Mehr Garn und Fasern…

Funkstille im Blog bedeutet meistens eine arbeitsreiche Zeit. Der Weihnachtsverkauf ist vorbei und das nächste Weihnachten steht vor der Türe. Doch davor kommt das Sommerloch. Dieses Jahr zeichnen sich neben ein paar Workshops auch die ersten ein zwei Märkte ab und dazu braucht es Garn – jede Menge Garn. Und natürlich Fasern.

mistydawadaDeshalb stehen im Moment die Einzelstücke im Fokus. Einerseits eine super kreative Spinnerei, ganz anders als die Knit Kits, die ja immer genauso reproduziert werden müssen. Aber es zieht sich auf. Jedes Garn ist anders, keine Routine, kein Zeitmanagement… Und dann und wann geht auch mal was in die Hose.

rosered2Am liebsten mag ich die coreless corespun Garne. Sie sind schön zu spinnen, wenn auch echt zeitaufwendig. Die Farben gleiten durch die Finger und liegen immer schön an der Oberfläche. Aber vor allem machen sie dem Stricker das Leben leicht. Sie sind strapazierfähig, können auch super weich sein und haben eine gleichmäßige Oberfläche. Easy peasy zu stricken und immer passiert was in den Farben.

Ein etwas älteres Garn juckte mir so in den Fingern, dass ich zu einem Stirnband verstrickte. LEXI wird es in Zukunft öfters geben, aber immer aus einem anderen Corespun Garn mit ähnlicher Farbmischung. Es wird also immer ein Einzelstück sein.Stirnbandlexi2

Dann sind noch ein paar Effektgarne entstanden.

apricot4Apricot ist ein corespun Garn mit Sojafasern und Angelina. Diese verzwirnten Corespuns mag ich auch sehr gerne. Sie sind so traumhaft weich und fluffig.

nightfall7Seidig ist die Variante ohne Kern geworden, Nightfall. Eigentlich war es fast die gleiche Fasermischung. Seide statt Sojafasern, doch die Haptik ist recht ähnlich. Doch ohne den Kern entsteht beim Zwirnen kein Volumen. Der glatt gesponnene Single bleibt auch im Zwirn glatt. Wie ein kleiner Kernfaden doch einen Unterschied machen kann…

MeloneMelone ist ein D&D-Garn mit Autowrap. Lowtwist gesponnen wobei ein Metallikfaden mit lief. Diese Garne mag ich am liebsten im großen Lochmuster. Mal schließt sich das Maschenbild an den dicken Stellen und mal ist es wie ein Netz an den dünnen Stellen.

Dann entstehen gerade wieder ein paar Fasermischungen für den Shop:

Vor kurzem war wieder die recycelte Sariseide aus Indien am Start.

Da haben wir einmal Hongkong Nights in schwarz mit viel Neon…

HongKongnight4 Hongkongnight5

… und Urban Grey, graues Merino mit pink und blau…

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und dann gibts noch Sundown Peach, eine Merinomischung mit Verlauf.sundownpeach6sundownpeach3

Und zu guter letzt gibts noch zwei Vliese.

Einmal ein ganz klassisches nur aus Merino, aber mit einem großen Verlauf in den gleichen Farben wie die Rolags.

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Und dann noch das Vlies Misty, ein Schurwollmix mit Merino, Angelina und viel handgefärbter Seide. Aus dem gleiche Vlies entstand auch das corespun Garn oben.

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Und der nächste Blogpost geht ums Artbatt kardieren, in dem ich teste, was passiert, wenn ich meine eigenen Tipps für das perfekte, schlaufenfreie Vlies ignoriere…

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Das perfekte Vlies… ist das die Lösung?

Vor einiger Zeit hatte ich mich gefragt, wie mein Schlaufenproblem entsteht und es zu lösen ist.

kardieren5Das hier sind die ominösen Schlaufen:

Sie hatten sich immer wieder mal in meine Vliese eingeschlichen und dann gab es wieder Vliese, die frei davon waren. Warum? Diese Frage trieb mich wirklich um. Ich möchte diese Schlaufen nicht im Vlies haben, denn sie können, bei einigen Spinntechniken wie corespinning stören. Soll eine super glatte Oberfläche bei Kerngarnen entstehen, können diese Schlaufen oben aufsitzen und eben diese Oberfläche stören. Auch bei feinen einfädrigen Garnen stehen sie im Weg. Und überhaupt möchte ich, wenn ich ein Vlies kaufe, alle Fasern fein in Reih und Glied sitzen haben. Sicherlich lassen sich diese Schlaufen durch predraften wieder auseinander ziehen, aber ich möchte eben auch manchmal nicht predraften, denn das beeinflusst die Farbentwicklung im Garn.

Also, wie kann ich kardieren, dass die Vliese schön wohlgeordnet werden, wie ich sie haben möchte?

kardieren17Nach vielen Stunden kardieren kam ich zu diesen Punkten:

1. Die richtige Position der Packer-brush einstellen.

2. Die Fasern hauchdünn über den Einzug einfüttern.

3. Keine dicken Stellen beim Painten auf die große Walze kardieren.

4. Die Vliese nicht zu dick werden lassen, sondern lieber mehrere dünnere Vliese kardieren.

5. Superfeine Fasern im Sandwich einfüttern oder Painten.

6. Vorsicht bei der Karde.

7. Fasern vorlockern hilft.

Jetzt kommen viele Bilder, wie ich mein Vlies nicht haben möchte… 😉

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Die Bürste soll die Fasern an die große Walze anlegen, damit das Fassungsvolumen erhöht wird. Sie sitzt direkt über der Zone, wo die eingefütterten Fasern entweder auf der kleinen oder der großen Walze landen und sich im letzten Fall gerade erst an die Walze angelegt haben. kardieren 16Haben sich die Spitzen noch nicht ganz angelegt kann es passieren, dass die Bürste diese Enden beim Drehen wieder nach hinten klappt und voilá, da sind die ersten Schlaufen. Ich hatte manchmal die Bürste so eingestellt, dass sie viel zu tief in den Nadeln saß. So wurden schnell auch diese Faserenden zurück geklappt, die eigentlich ganz gut auf der Walze zu liegen kamen. kardieren3Deshalb achte ich nun darauf, dass die Bürste die Nadeln nur berührt und noch genügend Platz bleibt, dass die Fasern gemütlich beim Drehen unter ihr durch wandern kann. Oder ich lasse die Bürste einfach weg. Ich habe bemerkt, dass ich sie gar nicht so dringend benötige. Sollte das Vlies zu sehr Volumen einnehmen, greife ich zur Karde vom Blending Board und lege die Fasern sanft an.

Auf dem ersten Bild sitzt die Bürste erst zu tief in den Nadeln. Auf dem zweiten Bild, sitzt sie nur AN den Nadeln und im dritten Bild, ließ ich sie einfach weg.

kardierenDas bekannte Credo: Lege die Fasern so dünn vor den Einzug auf, dass du noch die Zeitung darunter lesen könntest, hat wirklich seine Berechtigung. Füttere ich zu viele Fasern auf einmal ein, landet das Zuviel wieder auf der kleinen Walze. Die Fasern werden also zwischen beide Walzen geteilt und dabei können ebenfalls die Fasernenden jener Fasern, die auf der großen Walze landen abgehoben werden und zurückgeklappt werden. Oder sie können von der Bürste zurück gebürstet werden. Es sind die unentschlossene Fasern, die dann die Schlaufen bilden. Ich lasse mir also nun sehr viel Zeit und kardiere hauchdünne Fasern ein.

kardieren12Die Fasern können auch direkt auf die Walze gesetzt werden. Dabei sollten keine dicken „Würste“ aufkardiert werden. Diese wandern dann durch die Zone zwischen beiden Walzen und an den dicken Stellen wird von der kleinen Walze wieder das Zuviel abgelöst und wir erhalten unentschlossenen Faserenden. Außerdem achte ich darauf, dass beim Painten, die aller ersten Faserenden gut zwischen den Nadeln anliegen.

kardieren9Das ganze Vlies wächst mit der Zeit und die Nadellängen geben das Fassungsvolumen vor. Wird der freie Nadelbereich immer kleiner, können auch hier, die Faserenden eher hervorstehen und in der Engstelle der Walzen oder von der Bürste in die falsche Richtung angelegt werden. Also schöpfe ich das maximale Fassungsvolumen jetzt nicht mehr aus, sondern kardiere lieber zwei Vliese.

Auf dem Bild rechts sind die Schlaufen zu sehen, die sich gerne an der Nadelunterbrechung bilden. Das passiert besonders gerne, wenn das Vlies schon recht dick geworden ist. Das sind einfach die Faserenden, die durch die Lücke nicht erfasst werden und dann an der nächsten Engstelle zurück geklappt werden.

kardieren11Superfeine oder glatte Fasern tuen sich manchmal schwer mit dem Anlegen. Ihre Enden bilden besonders gerne Schlaufen. So wie auf dem Bild links, möchte ich sie ungern im Vlies liegen haben. Deshalb lege ich sie nun wie bei einem Sandwich zwischen weniger fliegende Fasern und lasse sich gebändigt einziehen. Oder ich lege das Sandwich direkt auf die große Walze auf und painte sie ins Vlies (rechts).

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Ein weiterer Stolperstein war  die Karde vom Blendig board, die ich zum Anlegen benutze. Ich setzte sie nun nicht mehr einfach an die Walze an, sondern achte darauf, dass ich nicht VOR hervorstehene Fasern ansetzte sondern diese sanft mit der gewünschte Ausrichtung andrücke und das kann auch mal bedeuten, dass ich das Drehen unterbreche und erst die vorderen Enden in Position bringen, bevor ich weiterkurbele.

kardieren13Die Fasern, die auf der kleinen Walze zurückbleiben, ziehe ich mit dem Picker wieder ab und füttere sie auch dünn wieder ein.

Ach, was ich auch noch mache, ist, dass ich nun die Fasern aus Kammzügen (wenn es denn Kammzüge sind, die ich vermische)  in Stapel vorlockere.

kardieren21Seit dem, dauert das Kardieren doppelt so lange…Aber, die Vliese sind frei von Schlaufen, Verdickungen und kleinen Knötchen. Auf der Walze liegen die Fasern sauber neben einander (Bild unten links), was man besonders an der Rille sehen kann. Auch die Rückseite vom Vlies ist sauber (unten rechts), wo sich vorher gerne die Schlaufen beim Abziehen gezeigt haben.

kardien 20Foto 4Puh, das war eine schwere Geburt, mit dem Kardieren, aber ich bin jetzt eindeutig zufriedener mit den fertigen Vliesen. Und die Vorarbeit beim Spinnen hat sich auch reduziert und der Auszug funktioniert wieder reibungslos. 🙂

Kammzug versus Vlies

Vor einigen Tagen habe ich meine Ladehemmung überwunden und meine Kämme ausprobiert.

Als erstes Herantasten habe ich nur Kammzüge mit bereits gekämmten Fasern gezogen. Ich war überrascht, dass es nach den ersten paar Kämmen schon ganz gut klappte.

Foto 4-1 Hier habe ich den Kamm mit Fasern schichtweise beladen. Hauptsächlich habe ich naturgraues BLF verwendet. Dazwischen habe ich Merino in Rosatönen, weises Ramie und linkes Angelina geschichtet.

Foto 3-1 Kopie

Hier war ich mit dem Beladen fertig und es sind die drei Schichten zu sehen.

Foto 5-3 Hier ziehe ich den ersten Kammzug ab. Ich versuche mich dabei von der eine Seite zur anderen Seite zu arbeiten und von unten nach oben. Durch die nur drei Schichten verändert sich das Verhältnis zwischen BLF und bunten Fasern in den unterschiedlichen Abschnitten des Kammzuges. Und eine weitere Rolle spielen natürlich die Faserlängen. Das Ramie hat sehr lange Fasern, länger als BLF und Merino. Deshalb ziehen sich die Ramiefasern schneller aus, als der anderen Fasern. Das sollte bedacht werden, wird eine gleichmäßige Verteilung angestrebt. In den ersten Zügen war es mir noch nicht wichtig. Außerdem ergibt sich wieder ein Rhythmus, wenn mehre Kammzüge, die so erstellt wurden, hintereinander versponnen werden.

Foto 2 Das ist der Rest, der auf den Kämmen zwischen den Zinken hängen bleibt. Dafür gibt es sicher einen Begriff. Kennt ihr den? Wie nennt man diese Rest aus kurzen Fasern, der auf den Kämmen übrig bleibt? Ich habe ihn mir aufgehoben, um in später in ein Vlies einzukardieren.

Foto 1 Das hier sind die ersten Kammzüge, die entstanden sind. Mir gefällt diese Faseraufbereitung sehr gut. Die Fasern sind alle glatt parallelisiert, vor ausgezogen und gelockert. Perfekt um versponnen zu werden. Alles was ich bisher zum Kämmen und Kammzügen gehört habe hat sich voll bestätigt.

Foto 1 Kopie 2 Hier habe ich einen Kamm wie oben bestückt einmal abgekämmt. Ich wollte wissen, wie sich die Fasern dabei vermischen. Und hier ist zu sehen, dass sie sich ziemlich schnell (hier nach einmal) recht homogen vermischen. Würde ich diese Mischung verspinnen, würde das Garn farblich recht gleichmäßig werden. Ich persönlich finde, dass, möchte man eine gleichmäßige Fasermischung, das Mischen von Fasern so schneller geht, als beim Kardieren.

Foto 3 Die gleiche Fasermischung habe ich zusammen mit dem Rest von Kämmen (der wirklich sehr gering ist) zu einem Vlies kardiert. Das Mischverhältnis ist genau das gleiche wie beim Kämmen. Und auch der Grad der Vermischung ist ähnlich.

Ziel war es, die Garne, beider Vorbereitungsarten zu vergleichen. Ich habe aus beiden Fasern, den Kammzügen und dem Vlies, ein unverzwirntes unterdrehtes Garn gesponnen.

Foto 3 Kopie 2Das ist das Kammgarn: es hat eine gleichmäßige glatte Oberfläche. Die farbigen Fasern setzten sich noch gut von den grauen Fasern ab. Sie sind einerseits eingemischt, aber andererseits ist die Mischung nicht homogen und es gibt immer wieder Stellen, an denen die farbigen Fasern überwiegen.Foto 1-1

Foto 1 KopieHier kommt nun das Garn aus dem Vlies. Der Unterschied ist gering, aber spürbar (weniger hier auf den Bildern sichtbar). Ich weiß nicht wie, so ein Garn eingeordnet werden würde. Mit den englischen Kategorien würde ich semi-worsted sagen.

Foto 4 Kopie 2

Nach Anne Field unterscheiden sich die Kategorien so:

  • worsted: Fasern werden parallel ausgerichtet (gekämmt oder mit der Fickkarde) + kurzer Auszug
  • semi-worsted: Fasern werden nicht parallel ausgerichtet (kardiert) + kurzer Auszug
  • woolen: Fasern werden nicht parallel ausgerichtet  + langer oder mittlerer Auszug
  • semi-woolen: Fasern werden parallel ausgerichtet + langer oder mittlerer Auszug

In diesem Fall trifft semi-worsted zu: kardiert aber mit dem kurzen Auszug versponnen.

Die Unterschiede waren besonders beim Spinnen spürbar. Das Vorgarn war wesentlich instabiler. Dadurch das die Fasern nicht in voller Länge parallel lagen, musste ich die drafting zone wesentlich kürzer halten, sonst wäre der Strang gebrochen. Es war auch deutlich sichtbar, das die Fasern nicht parallel lagen und dadurch fühlten sie sich flauschiger an. Und auch das Garn wurde weniger „hart“/glatt, sondern weicher, mit etwas weniger Fasermasse auf die Länge und auch ein Tick weniger stabil. Klar, die Fasern liegen einfach nicht glatt neben einander. Im fertigen Garn sieht man diesen Unterschied an der Oberfläche, es stehen mehr Faserenden heraus (im großen Bild zu sehen, denke ich). Es wirkt ein wenig, wie wenn man es gebürstet hätte. Ein anderer Unterschied ist die Farbverteilung. Es ist kaum sichtbar, aber dennoch vorhanden, die farbigen Fasern setzten sich nicht ganz so direkt ab, sondern sind häufiger stärker in die grauen Fasern eingemischt. Das liegt an dem nicht parallelisierten „Flaum“ des BLF und war während dem Spinnen gut zu beobachten. Trotzdem gibt es noch genauso Abschnitte, in denen die farbigen Fasern überwiegen.

Trotz der Unterschiede, die wirklich minimal sind und in erster Linie spürbar und weniger sichtbar sind, sind es fast identische Garne, die gut zusammen passen. Mich würde es interessieren, ob diese Unterschiede sichtbar werden, wenn man sie verstrickt. Die farblichen Abweichungen sind ja oft erst im Strickstück, also im Überblick der ganzen Lauflänge zu sehen. Ich denke die unterschiedliche Oberfläche wird auch verstricht etwas spürbar sein

Zum Abschluss noch ein Bild mit beiden Garnen nebeneinander. Links liegt das glatter Garn (es hat etwas mehr Lauflänge) und rechts liegt das Garn aus dem Vlies.

Foto 5-1

Demeter-Pulli

Könnt ihr euch noch an meine ersten Demeter-Rolags erinnern?Rolags2

Naturweiße demeter-zertifizierte Biowolle aus der Region mit bunten Merinofasern gemischt.

Versponnen habe ich sie mit dem langen Auszug, in erster Linie um ihn zu üben. Es ergaben ca. 200 g und ich wusste nicht wie viel Garn ich brauchen werde. Es sollte mein erster Pulli werden. Dazu habe ich den einfachsten Schnitt gewählt, den es wohl gibt und glatt rechts gestrickt. Das Vorder- und Rückenteil sind gleich und gerade hochgestrickt. Auch die Arme sind mit nur 4 Zunahmen nahe am Bündchen einfach hochgestrickt und abgekettet. Dann habe ich die Teile einfach zusammen genäht und fertig. Praktisch, dass diese einfachen weiten Schnitte ohne echte gestrickte Schultern und Armrundungen gerade in Mode sind. 😉

photo 2Der Ausschnitt ergibt so einen weiten U-Bootauschnitt, der beim Tragen über eine Schulter rutscht. Die Ärmel reichen bis über die Ellenbogen und der gesamte Pulli endet auf Taillenhöhe. Es soll ein Sommerpulli sein, der an warmen Sommernächten über ein Top gezogen werden kann. Mit 8er Nadeln gestrickt, ist er etwas transparent und man kann etwas das Top darunter erahnen. 

photoDer lange Auszug beim Spinnen macht das Garn luftig und weniger kratzig. Trotzdem hat er mein Kratztest nicht bestanden. Meine Freundinnen sagten als erstes, er würde kratzen. Tja… deutsche Schurwolle ist echt fordernd und gar nicht leicht super weich zu verspinnen. Ich weiß noch nicht wo das Limit liegt. Wie viel tragen die Fasern bei und wie viel trägt der Auszug bei? Ich werde weiter mit dem langen Auszug üben und schauen, wie weich ich diese Fasern verarbeiten kann und wann die Grenze erreicht ist. Ich denke diese Fasern sind es wert, es zu versuchen auszureizen, denn demeter-zertifizierte Biowolle aus der Region ist einfach das Beste, finde ich.

photo 1Ach ja, die Farbschattierungen finde ich wirklich schön. Er wirkt etwas streifig, aber auch etwas wie schattiert gefärbt. Dabei ist die Mischung einfach farbig auf dem Kardierbrett entstanden. Es ist spannend zu sehen, wie sich die gestrickten Farbmischungen unterscheiden, je nach Verwendung des Gerätes, also Kardiermaschine oder Brett. Mal sehen, wie es sich mit den neuen Kämmen entwickeln wird. 🙂

Spinnfutter

 

5 neue Riesenvliese liegen zum Spinnen bereit. Es wurden wieder solche, die aus 2 Schichten aufgebaut sind. Eine Schicht für den Farbverlauf und eine Schicht für dessen Auflockerung mit Farbakzenten. Fast überall sind noch reichlich Angelinafasern oder Sariseide enthalten. Schade, dass es auf den Fotos nicht richtig zu sehen ist.

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Inspiration

Ich bereits vor einiger Zeit ein paar Videos auf YouTube entdeckt, die ich wirklich inspirierend finde. Steph Gorin vom Loop Fiber Store in den USA. Ich bin begeistert von ihren Garnen und sie regen mich an, in Zukunft etwas Verrückteres zu versuchen. Doch hier erstmal zwei der Videos:

In der Spinartiste gibt es außerdem einen tollen Artikel über Steph und ihre Arbeit.

Für mich reiht sie sich unter meine „Fibermusen“ Jacey Boggs, Lexi Boeger und Nathalie Redding. Es ist immer wieder spannend zu lesen, welchen Weg diese Spinner gegangen sind. Baamm… da kam die Fiber-Virus und von heute auf morgen waren viele einfach völlig davon überwältigt und mit der Zeit entstehen spezielle Schwerpunkte und ein Shop und irgendwann war´s das mit dem Alten Job und sie machen nur noch das. Hm… ein Leben für die (Textil-)Kunst? Wie läuft das wohl? Wie auch immer, ist ihr Garn nicht super schön?

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