Bootstopper

ImageIch liebe Boots. Und ich wollte mich mal in Bootstopper versuchen, die ich zum ersten mal auf der Webseite von Nathalie Redding (Post: For Bootslover) gesehen habe.

Wieder einmal habe ich dazu Gotlandlammlocken dazu versponnen. Wer sich wundert, dass ständig Wolle vom Gotlandlamm versponnen wird: ich habe ein ganzes Kilo davon gelagert. Ich finde diese Fasern super weich, wenn man sie richtig aufbereitet. Sie haben super schöne kurze und definierte Locken und mir gefällt dieses Grau, das sowohl sehr helle, fast weise Haare beinhaltet, als auch fast schwarze.

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Allerdings gibt es einen Nachteil. Kauft man die gewaschene Rohwolle – und nur die hat Locken und ungelockte Fasern – dann ist sie leicht angeflitzt. Gotlandlammwolle filzt unheimlich schnell. Das führt zu aufwendige Vorbereitung vor dem Spinnen, aber auch dazu, dass man die Strickstücke mit Sorgfalt behandeln muss und niemals in der Maschine waschen sollte. Aber reine Wolle lässt sich ja hervorragend lüften.

Boots3Aber zurück zu den Stulpen. Ich habe zwei Garne dafür gesponnen. Ein Lockengarn und eines ohne Locken. In die Vliese beider Garne habe ich recycelte Sariseide aus Indien einkardiert um später Farbspots im Garn zu haben. Für den unteren Teil, der der später in den Boots stecken soll, habe ich das ungelockte Garn verstrickt. Für den oberen Teil, der der aus den Boots heraus schauen soll, habe ich das Lockengarn genommen.

BootsDie Stulpen halten irre warm, was zum großen Teil auch an den Locken liegt in denen sich die warme Luft hält. Ich persönlich finde es cool, dass man den oberen Teil wieder über die Boots nach unten klappen kann und wenn es zu kalt ist, wieder nach oben ans Bein. Aber auch hier ist der Nachteil des Filzen spürbar. Die Maschen des Garns und die Locken fangen mit der Zeit leicht an anzufilzen. Es ist nicht störend, aber man sollte sich dessen einfach bewusst sein und sich nicht wundern. So ist Gotlandsammwolle einfach.

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Bye Bye Berlin

Mein neuestes und letztes Spinnerei-Experiment hier in Berlin.

Zeit ist es geworden wieder weiter zu siedeln. Wo es letzten Endes diesmal hingeht ist noch nicht klar… Zuerst steht ein Kurztrip backpacking durch Andalusien nach Portugal an. Dabei Sonne tanken, kitensurfen und die wunderbare Landschaft der Costa de la luz genießen. Also tatsächlich mal Urlaub, ich kann kaum fassen ;-). Dann gehts für ein paar Monate in die Heimat zum Verschnaufen und um meine Arbeit zu Ende zu bringen. Und danach gibt es noch einen weiteren Zwischenstop im Orient, vielleicht sogar zwei für ein, zwei Monate um meine Arbeit zu überprüfen und vielleicht eine neue Arbeit an Land zu ziehen. Denn die Wüste ist wirklich ein wunderbarer Ort. Das sind die Momente in denen ich meine Arbeit einfach liebe! Wir werden sehen wohin die Reise nach all dem geht. Ich bin gespannt und freue mich auf neue Abenteuer irgendwo in der Welt 🙂

Auf jeden Fall wird es wohl in nächster Zeit mehr Posts über das Reisen, als über das Spinnen geben. Denn das wird eine Weile Ruhen müssen. Deshalb hier mein letztes Garn für den Abschnitt Berlin.

Ein Drahtgarn 🙂

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Prinzipiell ist es total einfach. Ein corespun yarn. Doch als core wird ein Blumendraht verwendet. Er hat die beste Stärke, sodass er sich auf die Spule winden lässt und stabil genug ist seine Form zu halten, auch wenn etwas Gewicht durch die Fasern drauf gesponnen wurde.

Die Fasern sind ein batt aus Coburger Fuchs, Milchschaflocken, Gotlandlammlocken und Distelflaum. Den Distelflaum hatte ich letztes Jahr in der Natur eingesammelt und er ist wahnsinnig weich. Aber auch kurzfaserig wie Baumwolle. Im batt steht er etwas heraus und mach dann versponnen zwischen den langen Fasern einen Eindruck wie gebürstetes Kashmir. Nartürlich war noch einiges an Stroh mit drin. Das hatte ich aber diesmal nicht entfernt, denn das Garn ist eh nicht zum Tragen gedacht. Außerdem mag ich diese spröden Momente in Garn.

Das Spinnen selbst ist eigentlich einfach. Allerdings lässt sich der Draht nicht um sich selbst winden. Deshalb muss der Drall am Ende (auf dem Drahtwickel) wieder heraus gelassen werden. Am besten man lässt den Draht auf dem Holz wie er verkauft wird, hackt ihn am Ende des Holzes etwas ein, so dass er wie eine dropspindel hängen und sich drehen kann. So dreht sich der Drall gleich beim Spinnen im Holz wieder heraus. Entweder man wickelt den Draht nun so glatt am und betreibt klassischen corespinning mit typischen Erscheinungsbild oder man lässt das Holz etwas weniger mitdrehen und zieht den Draht nach oben schneller ab. So gleiten der Draht nicht gerade/glatt in Richtung Spule, sondern gewellt. Eben so wie wenn gewickelter Draht einfach vom Holzgezogen wird. Durch den Einzig werden diese Drehungen im Draht selbst kleiner. Spinnt man gleichzeitig nun einen single statt corespun, dann legt sich der Singen IN diese Drehungen des Drahtes und der Zug verkleinert die Drahtwindungen. Das Ergebnis ist ein Bild wie beim single Spinnen mit autowrapping. Der Draht liegt um den Single. Macht man das nun etwas unvorsichtiger, so zieht der Zug die Drahtwindungen nicht sauber zu einer Geraden auf, sondern es entstehen kleine loops. Diese autogewrappt sehen aus wie ein falsches bouclé.

Hier nun die Pics… 🙂 In diesem Sinne: bye bye Berlin!!!

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Hier sieht man einen Abschnitt, in dem der Draht um den Single gelegt wurde, bevor es wieder in das klassische Bild vom corespinning übergeht. Im oberen Bild ist übrigens der falsche Bouclé-Effekt zu sehen.

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Curly Supercoils

Das ist mein Experiment in Sachen Locken: ich wollte ein Video von Camaj Handspun Yarns nach spinnen:

Abgesehen davon, dass man irre

viel Locken braucht – in meinem Fall waren das etwa 50 g – ist das eine schöne Sache.

Corespinning mit den Locken: es braucht erst eine gute Vorbereitung der Locken. An jeder Locke habe ich die Schnittenden geöffnet und die natürlichen Enden als Locke belassen. So konnte ich die Locken besser um den Core spinnen, denn sie waren kürzere Gotlandlammlocken, etwa 7-8 cm lang in glatt gezogenem Zustand. Sie greifen auch besser am Core, denn sie sind eigentlich wunderbar glatt und glänzend. Außdem wird das Garn dann etwas fluffiger. Es etwas Geduld angesagt, denn es muss jede einzelne Locke angesponnen werden. Anders als im Video waren es bei mir einzelne Locken und kein Lockenflies. Dadurch wurde das Garn aber auch NOCH lockiger.

Der Singel sollte anders als die meisten Coresingles high twist gesponnen werden. So ist genug Energie drin, um dann gute Supercoils ohne ausei

nander fallende Locken zu spinnen und gleichzeitig den neuen Core nicht zu sehr zu twisten. Den neuen Core hatte ich vorher in die Gegenrichtung gesponnen, um dem hohen Twist vom supercoilen entgegenzuwirken. So kam am Ende ein perfekt ausbalanciertes Garn heraus. Zusätzlich ließ ich beim supercoilen noch einen Silberfaden mit laufen, der ganz sich ganz locker mit um den 2. core windet.

Allerdings komme ich an di

e Grenzen meines Spinnrades. Ich habe zwar schon die großen Spulen mit großem Einzugsloch, aber ich glaube ich muss mir mal Gedanken machen, wenn ich noch mehr solcher fetten Garne machen möchte. Denn sie sind schon echt cool…

Am Ende kam etwa ein Meter Garn dabei heraus. Viel ist es nicht, deshalb wurde es einfach eine Halskette.

Hier ein paar pics

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Cloudy Scarf

Seit einiger Zeit sind wieder ein paar Sachen fertig geworden.

Nur leider bin ich nie bei Tageslicht zuhause, so dass anständige Fotos entstehen können.

Naja, ein Teil hat´s an einem Sonntag geschafft:

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Vielleicht erinnert ihr euch noch an das Garn aus Gotlandlammlocken, das hier nun zum Einsatz kam: Pearls trapped in a raincloud.

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Leider ist nicht wie geplant eine Strickjacke daraus geworden, denn das Garn war so zeitaufwendig, dass ich nicht dazu kam eine ausreichende Menge für eine Jacke zu spinnen. Außerdem habe ich gemerkt, dass es besser ist neue Garnprojekte lieber kleiner zu halten und in kleinen Mengen dann zu verstricken, um mehr Erfahrungen zu sammeln, wie das Garn verstrickt aussieht und vor allem sich anfühlt. In Sachen Anfühlen hatte ich nun schon mehrmals einen Aha-Effekte, als Garn sich dann anders verhielt als ich mir zuvor vorstellte. Tja, Erfahrung ist halt die halbe Miete… Deshalb bleibe ich erstmal bei den kleineren Mengen bis zu 200g.

Also, es ist nun ein Schal im Patent geworden, dessen Enden ich dann einmal verdreht vernäht habe.

Ich bin wirklich begeistert, wie toll sich diese Wolle trägt, besonderst dadurch, dass ich beim Spinnen so viele Locken erhalten und eingesponnen habe. Das macht das Garn super weich und warm. Beim Stricken kostete das natürlich etwas Mühe, jede Locke aus der Masche zu zupfen, damit dieser Effekt auch am Schal erhalten bleibt. Aber sie hat sich definitv gelohnt! Das ist definitiv ein Lieblingsstück!!!

Pearls trapped in a raincloud

Heute ist ein erster Strang meines Garnes fertig, dass ich während der Tour de Fleece spinnen möchte.

            

Gotland-Locken aus der Flocke gesponnen und zweifach verzwirnt. Dazwischen sind einige Cocoons aus Merino eingesponnen.
Leider ist das eine sehr zeitaufwendige Geschichte, denn die Wolle muss erst von angeflitzten Stellen befreit werden und dann gelockert werden. Danach habe ich die schönen Locken vom flauschigen Rest getrennt und den Flausch versponnen und dabei in recht kurzen Abständen die Locken eingesponnen. Insgesamt sind das nun 100g und das hat ganze 4 Tage gedauert. In der Zeit spinne ich normalerweise 3-4 Artyarns. Meine Idee war es einen Cardigan daraus zu stricken. Deshalb hatte ich auch eine wirklich große Menge von den Locken bestellt. Aber ich werde mit das wohl nochmal durch den Kopf gehen lassen…:-)

Ja und die Tour de Fleece…:
Die läuft schon auf Hochtouren. Es gibt zwei deutschsprachige Teams auf Ravelry. Berlin spinnt und das Team Yeti. Da ich kein Berliner bin habe ich mich zum Team Yeti gesellt, das Distelfliege gegründet hat. Und dort wird wirklich wirklich fleißig gesponnen. Irre schöne Farben und Garne. Manche Garne sind so perfekt, dass ich mir nicht sicher wäre, ob sie wirklich handgesponnen sind, wenn ich es nicht besser wüsste. Respekt! Aber besonders schön finde ich wirklich diese Farben. Am liebsten würde ich sie mir alle am Ende mit vorher- und nachher-Bildern ansehen. Ich finde es immer wieder spannend, wie sich die gefärbten Kammzüge oder Kardenbänder in Garne verwandeln:-)
Ich bin gespannt, was die TdF noch alles an schönen Garnen mit sich bringen wird!

Ein kleines Update, angeregt von Eidechse, die sich die Frage stellte, wie das ganze verstrickt aussieht:

Strickprobe:

Das obere Sample ist das Garn und das untere Sample war eine Idee, die ich vorher hatte und dann aber verworfen hatte, als ich das Sample sah. Statt Cocoons, hatte ich aus dem Merino den zweiten Single gesponnen und damit verzwirnt. Gefällt mir aber einfach nicht.

In diesem Sinne, frohes Spinnen bei der Tour de Fleece!

Sweet Love

Ein Schal ist fertig, juhu.

Das hier ist das Garn, dass ich vor einiger Zeit gesponnen hatte.

Versponnen habe ich Moorschnuckenlocken per Core-spinning. Zuvor fädelte ich einige rosa Perlen auf den Core. Verzwirnt habe ich das Ganze mit einem hellrosa und einem silbernen Beilaufgarn.

Und das ist der Schal, so wie es aussieht, wird er wohl ein Weihnachtsgeschenk werden:

                   

Gestrickt habe ich ihn mit 10er Nadeln in der Diagonalen, also mit Ab- und Zunahmen von Maschen am Rand. Eine Reihe rechts und eine Links, wobei auf der rechten Seite in regelmäßigen Abständen Umschläge um je zwei rechte Maschen gelegt wurden.

Bitte entschuldigt bei der Gelegenheit, dass ich kein perfektes Strickdeutsch benutze. Ich habe es schon oft bemerkt und möchte es nicht all zu oft stressen: aber ich kann Stricken nicht leiden und tue es nur, um meine Neugierde zu befriedigen Wden ich sehen will, wie das Garn wohl verstrickt aussieht… Es ist eine reine Befriedigungshascherei… haha. Ich beneide ehrlichweise die Spinnerinnen, die auch gerne stricken und somit für Eigenbedarf spinnen können. Und gleichzeitig das tolle Gefühl des Schöpfens beim Stricken fortsetzen können und danach ein für sie nutzbares Endprodukt haben, dass sie von Anfang an, oft inklusive Färben, selbst gemacht haben und dann auch tragen. Bei mir hängen dann die Garne meist herum. Also falls eine Strickerin welche haben möchte, kein Problem, ich verkaufe sie zu nur etwas mehr als den Warenwert, um neue Spinnwolle zu kaufen.

Aber gut, den Schal hatte ich ja ausnahmsweise mal zu Ende bekommen, worauf ein bisschen stolz bin. Ich bin wirklich gespannt, ob er als Geschenk ankommen wird…