ich es tat. Diesmal wäre eine Spinnprobe und eine Strickprobe wirklich angeraten gewesen. Dieses Muster sollte wie angegeben mit einer 3,5er Nadel gestrickt werden, denn viele Anpassungen sind hier nicht möglich. Das Stirnband besteht aus 3 Zacken, die man höchsten in sich schmaler oder breiter gestalten könnte, aber nicht um eine Zacke reduzieren oder erweitern sollte.

Garnempfehlung: Schoppel Edition 3, Merino extrafine superwash (ll150/50g) Wärmebild 50g

Nadelstärke: 3,5

Stirnband ELISA:

ELISA war beim letzten Teil auch gerade noch in Arbeit. Bereits angestrickt, hatte ich es noch nicht fertig gestellt. Susanne hatte mir hier noch einen kleinen Insider-Tipp gegeben. Im Buch ist angegeben, dass die Bänder normal angeschlagen werden sollen und später dann mit einem Matratzenstich geschlossen werden soll. Ich habe es genau so gemacht und es funktioniert super. Von außen ist die Naht nicht zu sehen. Von Innen schon. Da ich aber so ein Kandidat bin, der sich gerne NICHT an Mustern hält oder einfach verpennt wieder ins Buch zu sehen, passiert es mir öfters, dass solche Nähte nicht mehr exakt hinten sitzen. Deshalb ziehe ich es vor – prophylaktisch sozusagen – Stirnbänder offen anzuschlagen. Und genau das macht Susanne bei Ihren Dawanda-Stirnbänder auch. Ihr Tipp war, alle Stirnbänder im Buch (die einfach hinten geschlossen werden würden) offen anzuschlagen und mit einem Maschenstich zu schließen. Bei ELISA habe ich das dann auch gemacht. Dafür war es aber in meinem Fall notwendig, die ersten Reihen, vor dem Verzopfen zu reduzieren und die Verzopfung sofort zu beginnen. Ich hatte ja im Teil 1 schon geschrieben, dass ich mal wieder das Muster angepasst hatte, indem ich die Breite um 6 Maschen reduzierte (also 2 Maschen pro Zopf), weil mein handgesponnenes Garn etwas in die Breite geht. Damit reduzierten sich die Verzopfung auch um je ein Maschenpaar und somit dann auch um 2 Reihen je Verzopfung. Eines führte  zum Anderen. ABER: Es ist kein Problem. Denn, mein Fazit:

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Das Muster ist super easy. Eine schlichte und Art plastisch zu Zopfen, die sich leicht justieren lässt. Das Muster lässt sich also beliebig skalieren. Auch der offene Anschlag zusammen mit dem Maschenstich klappt sehr leicht und perfektioniert das Stirnband, weil am Ende nicht mehr zu sehen ist, wo mal der Anfang war. Also, super Muster für Handgesponnenes!

Garnempfehlung: Lamana Puno, Alpaka/Merino (LL60m/50g), 100g

Nadelstärke: 7,0

LOTTA, die Mütze

Die Mütze LOTTA ist natürlich kein Stirnband und damit nicht in Susannes Buch zu finden. Das Muster LOTTA ist bei Susanne direkt in ihrem Dawanda-Shop als PDF erhältlich. Ich hatte schon länger ein handgesponnenes Garn hier liegen, dass ich farblich total schön fand und das eine Mütze werden sollte, doch wusste ich lange nicht, welches Muster ich nehmen möchte. Es sollte etwas im Muster passieren, also kein glatt rechtes, aber es durfte auch nicht zu verspielt sein, da ich es nicht als passend für das Garn empfand. Es sollte etwas mit klaren Formen sein. LOTTA sollte zufällig exakt mit der Nadelstärke gestrickt werden, die auch mein Garn brauchte. Perfekt! Das Muster ist wieder mal sehr einfach zu stricken. Das gilt eigentlich für sehr viele Muster von Susanne. Dieses hier ist wieder einsteigertauglich, denn die Zöpfe sind keine Zöpfe. Das Muster entsteht durch Zu- und Abnahmen und einem Rapport, der leicht zu merken ist. Es hat quasi keine Fallstricke, die ein Lesemuffel beim Stricken, wie ich es bin, verpassen könnte 😉

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Ein kleines Problemchen habe ich jedoch: Mein handgesponnenes Garn hat nicht so viel Sprungkraft, wie das Origialgarn, das Susanne verwendet: Debbie Bliss Rialto Chunky. Debbie Bliss hat generell sehr bouncy Garne, doch dazu im letzten Abschnitt. Handgesponnenes Kammgarn (also gesponnen aus 1. einem Kammzug, 2. der aus langen, eher glatten Fasern besteht, und 3. mit dem kurzen Auszug) hat per se nicht viel Elastizität verglichen mit einem Garn aus anderen Fasern oder mit einer anderen Spinntechnik versponnen wurde. Diese Tatsache zeigt sich jetzt in der Mütze. Die Größe passt perfekt, aber die fehlende Elastizität ist unvorteilhaft für das Mützenbündchen. Meine Lösung wird jetzt sein, dass ich ein feines Gummiband in das Bündchen einweben werde.

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Fazit: LOTTA ist mein Lieblingsmuster! Es ist für jeden geeignet, der schon ein klein wenig Strickerfahrung hat und ein bisschen Action beim Stricken haben mag.

Garnempfehlung: Debbie Bliss Rialto Chunky (LL 65m/50g), 150g

Nadelstärke: 5.0 und 6,5

Stirnband NOVA:

Bildschirmfoto 2018-01-31 um 12.12.37Zu guter Letzt zeige ich euch NOVA. Dieses Stirnband war zwar nicht eingeplant, aber ich bekam von Susanne zu Weihnachten 2 Knäuel Debbie Bliss Cashmerino Aran Tonals in grau geschenkt. Dazu suchte ich mir dann das Stirnband NOVA aus. Dieses Mal konnte nichts schiefgehen, denn das Garn passte exakt zum Muster. Ha! Dachte ich. Ich Muster-Muffel habe das Stricken bekommen und schnell gedacht, jetzt hast du das Muster gecheckt und das Buch beiseite gelegt und gemütlich auf der Couch vor mich hin gestrickt. Tja, dieses Mal wird der Knoten aber nicht am Ende, beim Schließen ins Stirnband gebracht, sondern genau in der Mitte und das Schließen erfolgt am Hinterkopf. Also durfte ich wieder aufribbeln. Gleichzeitig kam ich zum Schluss, dass ich das Stirnband wieder mit einem Maschenstich schließen wollte, statt mit einer Naht auf der Rückseite. Zunächst hatte ich wie das Muster im Buch sagt, geschlossen angeschlagen und das wollte ich nun auch ändern. Also ribbelte ich das gesamte Stirnband wieder auf. Das Garn von Debbie Bliss machte das super mit und es war überhaupt kein Problem. Also, 2. Anlauf, offener Anschlag, brav in der Mitte verknotet und am Ende mit einem Maschenstich geschlossen. Perfekt!

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Fazit: Wer das Muster auch liest, muss sich eigentlich nur die Frage stellen, ob er offen Anschlagen will oder nicht. Das Muster ist ein Halbpatent und strickt sich wirklich schnell und kurzweilig, obwohl es die meiste Zeit das Gleiche ist. Das Garn ist grandios! Wirklich. Es ist ein Kammgarn und dementsprechend glatt und leicht glänzend. Zusätzlich ist es richtig elastisch. Das kommt durch die Konstruktion des Garnes zustande, welches aus 4 Einzelfäden besteht, die mit einer guten Portion Drall gesponnen  und dann verzwirnt sind. Handgesponnen würde das Garn sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Deshalb habe ich nun ein Auge auf die Debbie Bliss Garne geworfen, obwohl ich eigentlich sehr selten meine Garne nicht selbst spinne.

Garnempfehlung: Schoppel Alpaka Queen, Alpaka/Merino (LL 200m/100g), 100g

Nadelempfehlung: 4,0

Ganz zum Schluss möchte ich ein paar Worte zum Buch an sich verlieren.

Ich habe bisher die Schwächen des Buches nicht angesprochen. Natürlich sind einige da. Das betrifft einige Schreibfehler, sowie wirklich ernste Schwächen im Grundlagenteil und einige Kritikpunkte an einem Teil der Bebilderung. Ich möchte hier deshalb nicht weiter darauf eingehen, denn diese Kritikpunkte richten sich nicht an die Autorin, sondern an den Verlag selbst. Die Autorin hatte nur eingeschränkt Einfluss auf die Gestaltung des Buches. Ich beziehe mich hier ausschließlich auf den Inhalt, also die Muster selbst, denn nur diese stammen wirklich aus Susannes Feder. Letztlich muss einfach festgestellt werden, dass der Autor zwar auf der Klappe eines Buches steht, aber nicht für alles verantwortlich ist, was zwischen diesen Klappen geboten wird.

Bildschirmfoto 2018-01-31 um 12.40.47Deshalb möchte ich auch noch zusätzlich zu dem Buch auf Susannes PDF-Anleitungen hinweisen, die in ihrem Dawanda-Shop erhältlich sind und sehr leicht verständlich sind und ohne fragwürdiges Buchlayout, Bebilderung und Lektorat entstanden sind.

Die Fakten zu Paula M:

  • Paula M alisa Susanne Müller
  • Dawanda-Shop: Paula_M https://de.dawanda.com/shop/paulam
  • Insta: Paulastrickt https://www.instagram.com/paulastrickt
  • Das Buch: Susanne Müller, Stirnbänder stricken, 20 traumhafte Designs & spannende Muster, 2017 erschienen beim Fischer-Verlag.

Viel Spaß beim Stricken ❤

 

 

Paula M trifft auf Handgesponnenes, Teil 1

1380748563-482Paula M – Ein Stricklabel aus Coburg, das handgestrickte Stirnbänder, Mützen, Stulpen und andere Accessoires herstellt. Susannes Produkte sind seit 2011 über Dawanda zu bekommen und seit Sommer 2017 können endlich einige ihrer Designs auch nach gestrickt werden. Ihr Buch „Stirnbänder stricken“ ist vor einigen Monaten beim Fischer Verlag auf den Markt gekommen und ich möchte es euch nun vorstellen.

Gleich zu Anfang: Ich bin befangen! Wer mich schon eine Weile kennt, weiß, dass Susanne und ich in der gleichen Stadt wohnen und befreundet sind. Klar, stricksüchtig trifft auf spinnsüchtig, 2 Nerds in einer kleinen Stadt, da war unsere Freundschaft vorprogrammiert.

Dennoch schätze ich Susanne nicht nur als Freundin, sondern auch als Kollegin. Sie ist eine Perfektionistin und sie ist besessen von ihrer Arbeit, genau wie ich auch. Und so hatten wir schon stundenlange Gespräche über die beste Wolle, das ideale Maschenbild, den richtigen Drall und Bounce für Mütze xy. Und genau deshalb weiß ich, wie ihre Designs entstehen, warum sie welche Wolle für welches Muster wählt und ich weiß mit wieviel Liebe und Perfektion sie ihre Bestellungen herstellt. Da muss man schon als Freundin mit Antworten leben, wie: „… sorry, ich konnte nicht ans Telefon gehen, weil ich das Stirnband nicht weglegen wollte. Das könnte man im Maschenbild sehen…“ Etwas irre, aber perfekt.

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Ich schätze mich sehr glücklich, dass ich eines ihrer Buchexemplare bekommen habe und ich begann ihre Stirnbänder zu stricken. Aber mit meinem eigenen Garn. Und davon möchte ich euch berichten: Stricken mit handgesponnenen Garn.

Dieser Blogbeitrag ist nur ein erster Teil meines Berichtes. Dieses kleine Strick-Projekt, das abends hier und da bei mir mitläuft, dauert etwas länger. Ich habe im Moment sehr wenig Freizeit und ich werde sicher noch bis ins Frühjahr daran weiter stricken. Aber ich möchte euch jetzt schon etwas zeigen, denn jetzt ist Winter und jetzt steht Weihnachten vor der Tür.

Ich habe einige Garne bei mir in der Werkstatt liegen gehabt und dazu passende Projekte nach der ungefähr passenden Nadelstärke heraus gesucht.

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Da wäre einmal mein Garn GRETA. Das ist ein Serien-Garn für mein Stirnband GRETA aus meinem Shop. Es ist ein melierter N-Ply aus Merino mit Maulbeerseide als Halbkammgarn gesponnen.

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Dann hätte ich da ein Einzelstück. Ebenfalls wie GRETA ein melierter N-ply aus Merino mit schwarzen Bambus und Ramie gemischt.

 

IMG_6075Und ich hatte noch ein Reststrang eines wundervollen handgesponnen Garnes, das nicht von mir stammt, sondern, welches ich von einer anderen Spinnerin für ein Strickprojekt abgekauft hatte: Ein ebenfalls melierters Garn, 2-ply aus Corriedale und Alpaka in Halbkammgarnqualität.

Für diese 3 Garne habe ich mir diese Muster heraus gesucht:

ELISA – Das Flechtband

Bildschirmfoto 2017-12-04 um 14.50.56Nadelstärke: 7,0mm

Lauflänge: 120m

Maschenprobe: 16 M x 20 R = 10 x 10 cm

Hier passte meine Garnstärke nicht ganz. Die Nadelstärke gefällt mir sehr gut für mein Garn, jedoch entwickelte es sich in der Musterprobe als breiter. Eigentlich wäre das bei dem Stirnband total egal, denn es sieht auch breiter echt super cosy aus. Aber ich hatte nur eine begrenzte Lauflänge. Ich bin das Risiko eingangen und habe dann dann Muster weniger Maschen gestrickt (6 Maschen pro Flechtband). Das Ergebnis finde ich immer noch super schön, aber – Oh nein! – das Garn reichte dann nicht. Deshalb ruht das Band jetzt bis zum nächsten Bier mit Susanne, in der Hoffnung, sie kann mir einen schönen Übergang zaubern.

Fazit: Das Muster an sich ist toll! Wirklich. Es ist total einfach zu stricken und dennoch nicht langweilig. Und der Zopf sieht schön geflochten aus ohne breite Löcher zwischen der Verzopfung zu haben. Mit handgesponnen Garn ist es ebenso unkompliziert (wenn man genug Lauflänge hat, haha). Auch wenn das Garn etwas dicker ist oder man die Nadelstärke nach oben anpassen muss, ist das alles klein Problem. Ich würde die Nadelstärke aber nicht nach unten verändern, denn dann verliert der Zopf seine optimale Breite und sein schönes Volumen, es sei denn ihr fügt wieder Maschen pro Zopf dazu. Hier solltet ihr stets in 2er Schritten pro Zopf erhöhen, sonst funktioniert das Muster nicht!

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SVEJA wurde zu GRETA

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Ich wollte zunächst das Sitrnband Sveja stricken, aber bei der Maschenprobe merkte ich dass das Garn zu dick für die Nadelstärke ist und da ich das Muster nicht anpassen wollte (es ist ein wenig aufweniger) entschied ich mich für das Muster GRETA. Aber genau so läuft es eben mit handgesponnen Garn, es hat meistens genug Eigenwillen, dass nicht nur das Strickmuster den Ton angeben kann.

Nadelstärke: 5,5mm

Lauflänge: 105m

Mascheprobe: 13 M x 19 R = 10 X 10cm

Während den Stricken bemerkte ich, dass mein Garn etwas zu dünn für das Muster ist. Aber dieses Muster ist so einfach, dass es kein Problem ist: Ich habe einfach eine Rippe hinzu gefügt. Bei der einmaligen Verzopfung in der Mitte habe ich dann einfach 3 statt 2 Rippen verzopft.

Fazit: Perfektes Muster für Einsteiger. Es ist richtig einfach zu stricken. Es lässt sich auf für handgesponnenes Garn simpel anpassen. Eine größere Nadelstärke ist überhaupt kein Problem und die kleiner Nadelstärke ist mit meiner Anpassung auch total einfach, sofern euch die zusätzliche Rippe gefällt.

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Stirnband Mila

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Dieses Stirnband ist auch wieder so einfach, dass jeder Einsteiger es lernen kann. Man strickt bis zum Ende einfach nur das Perlmuster und der Kniff am Ende ist der Knoten, der beide Enden zusammen bringt.

Nadelstärke: 5,0 mm

Lauflänge: 225m

Maschenprobe: 17 M x 27 R = 10 x 10cm

Bildschirmfoto 2017-12-04 um 15.11.30Ich habe das Muster zunächst genaus so gestrickt, wie von Susanne angegeben. Es war die gleiche Nadelstärke, wie zuvor mein Strickprojekt, für das ich diese Wolle gekauft hatte und dort wie hier habe ich 2-fädrig gestrickt. Das Stirnband ist dadurch einen kleinen Tick breiter geworden, wie die von Susanne angegeben Maße des fertigen Stirnbandes. Ich empfinde es nicht als Problem, denn ich persönlich mag breite Stirnbänder, wo der Dutt oben rausschaut und der restliche Kopf schön warm gehalten werden kann sehr gerne. Das Stirnband ist bei Susanne als Geburtstagsgeschenk gelandet und sie hat es zusammen mit ihren Milas fotografiert. Der Größenunterschied ist kaum zu sehen.

Ich habe Mila dann nochmal für ein Teenager-Mädel gestrickt. Hier habe ich 4 Maschen weniger aufgenommen und das Band etwas kürzer gestrickt und das hat auch wunderbar geklappt.

Fazit: Das Stirnband ist ein Allrounder. Es kann mit fast jeder Wolle gestrickt werden, denn Ab- und Zunahmen sind total leicht umzusetzen. Nur beim Knoten muss man dann eben mal die Maschen zählen und neu aufteilen, aber das sollte jeder hinbekommen.

Dann hatte ich noch etwas von dem letzten Garn übrig und ich habe es wieder doppelfädrig zu einem anderen Stirnband verstrickt.

OLA – Doppellagig und super warm

Nadelstärke: 5,0mm

Lauflänge: 180m

Maschenprobe: 18 M x 24 R = 10 x10 cm

Dieses Stirnband ist einer meiner Lieblinge, denn es ist sehr schlicht. Ich mag besonders den Umschlag im Band, denn es macht eine schöne Gesichtsrahmung, wenn man es trägt. Aber, es ist etwas langweilig zu stricken. Das ist immer der Haken bei schlichten Designs. Das Stirnband wird in der Runde glatt rechts gestrickt. Ich habe diesmal nichts für mein Garn justiert. Aber ich bin mir sicher, dass es absolut kein Problem wäre, sowohl die Maschenanzahl, also auch die Nadelstärke zu verändern. Das Coole an diesem Stirnband ist: Es liegt doppelagig am Kopf und ist sehr warm. Hier pfeift kein Wind durch die Maschen!

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So, das waren meine Stirnbänder bis jetzt. Ich sagte ja, dass ein 2. Teil folgen wird. Hier plane ich dieses Stirnband.

Kaisa – Perfekt für ein Verlaufgarn

Bildschirmfoto 2017-12-04 um 15.27.52Hierfür habe ich ein Garn, welches ich aus einen handgefärbten Kammzug gespindelt hatte und n-ply verzwirnte. Wie immer, war die Lauflänge zu kurz und deshalb habe ich einen anderen Kammzug gefunden, der farblich passt, aber noch verspindelt werden muss. Auch dieser wird navajo verzwirnt werden, denn ich möchte einen vollfarbigen Farbverlauf haben, von dem meiner Meinung nach das Muster lebt.

 

 

Lotta – die Mütze

Bildschirmfoto 2017-12-04 um 15.32.02Und zu guter letzt habe ich hier noch ein anderes hangesponnenes Garn aus einem handgefärbten Kammzug mit Nylon. Aus diesem Garn wird LOTTA gestrickt werden, eine Mütze, die zwar nicht in Susannes Stirnband-Buch zu finden ist – es ist ja auch eine Mütze 😉 – aber ihr könnt die Anleitung in ihrem Shop als PDF-Anleitung kaufen. Besonders schön ist, dass es dazu auch die passenden Handstulpen gibt. 🙂

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Die Fakten

„Stirnbänder Stricken“ von Susanne Müller ist in jedem Buchhandel erhältlich oder auch über ihren Dawanda-Shop.

Susannes Strickstücke sind über ihren Dawanda-Shop erhältlich. Dort gibt es auch PDF-Anleitungen von Produkten, die nicht im Buch enthalten sind.

Susanne hat außerdem einen Insta-Account, der echt pure Inspiration ist und wo ihr auch Kontakt zu ihr aufnehmen könnt.

Und wer nun noch ein schnelles Weihnachtsgeschenk braucht, dem kann ich dieses Buch wärmstens ans Herzen legen. Entweder zum Verschenken oder auch um kleine Geschenke zu stricken, die wirklich in 1-2 Stunden am Abend umzusetzen sind.

Ich wünsche euch eine wundervolle Vorweihnachtszeit. Da ich mich wahrscheinlich in diesem Jahr nicht mehr melden werde, wünsche ich euch auch frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr, wo ich mich dann aus der neuen Location der Werkstatt wieder melden werde.

Alles Liebe!

 

 

Drachenfels handgesponnen – Ein Erfahrungsbericht.

Endlich habe ich mal wieder ein privates Projekt beenden können.

IMG_5915Seit etwa eineinhalb Jahren hänge ich damit an den Nadeln: Das Drachenfelstuch von Melanie Berg. Eigenlich stehe ich gar nicht auf Tücher, sie sind einfach nicht mein Ding. Aber eines wollte ich mal ausprobieren und das Drachenfelsmuster find ich wirklich schön. Gleichzeitig fand ich eine Fasermischung, die auch mal anspinnen wollte und somit war die Gelegenheit da.

Das Garn für das Tuch sollte natürlich handgesponnen sein. Ich fand bei Wollschaf die Mischung Alpaka-Seide 50:50. Das ist wirklich eine fantastische Mischung. Sie gibt es in gleich mehreren Farbtönen und ich entschied mich für schwarz, haselnussbraun und silbergrau. Durch die naturfarbene Seide, die in recht breiten Bändern im Kammzug liegt, wird das Garn natürlich meliert.

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Also ran an die Spulen. Es wird 300g zu je 300m/100g round about benötigt. Ich wollte einen Zwirn verstricken und nicht unbedingt eine Ewigkeit daran spinnen, also entschied ich mich für einen 2-fachen Zwirn, statt für einen 3-fachen, was eigentlich mein Lieblingszwirn ist. Das Tuch wird später kraus rechts gestickt und somit war schon klar, dass genug Tiefe ins Tuch kommt und ein 2-facher Zwirn völlig ausreicht.

14716518_165454813913383_3533526850628222976_n_medium2Alpaka ist eine Faser, die sehr glatt und lang ist. Daher ist Alpakagarn immer ziemlich schwer in Relation zur Lauflänge. Die Fasern liegen einfach recht kompakt beieinander. Sowohl im Kammzug, als auch später im Garn. Die Seide verhält sich ähnlich. Sehr lange Fasern, extrem glatt und daher schwer, gerechnet auf die Länge einer Kammzuges oder Garnes. Klar ist auch, beide Fasern müssen glatt zu einem Kammgarn versponnen werden. Da gibt es keine sinnvolle Alternative. Somit war die Garnplanung schnell beendet und es hieß nun die Zielvorgaben, insbesondere die Lauflänge, zu erreichen.

Die Mischung lässt sich grandios verspinnen. Ich kann nur empfehlen sie einmal gesponnen zu haben. Sie ist rutschig und lang und es sollte immer dabei aufgepasst werden, dass sich hinten in der Faserhand keine Wolke bildet. Mit dem kurzen Auszug nach vorne kann da aber nicht viel schief gehen. Die Mischung braucht auch einen guten Drall, etwas mehr als die üblichen Wollen, sonst wird der Zwirn etwas lose werden. Das war ein Punkt, den ich etwas unterschätzte.

15253202_1225459547537435_680086489110937600_n_medium2Die Feinheit der Melierung kann beim Spinnen gesteuert werden. Wird die Fasermischung einfach so runtergesponnen und das vielleicht besonders fein, so wird es immer wieder reinfarbige Stellen geben. Das Alpaka und die Seide ist nicht sehr stark miteinander vermischt, das könnt ihr oben im Bild mit dem Kammzügen gut sehen. Wer eine Melierung im Garn haben will, die homogen verteilt erscheint, so wie ich es anstrebte, der sollte beim Predraften der Fasern darauf achten, dass im Vorgarn stets beide Fasersorten vorliegen. Das lässt sich ja beeinflussen. Würde man einfach nach dem Zufallsprinzip aus den Kammzug direkt herausspinnen, würden auf jeden Fall viele Fadenabschnitte nur eine Fasersorte beinhalten. Das Zwirnen hat später den Effekt noch ein wenig verstärkt und die Fasern optisch verteilt.

Leider hatte ich es nicht perfekt geschafft, die Ziellauflängen zu erreichen. Beim braunen Garn fehlten mir ca. 20m und beim grauen Garn waren es etwa 30m zu viel. Leider habe ich mir die Daten nicht gespeichert… Aber im großen und Ganzen hat es gepasst.

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Das Stricken mit dieser Fasermischung ist ebenfalls ein Traum. Das Garn rutscht gerade zu über die Nadeln. Aber bald stellte ich fest, dass dieses Garn nicht optimal zum Muster passt. Es gibt immer wieder ein Reihenkombination, die in das Muster eingeschoben wird, in der eine Farbe mit übergehobenen Maschen kleine Punkte erzeugen soll. Das kommt leider durch die Melierung gar nicht gut zur Geltung. Ich habe 2 mal diese Kombi eingestrickt und es wirkt eher als ein Bruch im Muster, weil die einzelnen Maschen nicht richtig farblich heraus springen können. ( Oben im Bild seht ihr die Reihen im rechten Bereich des Bildes) Bei den anderen Tüchern, die mit einfarbigen Garnen gestrickt wurden kommt dieser hingegen Effekt super raus. Naja, das ist ja kein Beinbruch… ich habe einfach das Muster angepasst und statt dessen die Farben so abgewechselt, wie ich gerade Lust dazu hatte.

Mit der Zeit bemerkte ich aber auch, dass die Garnlängen noch weniger passten, als ich es gehofft hatte. Rechnerisch war die Differenz zur Ziellänge zwar nicht so dramatisch, aber beim Stricken merkte ich, dass mir einiges an Braun fehlt. Und so ließ ich es mit dem Muster gut sein und strickte einfach nur noch frei nach Laune. Außerdem muss ich zugeben, dass ich es gar nicht leiden kann, wenn handgesponnenes Garn übrig bleibt;-) Im Grunde war das Muster, das die Tuchform erzeugt, total einfach und musste nur vom Anfang bis zum Ende durchgezogen werden. Und die Streifen, die wirken, wie ich finde auch, wenn sie sich etwas anders, als in der Vorgabe abwechseln. Und so strickte ich das letzte Drittel einfach so, wie es mit dem Garn gut ausging und – voilà – das Tuch ist endlich fertig.

Die Mischung Alpaka-Seide ist wie erwartet recht schwer. Aber ich mag das sehr gerne. Das Strickstück fällt von ganz alleine, ich muss gar nichts stretchen oder setzten. Ich hab es von den Nadeln genommen und fertig. Auf der Haut fühlt es sich grandios an. Ein richtiger Hautschmeichler und für Jeden geeignet, der findet, das Wolle kratzt. Hier kratzt gar nichts mehr. Es ist weich, seidig, anschmiegsam, sehr wärmend und gleichzeitig etwas kühlend durch die Seide 🙂

Mein Learning: Handgesponnenes Garn hat immer seine eigenen Bedürfnisse, die, meiner Meinung nach, vor dem Muster stehen sollten. Und: 900 lm sind verdammt viel 😉

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„Goldener Herbst“ – Zeit für einen Fasertausch im Oktober

Ich finde es ist wieder Zeit für einen FASERTAUSCH! 🙂
Und wie ich gehört habe, finden das auch andere unter uns… Deshalb möchte ich nun einen Herbsttausch im Oktober unter dem Motto „GOLDENER HERBST“ anstoßen. Dieses Mal würde ich auch eine Challenge einbauen.

Wer Lust hat mit zu machen, der kann mir eine E-Mail mit seiner Versandadresse schicken: backtothewheel(at)icloud.com

Wie immer sind das die Vorgaben:
– 100g Fasern
– handverarbeitet: Rolags, Vliese, handgefärbte oder handgezogene Kammzüge
– Packformat: Maxibrief
– Versandtermin um den 1. Oktober herum
– Die Reihenfolge wird wieder ausgelost
– Der Spinnzeitraum der Monat Oktober
– Quatschen, Fotos hochladen und Updates sind in der Ravelrygruppe von Back to the Wheel möglich: http://www.ravelry.com/groups/back-to-the-wheel
– Am Ende gibts wieder eine Fotocollage unserer Garne 🙂

Und hier die Challenge:
Das Herbstbild dient als Farbvorlage für das Mischen oder Färben. Am Ende soll sich die wunderbare Herbstlaub in den Fasern stecken. Wie ihr das macht bleibt eurer Kreativität überlassen 🙂

Seid ihr dabei?!

Chunky Spinnen mit Seidenhankies

Seidenhankies2Seide spinnen ist nicht Jedermanns Sache. Dabei ist Seide so ein wahnsinnig schönes Material.

Seide pur zu spinnen führt meist zu deinem feinen bis sehr feinen Garn, welches für hauchdünne Lacestrickereien genutzt werden könnte. Klar, Seide ist teuer, ultra glatt, hat endlos Fasern und läßt sich unsagbar dünn ausspinnen. Da liegt es doch nahe solch ein Garn zu spinnen. Seidenspinnerei ist zudem fast ein eigenes Spinngenre, da die Technik geübt werden muss. Seide hat eben ganz eigenen Fasereigenschaften.

Als Ausgangsform kann für die Seidenspinnerei Seidenkammzüge, Seidenbänder oder Seidenhankies genutzt werden. Um diese Seidenhankies soll es sich heute drehen. Doch wer mich kennt, würde sich wundern, wenn ich nun mit Lacespinnerei beginnen würde 😉

Goldfrucht3Ich finde die Seidenhankies grandios, denn sie lassen sich so vielfältig färben, ja fast bemalen. Deshalb wollte ich es ausprobieren, diese Hankies für ein Artyarn zu nutzen.

Die Hankies haben einen praktischen Vorteil. Es sind in quadratische Form in die Fläche gezogene Seidencocoons. Daher liegen die hauchdünnen Fäden nicht, wie bei Kammzügen oder Bändern, parallel ausgerichtet, sondern spinnennetzartig verwoben. Das ist praktisch, denn zieht man sie weiter aus, bleibt der Zusammenhalt der Verwebung noch bestehen und das möchte ich nutzen.

Ziel ist es ein „Cocoon“-Überzug über ein Chuncky-Garn zu ziehen.

Und so bin ich Schritt für Schritt vorgegangen:

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Schritt 1: Das Vlies wurde wie immer in Bänder unterteilt und gepredraft.

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Schritt 2: Das Vliese wurde dick aber gleichmäßig versponnen. Dabei springen die Leinenfasern immer wieder mal chaotisch aus der Fadenoberfläche. Danach habe ich den Faden navajo-gezwirnt. Und jetzt wird es interessant, denn die Verwirrung habe ich nur unterdreht angelegt und nicht bis zum Ende verdreht und fertig gestellt. Das fertig gezwirnte Garn ist also noch nicht fertig, sondern total unterdreht und muss noch nachgedrallt werden. Und ist wichtig. Je weniger Drall in Zwirn steckt, desto besser!

Schritt 3: Ich bereite meine Hankies vor. Dazu löse ich erstmal die einzelnen Lagen von einander und gehe dann mit meinen Fingern in die Mitte einer Lage, mache ein Loche hinein und ziehe sie zu einem Kreis auf. Dann streche ist den Seidenkreis in die Länge und reiße ihn irgendwann auf und habe ein Seidenvorgarn. Übrigens liegen in so einem Hankiestapel immer 5-6 Stück übereinander!

Schritt 4: Jetzt geht es ans Wrappen. Ich dralle dabei den Zwirn nach und hafte das Seidenvorgarn an und ziehe es während den Überspinnen weiter ganz dünn aus und überlagere diese Seidenfasern dann über den Zwirn. Manchmal wechsele ich vom Überlagern zum Einzwirnen. Dazu fasse ich das Vorgarn zusammen (nehme die Fläche weg) und lege es zwischen die Zwirnfäden des n-ply Garnes als 4. Strang hinein. Dann wechsle ich wieder zum flächigen überlagern zurück. Einfach nach Lust und Laune.

Dabei ist sehr darauf zu achten, dass man das Garn nicht überdrallt. Also sehr behutsam treten, die langsamste Übersetzung wählen und flott arbeiten.

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Und das ist das Garn: 18m bei ca. 70g und etwa 2 wpi. Der Seidenmantel ist hauch dünn, hier auf den Bilder schwer zu sehen. Er verändert die Farbe darunter, da ja ein Farbschimmer darüber liegt. Das Garn wird natürlich auch sehr seidig beim Anfassen und fühlt sich sicher auf verstrickt toll an (das kann natürlich auch in einer normalen Nadelstärke gesponnen werden ;-).

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Diesmal landete es auf einen mäßig hübschen Lampenschirm, den ich zuvor abgezogen habe. Das Garn habe ich einfach je zweimal um einen der beiden Ringe gewickelt und dann zum anderen Ring geführt, wieder zweimal gewickelt usw. Als das ganze Garn auf den Ringen war und diese wieder an Ort uns Stelle hängten, habe ich die Lage der Fäden noch durch Einweben eines Seidenfadens direkt an den Ringen fixiert.

Ich hoffe ich habe euch etwas Lust auf Seide gemacht und konnte zeigen, dass man Seide nicht immer dünn auspinnen muss 🙂 Viel Spaß!

Artyarn spinnen – Alles was geht…

IMG_3752Der Fasertauschkreis im Mai hat mir ein besonders schönes Päckchen beschert. Meine liebe Versenderin wusste um meine Liebe zum Artyarn spinnen und schnürte mir eine kleine Herausforderung. Danke liebe Silagloria!

Zunächst einmal war das Batt ein Genuss für die Nase, denn es wurden Lavendelblüten einkardiert, was nicht zu überriechen war. Dann hat sie das Batt mit Spitzenstreifen verschnürt, die sollte natürlich mit eingesponnen werden. Und die Fasermischung war neben vielen guten Wünschen, die auch mit drinsteckten ein flauschiger Traum in Lavendel: Polwarth, Merino, Polwarth mit Seacell, Leinen, Spitze und Lavendelblüten.

Das es ein Artyarn wird, war sofort klar. Aber welches? Ich wollte einmal die Gelegenheit nutzen und ein Garn machen, das wirklich nicht zum Stricken geeignet ist und bei dem man sich Austoben kann. Ich wollte etwas ausprobieren, was ich sonst nie mache, eben wegen der Unstrickbarkeit: Supercoils navajozwirnen….

IMG_3767Und so kramte ich alles aus meinem Stash, was farblich gut passen könnte. Und das sind die Zutaten:

  • mehrere Konengarne, eines davon als Bouclé
  • Silberfaden
  • Perlen
  • Seidenzwirn
  • Fellgarn

Und jetzt möchte ich euch auf dem Artharn-Trip mitnehmen:

IMG_3763Schritt 1: Das Vliese habe ich zerlegt. In Längsstreifen zerteilt, gepredraftet und nach Farbverlauf geordnet. Der sollte genauso wieder im Garn stecken. Also alles schön zurecht gelegt. Dazu kamen die Konengarnen und der Silberfaden. Die sollten als Kern für ein Kerngarn herhalten.

Das Spinnrad sollte Artyarn tauglich sein, dh. eine langsame Übersetzung sollte möglich sein, große Spulen und ein großes Einzugsloch vorhanden sein. Ich spinne das immer auf meinem Kromsky Sonata mit dem Jumbo-Aufsatz. Das Einzugsloch ist 1 cm im Durchmesser – das Minimum. Ebenso die Jumbospulen, auf denen locker 100g Platz finden, sind ein Muss. Denn das Gewicht, dass darauf passt ist nicht der Punkt. Das Volumen ist entscheidend. 100g können super volumensparend als dünner Garn auf der Spule Platz finden. Aber ein Mega-Bulky-Garn braucht sehr viel Platz! Ein Astford-Country-Spinner wäre eine interessante Überlegung, für Spinner, die überwiegend solche Garne spinnen möchten. Dann kann dieses Spinnrad, als 2.-Rad, sich wirklich lohnen.

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Schritt 2:  Alle 4 Fäden werden an den Leader geknotet, die langsamste Übersetzung eingestellt und dann geht es mit dem Corespinning los. Achtung: der Faserwinkel von mind. 60° oder mehr ist hier entscheidend, denn das Kerngarn wird wieder verzwirnt und so lugt später kein Kernfaden heraus. Auch ist das vordrallen der Kernfäden hier nicht notwendig. Im Gegenteil: wir benötigen ein hightwist-Single zum Supercoilen.

IMG_3774Während dem Spinnen lege ich immer wieder 1, 2 oder alle 4 Fäden aus dem Fadenzentrum heraus. Lege ich nicht alle 4 Fäden heraus, belasse ich die restlichen Fäden als Kern und spinne via corespinning ganz normal weiter. Die außenliegenden Fäden führe ich dann im kleinen Finger meiner Faserhand mit und lasse sie außen auf den Faden aufwickeln. Sie können auch ungeführt, als Autowraps, mitlaufen.

Lege ich alle 4 Fäden nach außen, wechsele ich in der Spinntechnik zum Singlespinnen. Die Fäden laufen wie oben beschrieben außen mit. Hierbei ist darauf zu achten, dass der Single-Abschnitt genauso viel Drall – also hightwist – mit bekommt. Singles lassen sich flotter spinnen und neigen dazu weniger Drall zu benötigen, wie auch anzusammeln. Normalerweise ist das kein Thema, aber hier schon, denn der Drall im Faden soll homogen sein.

Eine andere Möglichkeit ist noch das Chaoswrappen: ich ziehe den Silberfaden eine beliebige Schlaufenlänge heraus und spinne wieder normal weiter. So ist die Schlaufe durch des Fadeninneren weiterhin fixiert. Durch die Drehung des Fadens wickelt sich die Schlaufe chaosartig und wirrer als bei Autowraps, um den Faden. Die Schlaufenendung fange ich aber wieder ein und fixiere sie mit dem Corespinning. So hängt nichts frei herum.

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Schritt 3: Nun geht es ans Zwirnen: Supercoils. Dazu wird wieder in Kerngarn gebraucht. Ich wähle diesmal das Fellgarn. Zum einen finde ich es spannend, wenn später Fellhaare zwischen den Supercoils heraus schauen, zum anderen bietet es viel Haftung, damit die Supercoil später nicht auf dem Kern rutschen. Zusätzlich wähle ich noch den Seidenzwirn, auf den ich die Perlen auffädele. Der ist superglatt und gut für Add-Ons, denn sie rutschen problemlos während dem Spinnen nach unten und können bei Bedarf nach oben in den Zwirn geholt werden. Ich habe also wieder 2 Fäden als Kern. Jetzt wird gezwirnt. Dabei spielt der Drall auch wieder eine kleine Rolle. Ich muss den Kern nicht vordrallen, denn der Zwirn wird ja wieder verzwirnt. Anders wäre es, wenn das Garn als Supercoils verbleiben sollte.

Jetzt kommt mit der Faserwinkel vom Corespinning zu Gute. Das Kerngarn flufft durch das Zwirnen wieder auf, aber der Kernfaden bleibt versteckt. Auch die Autowraps gehen auf und bilden nun kleine Loops.

IMG_3794-1Ab und an hole ich deine Perle hoch und binde sie zwischen den Supercoils ein. Hier ist keine besondere Fixierung nötig. Das passiert automatisch, da sich beide Kernfäden miteinander verdrehen und die Perle zwischen den Supercoils festsitzt.

Auch das Fellgarn lässt sich entweder plattdrückend oder eben aufbauschen. Je nach den schaut das Fell zwischen den Supercoils heraus oder nicht.

Schritt 4: Jetzt wird es auf der Spule schon mächtig eng. Ich bin mit dem Spulenvolumen eigentlich schon über der Grenze. Aber das Garn unterteilen kommt nicht in Frage. So muss jetzt beim Navajozwirnen ziemlich nachhelfen. Die Haken am Flügel machen mich zusätzlich das Aufwickeln schwer. Wer auf solche Garne steht, der sollte echt über einen Ashford Countryspinner nachdenken, da besteht das Volumenproblem nicht.

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Das Navajozwirnen ist mit Supercoils überhaupt kein Problem. Es braucht sehr wenig Drall, das Garn wird sehr dick und ein paar mal Treten reicht aus um das Garn zu zwirnen und balancieren. Und Ja: die Supercoils können perfekt balanciert sein. Die Wendepunkte beim Navajozwirnen nutze ich um die Spitzenstreifen einzuhängen und gedoppelt als 4 Faden einzuzwirnen. Auch das ist keine große Schwierigkeit. Die größte Herausforderung besteht jetzt nur darin, das fette Garn auf die Spule zu bekommen. Da muss ich eben per Hand durchziehen und die Spule drehen. Was soll´s, die Lauflänge ist nicht so lang, als dass es wirklich nervt.

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Et voilà: Das fertige Garn in der Stärke eines Seils von knapp  2 WPI, haha! Die Lauflänge war ca. 15 m.

Tja und jetzt? Stricken geht zwar theoretisch, aber was wäre da sinnvoll? Ich weiß ja nicht… Aber ich habe schon lange eine alte Türrahmenleiste von der Werkstattrenovierung herumstehen. Aus der baue ich jetzt einen Rahmen, verschraube ihn hinten mit Winkel und fertig. Da spanne ich das Garn nun ein und befestige es mit Reißzwecken. Ich hatte mehrere Möglichkeiten ausgetestet und mit Reißzwecken geht es am einfachsten und unkompliziertesten, besonders dann, wenn man eine Zwecke wieder etwas versetzen will.

Und das ist das Ergebnis: Artyarn im Rahmen 😉

Ich hoffe, der Spinnbericht hat euch gut mitgenommen und ihr könnt das ein oder andere selbst ausprobieren. Und ich bin gespannt, was euch als Verwendung solcher Garne noch einfällt. Ich werde mich sicherlich weiterhin diesen Spinnereien widmen, denn es mach einfach ultra viel Spaß!!!!

 

 

Kinder-Mobile mit gestrickten Vögelchen

Pünktlich zum Frühlingsanfang war es Zeit die Baumwolle raus zu packen. Entstanden ist ein Kinder-Mobile mit kleinen gestrickten Vögelchen. Wenn ihr es nach bauen wollt, dann schaut her… 🙂

BaumwolleIhr braucht:

  • Baumwolle nach Wahl
  • kleines Nadelspiel 2,5er oder 3,0er
  • Schere
  • Häklenadel
  • Nähnadel
  • transparentes Nähgarn
  • Messingröhrchen (4mm x 1m)
  • kleiner Rohrschneider

 

 

Zunächst geht es ans Stricken:

Bildschirmfoto 2016-03-27 um 21.43.07Das Muster der Vögelchen stammt nicht von mir sondern von  Sara Elizabeth Kellner und heißt Bluebird of Happiness und gibt es for free auf Ravelry.

Es ist klasse Muster, für erfahrene Stricker super easy, für Anfänger nicht ganz leicht, denn die Maschen sollten schön straff gestrickt werden, damit sich eine geschlossene Oberfläche bildet und später die Watte nicht durch schein. Baumwollegarn ist ja sehr glatt und das Maschenbild klar definiert, deshalb empfehle ich eher die kleineren Nadeln. Ich habe die Vögel mit ein 2,5er Nadelspiel gestrickt, obwohl für das Baumwollgarn 3,5er – 4er Nadeln empfohlen wurde. Für Stricker, die sehr fest stricken würden auch 3er Nadeln passen. Das ganze Gestrick wird dann etwas härter, aber das Maschenbild ist geschlossen. Anders wäre es, würdet ihr mit einen flauschigen oder einem Streichgarn stricken.

Bildschirmfoto 2016-03-27 um 21.46.31Die Nadelgröße entscheidet auch über die Größe des Vögelchen. Meine Vögel schwanken zwischen 8 und 10cm. Anfangs waren sie etwas größer, da ich noch lockerer strickte. Je straffer ich strickte, desto schöner und geschlossener wurde das Ergebnis.

Das Vögelchen wird in 2 Teilen gestrickt. Es wird mit dem Körper am Hals begonnen und Schwanz beendet, wobei der Schwanz nicht zugezogen wird, da der Vogel hier später mit Watte gefüllt wird.

Als zweites wird der Kopf des Vogels gestrickt. Es werden neue Maschen aus dem Anschlag des Körper heraus geholt, so dass die Nahtstelle später unsichtbar ist. Der Kopf endet mit dem Schnabel.

Jetzt wird das Tierchen mit Watte befüllt und in Form gebracht.

Übrigens: auf dem Bild unten steht ihr was ein Unterschied von 0,5er Nadelstärke aus macht. Das weiße, rosa und linke Vögelchen wurden mit 2,5er Nadeln gestickt und der Rest in 3,0er Nadeln.

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Jetzt geht es ans Mobile bauen:

IMG_3410Dafür habe ich eine Messingröhre im Baumarkt geholt. Sie einen Durchmesser von 4 mm und ist 1 m lang. Mit einem kleinen Rohrschneider (ebenfalls im Baumarkt erhältlich) habe ich die Röhre auf 3 Längen gekürzt: 20 cm, 30 cm und 50 cm (40 cm wären besser gewesen)
Mit einem transparenten Nähgarn (bei Ikea oder online erhältlich) auf der Nähnadel, habe ich mir zunächst eine Masche am Rücken eines Vogels gesucht, die den Vogel gut balanciert hängen lässt und ein Tierchen befestig. Dann wird die Nadel durch das Röhrchen gefädelt und der zweite Vogel auf der anderen Seite befestigt.

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Wenn so alle Vögel untergebracht sind müssen noch die Mobile-Röhrchen übereinander gehängt werden. Das habe ich auch mit dem transparenten Garn gemacht, da es recht belastbar ist. Eine Alternative wären solche Mobile-Stangen, die es im Bastelbedarf gibt. Der schwierigste Teil ist das Ausbalancieren der Stangen. Am besten funktioniert es, wenn es an Ort und Stelle hängt.

Und fertig ist das Kinder-Mobile für das Kinderzimmer, das Kinderbettchen oder dem Laufstall…

Knit Kit hinterm Türchen

Das erste Lichtlein brennt und morgen ist das erste Türchen dran. Es ist die Zeit der kleinen Überraschungen und hinter einem Türchen gibt es auch ein von Back to the Wheel! zu gewinnen.
Bildschirmfoto 2015-11-30 um 20.36.52Wer dabei sein will, dem sei der Blog Dreickchen ans Herz gelegt. Sara, Janine und Consti schreiben den Lifestyle-Blog mit vielen inspirierenden Posts übers Reisen, Essen, Genießen, DIY, Mama-Sein und vieles mehr, was das Leben schöner macht

Dreieckchen findet ihr auch bei Instagram und Pinterest. Ihre vielen wirklich schönen Bilder machen einfach nur Lust aufs Essen, Kochen, Shoppen und neuen Urlaub planen.

Ab 1.12. gibt es die Überraschungseckchen, ein Adventskalender bei dem es hinter jedem Türchen etwas zu gewinnen gibt. Viele tolle Shops beteiligen sich, wie Stoff&Stil, Eulenschnitt oder Nu3.

Bildschirmfoto 2015-11-30 um 20.37.48
Auch Back to the Wheel! ist dabei, doch hinter welchen Türchen und welches Kit es sein wird, das bleibt eine Überraschung. Wer es gewinnt bekommt das Knit Kit frisch gesponnen von mir geschickt. 🙂

Ich freu mich sehr, dass ich mit dabei sein darf. Vielen lieben Dank an Sara, Janine und Consti!

Folgt Dreieckchen über Facebook, Pinterest und Instagram und bleibt up to date.

Und euch viel Spaß beim Türchen öffnen. Ich freue mich aufs Versenden einer kleinen Überraschung!

 

DIY – Haarschleife für den Dutt

DIY – Klappe die Zweite.

Emmagarnundstirnband KopieInzwischen ist auch die zweite Strickanleitung für Dawanda auf dem DIY-Portal online. Sie wird, wie das Stirnband, aus einem dicken, weichen und superkuscheligen Garn aus reinem Merino gestrickt, das zweifarbig gesponnen wird und verstrickt einen Marmoreffekt erzeugt.

Hier ist sie nun auch für euch – die Haarschleife mit Haargummi. Sie ist ein wenig kniffeliger als das Stirnband, aber auch flotter fertig. Das passende Garn in 4 Farben gibt es hier.

Zeitaufwand: unter 1 Stunde

Schwierigkeit: fortgeschritten

Du brauchst:

  • 1 Strang Chunky Emma
  • 1 Haargummi, Haarklammer oder Haarnadel
  • 1 8er Nadelspiel
  • evtl. Häkelnadel
  • Garnrest ca. 20 cm
  • Schere
  • Stopfnadel

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Und los geht´s:

Schritt 1:

Wickele aus dem Strang Garn ein Knäuel. Häkele aus dem Garnrest eine Luftmaschenkette mit 9 Maschen und ziehe das Fadenende durch die letzte Masche fest.

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Schritt 2:

Knote das Strickgarn an das Ende der Luftmaschenkette. Auf der Rückseite der Kette findest du 8 Maschenschenkel durch die du 8 Maschen aufnehmen kannst (offener Anschlag).

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Schritt 3:

Wende das Strickstück und stricke die erste Rückreihe mit linken Maschen. Achtung, die Randmaschen (erste und letzte Masche) strickst du verschränkt, d.h. du stichst nicht wie üblich hinter den vorderen Maschenschenkel ein, sondern du stichst hinter den hinteren Maschenschenkel ein. So verdreht sich die gestrickte Masche und es bildet sich später der Knötchenrand.

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Schritt 4:

Jetzt wendest du das Strickstück und strickst eine Hinreihe rechts. Auch hier strickst du beide Randmaschen verschränkt ab.

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Wiederhole Schritt 3 (Rückreihe) und Schritt 4 (Hinreihe) bis du 16 Reihen gestrickt hast. Ende mit der Rückreihe.

Schritt 5:

Fädele von rechts nach links die Maschen des offenen Anschlags auf eine weitere Stricknadel. Dazu strichst du von oben nach unten in die Maschen und schiebst sie auf die Nadel.

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Schritt 6:

Jetzt kannst du die Luftmaschenkette einfach lösen.

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Schritt 7:

Klappe die beiden Nadeln zusammen. Die Vorderseite des Strickstücks befindet sich aussen. Du hast nun auf jeder Nadel 8 Maschen, wobei sich die erste Randmasche der hinteren Nadel aus dem Fadenanfang, der über der Stricknadel liegt, ergibt. Stricke eine rechte Reihe indem du stets eine Masche der vorderen Nadel mit einer Masche der hinteren Nadel zusammen strickst. Auch jetzt werden die Randmaschen verschränkt gestrickt. So fixiert sich auch die Randmasche der hinteren Nadel.

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Schritt 8:

Die erste Schleifenseite ist geschlossen und du hast wieder eine Nadel mit 8 Maschen. Diese Maschen verteilst du auf 3 Nadeln: 2 Maschen auf die erste Nadel, 4 Maschen auf die mittlere Nadel und 2 Maschen auf die dritte Nadel.

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Schritt 9:

Jetzt wird es etwas kniffelig: der Haargummi wird eingestrickt. Als erstes legst du den Gummi über die rechte Nadel, der Strickfaden bleibt hinten. Als nächstes fädelst du die linke Nadel durch den Gummi, sodass sie hinter dem Gummi liegt. Du hast damit die rechte mit der linken Nadel vertauscht (gezopft). Zuletzt ziehst du den Haargummi von der Rückseite aus nach hinten. Der Strickfaden befindet sich rechts vom Gummi.

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Schritt 10:

Stricke die erste und die dritte Nadel rechts ab, damit hast alle 4 Maschen auf einer Nadel. Die mittlere Nadel kannst du einfach ignorieren.

Wende dein Strickstück und stricke die eben ignorierte Nadel links ab. Hier strickst du ausnahmsweise keine verschränkten Randmaschen, sondern du strickst alle 4 Maschen gleich.

So hast keine 2 Reihen gestrickt, sondern eine Runde. Wende dein Strickstück erneut und du bis wieder am Ausgangspunkt angekommen.

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Schritt 11:

Teile die Maschen der hinteren Nadel werden wieder auf 2 Nadeln auf, 2 Maschen pro Nadel. Klappe die vordere Nadel nach hinten zwischen die beiden hinteren Nadeln und stricke alle drei Nadeln nach der Reihe rechts ab. Die Randmaschen strickst du wieder verschränkt. Alle Maschen befinden sich auf einer Nadel.

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Schritt 12:

Jetzt kommt die zweite Schleifenseite an die Reihe. Dazu musst du erst einige Maschen aus dem Querfaden aufnehmen. Dazu wendest du dein Strickstück und strickst eine Randmasche. Während du die linke Rückreihe stickst nimmst du zwischen jeder linken Masche eine weitere Masche auf. So kommen 7 weitere Maschen dazu und zuletzt strickst du wieder eine verschränkte Randmasche. Und so nimmst du die Maschen auf: Nimm den Querfaden von hinten nach vorne auf die linke Nadel, lege den Strickfaden vor den Querfaden und stricke den Querfaden links ab.

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Schritt 13:

Die 15 Maschen verteilst du auf 2 Nadeln. Die Neuzugänge sortierst du auf die zweite und hintere Nadel. Auf der vorderen Nadel befinden sich 8 Maschen und auf der hinteren Nadel 7 Maschen. Diesmal ignorierst du die hintere Nadel, die Maschen werden stillgelegt. Stricke die vordere Nadel wie gewohnt rechts (Hinreihe) und links (Rückreihe) ab. Stricke so 12 Reihen. Du endest mit einer Rückreihe.

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Schritt 14:

Lege dein Strickstück mit der linken Seite nach oben vor dich hin und schneide den Faden ab. Er sollte 3 – 4 mal so lang sein, wie die Breite der Schleife. Fädele den Faden auf eine Stopfnadel und verzwirbele das Fadenende in Drallrichtung. Das luftige Garn wird so kompakter und unempfindlicher gegen Reibung.

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Schritt 15:

Klappe die Nadel mit den 8 Maschen nach hinten zu der Nadel mit den stillgelegten Maschen.

Mit dem Maschenstich kannst du beide Enden miteinander verbinden. Beginne indem du den Faden durch die zuletzt gestrickte Masche von hinten nach vorne ziehst. Wechsele zur hinteren Nadel und steche in die erste Masche von oben ein und in die zweite von unten. Hebe die erste Masche von der Nadel und ziehe den Faden durch. Die zweite Masche bleibt auf der Nadel. Wechsele wieder zur vorderen Nadel. Steche von die erste Masche von oben ein, hebe sie von der Nadel und steche in die zweite Masche von hinten nach vorne ein. Ziehe den Faden durch. Wechsele wieder zur hinteren Nadel und steche wieder von oben in die Masche, die zuvor noch auf der Nadel verblieb. Hebe die Masche ab und steche von unten in die folgende Masche. Auf diese Weise verbindest du alle Maschen miteinander.

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Schritt 16:

Nun musst du nur noch die Fadenenden vernähen. Du ziehst sie auf der linken Seite schräg durch die linken Maschen. Sie sind auf der Vorderseite nicht nicht mehr zu sehen.

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Tipp: Statt dem Haargummi kannst du auch Haarnadeln oder eine flache Haarklammer an der Schleife befestigen. Du kannst die Schleife auch mit einer Broschennadel oder einem Band als Fliege tragen.

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Und fertig! 🙂

So, ich bin gespannt, was ihr draus macht. Haut rein und schreibt mir eure Gedanken in die Kommentare. Ich freu mich!

EMMA Haarschleife
EMMA Haarschleife