Was es so Neues gibt…

Oh Schreck, es ist schon wieder bald ein viertel Jahr vergangen, seit dem ich mir vornahm, einen Gang zurück zu schalten. Zumindest in einer Sache habe ich die Arbeit in der Werkstatt etwas, naja, nicht zurück genommen, aber dennoch abgefangen.

Die Verpackungsfee

Elli2Seit März gibt es eine Neuerung im Online-Shop: Die Werkstatt hat Zuwachs bekommen. Das ist Elli, die Verpackungsfee. Mir ist es besonders wichtig, dass alle Bestellungen, wenn sie ankommen, ein wenig Freude in den Alltag zaubern und nicht einfach ein schnöder Packkarton ankommt. Das kostet natürlich ziemlich viel Zeit und langsam wurde es ein relevanter Faktor in der Werkstatt, den ich aber nicht „wegverbessern“ wollte. Dafür ist nun Elli da, die mir zur Hand geht, wenn es mal heiß her geht. Und um das ganze etwas zu organisieren, haben wir nun 2, bei vielen Bestellungen auch 3 fixe Versandtage in der Werkstatt.Ellisstempel

  • DI: Alle Bestellungen, die bis Montag Mittag im Shop eingehen.
  • (DO: Alle Bestellungen, die bis Mittwoch Mittag in Shop landen)
  • Sa: Alle Bestellungen, die bis Freitag Mittag eingegangen sind.

Nachmittags landen die fertig bearbeiteten Bestellungen dann bei Elli, aber manchmal auch bei mir, in der Verpackungsschleife. Wer gerade für euch am Werk war, könnt ihr dann am Verschlusssticker sehen.

Neue Locken-Schafe

thumb_IMGP4513_1024Dann hat mich diesen Monat ein neuer Umstand überrascht. Mein bisheriger Wensleydale-Schäfer hat seine Lockenschafe abgegeben. Das war natürlich eine Nachricht, die ich sehr sehr schade fand. Die Locken stammen aus Deutschland und waren von wirklich schöner Qualität.

Doch es gibt bereits eine Alternative. Ich habe einen Lieferanten in Deutschland gefunden, der ebenfalls Wensleydales in kleinem Rahmen hält und mir weiße Rohwolle liefern wird. Neu ist aber, dass auch braune Wensleydale-Locken mit in die Handspinnerei aufgenommen werden, die natürlich naturbraun bleiben werden. Es wird somit zu den bisherigen handgefärbten und sortierten Locken auch braune naturfarbene Locken im Angebot sein. Des Weiteren möchte ich ab diesem Jahr auch ungefärbte weiße Locken in unterschiedlichen Bearbeitungsstufen anbieten: gewaschene, weiße Locken für Selbstfärber, vorgereinigte Rohwolle, für Lockenfans, die selber waschen wollen und eben gewaschene und sortierte braune Locken.

Bis dahin findet im April ein Lockenausverkauf der handgefärbten Locken von 2016 statt.

Lockenaktion

Island und die Schafe

Ein anderes Highlight Anfang März war der Workshop bei Karolina Mende zum Islandschaf in Bayreuth. Einen Nachmittag ging es um die eisige Insel, den Schafen dort und ihre Wolle. Grandios!

Über Karoline Mende könnte ich so vieles erzählen, dass mich begeisterte, und würde ihr wohl dennoch nicht gerecht werden. Also belasse ich es besser bei einem kurzem Bericht vom Workshop ;-). Sie hat uns vieles über Island erzählt, das mich nicht nur einfach von diesem Land zu träumen beginnen ließ, sondern auch etwas versöhnlich stimmte, wenn ich mir im Stillen meine Gedanken um Fragen der Schafhaltung und der Haltung des Menschen zum (Nutz-)Tier im Allgemeinen, in Deutschland oder dem globalen Wirtschaftsweisen mit den Schafprodukten mache. Island hat hier einen ganz interessanten Umgang gefunden, der mich wohl noch länger beschäftigen wird. Karoline Mende überrascht auch mit einem wirklich interessanten und bewundernswerten Weg hin zur Schafhalterin von im Moment 26 Islandschafen. Ein Projekt, dass ich einfach nur toll finde!

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Natürlich war auch die Wolle der überaus spannenden Schafrasse am Start und hier hatte ich einen erneuten Aha-Effekt, der mich nachhaltig beeinflussen wird. Eine Kleinigkeit aber alles andere als Banal: Der Geruch der Rohvliese. Ich hatte schon einige Kilo Rohwolle unterschiedlicher Schafe in der Hand, in der Werkstatt, in der Badewanne und unter der Nase – alle aus Deutschland und von Schafhaltern mit den besten Absichten und dem Bemühen, das Beste für ihre Tiere zu tun. Doch kein einziges Vlies roch so. Es ist sicher schräg für einen Nicht-Woll-Junky, doch für euch ist es wohl nicht so schräg, wenn ich sage: die Wolle duftete! Das ist mein Ernst. Ein Vlies hatte sogar einen leicht süßlichen Geruch, doch alle hatten einen angenehmen Lanolingeruch. Ja, „angenehm“, „duftend“, „süßlich“, „lecker“! Kein Urin- oder beißender Mischmasch-Geruch aus allem Möglichen, das ich mal mehr, mal weniger, bei deutschen Vliesen erlebe. Karolina erklärte woran das liegt und auch, warum kein Einstreu in der Wolle hängt und sonstiger Dreck, der vor dem Waschen heraus sortiert werden muss. Die Vliese konnten direkt versponnen werden. Ein Waschen vor dem Spinnen ist nicht unbedingt nötig. Kann, muss aber nicht. Außerdem hatten die Vliese absolut keinen Filz in der Unterwolle. Kein Anzeichen, dass die Schafe schon das Schwitzen begannen oder die Wolle zu lange am Tier war. Die beste Vliesqualität, die ich in Händen hielt. Das ist Island und das Islandschaf!

Zu guter Letzt, neben vielen interessanten Infos über Wollen mit Unterwolle und Deckhaar, verführte mich Island noch mit seiner kulinarischen Seite. Zugegeben, das ist Geschmacksache, doch meiner war es 🙂 Karolina brachte einiges an typisch isländischen Speisen mit: Trockenfisch, Flachbrot, süßes Roggenbrot und isländischen Käse, sowie ein isländisches Rezept für einen Rosinenkuchen. All diese Leckereien, einschließlich der Wolle, nahmen meine Sinne in Beschlag und ich vergaß darüber, dass ich Fotos für diesen Blog machen wolle. Shit happens 😉 Doch schaut doch einfach mal auf ihre Webseite. Dort gibt es sehr Vieles zu entdecken, denn ihr könnte ihre Vliese aus Island kaufen, sie hat eine Reihe spannender kleiner Bücher geschrieben, 2, bald 3 DVDs gemacht und es gibt die Möglichkeit eine Patenschaft für eines ihrer Schafe zu übernehmen. Darüber hinaus ist sie ein Experte für Island und Sprachlehrerin. Also, wer im Schafparadies mal Urlaub machen mag…

Hier seht ihr eine Auswahl der Farben, die es als Vliese im Workshop gab, sowie das Deckhaar, welches von der Unterwolle getrennt wurde. Im Verlauf des Jahres werde ich euch sicher nochmal von der Islandwolle schreiben, denn wir Teilnehmer durften von ihren Vliesen Einiges mitnehmen, dass nun in der Werkstatt wartet, versponnen zu werden. Zum Spinnen der Wolle gibt es natürlich auch Vieles zu sagen, denn die zwei unterschiedlichen Faserqualitäten in einem Vlies haben ihre Ansprüche. Einiges schrieb ich ja schon im Faserkalender im Advent 2016.

Zuletzt möchte ich euch aber noch einen kleinen Test zeigen, ob Islandschaf auch Artyarn kann. Eine liebe Freundin, die ebenfalls mit am Start war (und eigentlich die Sache bei mir lostrat 😉 ) hatte mir noch ein Paar ihrer handgefärbten Islandflocken in die Tasche gesteckt. Die habe ich versucht zu einem Lockengarn zu spinnen und das möchte ich euch noch zeigen.

Die Flocke besteht aus den wunderbar langen Deckhaaren, die sich zu Locken zusammen finden und von der Unterwolle getrennt werden sollten. Das lässt sich eigentlich ganz leicht mit einem gezielten Zug an der Lockenspitze bewerkstelligen.

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Die Locken habe ich separiert, da ich diese als Locken in das Garn ankern wollte. Die Unterwolle bildete die Garnbasis in Form eines corespun Singles. Der Kern war ein Mohairfaden, der ab und an als Autowrap an die Oberfläche des Singles wechseln durfte.

In dieses Garn habe ich dann die Locken aus Deckhaar, mit der Spitze zu Spule ausgerichtet, eingesponnen. Hier sollte bei jeder Locke geprüft werden, ob sie zusätzlich im Faden geankert werden sollte, da sie sonst später wieder heraus gezogen werden könnte.

Diese Lockenspinnerei hat ein paar Hürden. Ich habe das Garn ausnahmsweise auf der Suzie gesponnen, die über einen Sliding Hook verfügt. Das ist in Kombination mit diesen langen, glatten Locken eine schlechte Kombi. Auch normale Hacken können hinderlich sein, denn die Locken bleiben auf dem Weg zu Spule gerne hängen. Ich denke, dass der Country Spinner, der bei Artyarns in der Werkstatt zum Einsatz kommt, die bessere Wahl gewesen wäre, sein (auch) Sliding Hook ist vergleichsweise riesig und wäre sicher nicht so verfänglich für die Locken gewesen. Wie dem auch sein, die Locken sind im Garn und das ist es.

Vielen Dank, liebe Ilonka, für deinen Anschub und die Orga-Mühen für den Workshop. Und vielen Dank, liebe Karolina, für die Begeisterung und spannenden Infos, die auf uns Teilnehmer herüber schwabben durften!

Über Karolina:

http://verlag-alpha-umi.de/eine-seite/

https://islandwollprojekt.wordpress.com

http://www.badische-zeitung.de/liebe-familie/zwei-deutsche-erfuellen-sich-ihren-traum-von-island–108809711.html

 

 

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Der Faserkalender – Türchen 1: Das Gotlandschaf

In den nächsten Dezember-Tagen möchte ich gerne einige Wollen vorstellen, die ich in der Werkstatt verwende. Jeden Tag öffne ich ein virtuelles Türchen und stelle eine naturfarbene Schafwollfaser vor. Und heute geht es mit einem Skandinavier los.

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Das Gotland-Schaf ist ein besonders spannendes Schaf, denn es liefert unterschiedliche Faserqualitäten. Ihr natürlich silber-grau melierter Farbton ist besonders und einzigartig unter den Wollen.

Die Bezeichnung Gotlandschaf wird für mehrere skandinavische Schaflinien verwendet. Sie gehen auf eine schwedische Schafrasse zurück, die Anfang des 20. Jh.s entwickelt wurde und nach der schwedischen Gotland-Insel benannt wurde, dennoch gibt es verschiedene Linien und damit Wollqualitäten. Dennoch haben sie die Hauptcharakteristika gemeinsam: lange Fasern, seidiges Gefühl, schöne Lockenwindungen, stark glänzend und silbergraue Farben, neben schwarz und weißen Wollen.

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Gotlandfasern sind gekämmt  sehr glatt und leicht drahtig. Mit über 30 mic gehören sie zu den groben Wollen. Aber sie müssen nicht gleich kratziges Garn ergeben. Sie können sich gut auf der Haut anfühlen oder sie können drahtig werden. Alles hängt mal wieder an der Verarbeitung und an der individuellen Wollqualität.

Und für Herr der Ringe Fans: Eine neuseeländische Linie – Stansborough Gotland – wurde auf Faserfeinheit gezüchtet. Ihre Wolle wurde für die Herstellung der Elfenumhänge genutzt, die in den Filmen Herr der Ringe getragen wurden. Die Fasern sollen leicht, strapazierfähig, leicht glänzend sein und dem späteren Textil einen fließenden Fall verleihen. (2)

thumb_imgp3591_1024Hier seht ihr zwei Kammzüge, der hintere ist pures Gotland-Schaf und der vordere stammt aus der Mischtüte vom Wolllust Schurwollversand und wurde skandinavisch bezeichnet und enthält laut Angabe überwiegend Gotland und Islandfaser. Ich kann hier nur einen Unterschied erfühlen: der gemischte Kammzug ist etwas voluminöser. Reines Gotland wirkt schwer und kompakt. Durch die fehlende Kräuselung fehlt die Luft zwischen den Fasern und somit kommen viel mehr Fasern auf das gleiche Volumen.

thumb_imgp2974_1024Ich persönlich würde Gotlandfasern aus einem Kammzug nicht pur verspinnen. Sie benötigen viel Drall, denn die Fasern sind rutschig und sie müssen zum eher feinen Zwirn verarbeitet werden, daher würde sie ein hartes, drahtiges Garn ergeben, das aber auch strapazierfähig und für Außenbekleidung geeignet wäre – und kein Hautschmeichler werden würde. Daher ziehe ich es vor, die Gotlandfasern in andere glatte Fasern – meistens Merino – einzumischen. Die Fasern fühlen sich fast seidig an und in andere glatte Fasern eingemischt bringen sie dieses seidenartige Gefühl mit rein. Außerdem erhöhen sie im Gemisch durch ihre Faserlänge die Strapazierfähigkeit des Garnes.
thumb_imgp3601_1024Gotlandfasern sind auch im Vlies erhältlich. In dieser Form gibt es auch kardierte Gotland-Lamm-Fasern. Beide seit ihr weiter oben im ersten Bild. Die Lammfasern im Vlies sind einen Tick heller als das Vlies der erwachsenen Schafen. Kardiert fühlen sich die Fasern wesentlich weicher aber weniger seidig an. Sie sind auch kürzer und natürlich nicht so glatt, durch die Lage im Vlies. Hier ist der Unterschied zwischen Fasern im Kammzug und im Vlies besonders deutlich. Ein Garn aus puren Gotlandfasern würde ich aus einem Vlies wagen. Vor einigen Jahren machte ich einen Versuch als Bouclé aus handkartierten Flocken. Es wurde erstaunlich weich und kann gut auf der Haut getragen werden.

thumb_imgp3590_1024Als Lamm bietet es wunderschöne kleine Löckchen. Diese Locken sind oft roh und sortiert erhältlich und diese empfehle ich auch für Lockengarne. Gotlandlocken sind verglichen mit Wensleydale-Locken oder Teeswaterlocken etwas schwieriger zu Lockengarne zu verarbeiten, denn sie sind kürzer und ihre Faseroberfläche, abgesehen von ihren Lockenwindungen, ist sehr glatt.

thumb_imgp3602_1024Sie roh zu verspinnen kann sinnvoll sein, denn das Wollfett ist manchmal behilflich, die rutschigen Locken auf einen Kern zu spinnen und hinterher, kann es einfach heraus gewaschen werden. Die Locken sind manchmal übrigens aus weiß zu bekommen. Unten seht ihr ein reines Gotland-Lockengarn, welches auf einen Kerngesponnen wurde. Hier fühlen sich die Locken sehr seidig an und wären ein Traum auf der Haut. Grundsätzlich wasche ich Gotlandlocken gerne selbst, denn sie filzern sehr sehr leicht.

Auf Grund der Filzanfälligkeit kaufe ich ungern die Gotlandfasern in der Flocke. Alleine durch eine komprimierte Lagerung in einer Tüte können die Fasern zusammen haken. In diesem Fall hilft noch kardieren, sie fluffen wieder auf. Dennoch kann es aber auch schon zu spät sein. Außerdem ist es eine sehr mühselige Arbeit, die schönen Löckchen aus der restlichen Flockefasern heraus zu zupfen. Die Ausbeute ist etwa 1:2 bis 1:3, also auch mäßig reichlich. Daher kaufe ich mir für meine Spinnerei lieber die rohen Locken und die Gotlandfasern im Band gekämmt. Hier ist die Lagerung kaum ein Problem. Auf dem Bild unten sind die gezupften Locke aus der Flocke (links), die Restfasern aus der Flocke (bitte) und handgewaschene, sortierte Locken (links) zu sehen, die weiter oben schon als Garn verarbeitet wurden.

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Für alle die sich für die Herkunft ihrer Fasern interessieren, empfehle ich sehr das Fleece & Fiber Soucebook (siehe unten). Es ist auf Englisch, wunderbar bebildert, im Aufbau ausgelegt für Spinner und andere Faser-Gewerke und ist äußerst umfangreich und praxisnah.

Und morgen geht es weiter mit dem Polarfuchs.

(1) Vgl.: D. Robson, C. Ekarius: The Fleece & Fiber Sourcebook, North Adams 2011, S. 162

(2) Vgl, ebd., S. 163

SOMMERZEIT im Shop!!!

Zurück aus dem Urlaub mit ner Menge Sonne im Gepäck!

Wer bis jetzt geglaubt hat, dass sich Wolle und Sommersonne sich widersprechen, der sollte jetzt mal einen kleinen Blick ins Shop-Update blicken.

Ein neues Produkt ist eingezogen. Feine reine Maulbeerseidenkammzüge, natürlich handgefärbt. Sie stecken häufig in meinen Vliesen und Rolags und sind perfekt geeignet um sie mit allerlei Fasern auf dem Kardierbrett oder dem Drumcarder zu mischen. Das an ihnen ist, dass sie keinen Uni-Farbton haben, sondern innerhalb der Faser farblich verlaufen. Natürlich können die Seidenkammzüge auch pur versponnen werden oder eingefilzt werden.

Die Sommerlaune in der Werkstatt geht noch weiter und das nächste Shop-Update wird nächste Woche kommen. Dann kommen noch einige handgefärbte BLF-Kammzüge, der letzte Schwung Wensleydale-Locken für dieses Jahr, handgefärbte Seidenkammzüge diesmal nicht als kompaktes Band, sondern als breites Band und zu guter letzt werden Merino-Seiden-Vliese in Sommerfarben kommen.

Seid gespannt, denn es wird das letzte Shop-Update vor dem bevorstehenden Herbst sein.

Liebe Grüße aus der Sommer-Sonnen-Launen-Werkstatt 🙂

Neue Workshops zum Artyarn spinnen…

spinntüten WorkshopHeute darf ich euch 3 neue Workshops in der Coburger Werkstatt für Handspinnerei ankündigen. Alle Workshops drehen sich um den Einstieg in die Artyarn-Spinnerei. Wenn euch ein Kurs interessiert, dann könnt ihr per Mail ein Konzept anfordern, darin findet ihr dann ausführliche Kapitelbeschreibung und die Workshopstruktur. So könnt ihr euch ein genaues Bild machen, ob der Kurs euren Interessen entspricht.

Zu jedem Kurs biete ich ein ALL-IN-Faserpaket an. Dort findet ihr alle Fasern, Beilaufgarne, Kerne und ADD-Ons in passender Menge auf die einzelnen Kapitel optimiert.

Neue Termine:

Tages-Workshop: LOWTWIST & CHUNKY SPINNEN, 23. 07. 2016, Samstag 10-16 Uhr.

Tages-Workshop: LOCKENGARN SPINNEN, 24.07. 2016, Sonntag 10-16 Uhr ODER 20. 08. 2016, Samstag 10-16 Uhr.

2-Tages-Workshop: CORESPINNING, 18. 09. 2016 + 19. 09. 2016, Samstag + Sonntag, 10-16 Uhr.

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LOWTWIST & CHUNKY SPINNEN – Der Einstieg ins Artyarn Spinnen

Bildschirmfoto 2016-05-03 um 11.37.09

Tages-Workshop, 23. 07. 2016, Samstag 10-16 Uhr

Inhalt: 6 Kapitel,

Es werden kleine Garnproben zu den Kapitel angefertigt und eine Spinnmappe angelegt. Dazu gibt es zu jedem Kapitel eine Themenkarte, sodass das Nacharbeiten Zuhause kein Problem mehr ist. Ein Workshop-Konzept kann per Mail zu gesendet werden.

Kosten: 65€ + Faserpaket

Material: 15€ (170g Fasern, Zwirn- & Kerngarne)

Verpflegung vor Ort: Kaffee, Hörnchen, Getränke und Snacks

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LOCKENGARN SPINNEN – Viele Methoden Edle Lockengarne herzustellen

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Tages-Workshop,24.07. 2016, Sonntag 10-16 Uhr ODER 20. 08. 2016, Samstag 10-16 Uhr.

 

Inhalt: 6 Kapitel

Es werden kleine Garnproben zu den Kapitel angefertigt und eine Spinnmappe angelegt. Dazu gibt es zu jedem Kapitel eine Themenkarte, sodass das Nacharbeiten Zuhause kein Problem mehr ist. Ein Workshop-Konzept kann per Mail zu gesendet werden.

Kosten: 65€ + Faserpaket

Material: 25€ (150g Locken, Kerne, Add-Ons, Basefasern)

Verpflegung vor Ort: Kaffee, Hörnchen, Getränke und Snacks

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CORESPINNING – Der zweite Einstieg ins Artyarn-Spinnen

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2-Tages-Workshop. 18. 09. 2016 + 19. 09. 2016, Samstag + Sonntag, 10-16 Uhr.

Inhalt: 12 Kapitel

Es werden kleine Garnproben zu den Kapitel angefertigt und eine Spinnmappe angelegt. Dazu gibt es zu jedem Kapitel eine Themenkarte, sodass das Nacharbeiten Zuhause kein Problem mehr ist. Ein Workshop-Konzept kann per Mail zu gesendet werden.

Kosten: 120€ + Faserpaket

Material: 25€ (300g Fasern, Kerne, Beilauf- &Zwirngarne, Add-Ons, )

Verpflegung vor Ort: Kaffee, Hörnchen, Getränke und Snacks

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Anmeldung: Bitte per E-Mail oder Facebook-Nachricht.

backtothewheel(at)icloud.com oder FB: Back to the Wheel

Ich freu mich auf euch!!!

Locken ohne Ende…

Gerade eben war ich etwas auf Facebook in der Spinngruppe stöbern und bin über handgefärbte Locken gestoßen, die mit der Frage gepostet wurden, wie man die denn verspinnen kann, dass die Löckchen dabei schön zu sehen sind.

Ich dachte ich antworte mal schnell darauf und dann erinnerte ich mich an ein Garn, dass ich vor Jahren mal machte… also flott ins Fotoarchiv und Bild rausgezogen. Dabei bemerkte ich, dass ich immer wieder Lockengarne fotografiert hatte, die ich schon völlig vergessen hatte, also schob ich immer noch ein Bild in den Antwort-Thread bis ich bemerkte, dass es ganz schon viele werden…Ähm, sorry an dieser Stelle…

Also schreibe ich jetzt mal flott einen Post und suche mal alle meine Lockengarne raus und zeige euch die unterschiedlichen Methoden, die ich ausprobiert hatte…

Meine Fazit vorweg:

IMG_0933Die Locken sollten vor dem Spinnen sorgfältig vorbereitet werden. Wie immer ist Faservorbereitung die halbe Miete. Die häufigste Vorbereitung bei mir ist das Trennen der Locken aus dem Verbund zu Einzelnen. Das macht man am besten indem man die Locken von den Spitzen nach oben zu den Schnittenden auseinander zieht / abzieht. Anders herum Ziehen zerstört die Lockenform!

Danach öffne ich die Schnittenden mit der Flickkarde vollkommen auf, dass die Fasern super fuffly liegen und alle kürzeren Haare raus gekämmt sein. Denn die geben nur eine Verdickung beim Einspinnen.

In meine Shop biete ich meine handgefärbten  Locken nur so fertig vorbereitet an, das sieht dann so aus:

 

IMG_0934Bei einige Methoden, kann man Locken auch direkt aus dem Vlies oder aus der Flocke spinnen. Darunter fallen Methode 1, 2, und 7 (Magic Thumb). In gewässerweise auch Methode 8, denn beim Kardieren, werden die Locken auch geöffnet. Dennoch würde ich sie in letzten Fall vorher Picken, sonst ist es kein Vergnügen für das Kardiergerät und die Langlebigkeit seines Belages.

Methode 1: Corespinning ohne „Fertigcore“.

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Mit „Fertigcore“ meine ich das Umspinnen eines fertigen Garnes, dass als stabiler Kern fungiert. Das ist der normale Weg des Corespinnings und auch ziemlich praktisch, wenn man ein reißfestes Garn haben will. In diesen Fall aber, soll das Lockengarn als Single verbleiben. Also strebe ich einen Single mit möglichst wenig Drall an, sodass er nicht überdrallt ist und nicht überbadet werden muss. Ich löse das immer mit den „coreless“ Corespinning, wobei ich während dem Spinnen der Locken noch weitere Fasern (meist günstigere Naturfarbene Fasern um nicht die Edelfasern zu verschwenden) mitlaufen lasse und daraus den Core spinne. Ich spinne also 2 Dinge auf einmal: den Core mit „günstigen“, am besten krauseren Fasern (da haften die anderen Fasern darauf besser) und dann spinne ich die Oberfläche mit den Locken oben auf. Bei den Locken zupfe ich die Schnittenden zuvor mit der Flickkarde auf, die Lockenenden bleiben aber intakt. Die Locken werden dann mit den geflufften Schnittenden voran an den Core gehaftet und nach einander auf den Core gesponnen. Das der Core gleichzeitig gesponnen wird hat einen Vorteil: er ist dünner als das komplette Garn und verträgt dadurch mehr Drall als das dickere Komplettgarn auf die gleiche Strecke (Drall sammelt sich ja immer an der dünnsten Stelle). So verhindere ich das Überdrallen. Außerdem bieten die ausgesponnene Faserlage noch Widerstand gegen den Core-Drall und wirken ein wenig drallneutralisierend?

Methode 2: Corespinning mit Spiralply

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Ein vielleicht einfacherer Weg ist das normale Corespinning mit einem dünnen reißfesten Fertiggarn als Core (z.B.: ein Baumwollhäkelgarn für Gardinen). Die Locken werden ebenfalls zuvor einzeln mit der Flickkarde an den Schnittenden geöffnet und dann an den Kern angehaftet und aufgesponnten.

Wichtig ist hierbei der Faserwinkel von fast 90°!

Der Single wird überdrallt werden, aber das macht nichts. Der Drall wird im nächsten Schritt mit dem Zwirnen wieder heraus geholt. Ich zwirne dabei gerne mit einem sehr dünnen Nähgarn, Seidengarn oder Glitzergarn. Das nimmt kaum Einfluss auf die Locken und bleibt dezent im Hintergrund der Garnoberfläche. Spiralply funktioniert indem man die zu verzwirnenden Fäden mit einem Tick unterschiedlicher Fadenspannung hält und den Winkel zueinander leicht variiert: das Nähgarn hat etwas mehr Spannung und der Lockenfaden in einem etwas größeren Winkel als sonst abgewendet. So wird der Lockensingle zu einer schönen Spirale.

 
Durch das Zwirnen gehen die Locken wieder schön auf und bekommen Weichheit und Volumen. Damit hier der Core nicht hervor blitzt wurde zuvor beim corespinnen der Winkel von fast 90° beibehalten, ansonsten befinden sich zu wenig Locken pro Fadenabschnitt an Ort und Stelle und können nach den Auffluffen im Zwirnprozess den Core nicht vollständig bedecken.

bildschirmfoto-2016-11-11-um-14-03-34Weitere Möglichkeiten: Du hast noch super viele andere Gestaltungsmöglichkeiten. Du kannst Perlen auf den Zwirnsfaden fädeln, du kannst während dem Corespinning Cocoons oder anderen Effekte aufspinnen – das geht übrigens auch während dem Zwirnschritt – oder du kannst Beilaufgarne in beiden Schritten mitlaufen lassen. (Dieses Garn ist übrigens aus der Flocke von Heidschnuckenlocken gesponnen.)

Methode 3: Eine Locke nach der anderen.

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Du kannst auch einen Singlefaden spinnen, indem du eine Locke nach der andern hintereinander reihst und verdrehst. Öffne wieder die Schnittenden aller Locken mit der Flickkarde und dann spinnst du die Locken aneinander indem du die Locken Spitzen nach oben (also zum Einzugsloch hin) hälst. Du setzt eine Locke nach der andern an und überlabbst aber die Lockenspitzen so dass ein Teil frei stehen bleibt. Die aufgeflufften Enden verdrehen sich gut und ergeben ein festes Garn.

 

Besonders Locken mit mehr Lanolin eigenen sich gut. Das Lanolin kannst du nach dem Spinnen beim Baden heraus waschen. Der Single muss noch verzwirnt werden, dazu verwende ich gerne wieder die spiralply-Methode.

Kleine Alternative: Bei kurzen Locken kannst du zusätzliche Fasern ohne Locken der gleichen Farbe hinzunehmen um die Fadenbasis zu spinnen in die die Locken, wie oben beschrieben, eingesetzt werden.

Methode 4: Tailspinning.

Orangevio10Das Tailspinning ist für besonders lange und / oder glatte Locken sehr gut geeignet. Hier werden die geöffneten Lockenenden nacheinander gereiht versponnen. Das kann man mit Methode 3 aber auch mit Methode 1 machen. Nur das Verzwirnen sollte man sich schenken, denn die langen Locken verheddern sich gerne im Einzugsloch/Öse oder in den Haken / Öse des Flügels. Einmal reicht da wirklich… Bei diesem Garn habe ich noch mal eine andere Technik-Kombi verwendet:

 

Methode 5: Simple Coreless mit einzelnen Tails

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Ich habe ein normales coreless Coreyarn wie in Methode 1 gesponnen – ohne Locken. Ganz normal, mit Merinokammzug in ausgewählten Farben, die zu den Lockenverläufen passen. Dann habe ich während dessen in regelmäßigen Abständen die langen Locken eingesponnen und mit dem Fasern für die Garnoberfläche zusätzlich fixiert/geankert. So sitzen die Locken bombenfest im Garn, denn Wensleydale ist glatt und rutscht gerne.

Für Kontrollfreaks: Der Grund, warum ich das machte war, dass ich meiner Kundin ein stressfreies Stricken ermöglichen wollte. Locken können in den Stricknadeln verheddern, Aufribbeln wird eine Nervenfrage und das Maschenbild wird heterogen. Das ist was für Strick-Freestyler. Als habe ich ein ganz glattes Kerngarn gesponnen, das all den Stress nicht mitbringt: es ist stabil, rutsch beim Aufribbeln gut auf und bietet ein gleichmäßiges und definiertes Maschenbild. Die Lockenteils habe ich in einem Abstand eingesponnen, dass sie ungefähr bei jeder 3. -4. Masche aufsitzen. Das ist ja zu kalkulieren. Die Garnstärke führt zur Nadelstärke und die zur Garnstrecke, die eine Masche in etwa benötigt um sich zu bilden. So tauchen die Locken in regelmäßigen Abständen auf und die Lockenoberfläche im fertigen Strickbild ist gleichmäßig.

Achtung: Wer beim Spinnen in Maschen kalkuliert, sollte wissen ob das Garn zum Stricken oder Häkeln verwendet wird. 1. dementsprechend sollte die Spinnrichtung angepasst werden, spinnt man Singlegarne!!! 2. Häkelmaschen nötigen mehr Lauflänge/Masche als Strickmaschen. Die Lockenabstände sollten bei Häkelgarnen also größer sein. Außerdem sollten die Locken nicht bei jeder Masche auftauchen, da sie sonst eine zu dicke Oberfläche bilden und die Lauflänge des Garnen stark reduzieren. Ein Strickstück hat ja viele Reihen übereinander, die genug Locken überlagern werden, dass es eine tierisch schöne Oberfläche ergibt.

Methode 6: Supercoils mit Locken.

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Du kannst auch Superdröhnung an Locken produzieren. Du spinnst nach Methode 2 einen Lockensingle mit Kern, der stark überdrallt ist. Dann nimmst du diesen Single und spinnst ihn erneut auf einen Kern und bildest Supercoils dabei. Diesmal sollte der Kern aber in Gegenrichtung stark vorgeprallt sein. Du hältst beim Supercool-Zwirnen beide Fäden in einen ca. 100-120° Winkel auseinander: 90°Winkel für den Lockensingle und 10-20° für den Kern. so fixieren sich die Supercoils nochmal etwas an Ort und Stelle. Beim Spinnen des Lockensingles kannst alle möglichen Autowrapfäden mitlaufen lassen und viel Bewegung zusätzlich in das Garn bringen.

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Methode 7: Laura Spinners Magic Thumb.

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Eine weitere Methode möchte ich als 7 und nicht die meinige vorstellen: Magic Thumb von Laura Spinner. Für diejenigen Bologneser unter euch, die den Thread in Facebook nicht verfolgt haben, möchte ich diese Methode der Vollständigkeit wegen noch verlinken. Ich finde sie ziemlich cool, denn es ist dem coreless Corespinning, wie es viele machen (ohne extra Fasern für den sich bildenden Kern, so wie ich es mache) sehr ähnlich. Ich habe nur die Frage, wie Laura Spinner die überrollten Singles nach dem Spinnen wieder balanciert, denn die fertigen Garne von ihr sehen schon balanciert aus. Hat sie sie beim Baden mit Gewichten behängt? Ich werde die Methode als ausprobieren und mal sehen, wie ich das Problem lösen könnte… hm.

Vielleicht wisst ihr mehr, dann schreibt doch dazu!

Methode 8: Einkardieren 😉

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Diese Methode ist die einfachste: Die Locken in das Vlies mit einarbeiten und dann kannst du frei zwischen vielen Spinntechniken wählen: Singlegarn spinnen und die Locken einfach heraus springen lassen, Zwirngarn auf die gleiche Weise Spinnen, Kerngarn mit zusätzlichen Tails, Corespun, Spiralply, Mehrfachzwirn aus Corespun usw…

 

Hier noch mal einige Garne im Überblick…

Zuletzt möchte ich euch einige verstrickte Lockengarne und einige andere Lockengarne zeigen.

 

Wenn ihr noch andere Methoden verwenden, dann schreibt und zeigt doch mal her 🙂

Ich hoffe ich konnte etwas bei der Frage „was kann ich mich Locken machen“ weiter helfen. Frohes Spinnen!

Teeswaterlocken

Aus meiner Lockenkiste habe ich heute noch einen Schwung handgefärbter Teeswarterlocken gezogen.

Foto 3-7Diese Locken waren neu für mich. Sie sind handgefärbt und haben wunderbar intensive Farben, die auch innerhalb einer Locke wechseln. Das gefällt mir besonders gut. Es war zu sehen, dass diese Locken in der Gruppe gefärbt wurden und jede Farbe dort landete wo wie eben landete. Mir gefällt diese Variante von gefärbten Locken sehr gut.

Ein kleines Problem war auch hier, dass sich durch das Färben (so nehme ich an) die Fasern recht stark verhakt haben. Die Locken waren immer noch glatt und geschmeidig, aber sie mussten von einander gelöst werden und mit der Flickkarde gelockert werden. Dadurch wurden die Locken sehr fluffig, aber auch die Lockenform verliert ihre Definition. Es war nicht ganz einfach, die richtige  Balance zu finden. Das Ausziehen war nicht möglich.

Foto 2-10So ergab es sich, dass es nicht möglich war ein einfaches unterdrehtes einfädriges Garn herzustellen, denn die Locken waren so geschmeidig, dass sie auseinander flutschten, wenn ich versuchte sie aneinander zu spinnen. Da das Ausziehen entfiel, war es nicht möglich diese einzelnen Locken mit einander zu verspinnen in dem ich die einzelnen Fasern zu einander verschiebe.

Foto 1-13Deshalb versuchte ich es mit Corespinning. Auch hier war es schwierig. Die glatten Fasern haften schwerer am Kern. Das führt schnell zu mehr Drall als dass ein Singlegarn bestehen bleiben kann. So kam es dann zum Verzwirnen mit einem dünnen Faden. Die Fasern öffnen sich dabei auf eine sehr schöne Art und die Lockenform tritt wieder stärker hervor. Wenn man geschickt zwirnt erwischt man den Abstand der sich durch die natürlichen Wellen ergibt und die Wellen treten besonders schön hervor. Allerdings muss vorher gut auf einen großen Faserwinkel beim Kernspinnen geachtet werden, denn der Kernfaden liegt nach den Zwirnen hier bei diesen Locken besonders schnell frei. Das ist mir bei diesem ersten Lockengarn auch passiert, trotzdem gefällt mir dieses Garn mit seiner Textur ziemlich gut, zumal der Kern farblich nicht besonders auffällt.

Das fertige Garn fühlt sich sehr seidig und weich an. Ich muss mich wieder sehr zurück halten noch ein Strickprojekt anzufangen:-)

Wildes Tier

Foto-6Ein Griff in Lockenkiste und es kamen Locken heraus, die ich vor einiger Zeit von Gabi auf DaWanda erstanden habe: Wildes Tier. Keine Ahnung, welches Tier es nun wirklich ist. Die Locken sind sehr lang, ungelockt und haben eher dickere Haare. Schön finde ich, dass die Spitzen eine andere Farbe haben als die Schnittenden. Insgesamt sind die Locken sehr fettig, sodass das Garn sicherlich gewaschen werden sollte oder man wäscht die Locken schon vor dem Spinnen. Foto 4-5Vor dem Spinnen müssen auch die Schnittenden mit der Flickkarde geöffnet werden. Dabei kommt einiges an Fasern noch mit heraus, die nicht bis zu den Spitzen reichten. Diese Fasern habe ich zur Seite gelegt, um sie wieder mit den Handkarden zu mischen und eine Spinngrundlage für das Garn zu haben. Dazu kamen diesmal naturbraunes BLF zum Einsatz, gemischt mit weißem Bambus und ein paar bunten Merinofasern.

Foto 2-7Diese Rolags von den Karden wurden kerngesponnen und ab und zu wurden die Locken an den Schnittenden an den Kern gesponnen. Das ist der Moment in dem ich mir einen Countryspinner wünschte. Erstens um das ganze fette Garn auf die Spule zu bekommen und zweitens um die Locken durch das Einzugsloch zu bekommen. Mein Kromsky hat ja schon mit der Artyarn-Spule eine der größten Einzugsöffnungen, abgesehen vom Countryspinner eben, aber hier ist einfach die Grenze des Möglichen erreicht. Noch deutlicher wird es beim Zwirnen, denn dabei wird das Volumen noch größer und es passt noch weniger auf die Spule.

Foto 5-4Zum Zwirnen habe ich einige Merinofarben mit den Handkarden mit Verlauf kardiert und zu einem dünnen Einzelfaden gesponnen, in dem die Farben recht regelmäßig wechseln. Foto 1-8Die Locken machen das Zwirnen durch ihr Eigengewicht etwas schwierig, denn der Einzelfaden dreht nur mit ordentlich Drall so, dass er sich zwirnen lässt. Das führt aber zu einem überdrehten Zwirn, sodass der Drall immer wieder nach Stellen mit Locken in die Länge weiter geleitet werden muss. Alles in allem ein recht langwieriges und nervenzehrendes Garn. Aber die Textur mit den sehr langen Locken ist extrem.

Laptophülle

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sheepVor einigen Monate spinnte ich ein Garn Lamb aus Gotlandlammwolle mit seinen Locken, Milchschaflocken und einige blauen Merinospots.

Daraus strickte ich ein einfaches rechtes Stück mit einem Zopf. Dicker Filz bildet die Außenhülle, auf die das Strickstück auf genäht wurde. Diesmal, anders als bei meiner ersten Hülle Island Package, wollte ich eine Innentasche aus grauem Futtertaft. Die Hülle schließt wieder mit einem einfachen Reißverschluss.

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Bootstopper

ImageIch liebe Boots. Und ich wollte mich mal in Bootstopper versuchen, die ich zum ersten mal auf der Webseite von Nathalie Redding (Post: For Bootslover) gesehen habe.

Wieder einmal habe ich dazu Gotlandlammlocken dazu versponnen. Wer sich wundert, dass ständig Wolle vom Gotlandlamm versponnen wird: ich habe ein ganzes Kilo davon gelagert. Ich finde diese Fasern super weich, wenn man sie richtig aufbereitet. Sie haben super schöne kurze und definierte Locken und mir gefällt dieses Grau, das sowohl sehr helle, fast weise Haare beinhaltet, als auch fast schwarze.

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Allerdings gibt es einen Nachteil. Kauft man die gewaschene Rohwolle – und nur die hat Locken und ungelockte Fasern – dann ist sie leicht angeflitzt. Gotlandlammwolle filzt unheimlich schnell. Das führt zu aufwendige Vorbereitung vor dem Spinnen, aber auch dazu, dass man die Strickstücke mit Sorgfalt behandeln muss und niemals in der Maschine waschen sollte. Aber reine Wolle lässt sich ja hervorragend lüften.

Boots3Aber zurück zu den Stulpen. Ich habe zwei Garne dafür gesponnen. Ein Lockengarn und eines ohne Locken. In die Vliese beider Garne habe ich recycelte Sariseide aus Indien einkardiert um später Farbspots im Garn zu haben. Für den unteren Teil, der der später in den Boots stecken soll, habe ich das ungelockte Garn verstrickt. Für den oberen Teil, der der aus den Boots heraus schauen soll, habe ich das Lockengarn genommen.

BootsDie Stulpen halten irre warm, was zum großen Teil auch an den Locken liegt in denen sich die warme Luft hält. Ich persönlich finde es cool, dass man den oberen Teil wieder über die Boots nach unten klappen kann und wenn es zu kalt ist, wieder nach oben ans Bein. Aber auch hier ist der Nachteil des Filzen spürbar. Die Maschen des Garns und die Locken fangen mit der Zeit leicht an anzufilzen. Es ist nicht störend, aber man sollte sich dessen einfach bewusst sein und sich nicht wundern. So ist Gotlandsammwolle einfach.

Bye Bye Berlin

Mein neuestes und letztes Spinnerei-Experiment hier in Berlin.

Zeit ist es geworden wieder weiter zu siedeln. Wo es letzten Endes diesmal hingeht ist noch nicht klar… Zuerst steht ein Kurztrip backpacking durch Andalusien nach Portugal an. Dabei Sonne tanken, kitensurfen und die wunderbare Landschaft der Costa de la luz genießen. Also tatsächlich mal Urlaub, ich kann kaum fassen ;-). Dann gehts für ein paar Monate in die Heimat zum Verschnaufen und um meine Arbeit zu Ende zu bringen. Und danach gibt es noch einen weiteren Zwischenstop im Orient, vielleicht sogar zwei für ein, zwei Monate um meine Arbeit zu überprüfen und vielleicht eine neue Arbeit an Land zu ziehen. Denn die Wüste ist wirklich ein wunderbarer Ort. Das sind die Momente in denen ich meine Arbeit einfach liebe! Wir werden sehen wohin die Reise nach all dem geht. Ich bin gespannt und freue mich auf neue Abenteuer irgendwo in der Welt 🙂

Auf jeden Fall wird es wohl in nächster Zeit mehr Posts über das Reisen, als über das Spinnen geben. Denn das wird eine Weile Ruhen müssen. Deshalb hier mein letztes Garn für den Abschnitt Berlin.

Ein Drahtgarn 🙂

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Prinzipiell ist es total einfach. Ein corespun yarn. Doch als core wird ein Blumendraht verwendet. Er hat die beste Stärke, sodass er sich auf die Spule winden lässt und stabil genug ist seine Form zu halten, auch wenn etwas Gewicht durch die Fasern drauf gesponnen wurde.

Die Fasern sind ein batt aus Coburger Fuchs, Milchschaflocken, Gotlandlammlocken und Distelflaum. Den Distelflaum hatte ich letztes Jahr in der Natur eingesammelt und er ist wahnsinnig weich. Aber auch kurzfaserig wie Baumwolle. Im batt steht er etwas heraus und mach dann versponnen zwischen den langen Fasern einen Eindruck wie gebürstetes Kashmir. Nartürlich war noch einiges an Stroh mit drin. Das hatte ich aber diesmal nicht entfernt, denn das Garn ist eh nicht zum Tragen gedacht. Außerdem mag ich diese spröden Momente in Garn.

Das Spinnen selbst ist eigentlich einfach. Allerdings lässt sich der Draht nicht um sich selbst winden. Deshalb muss der Drall am Ende (auf dem Drahtwickel) wieder heraus gelassen werden. Am besten man lässt den Draht auf dem Holz wie er verkauft wird, hackt ihn am Ende des Holzes etwas ein, so dass er wie eine dropspindel hängen und sich drehen kann. So dreht sich der Drall gleich beim Spinnen im Holz wieder heraus. Entweder man wickelt den Draht nun so glatt am und betreibt klassischen corespinning mit typischen Erscheinungsbild oder man lässt das Holz etwas weniger mitdrehen und zieht den Draht nach oben schneller ab. So gleiten der Draht nicht gerade/glatt in Richtung Spule, sondern gewellt. Eben so wie wenn gewickelter Draht einfach vom Holzgezogen wird. Durch den Einzig werden diese Drehungen im Draht selbst kleiner. Spinnt man gleichzeitig nun einen single statt corespun, dann legt sich der Singen IN diese Drehungen des Drahtes und der Zug verkleinert die Drahtwindungen. Das Ergebnis ist ein Bild wie beim single Spinnen mit autowrapping. Der Draht liegt um den Single. Macht man das nun etwas unvorsichtiger, so zieht der Zug die Drahtwindungen nicht sauber zu einer Geraden auf, sondern es entstehen kleine loops. Diese autogewrappt sehen aus wie ein falsches bouclé.

Hier nun die Pics… 🙂 In diesem Sinne: bye bye Berlin!!!

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Hier sieht man einen Abschnitt, in dem der Draht um den Single gelegt wurde, bevor es wieder in das klassische Bild vom corespinning übergeht. Im oberen Bild ist übrigens der falsche Bouclé-Effekt zu sehen.

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