Schmuckprototyp 2

Foto 3-4Vor einigen Zeiten hatte ich mal über Versuche gepostet aus meinem Supercoilgarn auf Draht (hier und hier) kleine Schmuckstücke herzustellen. Sie hatten auch meinem Testlauf beim Tango wirklich gut mitgemacht. Deshalb habe ich nun eine Version 2.0 hergestellt und ordentliche Schmuckverschlüsse angebaut.

Et voilá, hier die ersten 3 Stück:

Foto 1-4Foto 2-5 Foto 3-5

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Artyarn wird zu Schmuck

Vor ein paar Monaten habe ich diese Garne gemacht und in zwei Beiträgen („Supercoils“ und „Again Supercoils“) berichtet: Supercoils auf Draht gesponnen.Foto-2 Kopie 4

Foto 1-1

Diese Garne sind einerseits super weich, denn sie bestehen überwiegend aus Merino. Andererseits sind sie flexibel und formstabil.

Deshalb habe ich versucht diese Garne in Kleidung und Schmuck zu integrieren. Die Kleidungsversuche zeige ich mal bei einer anderen Gelegenheit 🙂 Aber hier sind meine ersten Schmuckversuche: drei Armbänder und eine Halskette.

Foto-1 Foto-7 Kopie Foto-2 Kopie 3 Foto-10Dazu habe ich die Garne mit einander verdreht oder einfach nur mehrfach zusammen gefasst oder „gewebt“. Die Enden habe ich vernäht und mit Lederimitat umklebt. Der Verschluss besteht hier aus Haken und Öse. Klar ist das nicht die beste Lösung, aber da es hier nur ein Versuch ist, habe ich genommen was in meiner Nähkiste herum lag. Alternativ gibt es ja auch richtige Schmuckverschlüsse zum annähen. Durch den Draht als Kern der Supercoils bleibt die Form des Armbandes genauso bestehen, wie ich es hingebogen oder die Stränge mit einander verdreht oder gewebt habe. Anders, als bei normalem Garn, fallen diese „Gewebe“ nicht zusammen.

Die Garne können ohne Problem direkt auf dem Körper getragen werden und ich habe ein Armband am Wochenende beim Tango tanzen Probe getragen. Das Coole ist: Schweiß ist kein Problem! Klar schwitze ich da auch rein, aber durch die Eigenschaften der Wolle, wird der Schweiß aufgenommen ohne dass das Armband feucht wird und danach kann es wieder ausgelüftet werden. Das ist für mich als Tangotänzer echt mega praktisch.

Again Supercoils

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Das erste Garn auf Draht hatte ließ sich erstaunlich gut spinnen. Also machte ich eine zweite Variante in schwarz, violett und lilarot. Zu der Merinowolle habe ich noch etwas seidiges Remi in das Vlies kardiert. Die Mischung ist sehr weich und könnte auf der Haut getragen werden. Beim corespinning lief ein silberner Beilauffaden mit, der beim Zwirnen der supercoils einen eigenen Rhythmus bekommt, ähnlich wie bei cabled yarn. Der Draht, der als Kern der supercoils dient ist der gleiche wie beim blau-grünen Drahtgarn. Er ist formstabil und trotzdem leicht zu biegen. So lässt er sich super leicht mit einem 90° Winkel spinnen, um die supercoils zu erstellen. Ich lasse dabei gerne den Draht auf dem Holz im Schoss liegen und sich um sich selbst drehen während dem Spinnen. Dadurch bleibt das Garn am Ende balanciert, denn der twist, der hineingesponnen wird, dreht sich mit dem Holz im Schoss sofort wieder heraus. Das Endprodukt ist ein perfekt balanciertes Garn.

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Supercoils

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Für dieses Garn habe ich ein Vlies handkardiert, das überwiegend aus unterschiedlichen Merinofasern und einigen Angelinafasern besteht. Das Vlies wurde um einen Kern gesponnen und dabei lief ein Silberfaden mit. Im letzten Schritt wurde der Single mit einem schwarzen Draht  im 90° Winkel verzwirnt. Das Ergebnis ist ein formstabiles Garn.

Bye Bye Berlin

Mein neuestes und letztes Spinnerei-Experiment hier in Berlin.

Zeit ist es geworden wieder weiter zu siedeln. Wo es letzten Endes diesmal hingeht ist noch nicht klar… Zuerst steht ein Kurztrip backpacking durch Andalusien nach Portugal an. Dabei Sonne tanken, kitensurfen und die wunderbare Landschaft der Costa de la luz genießen. Also tatsächlich mal Urlaub, ich kann kaum fassen ;-). Dann gehts für ein paar Monate in die Heimat zum Verschnaufen und um meine Arbeit zu Ende zu bringen. Und danach gibt es noch einen weiteren Zwischenstop im Orient, vielleicht sogar zwei für ein, zwei Monate um meine Arbeit zu überprüfen und vielleicht eine neue Arbeit an Land zu ziehen. Denn die Wüste ist wirklich ein wunderbarer Ort. Das sind die Momente in denen ich meine Arbeit einfach liebe! Wir werden sehen wohin die Reise nach all dem geht. Ich bin gespannt und freue mich auf neue Abenteuer irgendwo in der Welt 🙂

Auf jeden Fall wird es wohl in nächster Zeit mehr Posts über das Reisen, als über das Spinnen geben. Denn das wird eine Weile Ruhen müssen. Deshalb hier mein letztes Garn für den Abschnitt Berlin.

Ein Drahtgarn 🙂

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Prinzipiell ist es total einfach. Ein corespun yarn. Doch als core wird ein Blumendraht verwendet. Er hat die beste Stärke, sodass er sich auf die Spule winden lässt und stabil genug ist seine Form zu halten, auch wenn etwas Gewicht durch die Fasern drauf gesponnen wurde.

Die Fasern sind ein batt aus Coburger Fuchs, Milchschaflocken, Gotlandlammlocken und Distelflaum. Den Distelflaum hatte ich letztes Jahr in der Natur eingesammelt und er ist wahnsinnig weich. Aber auch kurzfaserig wie Baumwolle. Im batt steht er etwas heraus und mach dann versponnen zwischen den langen Fasern einen Eindruck wie gebürstetes Kashmir. Nartürlich war noch einiges an Stroh mit drin. Das hatte ich aber diesmal nicht entfernt, denn das Garn ist eh nicht zum Tragen gedacht. Außerdem mag ich diese spröden Momente in Garn.

Das Spinnen selbst ist eigentlich einfach. Allerdings lässt sich der Draht nicht um sich selbst winden. Deshalb muss der Drall am Ende (auf dem Drahtwickel) wieder heraus gelassen werden. Am besten man lässt den Draht auf dem Holz wie er verkauft wird, hackt ihn am Ende des Holzes etwas ein, so dass er wie eine dropspindel hängen und sich drehen kann. So dreht sich der Drall gleich beim Spinnen im Holz wieder heraus. Entweder man wickelt den Draht nun so glatt am und betreibt klassischen corespinning mit typischen Erscheinungsbild oder man lässt das Holz etwas weniger mitdrehen und zieht den Draht nach oben schneller ab. So gleiten der Draht nicht gerade/glatt in Richtung Spule, sondern gewellt. Eben so wie wenn gewickelter Draht einfach vom Holzgezogen wird. Durch den Einzig werden diese Drehungen im Draht selbst kleiner. Spinnt man gleichzeitig nun einen single statt corespun, dann legt sich der Singen IN diese Drehungen des Drahtes und der Zug verkleinert die Drahtwindungen. Das Ergebnis ist ein Bild wie beim single Spinnen mit autowrapping. Der Draht liegt um den Single. Macht man das nun etwas unvorsichtiger, so zieht der Zug die Drahtwindungen nicht sauber zu einer Geraden auf, sondern es entstehen kleine loops. Diese autogewrappt sehen aus wie ein falsches bouclé.

Hier nun die Pics… 🙂 In diesem Sinne: bye bye Berlin!!!

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Hier sieht man einen Abschnitt, in dem der Draht um den Single gelegt wurde, bevor es wieder in das klassische Bild vom corespinning übergeht. Im oberen Bild ist übrigens der falsche Bouclé-Effekt zu sehen.

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