Filz zu Weihnachten

Gestern ist endlich mein letztes Weihnachtsgeschenk bei seiner Empfängerin angekommen und ich darf nun diese Bilder zeigen 😉

Zugegebenermaßen bin ich in Sachen Weihnachtsgeschenken im Freundeskreis ein wenig pragmatisch. Ich überlege mir ein Geschenk, das Allen gefallen könnte und starte die Großproduktion. Dieses Jahr entdeckte ich ein Video von Trolle & Wolle, welches ich unten verlinken werde, in dem ein ganz einfache Methode gezeigt wird, Stulpen zu filzen. Die Art und Weise ist so einfach, dass sie mich begeistert hat. Tja, gesehen und ausprobiert. Dann konnte ich nicht aufhören und habe ein Paar nach dem anderen gefilzt.

Ich habe viel dabei gelernt. Durch die Wiederholung konnte ich immer wieder dies und das anders machen und Erfahrung sammeln, was am Ende dann dabei zu erwarten sein wird. Sowas ist mir super wichtig: zu wissen, wenn ich dies oder jenes tue, wird nach dem Arbeitsschritt dies oder jenes dabei heraus kommen. Sowas ist wichtig, wenn man geplant zu bestimmten Ergebnissen kommen möchte. Ich liebe natürlich auch das intuitive Arbeiten, vor allem beim Färben gehe ich ziemlich ungeplant vor und lasse mich von den Farben und der Lust und Laune treiben. Aber gleichzeitig möchte ich auch das Verständnis für die jeweiligen Arbeiten haben, um, wenn ich es wünsche, kontrolliert zu bestimmten Ergebnissen zu kommen. Und hierfür war die Massenproduktion echt lehrreich.

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Ich habe anders, als es im Video gezeigt wurde, nicht mit Kammzugfasern gearbeitet, sondern mit Vliesen. Ich habe bereits die Vorliebe beim Filzen entwickelt, mit handkardierten Vliesen und darin enthalten Melangen und Fasermischungen zu arbeiten. Ich komme eben einfach vom Spinnen und habe hier alle Geräte stehen. Außerdem überbrücke ich damit eine noch eine Lektion, die ich noch zu lernen habe: hauchfeines Auslegen von Fasern. Das ist ein weiteres Kapitel, welches ich aber mit Hilfe einer anderen Massenproduktion noch üben werde. Jetzt erstmal hatte ich sehr viel Freude an den Melangen, die sich in Filz verwandelten. Dazu habe ich meine geliebten Seidenhankies, Sariseide und Locken gearbeitet.

unadjustednonraw_thumb_41aaIch habe 2 Seiten gefertigt, damit die Empfänger die Stulpen auch mal anders herum tragen können. Eine Seite war immer etwas wilder, mit etwas Textur und die andere Seite war schlichter und einfach nur mit einem Seidenhankie überzogen. Sagte ich schon, dass ich Seidenhankies zu filze liebe?!

unadjustednonraw_thumb_4195Hier sieht man, wie die Seidenschicht eine – ja, wie soll ich das beschreiben? – seidigere, leicht „versigelte“ Oberfläche gebildet hat. Die Hankies sind ja hauchfein, dh. hier hat man nicht wirklich den Effekt, wie beim Nunofilzen, eher wie ein seidenmatter Firnis in der Malerei. Auf dem Foto ist das leider kaum zu sehen, im echten Licht aber schon. Die Textur der anderen Seite habe ich einerseits mit Sariseide eingearbeitet, anderseits auch noch mir Wensleydalelocken, die ich selbst wasche, färbe und zupfe. Es macht echt Spaß in den eigenen Materialstash greifen zu können und alles mal anders als sonst zu verarbeiten und zu sehen, was dabei entsteht.

 

Die Stulpen sind unterschiedlich dick ausgefallen. Einfach weil ich lernen musste, wieviel Schichtdicke an ausgelegter Wolle später zu wie dicken Filz führt. Das sind Erfahrungswerte, die man echt in die Finger bekommen muss, denke ich. Ganz so, wie wir Spinner mit der Zeit im Finger spüren, wie dick ein Einzelfaden gesponnen werden muss um später in Zwirn eine bestimmte Garnstärke zu erreichen. Besonders beim Filzen der Schnüre ist mir dieser Unterschied von Vorher zu Nachher besonders aufgefallen. Banal für den Filzer wahrscheinlich, doch spannend für mich als Neuling in diesem Handwerk.

Es hat sehr viel Spaß gemacht und ich hoffe, dass alle ihre Freunde mit dein Stulpen haben werden. Und hier nun die Bilder der Paare 🙂

Das Paar in Senf:

Das Paar in Himmelblau:

Das Paar in Lila:

 

Ein Paar in Lila-Türkis:

 

Ein Paar in Herbst-Waldfarben:

 

Und ein Paar in Wasserblau-Orange:

 

Und zu guter Letzt noch der Link zu diesem Video. Ich finde es ist sehr schön erklärt und eine echt gute Idee. Es hat Spaß gemacht und ich werde sicher noch die ein oder andere Anleitung ausprobieren 🙂

Filzanleitung für Stulpen von Trolle & Wolle

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Filz mal wild…

Ich bin angefixt: Wolle mal anders. Zugegeben, ich spinne im Moment gar nicht. Keine Ahnung warum, aber es zieht mich gerade nicht ans Rad. Dagegen hat mich der Filz in seinen Bann gezogen.

Auch beim Filzen hat mir auf Anhieb der Texturmix angesprochen, den man mit verschiedenen Materialien erzielen kann. Also habe ich meine Woll- und Texturschätze geplündert und alle wild zusammen gefilzt. Ich wollte einfach kleine Stücke machen und sehen was passiert.

Natürlich ist das alles ziemlich chaotisch und ungeplant abgelaufen. Es sollte einfach mal nur Spaß machen. Und jetzt zeige ich euch einfach die Teile. Ein paar haben schon Verwendung gefunden, aber hier ist nur ein Experiment fertig geworden.

Bei den 3 Teilen habe ich in meinen Wensleydalelocken gewühlt und diverse Sariseidenfasern und Texturfasern dazu geworfen. Maulbeerseiden-Throwster ist mein Favorit.

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Bei diesen Filzstück habe ich die Seidenhankies ausgetestet und die gefallen mir auch gut. Aber mir fällt schon auf, dass sie gut eingefilzt werden müssen, sonst pillen sie schnell.

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Hier habe ich zuvor Schnüre mit der Technik „Upwolfing“ gefilzt, die ich dann weiter in das Stück eingefilzt habe. Upwolfing ist eine Technik, die ich in den Niederlanden von Brigitte Eertink gelernt habe. Die Technik erzeugt kleine Noppeln, die mich sofort in den Bann gezogen hatten. Eigentlich wollte sie schon letztes Jahr zum Spinnen von Artyarns testen. Das habe ich dann auch für das andere Teilchen ausprobiert.

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Hier habe ich die Noppel-Schnüre als Kern für ein Corespungarn genutzt und mit einer Merino-Seidenmischung umsponnen. Dieses Corespun konnte ich dann direkt auf den Filz mit auf filzen, zusammen mit Sariseide. Ziemlich aufwendig, aber spannend und schräg zu machen. Die „Upwolfing“-Corespuns werde ich definitiv noch öfters machen. Entweder für das Filzen, aber auch einfach als Artyarns…

So und nun zur Frage, was mache ich mit den Filzstücken. Als erstes hatte ich mir einen Teil das Sticken begonnen. Das Teil hängt aber noch in meiner Tüfftel-Pipeline. Viel einfacher war es, die Filze einfach zum Nähen zu benutzen. Hier sind 2 kleine Täschchen aus den letzten Filz entstanden.

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So viel zu meinen kleinen Experimenten jenseits des Spinnens. Mal sehen, wo es in den nächsten Monaten noch so hin geht. Ich lass mich einfach treiben und schau, was der Filz mir für Wege aufzeigt auch wieder mehr mit Artyarns zu machen.

Liebe Grüße aus der Chaoszone 😉

Vom Kammzug zum Pulswärmer

Die zweiten Kammzügen die mit meinen neuen Kämmen entstanden sind diese hier: verschiedene Merinofasern zusammen mit Sariseide.

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Daraus wurde ein einfacher glatter 2-rädriger Zwirn. Die Sariseide krisselt sich wie immer an den Stellen, wo sie gehäufter versponnen wurde. An andere Stellen, wo sie stärker mit der Wolle vermischt ist, stehen ihre Enden heraus.

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Und aus diesem Garn wurden Pulswärmer. Ich konnte es nicht erwarten, zu sehen, was passiert, wenn ich diese Sariseide im Garn verstricke.

Foto 4-1 Foto 5-1Die Sariseide wirkt interessant. Einerseits erzeugt sie stellenweise einen schönen Glanz, andererseits erzeugt sie einen leichten „Flaum“, indem ihre Enden hervor stehen. Leider ist das auf den Bilder nicht so recht zu sehen.

Ich habe bei den Pulswärmer einen neuen Anschlag gelernt: den italienischen Anschlag. Und dazu den passenden Abschluss: Tunnelstricken und mit 1/1-Rippenbündchen abgenäht. Nennt man das so? Für mich ist das immer noch ein kleines Mysterium mit den Anschlägen und Abschlüssen. Naja, auf jeden Fall bin ich total begeistert von diesen Varianten, denn die Enden der Pulswärmer sind soo weich und elastisch. Einfach gigantisch. Ich denke ich werde so schnell nicht mehr normal anschlagen :-))).

 

 

Demeter-Rolags zu verkaufen!

Für alle Spinner unter euch: ich habe meinen Ökofaservorrat geplündert und Rolags daraus kardiert. 

Es gibt deshalb im Moment 3 Packen Rolags aus naturbrauner Demeterwolle von Schafen, die auf einem Demeterhof in meiner Region gehalten werden. Diese und andere Fasern gibt es ab jetzt auch im Shop.

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Für diejenigen, die das Demtersiegel nicht kennen, eine ganz knappe Erklärung: Demeter ist eine internationale Bio-Marke und die älteste ökologische Landwirtschaftsmethode, die auf Rudolph Steiner und seine Anthroposophie zurück geht und seit den 1920er praktiziert wird. Ihre Richtlinien sind schärfer als die gesetzlichen EU-Richtlinien für den normalen biologischen Anbau und Tierhaltung. Einige Besonderheiten sind z.B. dass ein Demeterhof als ein Organismus betrachtet wird und einen geschlossenen Kreislauf bilden soll. Es wird im Rhythmus der Jahreszeiten und auch im Mondzyklus gewirtschaftet. Die Fruchtbarkeit der Böden wird durch Mineralien und Kräuterpräparaten und Kuhdung erhalten. Tiere werden besonders artgerecht gehalten,Kühe etwa werden nicht enthornt und es ist nur selbsterzeugtes oder von anderen Demeterhöfen erzeugtes Futter zugelassen. Zusätze wie Tiermehl, Hormone oder Antibiotika sind nicht zulässig.

Hier ein paar Links, einen zur Geschichte von Demeter , einen zur den Richtlinien und eine Kurzfassung.

Von solch einem Hof, auf dem ich die Tiere auch besichtigen kann, beziehe ich direkt diese Fasern in Naturfarben. Sie sind leicht kraus und haben verschiedene Längen. Sie liegen also nicht als Kammzug vor, sondern kardiert. Sie ergeben ein weiches Spinnergebnis, wenn sie auch dementsprechend versponnen werden. Das heißt mit dem langen oder mittleren Auszug. Verspinnt man sie wie glatte Fasern aus einem Kammzug mit dem kurzen Auszug, so kommt ein Garn heraus, das nicht glücklich machen wird, sondern unangenehm kratzt. Die Faservorbereitung zu Rolags eignet sich perfekt für den Auszug von wollenen Garn und kann direkt versponnen werden.

Ein Sorte Rolags ist gemischt mit Merinofasern in rot, rosa und pink (100 g).

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Die zweite Sorte ist gemischt mit Merinofasern in unterschiedlichen Blautönen (91 g).

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Und die dritte Sorte beinhaltet bunte Fasern aus recycelter indischer Sariseide (98 g).

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Ich verkaufe sie für 7,50 € / 50 g.

Die Rolags sind nicht alle gleich schwer, sondern variieren ein wenig. Wenn ihr also die Rolags unterteilen wollt, um für das Zwirnen später ungefähr gleich lange Fäden zu haben, dann achtet darauf, dass ein oder zwei Rolags ein wenig schwerer sind. Die anderen sind ein etwa ähnlich. Wer es ganz genau haben will, sollte alle Rolags einfach in der Mitte unterteilen, dann hat er exakt die Hälfte. Für das Spinnen macht es absolut keinen Unterschied, denn die Rolags sind ohnehin recht lang und es kann als angenehmer für das Spinnen empfunden werden, wenn sie kürzer sind.

Die letzte Sorte Rolags, die mit der Sariseide vermischt sind, habe ich vor einiger Zeit selbst versponnen und zu einer Mütze gestrickt. Und so sieht das Ergebnis aus:

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recycelte Sariseide

Foto-15 Kopie 2Diesmal war ein reines Merinovlies mit Sariseide an der Reihe. Es bestand wieder aus zwei Schichten: einem Farbverlauf von braun über blau zu blaugrün und einer Schicht mit Farbakzenten in pink, violett und Blautönen. Ganz oben auf wurden recycelte Sariseidenfasern aufkardiert.

Foto-341 KopieDas Vlies wurde in ein einfaches corespun Singlegarn versponnen. Dabei wiederholt sich der Farbverlauf regelmäßig und wird durch die Akzente unterbrochen. Die Sarifasern häufen sich immer wieder an einige Stellen, die dann überwiegend mit diesen Fasern umsponnen sind und krisselig bund wirken (unteres Bild links). Die Fasern mischen sich aber auch in die restlichen Abschnitte und sind durch ihren größeren Durchmesser gut von den Wollfasern zu unterscheiden.

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Die Sariseide stammt aus Abfällen der Sariproduktion in Indien. Ich beziehe sie aus Canada, wo es aus Indien bezogen wird (krasser Weg um den Globus…). In Deutschland konnte ich bisher leider keinen Händler finden, der nicht einen überzogenen Preis verlangt (wer einen Tipp hat 🙂 ). Diese Fasern scheinen hier leider nicht so populär zu sein. Dabei sind sie wunderbar zum Spinnen. Sie sind sehr lang und sollten meistens gekürzt werden. Sie sind sehr glatt, extrem glänzend und brillant bunt! Einfach herrlich.

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Sie eignen sich nicht für Artyarns, sondern lassen sich in jeder Fasermischung einbringen, entweder um Akzente zu erzielen (wozu nur sehr kleine Mengen nötig sind; vgl. Garn im Beitrag Medium draw) oder um Textur zu erreichen. Die Faserenden stehen etwas aus dem Garn und wirken krisselig (unteres Bild links). Sie Fasern verspinnen sich etwas stotternd und man muss etwas Gefühl dafür entwickeln bis es gut läuft. Aber das ist ja bei allen neuen Fasern so…  🙂

Bootstopper

ImageIch liebe Boots. Und ich wollte mich mal in Bootstopper versuchen, die ich zum ersten mal auf der Webseite von Nathalie Redding (Post: For Bootslover) gesehen habe.

Wieder einmal habe ich dazu Gotlandlammlocken dazu versponnen. Wer sich wundert, dass ständig Wolle vom Gotlandlamm versponnen wird: ich habe ein ganzes Kilo davon gelagert. Ich finde diese Fasern super weich, wenn man sie richtig aufbereitet. Sie haben super schöne kurze und definierte Locken und mir gefällt dieses Grau, das sowohl sehr helle, fast weise Haare beinhaltet, als auch fast schwarze.

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Allerdings gibt es einen Nachteil. Kauft man die gewaschene Rohwolle – und nur die hat Locken und ungelockte Fasern – dann ist sie leicht angeflitzt. Gotlandlammwolle filzt unheimlich schnell. Das führt zu aufwendige Vorbereitung vor dem Spinnen, aber auch dazu, dass man die Strickstücke mit Sorgfalt behandeln muss und niemals in der Maschine waschen sollte. Aber reine Wolle lässt sich ja hervorragend lüften.

Boots3Aber zurück zu den Stulpen. Ich habe zwei Garne dafür gesponnen. Ein Lockengarn und eines ohne Locken. In die Vliese beider Garne habe ich recycelte Sariseide aus Indien einkardiert um später Farbspots im Garn zu haben. Für den unteren Teil, der der später in den Boots stecken soll, habe ich das ungelockte Garn verstrickt. Für den oberen Teil, der der aus den Boots heraus schauen soll, habe ich das Lockengarn genommen.

BootsDie Stulpen halten irre warm, was zum großen Teil auch an den Locken liegt in denen sich die warme Luft hält. Ich persönlich finde es cool, dass man den oberen Teil wieder über die Boots nach unten klappen kann und wenn es zu kalt ist, wieder nach oben ans Bein. Aber auch hier ist der Nachteil des Filzen spürbar. Die Maschen des Garns und die Locken fangen mit der Zeit leicht an anzufilzen. Es ist nicht störend, aber man sollte sich dessen einfach bewusst sein und sich nicht wundern. So ist Gotlandsammwolle einfach.