Neues aus der Werkstatt

Hallo ihr Lieben,

ich erinnere mich gerade an das, was ich zum Jahresbeginn schrieb und mir vornahm: Weniger Stress und mehr Ruhe beim Tun. Ähm, ja. Da wusste ich auch noch nicht, dass unser Traum vom eigenen Hof und einer Hofgemeinschaft zum Greifen nah war.

Pünktlich zur Sommersonnwende war es dann so weit. Nun stecken wir also bis zu allen Ohren in Sanierungsarbeiten, so neben der Arbeit und dem restlichen Leben, und leben übergangsweise in unserem Gartenhaus.

Warum schreibe ich euch das? Weil auch die Werkstatt und der Shop davon betroffen sind. Zum einen bin ich gerade dazu gezwungen quasi nur halbtags zu Arbeiten und zum anderen wird die Werkstatt nun in wenigen Wochen auf unseren Hof ziehen. Und das hat kleine Übergangsanpassungen im Shop zur Folge.

Wir können endlich, pünktlich zur Übergabe des alten Werkstatthäuschen, unsere eigene Wohnung beziehen und das Gartenhaus wieder frei machen. Hier kommt im Dezember die Werkstatt rein. Und auch das wird nur ein Zwischenspiel sein, denn die Werkstatt wird (hoffentlich) in 2018 in ihre eigentliche Location eingerichtet.

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Vielleicht erinnert ihr euch an unsere Sanierung das alten Werkstatthäuschen. Hier ein kleiner Rückblick. Oh Mann, das war schon was…

 

Okay, zugegeben, heute ist etwa das doppelte an Wolle und Werkzeug drin und nicht mehr so gechillt. Aber genau deswegen gibt es ja bald die große Werkstatt.

 

Das hier wird die neue große Werkstatt werden. Wir können es einfach nicht lassen, haha. Darauf können wir uns wirklich freuen, denn sollte sie (vielleicht) im Sommer 2018 bezugsfertig sein, dann haben wir viel Platz. Wir haben Platz für Kurse ohne Platzbeengtheit, wir haben Platz für z.B. Färbekurse – die lieben Kursleiter haben sich schon versprochen, danke an euch! :-* Und wir haben Platz für alles, was das Wollherz begehrt… draußen wie drinnen. Das ist meine Motivation, wieder  die Mörtelkelle zu schwingen und die Schuttmulde zu bestellen.

Aber zurück zum Shop. Für alle meine lieben Kunden gibt es ein paar Zeitfenster, die ich euch jetzt gerne zusammenstelle und auch noch auf meiner Webseite vermerken werde:

Die Werkstatt zieht in der ersten Dezemberhälfte um. Das heißt, dass es im Dezember folgende Produkte vorübergehend nicht geben wird.

Nicht im Dezember 2017:

  • Handgefärbtes wie das Kammzug-Abo
  • Knitkits

Einige Produkte wird es während der Umzugsphase nicht geben, da wir eben alles einpacken und umziehen müssen, damit auch alle Geräte, wie Kardiermaschinen, Kämme etc.

Nicht zwischen 11. und 18. Dezember (ca.):

  • Individualanfertigungen & Handkardiertes
  • Alle Tüten
  • Rolag- und Vliesabo

Zur Sicherheit werde ich diese Produkte ein wenig früher schon im Shop pausieren.

Im Prinzip, könnt ihr nichts falsch machen, denn ich werde alles entsprechend pausieren. Aber vielleicht wollt ihr noch was als Weihnachtsgeschenk, dann wäre es ratsam, es noch im November zu bestellen.

Ab dem neuen Jahr, wird alles wieder wie gewohnt laufen. Es betrifft eigentlich nur den Dezember.

Und dann sind da noch die Weihnachtstage, bzw. die Rauhnächte. Wie ihr wisst lege ich großen Wert auf die Rauhnächte und ihr Spinnverbot zu Ehren der Holle, unsere mitteldeutsche große Spinnerin. Sie beginnen bei mir am 21.12., der Wintersonnwende und ich beende sie etwas später mit dem Holletag bzw. Heilige Drei Könige am 6.1.

Dafür gibt es aber ein Trostpflaster für euch, nämliche einen Rauhnachtssale! Der Shop ist zwar im Urlaub, dh. praktisch, dass ich nicht arbeite. Aber der Shop bleibt für euch geöffnet. In dieser Zeit findet ein Sale von 20% statt. Ihr könnt ganz einfach bestellen. Die Bestellungen werden aber erst ab dem 6.1., also quasi der 2. Januarwoche bearbeitet.

Der Code für den Sale lautet: RAUCHNACHTSZAUBER

Hier möchte ich auch auf einen kleinen Druckfehler in meinen Weihnachtskarten hinweisen. Hier heißt es, dass die Bestellungen ab dem 1.6. bearbeitet werden. Das ist natürlich ein Zahlendreher gewesen.

Jetzt hat sich unser Leben auch noch einen Scherz erlaubt und gedacht, dass es bei uns gerade nicht stressig genug sei und ein weiteres eigentlich frohes Ereignis unerwartet eingeschoben. Nein, keine Schwangerschaft, sondern eine Disputation am genau 21.12. Aus diesem Grund müssen wir schon am 20.12. unsere 7 Sachen packen und in den hohen Norden reisen.

So ergeben sich folgende Weihnachtstermine für den Shop:

  • Shopurlaub vom 19.12. – 6.1.
  • Bestellschluss für eine Lieferung bis Weihnachten: 15.12 bzw. das Wochenende um den 15./ 16. 12. Ihr könnt danach gerne noch bestellen, aber ich kann euch dann keine pünktliche Lieferung mehr zu sagen.
  • Bestellbearbeitung bis zum 18.12. (inkl.)
  • Päckchenversand bis zum 20.12.
  • Sale: 21.12-6.1.
  • Bestellbearbeitung im neuen Jahr: ab 6.1.
  • Versand im neuen Jahr: ab 8.1. (Montag)

 

Ein letzter Hinweis zu den Kalendern: Ja, alle Kalender werden pünktlich bei euch sein, auch wenn ihr jetzt im Moment vielleicht noch nichts von mir zu eurer Kalenderbestellung gehört habt. Ich arbeite weiter meine Liste ab und bin jetzt bei etwa 2 Drittel angelangt, die gemischt sind und entweder schon ausgeliefert wurden, oder gerade bei der Packfee liegen.

Ein paar Bilder für die Vorfreude

 

Nun wünsche ich euch eine schöne Zeit bis zum Advent!

Liebe Grüße aus der Werkstatt ❤

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Adventskalender REFILL

Ein kleiner Nachtrag zur Adventskalender-Aktion, die schon heiß angelaufen ist.

Ich möchte nächstes Jahr, also ab 2018, ein REFILL-Angebot in den Shop stellen. Es richtet sich an die „alten Hasen“ unter den Adventskalender-SpinnerInnen hier.

Wenn ihr Lust habt, dann könnt ihr die handgestempelten Tütchen des Back to the Wheel-Kalenders für das FolgeJahr aufheben. Das REFILL-Angebot ist genau für solche Fälle da. Es bietet eine Kalender-Mischung an, die ich euch dann in die leeren Tütchen des Vorjahres wieder einpacke. So bleibt für euch die Überraschung erhalten und die Tütchen müssen nicht in den Müll wandern. Der REFILL enthält, wie die normalen Kalender auch, 150g Verlaufsmischung in 24 Röllchen, nur ohne die Tütchen. Somit wird das Angebot natürlich auch günstiger werden.

So geht´s:

  • Wer möchte, der kann seine leeren Tütchen aufheben.
  • Im Folgejahr steht ein REFILL-Angebot im Shop zusammen mit einer Versandadresse (neue Werkstattadresse ab 2018!).
  • Dort könnt ihr die leere Tütchen aus dem Vorjahr hinsenden.
  • Der Rest bleibt wie gehabt: Ihr sucht euch ein Farbschema für den Kalender im REFILL-Angebot aus.
  • Ich mische euch die Röllchen und verpacke sie wieder in die alten Tütchen.
  • Der recycelte Kalender geht dann wieder an euch zurück.

Aber: Dieses Angebot gilt nur für „alte Hasen“ und für die Back to the Wheel-Tütchen. Das REFILL-Angebot gilt nicht für das Befüllen von „Fremdtütchen“. Vielmehr soll es die vielen handbestempelten Tütchen recyceln & die vielen Stunden Handarbeit, die darin steckt vor der Tonne bewahren. Wäre doch schade drum, oder?

Das REFILL-Angebot steht ab 2018 zur Verfügung. Falls jemand von euch zufällig schon letztes Jahr die Kalender-Tütchen aufbewahrt hat, der kann mir gerne direkt eine Mail schicken an backtothewheel(at)icloud.com. Dann schnüre ich vorzeitig ein Proto-Angebot für einen REFILL.

Liebe Grüße aus der Werkstatt!

Advent, Advent…

Kaum zu glauben, dass die Adventszeit schon bald vor der Türe steht. Aber hier in der Werkstatt werden schon die Schneeflockenstempel geschwungen. Die Vorbereitungen für den Adventskalender laufen schon auf Hochtouren und es wird Zeit euch über Altbekanntes und Neues über den Adventskalender zu informieren.

Jeden Tag ein Rolag…

Wie letztes Jahr gibt es wieder den Adventskalender, der aus 24 Rolags in 24 handgestempelten Kraftpapiertütchen besteht. Und das bleibt beim Alten: Der Kalender besteht aus 150g Merinofasern (26 mic), die mit unterschiedlichen Beimengfasern wie Seide, Viskose, Bambus oder Angelina gemischt werden und auf 24 Rolags verteilt werden. Über die gesamten 24 Rolags wechselt die Farbe und bietet die Möglichkeit ein langes Verlaufsgarn zu spinnen. Wie bei den bisherigen Kalendern handelt es sich um einen Überraschungskalender, d.h. die genaue Gestaltung des Farbverlaufes bleibt ein Geheimnis und enthüllt sich nur Schritt für Schritt beim Öffnen des täglichen Tütchens.

Und das ist diesmal neu:

Allen voran ist neu, dass der Kalender nur in einer limitierten Auflage von 50 Kalendern verfügbar ist. Das gibt uns in der Werkstatt einen planbaren Material- und Arbeitsaufwand. Und ganz besonders wichtig für uns: Wir können die Arbeit dosieren und sicher gehen, dass kurz vor dem Advent kein Arbeitsstau entsteht, der den Versand der letzten Kalender in Bedrängnis bringen könnte.

Dieses Jahr habe ich mir Unterstützung geholt. Eine Stempelfee hilft mir die 1200 Tütchen zu stempeln. Um diese Arbeit fair entlohnen zu können wird der Kalender ab dieses Jahr etwas teurer als letztes Jahr sein.

Die letzte Neuerung betrifft den Bestellvorgang. Zum einen wird es statt einer unverbindlichen Vorbestellliste eine verbindliche Vorbestellung im Shop geben. Die Vorbestellung ist ab jetzt bereits möglich. Der Versand der Bestellungen erfolgt im November und die Kalender werden chronologisch nach Bestelldatum angefertigt. Der Bestellschluss wird in der 3. Novemberwoche sein um die letzten Kalender noch pünktlich zum 1.12. liefern zu können.

Eine Überraschung bleibt eine Überraschung!

Die andere Änderung im Bestellvorgang betrifft die Farbauswahl. Es war bisher immer eine sehr spannende Sache, die verschiedenen Farbwünsche um zusetzten und mich davon kreativ inspirieren zu lassen. Doch dieses Vorgehen beinhaltet natürlich das Risiko, dass zwei Köpfe zwei unterschiedliche Vorstellungen von der gleichen Farbbenennung haben. Es ist für einen kleinen Handwerksbetrieb wie die Handspinnerei nicht möglich bei so einem großen Arbeitsaufwand, wie der in diesem Produkt, in so einem Fall einen Kalender erneut anzufertigen und zu ersetzten. Vor allem dann nicht, wenn das Produkt an sich einwandfrei ist und bereits geöffnet und angesponnen. Aus diesem Grund gibt es nun eine Farbvorauswahl. Es kann zwischen einer großen Anzahl von Farbkombinationen ausgewählt werden und der Rest der Gestaltung bleibt eine Überraschung. Ich bitte daher jeden/r InteressentenIn sich vor dem Kauf zu überlegen, ob er/sie Überraschungen mag und ob er/sie das farbliche Restrisiko tragen möchte und sich auf die kleine kreative Freiheit meinerseits beim Mischen einlassen möchte. Wo bliebe denn die Überraschung, wenn der Kalender nach einem Farb-Rezept gekocht werden würde?

Und das sind die Farbgruppen:

  • Pastelzart: Zarte pastellige Töne, warm und kühl
  • Naturtöne: Natürliche Farben von naturweiß, Grautöne und Brauntöne, aber auch gedecktes grün, zartes lila oder blau sein, warm und kühl
  • Meerestöne: Alles aus der blauen & türkisfarbenen Ecke, kann hell, dunkel oder beides sein
  • Beerentöne: Alles von rot bis lila, warm, kann knallig sein, muss aber nicht
  • Nordischer Strand: Kühle und gedeckte Töne, die sich an der Nordsee finden lassen
  • Erdtöne: Braun-, Ocker-, Ziegeltöne, warm
  • Regenbogen: Bunt durch den Regenbogen, Verlaufsmischung
  • Septemberfarben: leuchtende Farben wie blau, gelb, gold und bunte Laubfarben, warm & kühl
  • Hawaitöne: Der perfekte Strand mit Palmen, heller Sand, strahlender Sonne und türkisfarbenen Meer, kühler als „Sommercocktail“
  • Sommercocktail: Fruchtiger Cocktail aus gelb, orange, lachsfarben, pink, himmbeerrot und frischen grün, wärmer als „Hawaitöne“
  • Herbstlaub: Grün-, Gelb- und Orangetöne eines Oktoberwaldes, warm
  • Eiskristalltöne: Kühle helle Farben eines Eiskristalls
  • Nachthimmel: Blau, violett & schwarz, dunkel und eher kühl
  • Vulkanfeuer: Feurig und Erdig, warm und eher dunkel
  • Rosengarten: Verschiedene Rosenfarben kombiniert mit grün, eher warm
  • Provence: Lavendeltöne kombiniert mit grün, eher kühl
  • Bollywood: Knallig, farbenfroh und ein bisschen wild, kann Sariseidenfasern und Neonfarben enthalten
  • Sommerwiese: Sonnige Farben kombiniert mit grün, warm mit Spritzer von bunt
  • Jägersgrün: Verschiedene eher dunkle Grüntöne mit Spritzern von petrol, lila oder Beerenfarben
  • Frühlingsgrün: verschiedene eher helle Grüntöne, frisch bis eher warm
  • Pink Panther: Rosa, Pink kombiniert mit schwarz, knallig
  • Graue Eleganz: Elegante Grautöne, kühl und Graustufen

Oben seht ihr übrigens ein Beispiel für die Farbgruppe „September“. Ich behalte mir die Option vor, die Farbpalette bei einem Anfall von Inspiration noch zu erweitern 😉 Und ich werde mich bemühen noch eine Möglichkeit im Shopsystem zu finden eine No-Go-Liste einzuarbeiten.

3 weitere Beispiele für Verläufe aus den vergangenen Jahren. Da ich hier noch nicht diese Farbgruppen hatte, treffen sie nicht perfekt auf meine jetzigen Gruppen zu. Aber im Groben würde ich sie in Gruppe „Sommercocktail“, „Graue Eleganz“ mit etwas weinrot und „Eiskristall“ ein ordnen.

Die Verlosung

Wie letztes Jahr gibt es auch dieses Jahr wieder ein Weihnachtsverlosung. Diese erfolgt aus allen BestellerInnen des Kalenders, die automatisch in den Lostopf wandern, am Weihnachtsabend. Der Versand wird nach der Rauhnachtsruhe erfolgen. Der Preis werden 3 kleine Wundertüten sein.

Advent mit Back to the Wheel!

Wie gewohnt gibt es wieder in der Ravelry-Gruppe Back to the Wheel! einen Adventskalender-Thread, wo jeder herzlich willkommen ist, mit zu spinnen, mit zu quatschen und seine Rolags zu zeigen.

Auf Instagram gibt es den Hashtag #Adventmitbacktothewheel. Hier könnt ihr auch gerne eure Spinnereien zeigen und ich kann ein bisschen Mäuschen spielen und sehen, was ihr so aus den Fasern zaubert 🙂

Hier noch ein letzter Link zum Adventskalender im Shop.

Ich freue mich auf eine neue Wintersaison mit euch. Und auch wenn es noch ab und an sommerlich warm ist – der Advent kommt bestimmt 😉

Liebe Grüße aus der Werkstatt,

Kathrin.

Der Faserkalender – Türchen 1: Das Gotlandschaf

In den nächsten Dezember-Tagen möchte ich gerne einige Wollen vorstellen, die ich in der Werkstatt verwende. Jeden Tag öffne ich ein virtuelles Türchen und stelle eine naturfarbene Schafwollfaser vor. Und heute geht es mit einem Skandinavier los.

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Das Gotland-Schaf ist ein besonders spannendes Schaf, denn es liefert unterschiedliche Faserqualitäten. Ihr natürlich silber-grau melierter Farbton ist besonders und einzigartig unter den Wollen.

Die Bezeichnung Gotlandschaf wird für mehrere skandinavische Schaflinien verwendet. Sie gehen auf eine schwedische Schafrasse zurück, die Anfang des 20. Jh.s entwickelt wurde und nach der schwedischen Gotland-Insel benannt wurde, dennoch gibt es verschiedene Linien und damit Wollqualitäten. Dennoch haben sie die Hauptcharakteristika gemeinsam: lange Fasern, seidiges Gefühl, schöne Lockenwindungen, stark glänzend und silbergraue Farben, neben schwarz und weißen Wollen.

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Gotlandfasern sind gekämmt  sehr glatt und leicht drahtig. Mit über 30 mic gehören sie zu den groben Wollen. Aber sie müssen nicht gleich kratziges Garn ergeben. Sie können sich gut auf der Haut anfühlen oder sie können drahtig werden. Alles hängt mal wieder an der Verarbeitung und an der individuellen Wollqualität.

Und für Herr der Ringe Fans: Eine neuseeländische Linie – Stansborough Gotland – wurde auf Faserfeinheit gezüchtet. Ihre Wolle wurde für die Herstellung der Elfenumhänge genutzt, die in den Filmen Herr der Ringe getragen wurden. Die Fasern sollen leicht, strapazierfähig, leicht glänzend sein und dem späteren Textil einen fließenden Fall verleihen. (2)

thumb_imgp3591_1024Hier seht ihr zwei Kammzüge, der hintere ist pures Gotland-Schaf und der vordere stammt aus der Mischtüte vom Wolllust Schurwollversand und wurde skandinavisch bezeichnet und enthält laut Angabe überwiegend Gotland und Islandfaser. Ich kann hier nur einen Unterschied erfühlen: der gemischte Kammzug ist etwas voluminöser. Reines Gotland wirkt schwer und kompakt. Durch die fehlende Kräuselung fehlt die Luft zwischen den Fasern und somit kommen viel mehr Fasern auf das gleiche Volumen.

thumb_imgp2974_1024Ich persönlich würde Gotlandfasern aus einem Kammzug nicht pur verspinnen. Sie benötigen viel Drall, denn die Fasern sind rutschig und sie müssen zum eher feinen Zwirn verarbeitet werden, daher würde sie ein hartes, drahtiges Garn ergeben, das aber auch strapazierfähig und für Außenbekleidung geeignet wäre – und kein Hautschmeichler werden würde. Daher ziehe ich es vor, die Gotlandfasern in andere glatte Fasern – meistens Merino – einzumischen. Die Fasern fühlen sich fast seidig an und in andere glatte Fasern eingemischt bringen sie dieses seidenartige Gefühl mit rein. Außerdem erhöhen sie im Gemisch durch ihre Faserlänge die Strapazierfähigkeit des Garnes.
thumb_imgp3601_1024Gotlandfasern sind auch im Vlies erhältlich. In dieser Form gibt es auch kardierte Gotland-Lamm-Fasern. Beide seit ihr weiter oben im ersten Bild. Die Lammfasern im Vlies sind einen Tick heller als das Vlies der erwachsenen Schafen. Kardiert fühlen sich die Fasern wesentlich weicher aber weniger seidig an. Sie sind auch kürzer und natürlich nicht so glatt, durch die Lage im Vlies. Hier ist der Unterschied zwischen Fasern im Kammzug und im Vlies besonders deutlich. Ein Garn aus puren Gotlandfasern würde ich aus einem Vlies wagen. Vor einigen Jahren machte ich einen Versuch als Bouclé aus handkartierten Flocken. Es wurde erstaunlich weich und kann gut auf der Haut getragen werden.

thumb_imgp3590_1024Als Lamm bietet es wunderschöne kleine Löckchen. Diese Locken sind oft roh und sortiert erhältlich und diese empfehle ich auch für Lockengarne. Gotlandlocken sind verglichen mit Wensleydale-Locken oder Teeswaterlocken etwas schwieriger zu Lockengarne zu verarbeiten, denn sie sind kürzer und ihre Faseroberfläche, abgesehen von ihren Lockenwindungen, ist sehr glatt.

thumb_imgp3602_1024Sie roh zu verspinnen kann sinnvoll sein, denn das Wollfett ist manchmal behilflich, die rutschigen Locken auf einen Kern zu spinnen und hinterher, kann es einfach heraus gewaschen werden. Die Locken sind manchmal übrigens aus weiß zu bekommen. Unten seht ihr ein reines Gotland-Lockengarn, welches auf einen Kerngesponnen wurde. Hier fühlen sich die Locken sehr seidig an und wären ein Traum auf der Haut. Grundsätzlich wasche ich Gotlandlocken gerne selbst, denn sie filzern sehr sehr leicht.

Auf Grund der Filzanfälligkeit kaufe ich ungern die Gotlandfasern in der Flocke. Alleine durch eine komprimierte Lagerung in einer Tüte können die Fasern zusammen haken. In diesem Fall hilft noch kardieren, sie fluffen wieder auf. Dennoch kann es aber auch schon zu spät sein. Außerdem ist es eine sehr mühselige Arbeit, die schönen Löckchen aus der restlichen Flockefasern heraus zu zupfen. Die Ausbeute ist etwa 1:2 bis 1:3, also auch mäßig reichlich. Daher kaufe ich mir für meine Spinnerei lieber die rohen Locken und die Gotlandfasern im Band gekämmt. Hier ist die Lagerung kaum ein Problem. Auf dem Bild unten sind die gezupften Locke aus der Flocke (links), die Restfasern aus der Flocke (bitte) und handgewaschene, sortierte Locken (links) zu sehen, die weiter oben schon als Garn verarbeitet wurden.

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Für alle die sich für die Herkunft ihrer Fasern interessieren, empfehle ich sehr das Fleece & Fiber Soucebook (siehe unten). Es ist auf Englisch, wunderbar bebildert, im Aufbau ausgelegt für Spinner und andere Faser-Gewerke und ist äußerst umfangreich und praxisnah.

Und morgen geht es weiter mit dem Polarfuchs.

(1) Vgl.: D. Robson, C. Ekarius: The Fleece & Fiber Sourcebook, North Adams 2011, S. 162

(2) Vgl, ebd., S. 163

Gemeinsam durch den Advent

Die erste Kerze brennt und die kuscheligste Zeit im Jahr beginnt endlich. Und wir haben bald den 1. Dezember! Zeit für den Adventskalender 🙂

adventstu%cc%88te7Dieses Jahr gab es im Shop das erste Mal die Adventskalender für Spinner,  24 Tütchen mit je einen Rolag drin und die Tütchen sind nicht durchsichtig. Möglicherweise ist der ein oder andere schon neugierig.

Beim Packen des X-ten Kalenders fiel mir das Offensichtliche auf: Alle werden am gleichen Tag beginnen und das erste Tütchen zu Öffnen. Und da dachte ich, es wäre doch schön, das zusammen zu machen und zu teilen.

Und so das ist die Idee:

Wer Lust hat mit zu machen postet Bilder von seinem Kalender, Rolags oder seinem Garn und pro Bild landet ein Bild im Lostopf und an den Weihnachtsfeiertagen gibt es eine Verlosung.

Via Instagram:

Wer sein Bild mit dem Hashtag #AdventmitBacktotheWheel postet und mit @BacktotheWheel verlinkt der landet im Instagram-Lostopf hier in der Werkstatt. Pro Bild ein Los.

fasertu%cc%88te8An den Weihnachtsfeiertagen ziehe ich einen Gewinner aus dem Lostopf und nach dem Feiertagen geht ein Päckchen zur Post.

Der Preis im Instagram-Lostopf ist eine kleine Überraschungs-Fasertüte.

 

Via Ravelry:

Für diejenigen, die kein Instagram haben gibt es noch einen Ravelry-Lostopf. Wer mitmachen mag, der legt ein Spinn-Projekt in seinem Account an, teilt hier seine Kalenderbilder und verlinkt es mit dem Thread Adventsspinnerei Ravelry-Gruppe Back to the Wheel. Im Thread könnt ihr auch einfach miteinander Quatschen. Ihr solltet aber euer Projekt mindestens 1x dort verlinken, denn sonst kann ich euch auf Ravelry nicht finden.

thumb_imgp1951_1024Auch hier kommt pro Bild im Projekt ein Los in den Ravelry-Topf und ich ziehe den Gewinner an den Weihnachtsfeiertagen.

Der Preis im Ravelry-Topf ist ein reiner Seidenkammzug 25g + eine Papeterie-Überraschung für Spinner.

 

Ich freue mich, wenn einige von euch, die bald an ihrem Kalender spinnen werden, Lust haben hier mit zu machen, ihre Überraschungsfasern teilen und so einen gemeinsamen Advents-Spin Along zaubern. Ich bin gespannt!

Frohes Tütchen-Öffnen!

 

 

Verläufe & Rolags

adventstuten4Heute möchte ich euch mal wieder ins Daily Business in der Werkstatt mit nehmen. Momentan gibt es ja die Adventskalender für Spinner in meinem Shop. Das sind 24 Tütchen mit je einem Rolag. Quasi eine Faser-Wundertüte auf Raten ;-).

Außerdem bietet sich hier eine Besonderheit an: Ein großer Farbverlauf in den Spinnfasern.

Damit meine ich einen Verlauf, der sich über die Gesamtmenge an Fasern erstreckt und sich nicht innerhalb eines einzigen Rolags entfaltet. Das heißt also, die Rollen haben alle eine leicht andere Farbe und in der richtigen Reihenfolge versponnen ergibt sich ein Garn mit einem Verlauf über die gesamte Lauflänge.

Im Moment habe ich reichlich Übung im Kardieren solcher Rolags und so habe ich zwischen durch ein paar Bilder für euch gemacht.

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Zunächst suche ich die gewünschten Farben heraus und suche nach einem harmonischen Verlauf. Dabei versuche ich keine zu heftigen Farbsprünge zu kombinieren. Die Anzahl der Farben hängt vom Endgewicht ab. Je geringer das Gewicht, desto weniger Farben nehme ich natürlich. Aber anders herum, habe  ich bemerkt, dass es bei größeren Mengen leichter ist 1 oder 2 Farben mehr zu nehmen, sonst wird es schwierig die richtigen Mengenverhältnisse pro Brett zu erwischen.

Dann wiege ich die Farben ab, um das Zielgewicht zu erreichen. Dabei werden auch gleich Edelfasern oder andere Zusatzfasern mit eingewogen. Und dann überlege ich mir, wieviele Bretter ich benötige. Meistens rechne ich mit 25g pro Brett und 3 Rollen pro Brett. Bei 100g erhalte ich meistens 12 Rollen.

Beim Adventskalender rechne ich aber anders herum, ich benötige ja fix 24 Rollen. Also stelle ich 4 Rollen pro Brett her und komme auf glatte 6 Bretter. Aber auch halbe Bretter können kardiert werden.

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Jetzt teile ich die Fasern in passende Portionen auf. Eine Portion pro Brett. Das ist manchmal gar nicht so leicht. Dabei ist zu überlegen, wie die Einzelfarben am geschicktesten in einander zumischen sind und dabei die gewünschte Brett- und Rollenanzahl erreicht wird.

verlauf1Die Farben werden dann von oben nach unten auf dem Brett angeordnet. Nur so bekomme ich einen Vollverlauf in die Rollen, da diese ja von unten nach oben abgezogen werden. Ich lege also die Farbzonen und ihre Mischzonen horizontal an. Meistens landet eine Grundfarbe auf ein Brett und oben, wie unten kommen die jeweiligen Nachbarfarben dazu, so dass die Mischzonen entstehen. Danach kommt das nächste Brett mit wieder drei Zonen, allerdings ändert sich nun ihre Anordnung. die Vollfarbe liegt nicht immer in der Mitte, sie kann auch in der oberen oder unteren Zone liegen.

verlauf2Dadurch, dass ich 4 Rollen Pro Brett abziehe und 3 Farbzonen pro Brett habe, erreiche ich gute Mischungsverhältnisse im Rolag, der eher selten mal wirklich vollfarbig ausfällt.

So arbeite ich mich durch die Faseroptionen und achte darauf, dass ich nie mit den Farben durcheinander kommen. Am Ende habe ich die 24 Rollen im Verlauf und die werden dann in die Kalendertütchen gepackt. Der Kalender ermöglicht es, dass auch der Spinner nicht durcheinander kommt, denn die Tütchen müssen nur Tag für Tag angesponnen werden und die richtige Reihenfolge steckt ja schon in den Tütchen.

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Je nach dem, wie frei ich bei den Farben wählen durfte, wird jedes Tütchen und der Tag auf der Spule eine kleine Überraschung.

 

thumb_dsc_7720_1024Wer ein Garn mit Vollverlauf erhalten möchte, dem empfehle ich das Navajo-Zwirnen. Das ist meine Lieblingszwirnmethode bei traditionellem Garn. Es fällt kein Abfall ab, die Lauflänge der Zwirne müssen nicht passen und es entsteht ein intensiver Farbverlauf in einem besonders schön geformten Garn.

Natürlich gibt es auch die Möglichkeit Rolags mit kleinen, sich wiederholenden Verläufen zu kardieren. Doch dazu schreibe ich euch ein andermal einen Post.

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Jetzt wünsche ich euch erstmal einen schönen Spätherbst und voradventliche Zeit!