Adventskalender REFILL

Ein kleiner Nachtrag zur Adventskalender-Aktion, die schon heiß angelaufen ist.

Ich möchte nächstes Jahr, also ab 2018, ein REFILL-Angebot in den Shop stellen. Es richtet sich an die „alten Hasen“ unter den Adventskalender-SpinnerInnen hier.

Wenn ihr Lust habt, dann könnt ihr die handgestempelten Tütchen des Back to the Wheel-Kalenders für das FolgeJahr aufheben. Das REFILL-Angebot ist genau für solche Fälle da. Es bietet eine Kalender-Mischung an, die ich euch dann in die leeren Tütchen des Vorjahres wieder einpacke. So bleibt für euch die Überraschung erhalten und die Tütchen müssen nicht in den Müll wandern. Der REFILL enthält, wie die normalen Kalender auch, 150g Verlaufsmischung in 24 Röllchen, nur ohne die Tütchen. Somit wird das Angebot natürlich auch günstiger werden.

So geht´s:

  • Wer möchte, der kann seine leeren Tütchen aufheben.
  • Im Folgejahr steht ein REFILL-Angebot im Shop zusammen mit einer Versandadresse (neue Werkstattadresse ab 2018!).
  • Dort könnt ihr die leere Tütchen aus dem Vorjahr hinsenden.
  • Der Rest bleibt wie gehabt: Ihr sucht euch ein Farbschema für den Kalender im REFILL-Angebot aus.
  • Ich mische euch die Röllchen und verpacke sie wieder in die alten Tütchen.
  • Der recycelte Kalender geht dann wieder an euch zurück.

Aber: Dieses Angebot gilt nur für „alte Hasen“ und für die Back to the Wheel-Tütchen. Das REFILL-Angebot gilt nicht für das Befüllen von „Fremdtütchen“. Vielmehr soll es die vielen handbestempelten Tütchen recyceln & die vielen Stunden Handarbeit, die darin steckt vor der Tonne bewahren. Wäre doch schade drum, oder?

Das REFILL-Angebot steht ab 2018 zur Verfügung. Falls jemand von euch zufällig schon letztes Jahr die Kalender-Tütchen aufbewahrt hat, der kann mir gerne direkt eine Mail schicken an backtothewheel(at)icloud.com. Dann schnüre ich vorzeitig ein Proto-Angebot für einen REFILL.

Liebe Grüße aus der Werkstatt!

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Advent, Advent…

Kaum zu glauben, dass die Adventszeit schon bald vor der Türe steht. Aber hier in der Werkstatt werden schon die Schneeflockenstempel geschwungen. Die Vorbereitungen für den Adventskalender laufen schon auf Hochtouren und es wird Zeit euch über Altbekanntes und Neues über den Adventskalender zu informieren.

Jeden Tag ein Rolag…

Wie letztes Jahr gibt es wieder den Adventskalender, der aus 24 Rolags in 24 handgestempelten Kraftpapiertütchen besteht. Und das bleibt beim Alten: Der Kalender besteht aus 150g Merinofasern (26 mic), die mit unterschiedlichen Beimengfasern wie Seide, Viskose, Bambus oder Angelina gemischt werden und auf 24 Rolags verteilt werden. Über die gesamten 24 Rolags wechselt die Farbe und bietet die Möglichkeit ein langes Verlaufsgarn zu spinnen. Wie bei den bisherigen Kalendern handelt es sich um einen Überraschungskalender, d.h. die genaue Gestaltung des Farbverlaufes bleibt ein Geheimnis und enthüllt sich nur Schritt für Schritt beim Öffnen des täglichen Tütchens.

Und das ist diesmal neu:

Allen voran ist neu, dass der Kalender nur in einer limitierten Auflage von 50 Kalendern verfügbar ist. Das gibt uns in der Werkstatt einen planbaren Material- und Arbeitsaufwand. Und ganz besonders wichtig für uns: Wir können die Arbeit dosieren und sicher gehen, dass kurz vor dem Advent kein Arbeitsstau entsteht, der den Versand der letzten Kalender in Bedrängnis bringen könnte.

Dieses Jahr habe ich mir Unterstützung geholt. Eine Stempelfee hilft mir die 1200 Tütchen zu stempeln. Um diese Arbeit fair entlohnen zu können wird der Kalender ab dieses Jahr etwas teurer als letztes Jahr sein.

Die letzte Neuerung betrifft den Bestellvorgang. Zum einen wird es statt einer unverbindlichen Vorbestellliste eine verbindliche Vorbestellung im Shop geben. Die Vorbestellung ist ab jetzt bereits möglich. Der Versand der Bestellungen erfolgt im November und die Kalender werden chronologisch nach Bestelldatum angefertigt. Der Bestellschluss wird in der 3. Novemberwoche sein um die letzten Kalender noch pünktlich zum 1.12. liefern zu können.

Eine Überraschung bleibt eine Überraschung!

Die andere Änderung im Bestellvorgang betrifft die Farbauswahl. Es war bisher immer eine sehr spannende Sache, die verschiedenen Farbwünsche um zusetzten und mich davon kreativ inspirieren zu lassen. Doch dieses Vorgehen beinhaltet natürlich das Risiko, dass zwei Köpfe zwei unterschiedliche Vorstellungen von der gleichen Farbbenennung haben. Es ist für einen kleinen Handwerksbetrieb wie die Handspinnerei nicht möglich bei so einem großen Arbeitsaufwand, wie der in diesem Produkt, in so einem Fall einen Kalender erneut anzufertigen und zu ersetzten. Vor allem dann nicht, wenn das Produkt an sich einwandfrei ist und bereits geöffnet und angesponnen. Aus diesem Grund gibt es nun eine Farbvorauswahl. Es kann zwischen einer großen Anzahl von Farbkombinationen ausgewählt werden und der Rest der Gestaltung bleibt eine Überraschung. Ich bitte daher jeden/r InteressentenIn sich vor dem Kauf zu überlegen, ob er/sie Überraschungen mag und ob er/sie das farbliche Restrisiko tragen möchte und sich auf die kleine kreative Freiheit meinerseits beim Mischen einlassen möchte. Wo bliebe denn die Überraschung, wenn der Kalender nach einem Farb-Rezept gekocht werden würde?

Und das sind die Farbgruppen:

  • Pastelzart: Zarte pastellige Töne, warm und kühl
  • Naturtöne: Natürliche Farben von naturweiß, Grautöne und Brauntöne, aber auch gedecktes grün, zartes lila oder blau sein, warm und kühl
  • Meerestöne: Alles aus der blauen & türkisfarbenen Ecke, kann hell, dunkel oder beides sein
  • Beerentöne: Alles von rot bis lila, warm, kann knallig sein, muss aber nicht
  • Nordischer Strand: Kühle und gedeckte Töne, die sich an der Nordsee finden lassen
  • Erdtöne: Braun-, Ocker-, Ziegeltöne, warm
  • Regenbogen: Bunt durch den Regenbogen, Verlaufsmischung
  • Septemberfarben: leuchtende Farben wie blau, gelb, gold und bunte Laubfarben, warm & kühl
  • Hawaitöne: Der perfekte Strand mit Palmen, heller Sand, strahlender Sonne und türkisfarbenen Meer, kühler als „Sommercocktail“
  • Sommercocktail: Fruchtiger Cocktail aus gelb, orange, lachsfarben, pink, himmbeerrot und frischen grün, wärmer als „Hawaitöne“
  • Herbstlaub: Grün-, Gelb- und Orangetöne eines Oktoberwaldes, warm
  • Eiskristalltöne: Kühle helle Farben eines Eiskristalls
  • Nachthimmel: Blau, violett & schwarz, dunkel und eher kühl
  • Vulkanfeuer: Feurig und Erdig, warm und eher dunkel
  • Rosengarten: Verschiedene Rosenfarben kombiniert mit grün, eher warm
  • Provence: Lavendeltöne kombiniert mit grün, eher kühl
  • Bollywood: Knallig, farbenfroh und ein bisschen wild, kann Sariseidenfasern und Neonfarben enthalten
  • Sommerwiese: Sonnige Farben kombiniert mit grün, warm mit Spritzer von bunt
  • Jägersgrün: Verschiedene eher dunkle Grüntöne mit Spritzern von petrol, lila oder Beerenfarben
  • Frühlingsgrün: verschiedene eher helle Grüntöne, frisch bis eher warm
  • Pink Panther: Rosa, Pink kombiniert mit schwarz, knallig
  • Graue Eleganz: Elegante Grautöne, kühl und Graustufen

Oben seht ihr übrigens ein Beispiel für die Farbgruppe „September“. Ich behalte mir die Option vor, die Farbpalette bei einem Anfall von Inspiration noch zu erweitern 😉 Und ich werde mich bemühen noch eine Möglichkeit im Shopsystem zu finden eine No-Go-Liste einzuarbeiten.

3 weitere Beispiele für Verläufe aus den vergangenen Jahren. Da ich hier noch nicht diese Farbgruppen hatte, treffen sie nicht perfekt auf meine jetzigen Gruppen zu. Aber im Groben würde ich sie in Gruppe „Sommercocktail“, „Graue Eleganz“ mit etwas weinrot und „Eiskristall“ ein ordnen.

Die Verlosung

Wie letztes Jahr gibt es auch dieses Jahr wieder ein Weihnachtsverlosung. Diese erfolgt aus allen BestellerInnen des Kalenders, die automatisch in den Lostopf wandern, am Weihnachtsabend. Der Versand wird nach der Rauhnachtsruhe erfolgen. Der Preis werden 3 kleine Wundertüten sein.

Advent mit Back to the Wheel!

Wie gewohnt gibt es wieder in der Ravelry-Gruppe Back to the Wheel! einen Adventskalender-Thread, wo jeder herzlich willkommen ist, mit zu spinnen, mit zu quatschen und seine Rolags zu zeigen.

Auf Instagram gibt es den Hashtag #Adventmitbacktothewheel. Hier könnt ihr auch gerne eure Spinnereien zeigen und ich kann ein bisschen Mäuschen spielen und sehen, was ihr so aus den Fasern zaubert 🙂

Hier noch ein letzter Link zum Adventskalender im Shop.

Ich freue mich auf eine neue Wintersaison mit euch. Und auch wenn es noch ab und an sommerlich warm ist – der Advent kommt bestimmt 😉

Liebe Grüße aus der Werkstatt,

Kathrin.

Die Tour de Fleece mit Back to the Wheel

Obwohl unsere Gruppen-Aktion schon einige Wochen am Laufen ist und sich regen Austausches erfreut, habe ich noch immer das Gefühl, dass wir irre früh dran sind. Dennoch, es ist notwenig für unser spezielles Feature unserer TdF-Gruppe.

Es geht um die diesjährige Tour de Fleece, die im Juli parallel zur Tour de France statt findet und bei der wir Spinner unsere Räder (oder Spindeln) ebenso sportlich wie leidenschaftlich anschmeißen. Die TdF findet dieses Jahr von 1. – 23. Juli statt. Gesponnen wird gerne in Teams, bei denen es Teamchallenges oder Etappenchallenges geben kann oder bei denen sich die Gruppen unter bestimmen Mottos oder in bestimmten Spinngenres zusammen finden. Oft werden auch Verlosungen mit Etappen- oder Teamzielen verbunden. Selbstverständlich kann auch freifliegend mitgesponnen werden.

Dieses Jahr gibt es zum erstem Mal aus ein Back to the Wheel-Team. Wir haben natürlich auch unsere eigenen Teamziele und Besonderheiten. Begonnen hat unser Team mit folgender Besonderheit:

Wir spinnen die TdF gemeinsam mit einem Faserkalender. Nachdem der Adventskalender so viel Zuspruch bekommen hat und mehrfach der Wunsch geäußert wurde, dass es doch schön wäre, nicht bis zur nächsten Weihnachtszeit warten zu müssen, habe ich mir überlegt, dass die TdF fast genauso lang ist wie der Advent und ziemlich genau auf die Halbzeit des Jahres fällt. Perfekt für einen Faserkalender!

Der Faserkalender

Der Faserkalender funktioniert exakt wie der Adventskalender nur die Fasermenge variiert etwas. Es gibt 21 Tütchen, für jede TdF-Etappe eines. In diesen Tütchen befindet sich je 1 Rolag und zusammen haben wir eine Fasermenge von 175g. Die Farben können wie immer frei gewählt werden und der Kalender eignet sich ideal für einen langen Farbverlauf über alle Rollen. Die Tütchen werden dann durch nummeriert und verschlossen geliefert. Es bleibt also wieder die Überraschung beim Spinnen!

Und so sieht der erste Kalender aus:

 

 

Der Faserkalender ist auch der Grund, warum wir so früh am Start sind. Die Tütchen werden alle einzeln von Hand bestempelt und die Röllchen nach dem Kundenwunsch kardiert. Das dauert. Im letzten Advent uferte der Zeitaufwand so sehr aus, dass ich beschlossen hatte, dass dieses Angebot nur mit Vorbestellung und längerer Vorlaufzeit, in der die Tütchen vorgestempelt werden, möglich ist. Und so sitze ich nun bereits seit einigen Wochen und schiebe immer wieder ein Schwung Tütchen über den Stempeltisch.

tdf17-kopie-2Das ist unser Rennradler, der uns jeden Tag begleiten wird. Er befindet sich auf jedem Tütchen und radelt durch die verschiedenen Landschaften und Stadtkulissen. Die Namenvorschläge variieren gerade noch. Im Rennen sind Eugen Spinner, Willy Wheel u.a….

Unser Team

Während wir uns nun auf Ravelry in der Back to the Wheel Gruppe langsam zusammen fanden, kam 2 weitere Wünsche auf. Einige würden gerne im TdF-Team mitspinnen, aber eigene Fasern verwenden und einige würden gerne den Kalender mitspinnen, aber sich nicht zum TdF-Team in so fern verpflichten, als dass sie täglich mitspinnen müssen oder zu unserer Gruppen-Challenges beitragen müssen. Selbstverständlich muss bei uns niemand irgendetwas. Aber es ergab sich, dass es organisatorisch praktischer erschien, in unseren Team noch 3 Gruppen einzuführen, die mit unserer Team-Challenge in Zusammenhang stehen.

Unsere Team-Challenge: Der Team-Strang. Wir spinnen alle gemeinsam gemütlich vor uns hin und zählen am Ende unsere Garn-Laufmeter zusammen und ermitteln einen virtuellen Team-Strang. Hierbei geht es nicht um Feinspinnen und den längesten Faden. Es geht um den gemeinsamen Strang. Die Garne können hierfür Lace, wie auch Artyarn oder Ultrabulky sein. Jeder Meter trägt zum gemeimsamen Ziel bei. Es gibt kein besser oder schlechter.

Und jetzt zu den Team-Gruppen

Kalender-Gruppe: Diese Gruppe spinnt einfach den Kalender und muss nicht an der Lauflängen-Zählung dabei sein. Sie spinnen mit, quatschen mit und haben einfach Spaß im Team.

Lauflängen-Gruppe: Diese Gruppe ist für jeden, der mit eigenen Fasern mitspinnen möchte, also keinen Kalender abspinnt, aber dafür zu unserem Team-Strang beiträgt. Hier werden die Laufmeter gezählt.

Kalender-Lauflängen-Gruppe: Und zu guter Letzt ist dies unsere ursprüngliche Teamidee. Das gemeinsame Spinnen des Kalenders und dabei, just for fun, sehen, wieviel Garn jeder so aus der gleichen Fasermenge macht und WIE er es macht. Wir haben also die gleichen Startbedingungen, aber jeder gestaltet anders und dennoch ziehen wir alle am gleichen Strang. Hier werden am Ende die Laufmeter gezählt und wir schauen, was jeder so daraus gemacht hat. Es geht also nicht um das sportliche zählen, sondern um den interessanten Vergleich unterschiedlicher Gestaltungen und der Freude an der Vielfalt.

Um die Teammitglieder den Gruppen zuordnen zu können gibt es unser Team-Logo in 3 Varianten. Das Logo wird während der TdF auf das Ravelry-Profilbild montiert. Innerhalb unseres Teams, können wir so ganz leicht erkennen, wer zu welcher Gruppe gehört. Dies wird dann später für die Verlosungen wichtig sein.

 

Die Verlosungen

Die Kalenderverlosung hat in sofern Tradition, als dass ich diese schon im Advent gemacht habe als Dank für das Teilnehmen an meiner Kalender-Aktion, das gemeinsame Spinnen, posten, Quatschen und die schöne Zeit zusammen. Und da die Kalender Gruppe auch unsere Start-Gruppe war, möchte ich dies beibehalten. Wer einen Kalender spinnt nimmt automatisch an der Verlosung teil. Es gibt wie beim letzten Mal 3 Preise. 2 Preise werden an den 2 Ruhetagen verlost und der 3. Preis am Finaltag. Diese Preise sind an keine Challenge gekoppelt, es sind die Kalenderpreise.

Da wir aber auch eine Nicht-Kalendergruppe ins Team gewonnen haben, habe ich nachträglich eine weiteren Preis mit aufgenommen. Es wird einen Spinnmeterpreis geben. Dieser wird erst nach der TdF vergeben, wenn alle in Ruhe abgehaspelt haben und die ihre Spinnmeter ermittelt haben. Achtung, nur für diesen Preis geht es nicht um die Garnlaufmeter, sondern um die Spinnmeter! Und diese Spinnmeter werden außerdem auf 175g runter gerechnet, denn die Kalender-Laufmeter-Gruppe spinnt ausschließlich mit 175g und wir brauchen eine Vergleichsbasis. Dies ist der einzige sportliche Preis und geht an denjenigen, der die meisten Spinnmeter auf 175g hingelegt hat und soll eine Motivation für die sportlichen Spinner unter uns.

Die Preise werde ich noch nicht verraten, aber es gibt genug kleine Spinnleckereien geben.

 

Die Verlosungen

Die Kalenderverlosung hat in sofern Tradition, als dass ich diese schon im Advent gemacht habe als Dank für das Teilnehmen an meiner Kalender-Aktion, das gemeinsame Spinnen, posten, Quatschen und die schöne Zeit zusammen. Und da die Kalender Gruppe auch unsere Start-Gruppe war, möchte ich dies beibehalten. Wer einen Kalender spinnt nimmt automatisch an der Verlosung teil. Es gibt wie beim letzten Mal 3 Preise. 2 Preise werden an den 2 Ruhetagen verlost und der 3. Preis am Finaltag. Diese Preise sind an keine Challenge gekoppelt, es sind die Kalenderpreise.

Da wir aber auch eine Nicht-Kalendergruppe ins Team gewonnen haben, habe ich nachträglich eine weiteren Preis mit aufgenommen. Es wird einen Spinnmeterpreis geben. Dieser wird erst nach der TdF vergeben, wenn alle in Ruhe abgehaspelt haben und die ihre Spinnmeter ermittelt haben. Achtung, nur für diesen Preis geht es nicht um die Garnlaufmeter, sondern um die Spinnmeter! Und diese Spinnmeter werden außerdem auf 175g runter gerechnet, denn die Kalender-Laufmeter-Gruppe spinnt ausschließlich mit 175g und wir brauchen eine Vergleichsbasis. Dies ist der einzige sportliche Preis und geht an denjenigen, der die meisten Spinnmeter auf 175g hingelegt hat und soll eine Motivation für die sportlichen Spinner unter uns.

Ort des Geschehens und die Kalenderbestellung

Alles findet auf Ravelry statt. In unserer Back to the Wheel Gruppe wird sich schon rege ausgetauscht und hier kann sich jeder Mitspinner anmelden und sich bis zum Juni für eine der 3 Gruppen entscheiden.

Hier wird auch der Faserkalender vorbestellt. Die Vorbestellung ist nicht verbindlich. Sie ist wichtig für mich, da ich die Tütchen vorbereiten muss und genug Fasern auf Lager haben muss. Es ist einfach nicht möglich in 3, 4 Wochen die verbindlichen Bestellungen just in time zu bearbeiten. Dafür dauert so ein Kalender einfach zu lange in der Herstellung. Deshalb gibt es die Vorbestellzeitraum bis zum 1. Juni auf Ravelry.

Im Juni (wahrscheinlich auch etwas früher) beginnt der Kalenderverkauf. Dann wird das Kalender-Angebot im Onlineshop auf verfügbar gestellt und ihr könnt den Kalender verbindlich bestellen und dabei nochmal eure Faserwünsche angeben. Die Ravelry-Vorbestellung ist KEIN VERBINDLICHER KAUF, nur eine Reservierung.

Verkaufschluss ist das Ende der 3. Juni Woche. Das ist Wichtig! Ich schaffe es nicht in der letzten Woche spontane Kalenderbestellungen zu bearbeiten und dann noch pünktlich zu verschicken. In der 4. Woche erfolgt ausschließlich der Versand und ich bin schon gespannt, wie die DHL-Annahmestation 30+x Pakete annehmen wird 😉

Das Kalenderangebot könnt ihr euch schon im Shop ansehen, auch wenn es noch nicht verfügbar ist.

Zur Ravelry-Gruppe findet ihr hier und dort könnte ihr auch Fragen stellen oder euch einfach schon mal dazu gesellen. Dort sind auch schon die Gruppen-Logos verfügbar und ihr seht, wie es mit der Vorbestellung läuft.

Und zu guter Letzt gibt es auch einen Hashtag für Instagram: #tdf2017backtothewheel

Ich freue mich, wenn ihr mit am Start seid!

Liebe Grüße aus der Werkstatt:-)

Der Faserkalender – Türchen 5: Der Goldfuchs

Der Goldfuchs oder der Coburger Fuchs ist eine deutsche alte Landschafrasse aus der Mittelgebiergsregion.

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Seine Herkunft:

Das Coburger Fuchsschaf ist die heutige Rassebezeicnung für mehrere Fuchssschaftypen wie das Eisfelder Fuchsschaf (Eisfeld liegt in der nördlichen Nachbarschaft von Coburg), die Route Tetes (die roten Köpfe), die Hunsrücker Rotköpfe oder die Ardenais, Solognotes. (1)

Vor dem 2. Weltkrieg waren durch die Gesetze zur Rassenvereinheitlichung, die Coburger Schafe wie auch andere Lokalrassen, vom Aussterben bedroht. Otto Stritzel ein Schäfer und Tuchmeister aus dem Fichtelgebirge, der sich in Oberfranken niederließ, setzte sich für den Erhalt dieser Rasse ein, in dem er aus seiner Wolle Wollstoffe von den dort noch zahlreich vorhandenen Hauswebern herstellen. So fand das Coburger Fuchsschaf wieder seine Liebhaber und wird heute in der Landschaftspflege eingesetzt oder als Koppelschaf gehalten.(2)

Eine allgemeine Wollknappheit 1938 animierte Otto Stritzel sogar seine ab 1943 eigene Fuchsschafzucht auf zubauen. Dazu setzte er die wenigen noch vorhandenen regionale Fuchsschafe aus dem Fichtelgebirge, der Oberpfalz und des Westerwaldes ein, da diese an unser heimische Klima gut angepasst waren, aber bereits mit anderen Schafen gekreuzt wurden. Otto Stritzel erzielte durch Kreuzung wieder reinrassige Füchse. „Zur Verbesserung der Woll- und Fleischleistung setzte Stritzel Böcke der Rasse Welsh-Mountain ein, ebenso soll er Böcke der Rassen Solognot und Texel eingesetzt haben (Zanker 1981/82).Das Coburger Fuchsschaf wurde 1966 als Mittelgebirgsrasse durch die DLG anerkannt.“ (3)

Heute steht das Schaf zwar auf der Roten Liste  noch in der Kategorie „vom Aussterben bedroht“, aber in der Kategorie „Vorwarnstufe (V)“ (4).

Exkurs Rote Liste:

Die Rote Liste (Red Data Book) ist ein Verzeichnis, herausgegeben von der Weltnaturschutzunion International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN), der weltweit bedrohten oder bereits ausgestorbenen Tier- und Pflanzenarten und wurde erstmal 1962 veröffentlicht. Ab 2009 wurde vom Bund für Naturschutz (BfN) die Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands heraus gegeben.(2) Hier gibt es folgende Kategorien:

  • 0  ausgestorben oder verschollen
  • 1  vom Aussterben bedroht
  • 2  stark gefährdet
  • 3  gefährdet
  • G  Gefährdung unbekannten Ausmaßes
  • R  extrem selten
  • V  Vorwarnliste (noch ungefährdet, verschiedene Faktoren könnten eine Gefährdung in den nächsten zehn Jahren herbeiführen)
  • D  Daten unzureichend
  •  *  ungefährdet
  •   nicht bewertet

Zur Wolle:

Typisch, und für uns Spinner eine Besonderheit, ist seine Wolle – das goldene Vlies. Die naturweiße Wolle ist mit roten Haaren durchzogen wodurch eine cremefarbene, leicht rötliche Melierung entsteht, die wirklich sofort zuerkennen ist. Besonders schön ist die Lammwolle, denn das Fuchsschaf hat in der ersten Schur ein rehbraunes und noch etwas weicheres Vlies. Erst im Alter von 6-12 Monate hellen sich die Fasern auf.(5)

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„Das Coburger Fuchsschaf gehört (…) zur Gruppe der schlichtwolligen deutschen Landschafe, die ursprünglich von mischwolligen Landschafen, wie z.B. dem einst über Süddeutschland, österreich, Böhmen und Mähren weit verbreiteten Zaupelschaf abstammen.“ (6) Diese grobe Mischwolle weißt glänzende Grannenhaare auf und kann farblich von gebrochenen weiß über braun bis hin zu schwarz ausfallen.

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Seine Wolle ist eine eher grobe Wolle von 33-36 mic mit nicht allzu langer Stapellänge, lässt sich aber gut spinnen und such sehr gut filzen. Meiner Erfahrung nach ist sie meist im Kardenband erhältlich und nicht im Band gekämmt. Das ist auch sinnvoll, denn diese Wolle sollte nur zum Streichgarn verarbeitet werden. Alles andere führt zu kratzigen Garn. Im langen Auszug versponnen, ergibt sie aber ein wunderbar robustes und fluffiges Garn mit viel Lufteinschluss, das zu Außenbekleidung, wie Pullis, Jacken usw. verarbeitet werden kann und perfekt für unsere Region & Wetter geeignet ist.

Sehr empfehlen kann ich zu letzt noch die Wolle der Füchse vom Gärtnerhof Callenberg. Dieser Hof wirtschaftet nach Demeter-Richtlinien, die besten Bio-Richtlinien in der EU, und hält auch eine kleine Herde unserer Füchse. Diese Tiere hatte ich mal direkt nach der Schur sehen und streicheln können und ich habe noch nie (!) solch schonend geschorene Schafe gesehen als hier und einem anderen Demeterhof bei Würzburg. Es waren absolut keine Verletzungen an der Haut zu sehen und der Scherer lies einige Millimeter wolle an den Tieren stehen. Ich hatte das Glück einige kleine Mengen Rohwolle aus dem großen Haufen frischer Wolle mitnehmen zu können, ein Glücksfall. Im Hofladen gibt es diese Wolle dann zum Kardenband verarbeitet und als Garn versponnen und mit Pflanzenfarben gefärbt. Ihr erfahrt dort die komplette Verarbeitungskette, wo die Wolle hinkommt, und was dort gemacht wird. Die Pflanzenfärbung wird sogar vor Ort von Frau Pax vorgenommen Also, falls ihr mal wirklich tolle und ethische Best-Case-Wolle vom Fuchs haben wollt dann schaut hier vorbei!

Quellen:

(1) Vgl.: http://www.g-e-h.de/geh/jupgrade/index.php/rassebeschreibungen/72-rassebeschreibungen-schafe/96-coburger-fuchsschaf am 5.12.2016.

(2) Vgl.: http://www.schafzucht-niedersachsen.de/Schafzucht-Verbaende-Niedersachsen/index.php?option=com_content&view=article&id=111:coburger-fuchsschaf&catid=65:landschafe&lang=de am 5.12.2016 am 5.12.2016.

(3) Ebd. am 5.12.2016.

(4) Vgl.: Bund für Naturschutz online: https://www.bfn.de/0322_rote_liste.html am 5.12.2016.

(5) Vgl.: Rassenbeschreibung des VDL (Vereinigung Deutscher Ladeschafzuchtverbände) http://www.schafe-sind-toll.com/vdl/ am 5.12.2016.

(6) http://www.schafzucht-niedersachsen.de/Schafzucht-Verbaende-Niedersachsen/index.php?option=com_content&view=article&id=111:coburger-fuchsschaf&catid=65:landschafe&lang=de am 5.12.2016.

Der Faserkalender Türchen 4 – das königliche Merinoschaf

Wer kennt es nicht, das Merino-Schaf. Nichts geht über Strickkleidung und Wolle aus 100% Merino. Zumindest ist es immer das Raunen, das ich höre, wenn unter Nicht-Spinner oder anderen Fasernerds das Wort Merino fällt… Es ist auf jeden Fall eine Schaf auf das ich setzten würde, wenn es um die meist produzierte Faser geht. Dabei steckt soviel mehr hinter dem Qualitätsmerkmals, reines Merino.

bildschirmfoto-2016-12-01-um-20-56-49Die Familie des Merinoschafes hat königliche Wurzeln. Im 12. und 13. Jh., zur Zeit der Almohaden, kreuzte der spanische Herrscher seine Mutterschafe mit Böcken der Berber in Marokko auf der anderen Seite der Straße von Gibraltar. Das Ergebnis waren Schafe mit äußerst feinen und dichten Wollvliesen. Sie wurden nach dem afrikanischen Stamm der Meriniden benannt. Im Mittelalter stand der Export dieser neuen Schafrasse unter Todesstrafe und Spanien betrieb weltweit Handel mit seiner feinen Wolle. Ab dem 18. Jh. fanden die ersten Exporte der Tiere nach Nordafrika, Amerika und auch nach Deutschland statt. Europäische Siedler brachten deutsche Kreuzungen nach Australien und Neuseeland, die heute die größten Wollproduzenten der Welt sind. (1)

Die Merinos sind aber auch eine Schafrasse, die zur Einkreuzung in viele andere Schafrassen genutzt wurde. Meist ging es um die Verbesserung der Faserqualitäten wobei das Merino-Schaf die Feinheit einbringen sollte, wie z.B. das Rambouillet, das französische Merino. Hier zu findet ihr mehr in einem älteren Blog-Post über das Targhee-Columbia-Schaf.

800px-1905_championDie Merino-Faserqualitäten sind oft sehr unterschiedlich je nach Region aus der das Schaf stammt und je nach Züchtungsziel. Die Merinos untergliedern sich in unzählige Merinolinien, die einem steten Wandel durch Züchtung unterliegen. Und die Züchtungsziele können sehr unterschiedlich sein. Es kann z.B. um die höchst mögliche Produktivität gehen. So wurden Merinos gezüchtet, die eine möglichst große Hautoberfläche haben und es sind Schaf entstanden, die große Hautfalten bilden. In Klimazonen wie in Australien und Neuseeland ist so das Problem des Mulesings entstanden, eine Praktik, bei der solche Hautlappen am Po weg geschnitten werden, damit sich nicht die Larve einer dort ansässigen Fliege einnisten kann und die Tiere schädigt. Ein anderes Züchtungsziel kann auch ein bestimmter Faserdurchmesser und damit die Feinheit sein oder eine bestimmte Stapellänge.

Über die Faserfeinheit:

Mikron (micron) ist ein veraltete Bezeichnung für Mikrometer, die Einheit in der der Durchmesser eines Wollhaares gemessen werden kann. Mikron wird heute häufig genutzt, um die Faserfeinheit von Wolle auszudrücken und wird im Labor ermittelt. Je kleiner die Mikron, desto feiner die Wolle. Eine grobe Einteilung der Feinheiten hilft bei der Einschätzung der Faser und beim Fasereinkauf. Die folgende Einteilung bezieht sich nur auf die Merinowolle. Bezieht man andere Wollen mit ein, so verschiebt sich die Einteilung nach oben. Aber auch die Merinos unterscheiden sich in der Feinheit mitunter sehr. Hier ein guter Durchschnitt dieser Tabellen.

Eine grobe Reinheitseinteilung für Merino-Wollen:

< 15 mic = ultra fein / 15 – 18 mic = sehr fein / 18 – 20 = mic fein / 20 – 22 = mic mittelfein / 23-25 = mic grob

Es gibt aber auch ältere Systeme in denen Feinheiten bemessen wurden und um einiges subjektiver waren.

Das Bradford System (English Worsted Yarn Count System oder spinnig count): die Bradford Courts lassen sich mit Mikron korrelieren, messen aber in Strängen (die Einheit s steht für Single). Ursprünglich wurde gemessen wieviel 560-yard-Stränge ein Spinner aus 500g Kammzug herstellen konnten. Je feiner gesponnen wurde, desto mehr solcher Stränge konnten produziert werden. Von den feinsten Wollen konnten 80 solcher Stränge, also 80s, gesponnen werden. Von den gröbsten Wollen 34s. (2) Dieses System endet bei 80s, doch heute gibt es auch Merino-Wolle mit einer Feinheit von 90s. Für die Wollklassifizierung nach der Schur vor Ort, waren Vergleichs-Proben in den verschiedenen Feinheiten verfügbar, mit denen die frischen Wollen vergleichen werden konnten, oder an denen die Wollklassifizierter ihr Gefühl trainieren konnten. Dennoch bleibt dieses System subjektiv und ein Vlies enthielt zudem auch nicht nur eine Feinheit.

s in Bezug zu mic:

10-17 mic = <80s / 18-18,5 = 80s / 19-20 mic = 70s / 21-21,5 mic = 64s / 22-23 mic = 62s / 24-24,5 mic =60s / 25-26 mic = 58s / 27-27,5 mic = 56s / 28-29 mic = 54s / 30 mic und mehr = 50s (3)

Das Blood System stammt aus den 19. Jh. und betrachtet die Erblinie. Ausgangspunkt ist hier auch das Merino, welches in die USA importiert wurde und mit regionalen Schafen gekreuzt. Wieviel Merino im Schaf steckt führte zur Faserfeinheit: 1/2-Blut (nur ein Elternteil ist ein Merino), 1/4-Blut usw. (4)

Fine Wool 2 1/2 inches in staple length Very fine crimp (close together)
1/2 Blood Wool 3 inches in staple length Meduim fine crimp
3/8ths Blood Wool 3 1/2 inches in staple length Medium crimp
1/4 Blood Wool 4 inches in staple length Medium coarse crimp
Low 1/4 Wool 4 1/2 inches in staple length Coarse crimp (large waves)
Common 5 inches in staple length Very coarse
Braid 6 inches in staple length The most coarse

Es lassen sich natürlich auch alle drei Systeme zu einander in Bezug setzten. Das sieht dann so aus:

Fine Wool 64 to 70 to 80 Hanks Less than 22.04 Microns
1/2 Blood 60 to 62 Hanks 22.05 to 24.94 Microns
3/8 Blood 56 to 58 Hanks 24.95 to 27.84 Microns
1/4 Blood 50 to 54 Hanks 27.85 to 30.99 Microns
Low 1/4 46 to 48 Hanks 31.00 to 34.39 Microns
Common 44 to 40 Hanks 34.40 to 36.19 Microns
Braid 40 to 36 Hanks 36.20 to 40.20 Microns

Und zu guter letzt kann dies auch auch einige Schafrassen, von denen wir wohl einige vom Spinnen kennen, anwenden:

Delaine Merino 80’s Down to 64’s 18 to 22 Microns
Rambouillet 70’s Down to 60’s 19 to 25 Microns
New Zealand Merino 64’s Down to 60’s 20 to 25 Microns
Targhee & Romeldale 62’s Down to 58’s 22 to 26 Microns
Corriedale & Columbia 62’s Down to 46’s 22 to 34 Microns
Southdown 60’s Down to 50’s 24 to 31 Microns
Blue Leicester 60’s Down to 56’s 24 to 28 Microns
Shropshire, Suffolk, Dorset Horn, Montadale 58’s Down to 50’s 25 to 31 Microns
Finish Landrace (Finns) & Cheviot 58’s Down to 48’s 25 to 32 Microns
Oxford 50’s Down to 46’s 29 to 34 Microns
Romney 48’s Down to 44’s 31 to 36 Microns
Border Leicester 46’s Down to 40’s 33 to 38 Microns
Lincoln & Cotswold 40’s Down to 36’s 37 to 40 Microns

USDA-Grades: Das U.S. Department for Agriculture (USDA) wollte diese Systeme in Bezug setzen und objektivieren. So entstanden die UDSA-Grades, die auch heute noch genutzt werden. Ein Haken ist jedoch, dass sie in der gleichen Einheit wie das Bradford System messen und eine Verwechselungsgefahr besteht, wenn nicht angegeben wird, welches System angewendet wurde. Zudem gibt es eine Standardabweichung von 7,59 mic. D.h. dass ein Vlies, das mit 56s klassifiziert wurde in Micron gemessen 7,59 mic nach oben oder unten abweichen kann und somit z.B. die natürlichen Feinheitsschwankungen im Vlies berücksichtigt. Weicht die Feinheit mehr ab, so rutscht das Vlies in die entsprechend nächste Wollklasse. Zu guter Letzt bleibt noch die Frage, ob die Feinheit von  gewaschener oder fettiger Wolle ermittelt wurde. Das Bradford System klassifizierte meist fettige Wolle, also nach der Schur. Die USDA-Grades wurde wie die Micron an der gewaschenen Wolle angewendet.

USDA-GRADES grob unterteilt:

  • Fein: < 80 –  64s = 17 – 22 mic
  • Medium: 62 – 54s = 22 – 30 mic
  • Kraus: 52 – 44s = 30 – 36 mic
  • Sehr kraus: 42 – >36s = >36 mic

In diesem Kalendertürchen steckt übrigens ein südamerikanisches Merino, hier schneeweiß gebleicht. Ich nutze dieses Merino sehr gerne für meine Fasermischungen, denn die Faser ist glatt, nicht zu fein, denn das muss nicht immer das Beste sein und ich bekomme diese Faser in vielen herzlichen Farben aus denen ich die bunten Fasermischungen kardieren kann.

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Diese Faser stammt also nicht aus Neuseeland und Australien, sondern aus Südamerika, meist Argentinien. Hier besteht nicht das Larvenproblem, wodurch ich mehr Sicherheit habe, das die Wollproduktion die tierfreundlich verlief. Doch kann ich leider nicht sagen, welches Merino genau in diesem Kammzug steckt, es wird wohl eine Mischung sein. Schade, dass man beim Erwerb der Fasern nur so spärliche Informationen bekommen…

Dennoch einige allgemeine Merino-Faserdaten: Stapellänge: 5-12,5 cm / 12-25 mic / kleine Kräuselung, die von flach bis stark unterschiedlich ausgeprägt sein kann (5).

banana7Mein südamerikanischer Freund liegt übrigens bei 26 mic und gehört damit zu dem groben Merinos… Das zeigt, wie vorsichtig man mit dem Begriffen sein muss: grob heißt nicht kratzig oder weniger edel. Dieses Merino hat eine sehr gute und verlässliche Qualität und lässt wie ein Allrounder beim Spinnen einsetzen. Seine Stapellänge liegt mit fast 15 cm im langen Bereich.

Im Faserkalender werden noch mal die Merinos erscheinen. Dann berichte ich mehr von Vliesen und Kammzügen.

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Übrigens: Warum sind manche Vliese recht sauber, wenn sie direkt nach der Schur vom Schaf kommen und manche nicht? Das Wollfett ist der Schlüssel. Es gibt Schafrassen, so auch das Merino, die viel Wollfett produzieren. Das verteilt sich in den Faser und wirkt wasserabweisend. So kann, trotz Regen und Wetter, der Dreck nicht in das Vlies eindringen, sondern bleibt an der Oberfläche. So sind nur die Faserenden verschmutzt. Schaut man aber zwischen die Fasern, so sind diese sehr sauber und nur mit Schweiß und Lanolin versetzt. Solche Vliese sind ein Traum, wenn man die Wolle direkt nach der Schur bekommt und verarbeiten möchte. Ich hatte das Glück ein Merino-Mix frisch vom Schaf geschenkt bekommen zu haben und es war einfach wunderbar, solche Fasern zu waschen!

(1) Vgl.: D. Robson u. C. Ekarius: The Fleece & Fiber sourcebook, North Adams 2011, S.135.

(2) Vgl: https://en.wikipedia.org/wiki/Bradford_system am 2.12.2016.

(3) Vgl.: D. Robson u. C. Ekarius: The Fleece & Fiber sourcebook, North Adams 2011, S.138.

(4) Vgl.: http://www.gfwsheep.com/blood.count.html am 2.12.2016.

(5) Vgl.: D. Robson u. C. Ekarius: The Fleece & Fiber sourcebook, North Adams 2011, S.140.

Bildquelle Merinoschaf 1:  http://mhstatic.de/fm/1/MH_TC_Icebreaker_Shirt_900c.jpg

Bildquelle Merino 2: Champion Merino ram, 1905 Sydney Sheep Show Wikipedia, Commons

Der Faserkalender: Türchen 3 – das englische Masham-Schaf

Das Masham – Schaf ist ein sogenannte Crossbreed-Schaf, also eine Schafrasse, die aus der Kreuzung verschiedener Schafrassen in Nordengland entstanden ist.

 

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Es wurde von einen Schäfer bewusst gezüchtet. Mischlinge haben einen Vorteil, sie sind oft widerstandsfähiger und gesünder als reinrassige Schafe. Im englischen wird der Ausdruck hybrid vigor (1) benutzt, was soviel bedeutet wie Mischlingsenergie und drückt genau dieses Phänomen aus. Auch die Faserqualität kann von solchen Kreuzungen profitieren. Das Fleece kann glänzender werden, die Faser kann schneller wachsen und es gibt einige tolle Fasern, die aus Kreuzungen entstanden sind, wie sie in der englischen Longwoolfamilie zu finden sind oder aber Merino-Abkömmlinge.

Oft kann gar nicht genau gesagt werden, wie eine Kreuzung entstanden ist und welche Rassen darin enthalten sind. Bei einigen aber schon. Bei den Masham-Schafen sieht der Stammbaum so aus:

Teesweater Bock (oder manchmal aus Wenseldale, also ein englischer Longwool-Bock) trifft auf ein Dalesbred- oder ein Swaledale-Mutterschaf. (2)

Über die englischen Longwools, habe ich schon mal im Zusammenhang mit einem anderen Crossbreed gebloggt: „Brooklyn Tweed und das Targhee-Columbia-Schaf“ Hier könnt einiges über diese englische Schaffamilie nachlesen.

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Die Dalesbred- und die Swaledale -Schafe stammen ebenfalls aus Nordengland. Diese Region hat ein ungemütliches Klima mit viel kaltem Regen. Das hat natürlich einen Einfluss auf die Wolle. Die Fasern sind von starker, grober (über 30 mic) Teppichqualität und für Outdoorbekleidung geeignete Garne, unter deren Textilien eine Lage T-Shirt getragen werden sollte.

Dalesbred: 36-40 mic / 12 – 20cm langer Stapel / lockige Kräuselung / „drahtiger“ als Swaledale

Swaledale: 36-40 mic/ 10 – 20cm langer Stapel / lange Grannenhaare mit kurzer Unterwolle / „störrischer“ als Dalesbres / Bei der Faservorbereitung können die Grannenhaare von der Unterwolle durch das Kämmen getrennt werden und beide Fasern können für unterschiedliche Zwecke verwendet werden. (3)

Fazit: Die Strapazierfähigkeit und das leicht „störrische“in den Fingern kommt von den Mutterschafrassen. Übrigens kommt auch der schwarze Kopf der Mashams von der mütterlichen Seite. Beide, Dalesbreds und Swaledales gehören zu den Blackfaced Mountain Breeds

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In den Masham-Fasern sind auch die typischen Longwool-Eigenschaften sichtbar: lange Fasern, viel Glanz und wenig Kräuselung (oder schöne Windungen). Der Glanz ist nicht ganz so ausgeprägt wie bei einem reinrassigen Longwool. Auch hier findet sich die Strapazierfähigkeit und der gröbere Faserdurchmesser. Aber ich ich würde es bei den Longwool eher weniger als „drahtig“ bezeichnen. Die Mashamfaser erinnert mich auch an die Gotlandfaser, nur sind sie nicht ganz glatt und seidig. Auch in der Locke findet sich eindeutig die Teesweater-Herkunft, sie ist lang (15 – 18 cm) und ähnlich gewunden.

thumb_imgp3611_1024Ich habe diese Faser im Kammzug als Probe geschenkt bekommen und finde sie interessant. Ich würde sie jedoch nur gemischt verwenden. Als zweite Faser würde ich eine glatte, nicht zu kurze, leicht elastische (also mit etwas Kräuselung), aber auch nicht zu feine Faser wählen, z.B. BLF. Ich würde von der Strapazierfähigkeit, dem Glanz und den langen Fasern profitieren wollen, aber dazu hätte gerne mehr Feinheit, Volumen und Elastizität im Garn. Die glatte Struktur bietet eine ähnliche Ausgangslage, wie eine gekämmte Gotlandfaser: wenig Elastizität und wenig Lufteinschluss. Das würde ich durch das Mischen etwas ausbalancieren. Interessant wäre es noch eine Masham-Vlies als Vergleich in den Händen zu halten…

thumb_imgp3370_1024Pur versponnen eignet sich diese Faser für Outdoor-Bekleideung, Pullis, Socken, und alles was nicht direkt auf der Haut und außen getragen wird. Außerdem ließe dich die Faser sicher toll färben 🙂

(1) D. Robson, C. Ekarius: The Fleece & Fiber Sourcebook, North Adams 2011, S. 328.

(2) Vgl. D. Robson, C. Ekarius: The Fleece & Fiber Sourcebook, North Adams 2011, S.328.

(3) Vgl. D. Robson, C. Ekarius: The Fleece & Fiber Sourcebook, North Adams 2011, S. 38 und 49.

Bildquelle 1. Bild: http://bib.ge/sheep/sheep_breeds_open.php?id=4327

Bildquelle 2. Bild: D. Robson, C. Ekarius: The Fleece & Fiber Sourcebook, North Adams 2011, S. 328.

 

Faserkalender – Türchen 2: der nordische Polarfuchs

1024px-sheepsatmyvatnPolarfuchs ist die Bezeichnung für eine weitere nordische Wollsorte und zwar vom Islandschaf. Seine Wurzeln gehen auf die Wikiniger zurück, die im frühen Mittelalter (870 und 930) das Eisland vom Norwegen aus besiedelten. Sie brachten das Schaf mit auf die Insel. Doch wenig später war es verboten weitere Schafe zu importieren. So  entwickelte sich das Schaf ohne weiteren Einfluss von Außen.

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Heute wird das Schaf überwiegend zur Fleischgewinnung gehalten, trotzdem bietet es ein hervorragendes und schönes Vlies. Sein Vlies baut sich aus 2 Schichte auf. Es hat mohairartige und fast seidige Oberwolle, die auch „tog“ genannt wird (im Englischen bedeutet tog auch anziehen) und feine Unterwolle, die „pel“ (im Englischen the) genannt wird. Diese Begriffe werden auch bei anderen Fasertieren, wie Kamelen, genutzt, die 2 Faserqualitäten in einem Vlies liefern. Die Vliese haben unterschiedliche Eigenschaften, je nach dem zu welchem Zeitpunkt, das Schaf geschoren wurde.

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Die hier erhältlichen Kammzüge aus Islandfasern enthalten meist beide Faserqualitäten, also das tog und das thel zusammen. Deshalb wäre es besonders interessant ein rohes Polarfuchsvlies zu ergattern. Dann können beide Faserntypen separat verarbeitet werden und ihre Qualitäten besonders zu Geltung gebracht werden: Die Unterwolle kann kardiert werden und zu seinen sehr weichen Streichgarn verarbeitet werden und die Oberwolle kann gekämmt werden und zu seinen glatten und sehr strapazierfähigen Kammgarn gesponnen werden (1).

Oberwolle: 10-45cm Stapellänge / 27-31 mic

Unterwolle: 5-10cm Stapellänge /19-22mic

Die Locken: Die Locken bestehen zunächst aus beiden Faserqualitäten. Das bedeutet, dass sie meist glatte lange Spitzen haben und voluminöse Schnittenden mit viel feiner Wolle.

Die Polarfuchsfasern sind im Internet als naturgraue oder naturbeige, leicht hell melierte Kammzüge erhältlich. Das Islandschaf liefert aber alle üblichen Naturfarben von Weiß über grau, braun bis hin zu schwarz.

Übrigens: Vor einigen Jahren habe ich mal Spelsaulocken gekauft. Heute weiß ich, dass hier einer Verwandtschaft besteht, denn das Spelsauschaf ist eine norwegische Rasse und ist ebenfalls doublecoated. Bei der Verarbeitung der Locken, hatte ich die Schnittenden aufgedeckt und dabei ging mir sehr viel feine Wolle verloren. Jetzt kann ich sagen, dass es sich um genau solche Unterwolle handelte. Beim Locken spinnen ist sich nicht sonderlich hilfreich, denn sie erschwert das Einspinnen der langen Fasern. Dennoch lohnt es sich, diese Wolle aufzuheben und später zu kardieren.

Mein Tipp: Wenn ihr mal nordische Locken in die Finger bekommt, dann könnt ihr die langen Haare als Locken für Artyarns oder Filzprojekte nutzen. Hierzu könnt ihr die feine Unterwolle heraus kämmen (Flickkarde statt Kämme). Genau so würde man diese zwei Fasersorten ohnehin voneinander trennen. Wenn ihr dabei die Spitzen gut festhaltet, geht der Lockenverbund ich verloren und ihr doppelt Spaß mit den Fasern.

(1) Vgl.: D. Robson, C. Ekarius: The Fleece & Fiber Sourcebook, North Adams 2011, S. 168.

Bildquelle: Wikipedia Commons – Islandschaf

Der Faserkalender – Türchen 1: Das Gotlandschaf

In den nächsten Dezember-Tagen möchte ich gerne einige Wollen vorstellen, die ich in der Werkstatt verwende. Jeden Tag öffne ich ein virtuelles Türchen und stelle eine naturfarbene Schafwollfaser vor. Und heute geht es mit einem Skandinavier los.

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Das Gotland-Schaf ist ein besonders spannendes Schaf, denn es liefert unterschiedliche Faserqualitäten. Ihr natürlich silber-grau melierter Farbton ist besonders und einzigartig unter den Wollen.

Die Bezeichnung Gotlandschaf wird für mehrere skandinavische Schaflinien verwendet. Sie gehen auf eine schwedische Schafrasse zurück, die Anfang des 20. Jh.s entwickelt wurde und nach der schwedischen Gotland-Insel benannt wurde, dennoch gibt es verschiedene Linien und damit Wollqualitäten. Dennoch haben sie die Hauptcharakteristika gemeinsam: lange Fasern, seidiges Gefühl, schöne Lockenwindungen, stark glänzend und silbergraue Farben, neben schwarz und weißen Wollen.

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Gotlandfasern sind gekämmt  sehr glatt und leicht drahtig. Mit über 30 mic gehören sie zu den groben Wollen. Aber sie müssen nicht gleich kratziges Garn ergeben. Sie können sich gut auf der Haut anfühlen oder sie können drahtig werden. Alles hängt mal wieder an der Verarbeitung und an der individuellen Wollqualität.

Und für Herr der Ringe Fans: Eine neuseeländische Linie – Stansborough Gotland – wurde auf Faserfeinheit gezüchtet. Ihre Wolle wurde für die Herstellung der Elfenumhänge genutzt, die in den Filmen Herr der Ringe getragen wurden. Die Fasern sollen leicht, strapazierfähig, leicht glänzend sein und dem späteren Textil einen fließenden Fall verleihen. (2)

thumb_imgp3591_1024Hier seht ihr zwei Kammzüge, der hintere ist pures Gotland-Schaf und der vordere stammt aus der Mischtüte vom Wolllust Schurwollversand und wurde skandinavisch bezeichnet und enthält laut Angabe überwiegend Gotland und Islandfaser. Ich kann hier nur einen Unterschied erfühlen: der gemischte Kammzug ist etwas voluminöser. Reines Gotland wirkt schwer und kompakt. Durch die fehlende Kräuselung fehlt die Luft zwischen den Fasern und somit kommen viel mehr Fasern auf das gleiche Volumen.

thumb_imgp2974_1024Ich persönlich würde Gotlandfasern aus einem Kammzug nicht pur verspinnen. Sie benötigen viel Drall, denn die Fasern sind rutschig und sie müssen zum eher feinen Zwirn verarbeitet werden, daher würde sie ein hartes, drahtiges Garn ergeben, das aber auch strapazierfähig und für Außenbekleidung geeignet wäre – und kein Hautschmeichler werden würde. Daher ziehe ich es vor, die Gotlandfasern in andere glatte Fasern – meistens Merino – einzumischen. Die Fasern fühlen sich fast seidig an und in andere glatte Fasern eingemischt bringen sie dieses seidenartige Gefühl mit rein. Außerdem erhöhen sie im Gemisch durch ihre Faserlänge die Strapazierfähigkeit des Garnes.
thumb_imgp3601_1024Gotlandfasern sind auch im Vlies erhältlich. In dieser Form gibt es auch kardierte Gotland-Lamm-Fasern. Beide seit ihr weiter oben im ersten Bild. Die Lammfasern im Vlies sind einen Tick heller als das Vlies der erwachsenen Schafen. Kardiert fühlen sich die Fasern wesentlich weicher aber weniger seidig an. Sie sind auch kürzer und natürlich nicht so glatt, durch die Lage im Vlies. Hier ist der Unterschied zwischen Fasern im Kammzug und im Vlies besonders deutlich. Ein Garn aus puren Gotlandfasern würde ich aus einem Vlies wagen. Vor einigen Jahren machte ich einen Versuch als Bouclé aus handkartierten Flocken. Es wurde erstaunlich weich und kann gut auf der Haut getragen werden.

thumb_imgp3590_1024Als Lamm bietet es wunderschöne kleine Löckchen. Diese Locken sind oft roh und sortiert erhältlich und diese empfehle ich auch für Lockengarne. Gotlandlocken sind verglichen mit Wensleydale-Locken oder Teeswaterlocken etwas schwieriger zu Lockengarne zu verarbeiten, denn sie sind kürzer und ihre Faseroberfläche, abgesehen von ihren Lockenwindungen, ist sehr glatt.

thumb_imgp3602_1024Sie roh zu verspinnen kann sinnvoll sein, denn das Wollfett ist manchmal behilflich, die rutschigen Locken auf einen Kern zu spinnen und hinterher, kann es einfach heraus gewaschen werden. Die Locken sind manchmal übrigens aus weiß zu bekommen. Unten seht ihr ein reines Gotland-Lockengarn, welches auf einen Kerngesponnen wurde. Hier fühlen sich die Locken sehr seidig an und wären ein Traum auf der Haut. Grundsätzlich wasche ich Gotlandlocken gerne selbst, denn sie filzern sehr sehr leicht.

Auf Grund der Filzanfälligkeit kaufe ich ungern die Gotlandfasern in der Flocke. Alleine durch eine komprimierte Lagerung in einer Tüte können die Fasern zusammen haken. In diesem Fall hilft noch kardieren, sie fluffen wieder auf. Dennoch kann es aber auch schon zu spät sein. Außerdem ist es eine sehr mühselige Arbeit, die schönen Löckchen aus der restlichen Flockefasern heraus zu zupfen. Die Ausbeute ist etwa 1:2 bis 1:3, also auch mäßig reichlich. Daher kaufe ich mir für meine Spinnerei lieber die rohen Locken und die Gotlandfasern im Band gekämmt. Hier ist die Lagerung kaum ein Problem. Auf dem Bild unten sind die gezupften Locke aus der Flocke (links), die Restfasern aus der Flocke (bitte) und handgewaschene, sortierte Locken (links) zu sehen, die weiter oben schon als Garn verarbeitet wurden.

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Für alle die sich für die Herkunft ihrer Fasern interessieren, empfehle ich sehr das Fleece & Fiber Soucebook (siehe unten). Es ist auf Englisch, wunderbar bebildert, im Aufbau ausgelegt für Spinner und andere Faser-Gewerke und ist äußerst umfangreich und praxisnah.

Und morgen geht es weiter mit dem Polarfuchs.

(1) Vgl.: D. Robson, C. Ekarius: The Fleece & Fiber Sourcebook, North Adams 2011, S. 162

(2) Vgl, ebd., S. 163