Spindel-Glück und neue Faserfeinheiten

Hallo ihr Lieben und ein gesundes, glückliches und wolliges neues Jahr!

Und mit dem neuen Jahr kommen gleich ein paar Neuerungen. Nicht nur, dass hinter den Kulissen endlich wieder alles in seinen Bahnen angekommen ist, die Werkstatt erfolgreich umgezogen ist und endlich wieder Normalität herrschen kann, so gibt es für euch nach dem Shop-Urlaub am 7.1.  auch neue Produkte.

Über eines freue ich mich ganz außerordentlich. Und damit möchte ich euch in 2018 wieder begrüßen:

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Handgedrechselte Spindeln von der Familie Matthes Senior!

Ich gebe gut und gerne zu völlig befangen zu sein, denn ich bin ein Fan der Matthes-Spindeln und spinne selbst ausschließlich mit Ihnen, wenn ich zu Handspindel greife. Und ich tue das, weil ich sie zum Einem wunderschön finde und weil ich das Erleben und  Begreifen von Holz sehr genieße, nicht nur bei Spindeln. Und zum Anderen, weil ich die Spindeln einfach technisch sehr schätze.

Ebenholz6Umso größer ist meine Freude darüber, dass ich nun diese Spindeln bei mir im Shop haben darf. Dabei konzentriere ich mich besonders auf die Einsteiger. Es war mir schon lange ein Bedürfnis, Einsteigern, die im Gegensatz zu uns chronisch Spinnsüchtigen, oftmals noch einen Frustrationsberg während dem Lernen überwinden müssen, die Sache zu erleichtern, indem sie sich zumindest nicht mit so manchen Spindelkeulen, die auf dem Markt als Anfängerspindeln verkauft werden, plagen müssen.

Deshalb beginne ich jetzt mit der Einführung von Einsteigerspindeln von Matthes in meinen Shop als Alternative zu den einfachen, selbstgebauten Anfängerspindeln, welche nach wie vor verfügbar sind. Diese Matthesspindeln für Einsteiger folgen einem Schema: Sie haben ein Gewicht von zwischen 25-35g und sind damit Mittelgewichte (wenn man mal die „Keulen“ mit bis zu 75g als Schwergewichte definiert) und Allrounder, welche noch alle Wege zu Genrevorlieben der Lernenden offen halten. Die Wirtelformen orientieren sich überwiegend an Scheibenspindeln mit einem mittleren bis großen Wirteldurchmesser. So entsteht ein ruhiges, nicht besonders schnelles, aber dafür langanhaltendes Drehverhalten. Der Drall drängt nicht sofort an die Finger des Einsteigers und die Spindel wechselt nicht sofort ihre Drehrichtung und droht zu Boden zu fallen. Der Einsteiger hat etwas mehr Zeit das Spinnen im Flug zu lernen.

Die Spindeln gibt es als Kopf- und Fußspindeln und alle sind wunderschöne Einzelstücke. Die Familie Matthes hat mir wirklich eine Disziplin-Übung während dem Produktshooting zugesendet. Aber schaut einfach selbst:

Es gibt auch wieder die Option ein Spindel-Faser-Set zu schnüren. Dazu habe ich ein „Plusprodukt“ im Shop (Matthes-Spindel-Faser-Set), welches als Ergänzung zu einer Matthesspindel erhältlich ist und wie gewohnt die farbliche Individualisierung anbietet. Leider war es shoplogistisch nicht möglich diese Option IN die einzelnen Spindelangebote mit einzubauen. Aber ich denke ihr findet euch auch so zurecht.

Neue Faserfeinheiten

CollagerolagsEine andere Neuerung ab diesem Jahr betrifft die Faserfeinheiten. Auf Anregung von euch werde ich Schritt für Schritt meine Produkte um 2 andere MIC-Varianten erweitern. Ich habe nun mit der 19mic-Variante begonnen. So gibt es nun das altbekannte Rolag-Abo und auch gleich das neue Matthes-Spindel-Faser-Set aus australischen Merino mit 19 mic Feinheit. In Planung ist eine weitere Variante mit 21mic feinen Merino. Desweiteren gibt auch schon das Kammzug-Abo in einer neuen Variante: 18mic in Bio-Qualität.

Diese Faservarianten werden zur TDF auch den Kalender betreffen. Hier ist noch nicht ganz klar, ob es 1 Alternative zur Standart-Ausführung geben wird oder sogar 2. Doch bis zur TDF ist noch ein wenig Zeit. Auch der Adventskalender wird 2018 in einer feinen Variante verfügbar sein.

Und zu guter Letzt gibt es nach dem Shop-Urlaub noch ein DE LUXE-Rolag-Abo. Dieses besteht auch aus den feinen Fasern zusammen mit einen 25% Anteil an Edelfasern.

Neue Einsteigerkurse beginnen wieder

Einsteigerkurs

Gleich nächste Woche geht es wieder mit 2 Anfängerkursen los. Kommendes Wochenende findet der Chrashkurs für totale Neulinge hier in Coburg statt und am darauf folgenden Wochenende geht es mit dem fortlaufenden Grundlagenkurs für Anfänger mit Vorkenntnissen los. Wer Lust hat, der kann sich gerne noch anschließen. Die Kurse sind im Shop noch buchbar. Für den Chrashkurs, der dieses Mal an nur einem Wochenende stattfinden wird, gibt es bei uns auf dem Hof auch eine Ferienwohnung als Übernachtungsgelegentheit für Weitreisende.

So, nun wünsche ich euch einen tollen Start ins neue Jahr und ich hoffe, dass euch vieles Aufregendes und Wolliges bevor steht!

Liebe Grüße aus der neuen Werkstatt 🙂

 

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Neue Spindeln und ein altes Buch

Foto 5-8Die Spindelsammlung wächst und wächst.

Ich habe schon ein paar mal von der Drechselwerkstatt der Familie Matthes geschrieben. Sie machen wirklich wunderschöne Handspindeln aus Edelhölzern in reiner Handarbeit. In den letzten Jahren ist ihr Sortiment um einiges größer geworden, so waren diesmal in meiner Bestellung eine russische Orenburgspindel und supported Schälchen. Es ist wirklich eine große Freude, so einerseits unterschiedliche Spindeltypen zu testen und zu sammeln und gleichzeitig wunderschöne Einzelstücke zu erhalten, die in reiner Handarbeit entstanden. Letzteres ist mir inzwischen zu einem echten Anliegen geworden und ich ziehe sie jeder industriell gefertigten Arbeit vor.

Meine diesjährigen Wunschspindeln sind Tiefwirtelspindeln gewesen. Ich kann mich nach wie vor nicht entscheiden, welcher  Spindeltyp mir der liebste ist. Ich stelle fest, dass ich den Spindeltyp immer mehr nach der Faser aussuche. Die Faser bestimmt die Technik und diese bestimmt den Typ, das Gewicht und den Wirteldurchmesser. Also ist es gut, von jeder Sorte die wichtigsten Gewichte daheim zu haben, oder? Ich denke das ist wohl eher ein Alibi für meinen Sammeltrieb in Sachen Spindeln. 😉 (Rosenholz und Osage Orange, 28g, 29 cm; Thula Maser und Bubinga Pummele, 27g, 29 cm; Myrte Maser Schälchen)

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Für meine leichten Tiefwirtelspindeln habe ich mir noch ein Schälchen bestellt, um mir keine Sorgen über das Gewicht machen zu müssen. Es gibt zwar superleichte Lacespindeln mit nur 10g, aber ich ziehe es vor, etwas mehr in der Hand zu haben, so 25-30 g finde ich angenehm. Das hält aber – wenn schon etwas Lauflänge aufgewickelt ist – ein dünner unterdrehter Faden irgendwann nicht mehr aus. Dafür gibt es nun das Schälchen.

Dazu gab es eine Kreuzspindel aus wunderschön gemaserten Holz. Bei dieser Spindel ist die Handarbeit besonders schön gelungen. Die einzelnen Kreuzarme passen perfekt ineinander und sind glatt und rundgeschliffen. (Brown Mallee und Makasser Ebenholz, 24g, 18 cm)

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Zuletzt wünschte ich mir schon länger eine echte russische Spindel. Die Orenburg sieht nicht nur schön aus, sie ist auch wahnsinnig schnell und läuft wie eine 1. Wer schnell ausziehen kann (langer Auszug) und dünne lange Lauflängen spinnen möchte, der ist hier wohl richtig. Ich beherrsche diese Technik noch nicht. Noch:-) Jetzt kann und werde ich Üben! (Makassar Ebenholz und Padouk im Schälchen, 52g, 29cm lang)

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91DJib1zvQL._SL1500_Es gibt noch einige andere Techniken, die ich gerne auf der Handspindeln beherrschen möchte. Dazu habe ich dieses etwas ältere Buch ausfindig gemacht und bestellt: High Whorling von Priscilla A. Gibson-Roberts. Es gibt eine neuere Version von diesem Buch: Spinnig in the old Way. Es ist im Prinzip eine Neuauflage, denn inhaltlich unterscheidet sich das neue Buch kaum, so schildern es Reviews auf Foren und in Online-Shops. Ich fand eben das etwas ältere recht günstig und ich bevorzuge Hardcover, das waren die einzigen Gründe warum ich dieses und nicht das andere kaufte. Ich kann dieses Buch wärmstens empfehlen. Die Autorin interessiert sich sehr für die Techniken von normadisch (denn diese nutzten bis heute die Handspindel) lebender Völker der ganzen Erde und erforscht sie anhand von Bilddokumenten und durch Ausprobieren. Vieles in dem Buch beschreibt die Grundlagen, aber sie unterscheidet sehr analytisch zwischen den unterschiedlichen Auszügen und ihr Ergebnis. So beschreibt sie z.B. auch welche Auswirkung es hat eine glattes Garn von einem „fold“ zu spinnen, anstatt die Fasern einfach vom Band abzuziehen.51CjhR3pD2L._BO2,204,203,200_PIsitb-sticker-v3-big,TopRight,0,-55_SX278_SY278_PIkin4,BottomRight,1,22_AA300_SH20_OU03_ Die Folge ist, dass ALLE Faserenden in einer Richtung liegen und nicht das eine Ende in die eine Richtung und das andere Ende in die andere Richtung. Bei Fasern wie Angora, wo gerne die Enden frei werden ist das sicherlich eine tolle Sache und ermöglicht einen noch perfekteren Eindruck von Garn. Auch kurzfaserige Materialien lassen sich so hervorragend glatt verspinnen.  Sie unterscheidet auch zwischen „draw“ und „draft“. Somit werden die Handgriffe und die Armbewegung von einander getrennt betrachtet, was das Spektrum der Technik erweitert. Zuletzt hatte ich noch einen Aha-Effekt. Da ich ja keine echte Strickerin bin, hatte ich mich zwar gewundert, aber nicht weiter darüber nachgedacht: Die Zwirnrichtung im Garn ist wichtig für das Stricken und unterschiedet sich von der in Garnen, die verhäkelt werden soll. Der S-Drall öffnet sich nicht während dem Stricken durch die Nadelbewegung und der Z-Drall nicht beim Häkeln. Sehr cool, dass ich das Problem endlich gecheckt habe 🙂

Ach ja, das Buch ist auf englisch, und nicht ganz so leicht geschrieben. Aber dafür gibt es ja Wörterbücher;-)

Angoragarn

Und wieder ist ein Vlies von Seidenhase versponnen:-)Foto 1-3

Das hier hat sich eine liebe Freundin ausgesucht und zum Spinnen gleich bei mir gelassen.
Foto 3-1Eine Mischung aus Seidenhasen-Angora mit diversen Wollemischungen.

Daraus wurden erstmal Kardenbänder, die ich dann – diesmal mal wieder mit der Handspindel – zu einem unterdrehten einfädrigen Streichgarn versponnen habe. Und das hier wird sich bald auf die Reise machen:-)

Foto 4-2Foto-2Foto 5-1

Neue Handspindeln ziehen ein

Vor einiger Zeit bestellte ich einen Sonderwunsch bei der Drechsele Matthes.

http://drechselwerkstatt.npage.de/ 

Auslöser war, dass ich festgestellt habe, dass meine Tiefwirtelspindeln am Ende der Laufzeit am Schaft anfangen zu Trudeln.

Mein Wunsch war eine Tiefwirtelspindel nach der Art russischer Spindeln, aber als Fallspindel. Und hier ist sie:

Der Schaft ist aus Nussbaum und der Wirtel aus Wenge. Sie ist 29 cm lang und 23g leicht.

Dazu habe ich noch eine Kopfspindel gekauft. Sie ist aus Eibenholz mit einem Schaft aus Birke. Sie ist meine erste Kopfspindel und ich bin gespannt, wie es sich mit ihr spinnt. Vor allem bin ich auf das Holz gespannt, denn ich verbinde viel mit den unterschiedlichen Holzarten. Sie haben einfach unterschiedliche Charaktere und ich verbinde unterschiedliche Geschichten und Mythen damit. Mir ist das Holz fast wichtiger als die Form, wenn ich mich entscheiden müsste.

Die Spindelbestellung hat mich nun angefixt, mir mit der Zeit unterschiedliche Spindelten zuzulegen. Mein Plan: eine klassische Russische, eine Französische, eine Fernöstliche und eine rekonstruierte nach archäologischen Funden. Wahrscheinlich werden es aber noch mehr werden. Ich bin schon ziemlich auf Tiefwirteltypen eingeschossen und ich denke ich werde noch welche aus unterschiedlichen Hölzern und mit unterschiedlichen Gewichten kaufen. Bisher habe ich eine recht schwere und sonst nur leichte Spindeln. Und ich finde es gut, mit dem Gewicht abhängig von Garn oder Zwirnart spielen zu können.