Adventskalender REFILL

Ein kleiner Nachtrag zur Adventskalender-Aktion, die schon heiß angelaufen ist.

Ich möchte nächstes Jahr, also ab 2018, ein REFILL-Angebot in den Shop stellen. Es richtet sich an die „alten Hasen“ unter den Adventskalender-SpinnerInnen hier.

Wenn ihr Lust habt, dann könnt ihr die handgestempelten Tütchen des Back to the Wheel-Kalenders für das FolgeJahr aufheben. Das REFILL-Angebot ist genau für solche Fälle da. Es bietet eine Kalender-Mischung an, die ich euch dann in die leeren Tütchen des Vorjahres wieder einpacke. So bleibt für euch die Überraschung erhalten und die Tütchen müssen nicht in den Müll wandern. Der REFILL enthält, wie die normalen Kalender auch, 150g Verlaufsmischung in 24 Röllchen, nur ohne die Tütchen. Somit wird das Angebot natürlich auch günstiger werden.

So geht´s:

  • Wer möchte, der kann seine leeren Tütchen aufheben.
  • Im Folgejahr steht ein REFILL-Angebot im Shop zusammen mit einer Versandadresse (neue Werkstattadresse ab 2018!).
  • Dort könnt ihr die leere Tütchen aus dem Vorjahr hinsenden.
  • Der Rest bleibt wie gehabt: Ihr sucht euch ein Farbschema für den Kalender im REFILL-Angebot aus.
  • Ich mische euch die Röllchen und verpacke sie wieder in die alten Tütchen.
  • Der recycelte Kalender geht dann wieder an euch zurück.

Aber: Dieses Angebot gilt nur für „alte Hasen“ und für die Back to the Wheel-Tütchen. Das REFILL-Angebot gilt nicht für das Befüllen von „Fremdtütchen“. Vielmehr soll es die vielen handbestempelten Tütchen recyceln & die vielen Stunden Handarbeit, die darin steckt vor der Tonne bewahren. Wäre doch schade drum, oder?

Das REFILL-Angebot steht ab 2018 zur Verfügung. Falls jemand von euch zufällig schon letztes Jahr die Kalender-Tütchen aufbewahrt hat, der kann mir gerne direkt eine Mail schicken an backtothewheel(at)icloud.com. Dann schnüre ich vorzeitig ein Proto-Angebot für einen REFILL.

Liebe Grüße aus der Werkstatt!

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Verläufe & Rolags

adventstuten4Heute möchte ich euch mal wieder ins Daily Business in der Werkstatt mit nehmen. Momentan gibt es ja die Adventskalender für Spinner in meinem Shop. Das sind 24 Tütchen mit je einem Rolag. Quasi eine Faser-Wundertüte auf Raten ;-).

Außerdem bietet sich hier eine Besonderheit an: Ein großer Farbverlauf in den Spinnfasern.

Damit meine ich einen Verlauf, der sich über die Gesamtmenge an Fasern erstreckt und sich nicht innerhalb eines einzigen Rolags entfaltet. Das heißt also, die Rollen haben alle eine leicht andere Farbe und in der richtigen Reihenfolge versponnen ergibt sich ein Garn mit einem Verlauf über die gesamte Lauflänge.

Im Moment habe ich reichlich Übung im Kardieren solcher Rolags und so habe ich zwischen durch ein paar Bilder für euch gemacht.

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Zunächst suche ich die gewünschten Farben heraus und suche nach einem harmonischen Verlauf. Dabei versuche ich keine zu heftigen Farbsprünge zu kombinieren. Die Anzahl der Farben hängt vom Endgewicht ab. Je geringer das Gewicht, desto weniger Farben nehme ich natürlich. Aber anders herum, habe  ich bemerkt, dass es bei größeren Mengen leichter ist 1 oder 2 Farben mehr zu nehmen, sonst wird es schwierig die richtigen Mengenverhältnisse pro Brett zu erwischen.

Dann wiege ich die Farben ab, um das Zielgewicht zu erreichen. Dabei werden auch gleich Edelfasern oder andere Zusatzfasern mit eingewogen. Und dann überlege ich mir, wieviele Bretter ich benötige. Meistens rechne ich mit 25g pro Brett und 3 Rollen pro Brett. Bei 100g erhalte ich meistens 12 Rollen.

Beim Adventskalender rechne ich aber anders herum, ich benötige ja fix 24 Rollen. Also stelle ich 4 Rollen pro Brett her und komme auf glatte 6 Bretter. Aber auch halbe Bretter können kardiert werden.

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Jetzt teile ich die Fasern in passende Portionen auf. Eine Portion pro Brett. Das ist manchmal gar nicht so leicht. Dabei ist zu überlegen, wie die Einzelfarben am geschicktesten in einander zumischen sind und dabei die gewünschte Brett- und Rollenanzahl erreicht wird.

verlauf1Die Farben werden dann von oben nach unten auf dem Brett angeordnet. Nur so bekomme ich einen Vollverlauf in die Rollen, da diese ja von unten nach oben abgezogen werden. Ich lege also die Farbzonen und ihre Mischzonen horizontal an. Meistens landet eine Grundfarbe auf ein Brett und oben, wie unten kommen die jeweiligen Nachbarfarben dazu, so dass die Mischzonen entstehen. Danach kommt das nächste Brett mit wieder drei Zonen, allerdings ändert sich nun ihre Anordnung. die Vollfarbe liegt nicht immer in der Mitte, sie kann auch in der oberen oder unteren Zone liegen.

verlauf2Dadurch, dass ich 4 Rollen Pro Brett abziehe und 3 Farbzonen pro Brett habe, erreiche ich gute Mischungsverhältnisse im Rolag, der eher selten mal wirklich vollfarbig ausfällt.

So arbeite ich mich durch die Faseroptionen und achte darauf, dass ich nie mit den Farben durcheinander kommen. Am Ende habe ich die 24 Rollen im Verlauf und die werden dann in die Kalendertütchen gepackt. Der Kalender ermöglicht es, dass auch der Spinner nicht durcheinander kommt, denn die Tütchen müssen nur Tag für Tag angesponnen werden und die richtige Reihenfolge steckt ja schon in den Tütchen.

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Je nach dem, wie frei ich bei den Farben wählen durfte, wird jedes Tütchen und der Tag auf der Spule eine kleine Überraschung.

 

thumb_dsc_7720_1024Wer ein Garn mit Vollverlauf erhalten möchte, dem empfehle ich das Navajo-Zwirnen. Das ist meine Lieblingszwirnmethode bei traditionellem Garn. Es fällt kein Abfall ab, die Lauflänge der Zwirne müssen nicht passen und es entsteht ein intensiver Farbverlauf in einem besonders schön geformten Garn.

Natürlich gibt es auch die Möglichkeit Rolags mit kleinen, sich wiederholenden Verläufen zu kardieren. Doch dazu schreibe ich euch ein andermal einen Post.

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Jetzt wünsche ich euch erstmal einen schönen Spätherbst und voradventliche Zeit!

 

Mehr Garn und Fasern…

Funkstille im Blog bedeutet meistens eine arbeitsreiche Zeit. Der Weihnachtsverkauf ist vorbei und das nächste Weihnachten steht vor der Türe. Doch davor kommt das Sommerloch. Dieses Jahr zeichnen sich neben ein paar Workshops auch die ersten ein zwei Märkte ab und dazu braucht es Garn – jede Menge Garn. Und natürlich Fasern.

mistydawadaDeshalb stehen im Moment die Einzelstücke im Fokus. Einerseits eine super kreative Spinnerei, ganz anders als die Knit Kits, die ja immer genauso reproduziert werden müssen. Aber es zieht sich auf. Jedes Garn ist anders, keine Routine, kein Zeitmanagement… Und dann und wann geht auch mal was in die Hose.

rosered2Am liebsten mag ich die coreless corespun Garne. Sie sind schön zu spinnen, wenn auch echt zeitaufwendig. Die Farben gleiten durch die Finger und liegen immer schön an der Oberfläche. Aber vor allem machen sie dem Stricker das Leben leicht. Sie sind strapazierfähig, können auch super weich sein und haben eine gleichmäßige Oberfläche. Easy peasy zu stricken und immer passiert was in den Farben.

Ein etwas älteres Garn juckte mir so in den Fingern, dass ich zu einem Stirnband verstrickte. LEXI wird es in Zukunft öfters geben, aber immer aus einem anderen Corespun Garn mit ähnlicher Farbmischung. Es wird also immer ein Einzelstück sein.Stirnbandlexi2

Dann sind noch ein paar Effektgarne entstanden.

apricot4Apricot ist ein corespun Garn mit Sojafasern und Angelina. Diese verzwirnten Corespuns mag ich auch sehr gerne. Sie sind so traumhaft weich und fluffig.

nightfall7Seidig ist die Variante ohne Kern geworden, Nightfall. Eigentlich war es fast die gleiche Fasermischung. Seide statt Sojafasern, doch die Haptik ist recht ähnlich. Doch ohne den Kern entsteht beim Zwirnen kein Volumen. Der glatt gesponnene Single bleibt auch im Zwirn glatt. Wie ein kleiner Kernfaden doch einen Unterschied machen kann…

MeloneMelone ist ein D&D-Garn mit Autowrap. Lowtwist gesponnen wobei ein Metallikfaden mit lief. Diese Garne mag ich am liebsten im großen Lochmuster. Mal schließt sich das Maschenbild an den dicken Stellen und mal ist es wie ein Netz an den dünnen Stellen.

Dann entstehen gerade wieder ein paar Fasermischungen für den Shop:

Vor kurzem war wieder die recycelte Sariseide aus Indien am Start.

Da haben wir einmal Hongkong Nights in schwarz mit viel Neon…

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… und Urban Grey, graues Merino mit pink und blau…

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und dann gibts noch Sundown Peach, eine Merinomischung mit Verlauf.sundownpeach6sundownpeach3

Und zu guter letzt gibts noch zwei Vliese.

Einmal ein ganz klassisches nur aus Merino, aber mit einem großen Verlauf in den gleichen Farben wie die Rolags.

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Und dann noch das Vlies Misty, ein Schurwollmix mit Merino, Angelina und viel handgefärbter Seide. Aus dem gleiche Vlies entstand auch das corespun Garn oben.

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Und der nächste Blogpost geht ums Artbatt kardieren, in dem ich teste, was passiert, wenn ich meine eigenen Tipps für das perfekte, schlaufenfreie Vlies ignoriere…

Tragbare Demeter – Wolle

Foto 2 KopieDiesmal war das rosa Riesenbatt fällig: Demeterwolle, Merino, handgefärbte Eiderwolle, Ramie und Angelina. Das Vlies war wieder in zwei Schichten aufgebaut wobei die untere Schicht aus einem Farbverlauf von Weiß zu Pink besteht. Ein Großteil der Fasern sind eher kraus, sodass ich wieder die Technik anwendete, die ich beim Garn „Dog Rose“ von medium draw ableitete, um sie für das corespinning zu nutzen. Foto-35 KopieSo wurde das corespun Garn sehr voluminös, obwohl weniger Fasern um den Kern gesponnen wurden, als bei meiner normalen corespinning Technik. Ich bin wirklich überrascht, dass diese Technik ein so weiches Garn aus diesen Fasern produzieren kann. Denn vor nicht allzu langer Zeit war ich von den kratzigen Ergebnissen, die mit diesen Fasern in Kombi mit meiner alten Methode entstanden sind, noch recht frustriert. Ich freue mich sehr, dass ich endlich diese tolle regionale Wolle mit Demetersiegel so verspinnen kann, dass sie angenehm und tragbar ist.

Der Single wurde dann mit einem Kashmirgarn verzwirnt (spinal-ply). Das Garn hat diesmal keinen,  sich regelmäßig wiederholenden Farbverlauf, sondern einen einzigen Verlauf, der bei weiß beginnt und bei pink endet.Foto-32 Kopie 2Foto-36 Kopie

English Garden

Es ist der alte Konflikt: spinne ich etwas, was während dem Spinnen unheimlich spannend und abwechselungsreich ist oder spinne ich etwas, was während dem Spinnen relativ gleichmütig ist, aber hinterher leicht zu verstricken?

In letzter Zeit zog es mich wieder zu Lacegarnen hin. Obwohl ich selbst eigentlich kaum stricke, so denke ich, dass es besser ist, Garne zu machen, die andere anregt etwas daraus zu machen. Und Lacegarn ist nun mal auf den einen Zweck optimiert. Zum anderen bieten sie als Singlegarne einen reinen Farbverlauf. Auch das ist so eine Laune: Farbverläufe nicht zu verzwirnen. Ich habe im Moment den Antrieb, die Verläufe einfach für sich stehen zu lassen. So ging es mir mit meinem letzten Lacesingle (100g/417m):

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Eine Strickprobe sieht so aus:

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