Advent, Advent…

Kaum zu glauben, dass die Adventszeit schon bald vor der Türe steht. Aber hier in der Werkstatt werden schon die Schneeflockenstempel geschwungen. Die Vorbereitungen für den Adventskalender laufen schon auf Hochtouren und es wird Zeit euch über Altbekanntes und Neues über den Adventskalender zu informieren.

Jeden Tag ein Rolag…

Wie letztes Jahr gibt es wieder den Adventskalender, der aus 24 Rolags in 24 handgestempelten Kraftpapiertütchen besteht. Und das bleibt beim Alten: Der Kalender besteht aus 150g Merinofasern (26 mic), die mit unterschiedlichen Beimengfasern wie Seide, Viskose, Bambus oder Angelina gemischt werden und auf 24 Rolags verteilt werden. Über die gesamten 24 Rolags wechselt die Farbe und bietet die Möglichkeit ein langes Verlaufsgarn zu spinnen. Wie bei den bisherigen Kalendern handelt es sich um einen Überraschungskalender, d.h. die genaue Gestaltung des Farbverlaufes bleibt ein Geheimnis und enthüllt sich nur Schritt für Schritt beim Öffnen des täglichen Tütchens.

Und das ist diesmal neu:

Allen voran ist neu, dass der Kalender nur in einer limitierten Auflage von 50 Kalendern verfügbar ist. Das gibt uns in der Werkstatt einen planbaren Material- und Arbeitsaufwand. Und ganz besonders wichtig für uns: Wir können die Arbeit dosieren und sicher gehen, dass kurz vor dem Advent kein Arbeitsstau entsteht, der den Versand der letzten Kalender in Bedrängnis bringen könnte.

Dieses Jahr habe ich mir Unterstützung geholt. Eine Stempelfee hilft mir die 1200 Tütchen zu stempeln. Um diese Arbeit fair entlohnen zu können wird der Kalender ab dieses Jahr etwas teurer als letztes Jahr sein.

Die letzte Neuerung betrifft den Bestellvorgang. Zum einen wird es statt einer unverbindlichen Vorbestellliste eine verbindliche Vorbestellung im Shop geben. Die Vorbestellung ist ab jetzt bereits möglich. Der Versand der Bestellungen erfolgt im November und die Kalender werden chronologisch nach Bestelldatum angefertigt. Der Bestellschluss wird in der 3. Novemberwoche sein um die letzten Kalender noch pünktlich zum 1.12. liefern zu können.

Eine Überraschung bleibt eine Überraschung!

Die andere Änderung im Bestellvorgang betrifft die Farbauswahl. Es war bisher immer eine sehr spannende Sache, die verschiedenen Farbwünsche um zusetzten und mich davon kreativ inspirieren zu lassen. Doch dieses Vorgehen beinhaltet natürlich das Risiko, dass zwei Köpfe zwei unterschiedliche Vorstellungen von der gleichen Farbbenennung haben. Es ist für einen kleinen Handwerksbetrieb wie die Handspinnerei nicht möglich bei so einem großen Arbeitsaufwand, wie der in diesem Produkt, in so einem Fall einen Kalender erneut anzufertigen und zu ersetzten. Vor allem dann nicht, wenn das Produkt an sich einwandfrei ist und bereits geöffnet und angesponnen. Aus diesem Grund gibt es nun eine Farbvorauswahl. Es kann zwischen einer großen Anzahl von Farbkombinationen ausgewählt werden und der Rest der Gestaltung bleibt eine Überraschung. Ich bitte daher jeden/r InteressentenIn sich vor dem Kauf zu überlegen, ob er/sie Überraschungen mag und ob er/sie das farbliche Restrisiko tragen möchte und sich auf die kleine kreative Freiheit meinerseits beim Mischen einlassen möchte. Wo bliebe denn die Überraschung, wenn der Kalender nach einem Farb-Rezept gekocht werden würde?

Und das sind die Farbgruppen:

  • Pastelzart: Zarte pastellige Töne, warm und kühl
  • Naturtöne: Natürliche Farben von naturweiß, Grautöne und Brauntöne, aber auch gedecktes grün, zartes lila oder blau sein, warm und kühl
  • Meerestöne: Alles aus der blauen & türkisfarbenen Ecke, kann hell, dunkel oder beides sein
  • Beerentöne: Alles von rot bis lila, warm, kann knallig sein, muss aber nicht
  • Nordischer Strand: Kühle und gedeckte Töne, die sich an der Nordsee finden lassen
  • Erdtöne: Braun-, Ocker-, Ziegeltöne, warm
  • Regenbogen: Bunt durch den Regenbogen, Verlaufsmischung
  • Septemberfarben: leuchtende Farben wie blau, gelb, gold und bunte Laubfarben, warm & kühl
  • Hawaitöne: Der perfekte Strand mit Palmen, heller Sand, strahlender Sonne und türkisfarbenen Meer, kühler als „Sommercocktail“
  • Sommercocktail: Fruchtiger Cocktail aus gelb, orange, lachsfarben, pink, himmbeerrot und frischen grün, wärmer als „Hawaitöne“
  • Herbstlaub: Grün-, Gelb- und Orangetöne eines Oktoberwaldes, warm
  • Eiskristalltöne: Kühle helle Farben eines Eiskristalls
  • Nachthimmel: Blau, violett & schwarz, dunkel und eher kühl
  • Vulkanfeuer: Feurig und Erdig, warm und eher dunkel
  • Rosengarten: Verschiedene Rosenfarben kombiniert mit grün, eher warm
  • Provence: Lavendeltöne kombiniert mit grün, eher kühl
  • Bollywood: Knallig, farbenfroh und ein bisschen wild, kann Sariseidenfasern und Neonfarben enthalten
  • Sommerwiese: Sonnige Farben kombiniert mit grün, warm mit Spritzer von bunt
  • Jägersgrün: Verschiedene eher dunkle Grüntöne mit Spritzern von petrol, lila oder Beerenfarben
  • Frühlingsgrün: verschiedene eher helle Grüntöne, frisch bis eher warm
  • Pink Panther: Rosa, Pink kombiniert mit schwarz, knallig
  • Graue Eleganz: Elegante Grautöne, kühl und Graustufen

Oben seht ihr übrigens ein Beispiel für die Farbgruppe „September“. Ich behalte mir die Option vor, die Farbpalette bei einem Anfall von Inspiration noch zu erweitern 😉 Und ich werde mich bemühen noch eine Möglichkeit im Shopsystem zu finden eine No-Go-Liste einzuarbeiten.

3 weitere Beispiele für Verläufe aus den vergangenen Jahren. Da ich hier noch nicht diese Farbgruppen hatte, treffen sie nicht perfekt auf meine jetzigen Gruppen zu. Aber im Groben würde ich sie in Gruppe „Sommercocktail“, „Graue Eleganz“ mit etwas weinrot und „Eiskristall“ ein ordnen.

Die Verlosung

Wie letztes Jahr gibt es auch dieses Jahr wieder ein Weihnachtsverlosung. Diese erfolgt aus allen BestellerInnen des Kalenders, die automatisch in den Lostopf wandern, am Weihnachtsabend. Der Versand wird nach der Rauhnachtsruhe erfolgen. Der Preis werden 3 kleine Wundertüten sein.

Advent mit Back to the Wheel!

Wie gewohnt gibt es wieder in der Ravelry-Gruppe Back to the Wheel! einen Adventskalender-Thread, wo jeder herzlich willkommen ist, mit zu spinnen, mit zu quatschen und seine Rolags zu zeigen.

Auf Instagram gibt es den Hashtag #Adventmitbacktothewheel. Hier könnt ihr auch gerne eure Spinnereien zeigen und ich kann ein bisschen Mäuschen spielen und sehen, was ihr so aus den Fasern zaubert 🙂

Hier noch ein letzter Link zum Adventskalender im Shop.

Ich freue mich auf eine neue Wintersaison mit euch. Und auch wenn es noch ab und an sommerlich warm ist – der Advent kommt bestimmt 😉

Liebe Grüße aus der Werkstatt,

Kathrin.

Advertisements

Arachne

Vom Spinnen, über Spinnen und aus längst vergangenen Tagen. Es gibt unendlich viele Geschichten in denen das Spinnen ein Rolle spielt. Heute soll es mal ein Verwandlungsmythos aus der griechisch-römischen Mythologie sein. Er handelt von Arachne einer lydischen Weberin, die zur Spinne verwandelt wurde und damit auch Namensgebern der Spinnentiere und unseres Handwerks.

Nieder geschrieben wurde diese Geschichte von Ovid im 1. Jh. n. Chr. in seinem Buch von den Verwandlungen, welches ein wahrer Schatz an Geschichten ist, in denen eine Metamorphose stattfindet. Später wurden zahlreiche dieser Geschichten in Literatur, Kunst und Kultur künstlerisch verarbeitet. Auch Arachne findet sich in Gemälden und Literatur wieder. Doch dazu ein andermal. Jetzt möchte ich erst gerne eine wunderschöne Übersetzung von Gerhard Fink mit euch teilen. Ich wünsche euch ein entspanntes Lesen!

Als Pallas diese Erzählung angehört und sowohl den Gesang der Musen wie ihren gerechten Zorn gelobt hatte, sagte sie zu sich: „Lob zu spenden, das ist zu wenig; ich will auch selbst Lob verdienen und nicht mehr dulden, daß man ungestraft meine göttlichen Macht gering schätzt!“ Dabei dachte sie an den Untergang der Lydern Arachne, von der sie vernommen hatte, daß sie ih den Ruhm in der Kunst zu weben streitig Mache. Arachne war nicht ihres Standes noch ihrer Abkunft wegen allbekannt, sondern allein wegen ihrer Kunstfertigkeit. Ihr Vater, Idmon aus Kolophon, tränkte die durstigen Wolle mit Purpursaft von Phokaia. Ihre Mutter war tot, doch auch wie war von gemeiner Abkunft gewesen, gleich ihrem Mann. Arachne jedoch hatte sich ein den lydischen Städten durch ihre Geschicklichkeit einen großen Namen erworben, wiewohl sie, als Tochter kleiner Leute, im kleinen Hypaipa wohnte. Im ihre bewundernswerte Arbeit zu sehen, verließen oftmals Nymphen des Paktklos ihre Flut.

Ja, nicht allein das vollendete Werk zu betrachten, war eine Freude, sondern auch seinen Werdegang zu verfolgen: Mit solcher Anmut paarte sich die Kunst. Ob nun Arachne die rohe Wolle erst zusammenballte oder mit den Fingern glattstrich oder die Flocken so lange zupfte, bis sie Lämmerwölkchen glichen, ob sie geschwind mit dem Daumen die glatte Spindel drehte oder ob sie stickte – man hätte glauben mögen,sie sei von Pallas unterwiesen. Das jedoch streitet sie ab, schämt sich einer solchen Lehrmeisterin und spricht: „Soll sie sich doch mit mir messen! Alles nehme ich auf mich, wenn sie mich besiegt.“

Pallas verwandelt sich in eine Alte, deckt ihre Schläfen mit falschen grauen Haaren und stützt sogar die gebrechlichen Glieder auf einen Stab. Dann hebt sie so zu sprechen an: „Nicht alles was hohes Alter mit sich bringt, sollten wir verachten. Mit den Jahren kommt die Erfahrung. Darum weise meinen Rat nicht zurück! Begnüge dich mit dem Ruhm, unter den Sterblichen die größte Spinnerin zu heißen, aber weiche der Göttin und bitte sie, du Unbesonnene, inständig um Vergebung für deine Worte. Vergebung wird sie dir gewähren, wenn du zu ihr flehst.“

Arachne wirft der Alten einen finsteren Blick zu, läßt den angefangenen Faden fahren und vermag kaum noch, ihre Hand zu beherrschen. Aus ihren Zügen bricht der Zorn, und sie gibt der verwandelten Pallas folgendes zurück: „Albernes, altes Gerippe! Es ist auch von Übel, wenn man gar zu lange gelebt hat! Laß diese Weisheiten doch deine Schwiegertochter hören, wenn du eine hast, oder deine Tochter! Ich weiß mir schon selber zu raten – und glaube ja nicht, dass du mit deinen Warnungen etwas aufgerichtet hast. Ich bleibe fest bei meiner Meinung. Warum kommt denn Pallas nicht selbst? Warum will sie sich nicht auf einen Wettstreit mit mir einlassen?“

Darauf die Göttin: „Sie ist gekommen!“ Sprach´s, warf des alten Mütterchens Gestalt ab und stand da als Pallas.

Da verehren die Nymphen und Lydiens Töchter ihre göttliche Macht, die Jungfrau allein bleibt unerschrocken. Allerdings errötet sie: gegen ihren Willen überzieht eine plötzliche Röte ihr Antlitz und verschwindet gleich wieder, so wie der Himmel sich gewöhnlich purpurrot färbt, sobald Aurora erwacht, um nach kurzer Zeit beim Aufgang der Sonne wieder zu erbleichen.

Arachne beharrt auf ihren Vorsatz, und in ihrem törichten Verlangen nach dem Siegespreis rennt sie in ihr Verderben. Denn Pallas äußert keinen Widerspruch, warnt sie auch nicht weiter und schiebt den Kampf nicht mehr auf.

Augenblicklich gehen beide an verschiedene Arbeitsplätze und spannen an zwei Webstühle die langen Grundfäden. Die Kette ich mit dem Webebaum verbunden, und ein Schilfrohr teilt die Fäden in gerade und ungerade. An spitzen Schiffchen schießt der Einschlag dazwischen durch, den behende Finger abwickeln. Sobald er durch die Grundfäden geführt ist, schlagen ihn die ausgeschnittenen Zähne des Kamms fest.

Beide Frauen haben es eilig. Das Kleid unterm Busen gegürtet, regen sie mit Geschick ihre Arme, und der Eifer verkürzt ihre Arbeit.

Hier wird sowohl mit kräftigen Purpur gewebt, der den Färbekessel in Tyrus geschmeckt hat, als auch in feiner Schattierung mit fast unmerklichen Übergängen – wie beim Regenbogen, der sich als riesiger bunter Gürtel über den weiten Himmel spannt, wenn Regen und Sonnenstrahlen sich treffen: Er prangt von tausend verschiedenen Farben, doch wie eine in die andere übergeht, bleibt dem Blick des Betrachters verborgen: So sehr auch das jeweils nächste sich gleicht, so verschieden ist doch die Färbung der Ränder.

Hier wirkt man sogar schmiegsamen Golddraht unter die Fäden, und im Gewebe entwickelt sich eine alte Geschichte.

Neben die Burg von Athen webt Pallas die Hügel der Kriegsgotts und schildert den alten Streit um die Benennung des Landes. Zweimal sechs himmlische Götter, mit Jupiter in der Mitte, sitzen auf erhabenen Thronen in ernster Majestät. Jeder der Götter ist leicht an seinen Äußeren zu erkennen. Jupiters Bild ist das eines Königs. Den Gott des Meeres läßt sie im Stehen mit dem langen Dreizack gegen schroffe Felsen stoßen: Schin ist der Wunde des Felsens eine Quelle entsprungen als Unterpfand dafür, daß Neptun die Stadt gebühre. sich selbst gibt Pallas einen Schild, gibt sie einen Speer mit scharfer Setze, gibt sie einen Helm für das Haupt; ihre Brust wird von der Ägis beschirmt: Dann stellt sie dar, wie die Erde, vom Stoß ihrer Lanze getroffen, samt seinen Früchten einen Schönling des graugrünen Ölbaums hervorbringt und wie die Götter sich wundern. Ihr Sieg beschließt das Werk.

Damit jedoch eher ruhmsüchtige Nebenbuhlerin aus Beispielen erfahre, welchen Lohn sie für ihr wahnsinniges Unterfangen zu gewärtigen habe, fügt sie in den vier Ecken noch vier Wettkämpfe hinzu, leuchtend in der Farbe, obschon in kleinen Figuren.

Die Thrakerin Rhodope erscheint in der ersten Ecke mit Hamids – beide sind jetzt kalte Gebirge und waren doch einst sterbliche Wesen, die sich in Namen der höchsten Götter anmaßten.

Die zweite Ecke enthält das klägliche Schicksal der Stammmutter des Pygmäenvolks, die Juni im Wettstreit besiegte, zu einem Kranich werden und ihr eigenes Volk gekriegten hieß. Pallas stellte auch Antigone dar, die sich dereinst erkühnte, mit der Gattin des großen Jupiter zu wetteifern, aber von Königin Juno in einen Vogel verwandelt wurde. Weder Troja noch ihr Vater Laomedon konnten es hindern, daß sie Flügel bekam und nun im weißen Federkleid mit dem Klappern des Schnabels als Storch sich selbst Beifall klatscht.

In der letzten Ecke endlich ist Kinyras zu sehen, seiner Kinder beraubt. er umarmt die Stufen eines Tempels – es sind die Glieder seiner Töchter -, liegt auf dem harten Stein und scheint zu weinen.

Den äußeren Rand des Gewebes verzerrt Pallas mit Ölzweigen, die Frieden künden. Nun ist sie am Ziel; mit dem Bild ihres Lieblingsbaums beschließt sie ihr Werk.

Die Lyderin webt Europa, die sich vom Trugbild eines Stiers täuschen ließ. Man könnte glauben, einen wirklichen Stier, ein wirkliches Meer zu sehen. Europa selbst schien nach dem verlassenen Gestade zurückzublicken, nach ihren Gefährtinnen zu rufen, sich davor zu fürchten, das hochspritzende Wasser könne sie erreichen und ängstlich die Füße anzuziehen.

Sie stellte auch Asterie dar, wie der Adler sie beim Liebesspiel festhält, sie stellt Leda dar, wie sie unter den Flügeln des Schwans liegt. Außerdem bildet sie ab, wie Jupiter, unter der Gestalt eines Satyrs verborgen, Antippe, die schöne Tochter des Nykteus, mit Zwillingen beschenkt, wie der Amphitryon war, als er dich Alkmene, eroberte, wie er im Goldregen Danae, als Feuerbrand Aigina täuschte, Mnemosyne als Hirt, Proserpina als schillernde Schlange.

Dich, Neptun, in einen störrischen Jungstier verwandelt, legte sie zu einer Tochter des Aiolos. In der Gestalt des Floßgotts Enipeus zeugst du Otos und Ephialtes, die Riesen, als Widder täuschst du Theophane. Die blondhaarige, milde Mutter der Früchte empfing dich als Hengst, geflügelt empfing dich die schlangenhaarige Mutter des geflügelten Rosses, dich empfing als Delphine die Melantho.

Diese allen gab Arachne die rechte Gestalt und den rechten Ort der Handlung.

Dort steht in Gewand eines Bauern Apollo; man sieht auch, wie ersuch bald in Habichtsgefieder, bald in eine Löwenhaut hüllte, wie er als falscher Hirt Isse, des Makareus Tochter, verführte.

Man sieht, wie Bacchus als trügerische Traube Erigone überlistet, wie Saturn in Pferdegestalt den Zentauren Chiron gezeugt hat.

Den schmalen Saum am Rand des Gewebes schmücken Blumen, mit Efeuranken verflochten.

Nicht Pallas, nicht der Neid in eigener Person vermöchte jenes Werk zu tadeln. Es kränkte die blonde Heldenjungfrau, daß es so wohl geraten war, und sie zerfetzte das bunte Tuch, die Schandgeschichte des Himmels. Und weil sie gerade das Schiffchen aus Buchsbaumholz in der Hand hielt, schlug sie es dreimal und viermal Idmons Tochter Arachne ins Antlitz.

Das kann die Unglückliche nicht verschmerzen, und entschlossen schlingt sie sich ein Seil um die Kehle. Sie hängt schon, doch Pallas fühlt Mitleid, hält sie und spricht dabei: „Bleib nur am Leben, doch bleibe auch hängen, du Frevlerin, und dieses Strafurteil gelte, damit du nicht unbesorgt in die Zukunft schaust, für dein ganzes Geschlecht und für die spätesten Enkel!“

Danach, schon in Gehen, besprengte sie sie mit dem Saft von Hektars höllischen Kraut, und sofort fallen ihr bei der Berührung mit dem scheußlichen Gibt die Haare ab, und mit ihnen Nase und Ohren. Ganz klein wird der Kopf, klein auch der Rumpf; zur Seite hängen dünne Finger statt der Beine herab. Alles übrige auch der Bauch; aus diesem zeiht sie den Faden und übt ihre alte Webkunst als Spinne. Ganz Lydien gerät in Erregeng, auch durch Phrygiens Städte eilt die Kunde von dem Geschehen und erfüllt mit Gerüchten den gewaltigen Erdkreis.

Ovid, Metamorphosen, Das Buch der Mythen und Verwandlungen, Sechstes Buch, 1-27, die Weberin, Arachne. Übersetzung nach Gerhard Fink.

Neues aus der Werkstatt

Liebe SpinnerInnen,

das neue Jahr hat begonnen und in Sachen Spinnen ziemlich viel Neues gebracht. Besonders in Sachen Kurse und gemeinsam Spinnen: Neben dem bisherigen Workshop für Einsteiger, der in Bamberg und in Miltenberg angeboten wird, kommt nun ein neuer Kurs in Bamberg dazu. Die Handspinnerei geht außerdem auf Reisen nach Berlin und in Coburg soll eine Spinnstube entstehen.

Wenn ihr Lust auf so eine Spinnstube habt, dann schreibt mir doch eine E-Mail und ich halte euch auf dem Laufenden, ich würde mich sehr freuen: backtothewheel@icloud.com

.. und das ist die Idee:

Foto 2-14Spinnstube in Coburg: Wie ihr ja wisst, gibts zur Handspinnerei die offene Werkstatt in Coburg. Sie wird nun bald 1 Jahr alt, ist mit allem ausgestattet, was sich das Spinnerherz wünscht und hat sich im Sommer, wie im Winter als gemütlich und gut klimatisiert erwiesen – das ist ja bei alten Gebäuden immer so eine Sache 😉 Es soll ein Spinn- UND Strickkreis werden und 1 mal im Monat an einem Samstagnachmittag stattfinden. Es wird Kaffee und Kuchen geben, jeder kann an seinem Projekt spinnen oder stricken und wir können uns gemütlich austauschen. Es ist kein Unterricht, trotzdem stehe immer mit Rat und Tat zu Seite.

Der monatliche Termin ist noch offenen und ich freue mich über Vorschläge. Mein Vorschlag ist ein Samstag von 15:30 – 18: Uhr.

Natürlich muss im Winter ordentlich eingeheizt werden, Getränke und Kuchen stelle ich zur Verfügung, deshalb freue ich über einen kleinen Unkostenbeitrag auf freiwilliger Spendenbasis.

Foto-3Tagesworkshop in Coburg: Vor jeden Spinnkreis bietet es sich an einen Tagesworkshop zu unterschiedlichen Themen zu machen. Das Thema kann während dem Spinntreffen weiter  bearbeitet werden und das nächste Thema zusammen ausgesucht werden. Im Sommer können wir zusammen im Gärtchen vor der Werkstatt Wolle färben, Vliese waschen und die Füße beim Spinnen in die Sonne halten 😉

 

Foto 2-13Themen können sein:

  • Kammzüge selber herstellen
  • Kardieren von Edelfasern
  • Färben im Glas (Solarfärben)
  • Verarbeitung von Locken
  • Artyarnspinnerei
  • Spinnen mit besonderen Spindeln
  • uvm.

Termin: ein Samstag von 11:30 – 15:00

Kosten: 15 € + Material

Und nun zu den neuen Terminen in diesem Frühjahr:

Bildschirmfoto 2016-01-17 um 14.30.14 KopieBerlin: Besonders freue mich über einen Tagesworkshop in Berlin! Dank Marisa von Maschenfein kann der  Kontakt zum Laden KNIT KNIT – Berlin von Nina zustande. Jetzt läuft gerade die Anmeldephase für dein Einsteigerkurs in Berlin-Mitte. Mehr Infos dazu findet ihr hier. Wer Lust hat, ins Spinnen reinzuschnuppern, der ist hier richtig. Es wird sicher ein super schöner und lockerer Tag werden, an dem wir mächtig der Faserlust frönen können. 🙂


spinntüten Workshop
Spinnen für Fortgeschrittene in Bamberg: Der fortlaufende Kurs richtet sich an alle bisherigen Workshop-Teilnehmer und alle Spinner, die bereits einige Erfahrung mit Handspindel und Spinnfasern haben. Er wird im 2-wöchigen Rhythmus stattfinden und es wird eine große Pause von 4 Wochen in derMitte des Kurses geben. Das hat den großen Vorteil, dass der Körper und die Finger in aller Ruhe mitlernen können.  Mehr Infos zu dem Inhalt gibts hier.

 

Bildschirmfoto 2016-01-19 um 21.44.41Kinderspinnen: Und seit einigen Woche gibt es in der Werkstatt Kinderspinnen am Spinnrad. Kindern fällt das Spinnen oft viel leichter und schnell entstehen richtig tolle Garne. Gesponnen wird aus bunten Farbmischungen. Das Warum wird in kleine, für Kinder leicht verständliche Themenkarten gepackt und die Musterkarten ergeben ein schönes Album bunter Tageswerk. Auch hier gibts mehr Info über die Inhalte.

 

 

Alle neuen Termine in der Übersicht:

Berlin KNIT KNIT: Tagesworkshop für Einsteiger, So: 21.02.2016

VHS Miltenberg: 2-Tagesworkshop für Einsteiger, Sa/So: 2./3.04.2016

VHS Bamberg: 2-Tagesworkshop für Einsteiger, D0/Fr: 7./8.04.2016

VHS Bamberg: Fortlaufender Kurs für Fortgeschrittene, ab Do: 14.04.2016 in 2-Wochen-Rhythmus

Werkstatt für Handspinnerei Coburg: Kinderspinnen am Spinnrad, wöchentlich, Termin nach Vereinbarung

Puh, das wars erstmal 🙂 Ich hoffe es ist was spannendes für euch dabei und ich freue mich total, ein paar von euch wieder zu sehen…

Viele liebe Grüße aus der Werkstatt!

Mehr Garn und Fasern…

Funkstille im Blog bedeutet meistens eine arbeitsreiche Zeit. Der Weihnachtsverkauf ist vorbei und das nächste Weihnachten steht vor der Türe. Doch davor kommt das Sommerloch. Dieses Jahr zeichnen sich neben ein paar Workshops auch die ersten ein zwei Märkte ab und dazu braucht es Garn – jede Menge Garn. Und natürlich Fasern.

mistydawadaDeshalb stehen im Moment die Einzelstücke im Fokus. Einerseits eine super kreative Spinnerei, ganz anders als die Knit Kits, die ja immer genauso reproduziert werden müssen. Aber es zieht sich auf. Jedes Garn ist anders, keine Routine, kein Zeitmanagement… Und dann und wann geht auch mal was in die Hose.

rosered2Am liebsten mag ich die coreless corespun Garne. Sie sind schön zu spinnen, wenn auch echt zeitaufwendig. Die Farben gleiten durch die Finger und liegen immer schön an der Oberfläche. Aber vor allem machen sie dem Stricker das Leben leicht. Sie sind strapazierfähig, können auch super weich sein und haben eine gleichmäßige Oberfläche. Easy peasy zu stricken und immer passiert was in den Farben.

Ein etwas älteres Garn juckte mir so in den Fingern, dass ich zu einem Stirnband verstrickte. LEXI wird es in Zukunft öfters geben, aber immer aus einem anderen Corespun Garn mit ähnlicher Farbmischung. Es wird also immer ein Einzelstück sein.Stirnbandlexi2

Dann sind noch ein paar Effektgarne entstanden.

apricot4Apricot ist ein corespun Garn mit Sojafasern und Angelina. Diese verzwirnten Corespuns mag ich auch sehr gerne. Sie sind so traumhaft weich und fluffig.

nightfall7Seidig ist die Variante ohne Kern geworden, Nightfall. Eigentlich war es fast die gleiche Fasermischung. Seide statt Sojafasern, doch die Haptik ist recht ähnlich. Doch ohne den Kern entsteht beim Zwirnen kein Volumen. Der glatt gesponnene Single bleibt auch im Zwirn glatt. Wie ein kleiner Kernfaden doch einen Unterschied machen kann…

MeloneMelone ist ein D&D-Garn mit Autowrap. Lowtwist gesponnen wobei ein Metallikfaden mit lief. Diese Garne mag ich am liebsten im großen Lochmuster. Mal schließt sich das Maschenbild an den dicken Stellen und mal ist es wie ein Netz an den dünnen Stellen.

Dann entstehen gerade wieder ein paar Fasermischungen für den Shop:

Vor kurzem war wieder die recycelte Sariseide aus Indien am Start.

Da haben wir einmal Hongkong Nights in schwarz mit viel Neon…

HongKongnight4 Hongkongnight5

… und Urban Grey, graues Merino mit pink und blau…

urbangrey2 urbangrey1

und dann gibts noch Sundown Peach, eine Merinomischung mit Verlauf.sundownpeach6sundownpeach3

Und zu guter letzt gibts noch zwei Vliese.

Einmal ein ganz klassisches nur aus Merino, aber mit einem großen Verlauf in den gleichen Farben wie die Rolags.

yellowsummer1yellowsummer2

Und dann noch das Vlies Misty, ein Schurwollmix mit Merino, Angelina und viel handgefärbter Seide. Aus dem gleiche Vlies entstand auch das corespun Garn oben.

Mistyvlie214 Mistyvlies9

Und der nächste Blogpost geht ums Artbatt kardieren, in dem ich teste, was passiert, wenn ich meine eigenen Tipps für das perfekte, schlaufenfreie Vlies ignoriere…

Schmuckprototyp 2

Foto 3-4Vor einigen Zeiten hatte ich mal über Versuche gepostet aus meinem Supercoilgarn auf Draht (hier und hier) kleine Schmuckstücke herzustellen. Sie hatten auch meinem Testlauf beim Tango wirklich gut mitgemacht. Deshalb habe ich nun eine Version 2.0 hergestellt und ordentliche Schmuckverschlüsse angebaut.

Et voilá, hier die ersten 3 Stück:

Foto 1-4Foto 2-5 Foto 3-5

Faserkatalog

Foto 1-3Dieses Wochenende habe ich mir Zeit genommen, all meine Fasern zu archivieren. Ziel war es meiner Vergesslichkeit entgegen zu wirken. Ich teste gerne Fasern, die ich noch nie versponnen habe. Vor allem um zu Lernen, welche Fasern mit welcher Technik am besten im Garn genutzt und getragen werden können. Aber auch um ganz grundsätzlich zu Lernen, welche Schafe welche Fasereigenschaften liefern. Natürlich sind die Fasern dann weg und ich vergesse irgendwann, wie die eine oder andere Faser nun wirklich ist 😉

Foto 2-3Dieser Faserkatalog hilft mir, mich daran zu erinnern, was ich schon versponnen habe, wie sich diese Fasern anfühlen, welche Eigenschaften sie haben und auch, wo ich sie, für wieviel gekauft habe. Eine weitere praktische Sache ist noch, dass ich Freunden, die Garne haben wollen, die Fasen zeigen kann und sie sich ihre Faser aussuchen können, noch bevor ich sie bestelle.

Foto 3-3Hier also mein erster Schwung Faserkarten. Ich habe darauf Fasersorte, Farbe (natur, gemischt oder gefärbt), Faserlänge, Verarbeitung als Kardenband, Kammzug, Rohwolle etc. und dann natürlich noch Shop/Hof und Preis notiert.

Ich hoffe, dass sich in Zukunft, solche Fragen wie: “ ich hatte doch mal BLF in naturgrau gesponnen, wie weich war die Faser noch mal?, War nicht Polworth weicher und besser für nen Schal geeignet…?“ erledigt haben.