Drachenfels handgesponnen – Ein Erfahrungsbericht.

Endlich habe ich mal wieder ein privates Projekt beenden können.

IMG_5915Seit etwa eineinhalb Jahren hänge ich damit an den Nadeln: Das Drachenfelstuch von Melanie Berg. Eigenlich stehe ich gar nicht auf Tücher, sie sind einfach nicht mein Ding. Aber eines wollte ich mal ausprobieren und das Drachenfelsmuster find ich wirklich schön. Gleichzeitig fand ich eine Fasermischung, die auch mal anspinnen wollte und somit war die Gelegenheit da.

Das Garn für das Tuch sollte natürlich handgesponnen sein. Ich fand bei Wollschaf die Mischung Alpaka-Seide 50:50. Das ist wirklich eine fantastische Mischung. Sie gibt es in gleich mehreren Farbtönen und ich entschied mich für schwarz, haselnussbraun und silbergrau. Durch die naturfarbene Seide, die in recht breiten Bändern im Kammzug liegt, wird das Garn natürlich meliert.

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Also ran an die Spulen. Es wird 300g zu je 300m/100g round about benötigt. Ich wollte einen Zwirn verstricken und nicht unbedingt eine Ewigkeit daran spinnen, also entschied ich mich für einen 2-fachen Zwirn, statt für einen 3-fachen, was eigentlich mein Lieblingszwirn ist. Das Tuch wird später kraus rechts gestickt und somit war schon klar, dass genug Tiefe ins Tuch kommt und ein 2-facher Zwirn völlig ausreicht.

14716518_165454813913383_3533526850628222976_n_medium2Alpaka ist eine Faser, die sehr glatt und lang ist. Daher ist Alpakagarn immer ziemlich schwer in Relation zur Lauflänge. Die Fasern liegen einfach recht kompakt beieinander. Sowohl im Kammzug, als auch später im Garn. Die Seide verhält sich ähnlich. Sehr lange Fasern, extrem glatt und daher schwer, gerechnet auf die Länge einer Kammzuges oder Garnes. Klar ist auch, beide Fasern müssen glatt zu einem Kammgarn versponnen werden. Da gibt es keine sinnvolle Alternative. Somit war die Garnplanung schnell beendet und es hieß nun die Zielvorgaben, insbesondere die Lauflänge, zu erreichen.

Die Mischung lässt sich grandios verspinnen. Ich kann nur empfehlen sie einmal gesponnen zu haben. Sie ist rutschig und lang und es sollte immer dabei aufgepasst werden, dass sich hinten in der Faserhand keine Wolke bildet. Mit dem kurzen Auszug nach vorne kann da aber nicht viel schief gehen. Die Mischung braucht auch einen guten Drall, etwas mehr als die üblichen Wollen, sonst wird der Zwirn etwas lose werden. Das war ein Punkt, den ich etwas unterschätzte.

15253202_1225459547537435_680086489110937600_n_medium2Die Feinheit der Melierung kann beim Spinnen gesteuert werden. Wird die Fasermischung einfach so runtergesponnen und das vielleicht besonders fein, so wird es immer wieder reinfarbige Stellen geben. Das Alpaka und die Seide ist nicht sehr stark miteinander vermischt, das könnt ihr oben im Bild mit dem Kammzügen gut sehen. Wer eine Melierung im Garn haben will, die homogen verteilt erscheint, so wie ich es anstrebte, der sollte beim Predraften der Fasern darauf achten, dass im Vorgarn stets beide Fasersorten vorliegen. Das lässt sich ja beeinflussen. Würde man einfach nach dem Zufallsprinzip aus den Kammzug direkt herausspinnen, würden auf jeden Fall viele Fadenabschnitte nur eine Fasersorte beinhalten. Das Zwirnen hat später den Effekt noch ein wenig verstärkt und die Fasern optisch verteilt.

Leider hatte ich es nicht perfekt geschafft, die Ziellauflängen zu erreichen. Beim braunen Garn fehlten mir ca. 20m und beim grauen Garn waren es etwa 30m zu viel. Leider habe ich mir die Daten nicht gespeichert… Aber im großen und Ganzen hat es gepasst.

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Das Stricken mit dieser Fasermischung ist ebenfalls ein Traum. Das Garn rutscht gerade zu über die Nadeln. Aber bald stellte ich fest, dass dieses Garn nicht optimal zum Muster passt. Es gibt immer wieder ein Reihenkombination, die in das Muster eingeschoben wird, in der eine Farbe mit übergehobenen Maschen kleine Punkte erzeugen soll. Das kommt leider durch die Melierung gar nicht gut zur Geltung. Ich habe 2 mal diese Kombi eingestrickt und es wirkt eher als ein Bruch im Muster, weil die einzelnen Maschen nicht richtig farblich heraus springen können. ( Oben im Bild seht ihr die Reihen im rechten Bereich des Bildes) Bei den anderen Tüchern, die mit einfarbigen Garnen gestrickt wurden kommt dieser hingegen Effekt super raus. Naja, das ist ja kein Beinbruch… ich habe einfach das Muster angepasst und statt dessen die Farben so abgewechselt, wie ich gerade Lust dazu hatte.

Mit der Zeit bemerkte ich aber auch, dass die Garnlängen noch weniger passten, als ich es gehofft hatte. Rechnerisch war die Differenz zur Ziellänge zwar nicht so dramatisch, aber beim Stricken merkte ich, dass mir einiges an Braun fehlt. Und so ließ ich es mit dem Muster gut sein und strickte einfach nur noch frei nach Laune. Außerdem muss ich zugeben, dass ich es gar nicht leiden kann, wenn handgesponnenes Garn übrig bleibt;-) Im Grunde war das Muster, das die Tuchform erzeugt, total einfach und musste nur vom Anfang bis zum Ende durchgezogen werden. Und die Streifen, die wirken, wie ich finde auch, wenn sie sich etwas anders, als in der Vorgabe abwechseln. Und so strickte ich das letzte Drittel einfach so, wie es mit dem Garn gut ausging und – voilà – das Tuch ist endlich fertig.

Die Mischung Alpaka-Seide ist wie erwartet recht schwer. Aber ich mag das sehr gerne. Das Strickstück fällt von ganz alleine, ich muss gar nichts stretchen oder setzten. Ich hab es von den Nadeln genommen und fertig. Auf der Haut fühlt es sich grandios an. Ein richtiger Hautschmeichler und für Jeden geeignet, der findet, das Wolle kratzt. Hier kratzt gar nichts mehr. Es ist weich, seidig, anschmiegsam, sehr wärmend und gleichzeitig etwas kühlend durch die Seide 🙂

Mein Learning: Handgesponnenes Garn hat immer seine eigenen Bedürfnisse, die, meiner Meinung nach, vor dem Muster stehen sollten. Und: 900 lm sind verdammt viel 😉

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Fette Beute unter dem Weihnachtsbaum…

Spontan und des Stempelns immer noch nicht überdrüssig ist eine neue Wundertüte in den Shop gehüpft: die WEIHNACHTSTÜTE.
Wie der Name schon sagt, wird sie nur jetzt im Dezember im Shop sein und alles enthalten, was die Spinnerin zu Weihnachten glücklich machen kann. Also falls die Mutter, der Ehemann, die Tochter noch zwischen den Zeilen nach einem Weihnachtsgeschenk fragt….

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Die Tüte ist diesmal vollgepackt mit 175g Fasern und Kraftpapier-Etiketten für Handgesponnenes.

  • 50 g Merino-Rolags
  • 50 g handgefärbter Kammzug aus Merino
  • 50 g kardiertes Vlies mit Seide
  • 25 g handgefärbte reine Seide oder reines Alpaka
  • 5 Stück handgestempelte Kraftpapier-Etiketten

thumb_imgp3310_1024Die Tüte ist wie immer individualisierbar. Aber anders als bei den üblichen Fasertüten, sind die handgefärbten Fasern schon fertig gefärbt und damit ist hier die Farbzusammenstellung etwas unberechenbarer 😉 Die Rolags und das Vlies wird wie immer auf Bestellung kardiert. Es können also Farbfamilien als Wunschfarben angegeben werden, z.B.: Grüntöne oder/und Orangene, aber keine Pinktöne.

Anfängern empfehle ich die reine Seide gegen den Alpakakammzug zu tauschen, denn reine Seide kann zum Spinnen etwas schwierig sein. Oder ihr habt ein Kardierbrett und könnt die Seide mischen, z.B.: mit dem Merino-Kammzug in der Tüte.

paeterie-kleines-spinner-eFür die Kraftpapier-Etiketten habe ich wieder einen neuen Stempel machen lassen. Auf der Rückseite kann die Fasermischung des Garnes notiert werden, sowie sein Gewicht und die Lauflänge. Das Etikett kann an ein Garn zum Verschenken gehängt werden oder für Stash-Garn genutzt werden. Demnächst wird es noch mehr Etiketten für Spinner im Shop geben: ein großes Etikett zum Dokumentieren der Garndaten, mehrere Sorten kleine runde Etiketten für Spinner und Stricker um Strickstücke und Garn zu verschenken und kleine Spinnaufkleber für Geschenkverpackungen an andere Spinner und Stricker.

Viel Neues, ich hoffe ihr habt Freude damit und ich wünsche allen Adventskalender-Spinner morgen viel Spaß mit dem ersten Tütchen!!!!

 

 

SOMMERZEIT im Shop!!!

Zurück aus dem Urlaub mit ner Menge Sonne im Gepäck!

Wer bis jetzt geglaubt hat, dass sich Wolle und Sommersonne sich widersprechen, der sollte jetzt mal einen kleinen Blick ins Shop-Update blicken.

Ein neues Produkt ist eingezogen. Feine reine Maulbeerseidenkammzüge, natürlich handgefärbt. Sie stecken häufig in meinen Vliesen und Rolags und sind perfekt geeignet um sie mit allerlei Fasern auf dem Kardierbrett oder dem Drumcarder zu mischen. Das an ihnen ist, dass sie keinen Uni-Farbton haben, sondern innerhalb der Faser farblich verlaufen. Natürlich können die Seidenkammzüge auch pur versponnen werden oder eingefilzt werden.

Die Sommerlaune in der Werkstatt geht noch weiter und das nächste Shop-Update wird nächste Woche kommen. Dann kommen noch einige handgefärbte BLF-Kammzüge, der letzte Schwung Wensleydale-Locken für dieses Jahr, handgefärbte Seidenkammzüge diesmal nicht als kompaktes Band, sondern als breites Band und zu guter letzt werden Merino-Seiden-Vliese in Sommerfarben kommen.

Seid gespannt, denn es wird das letzte Shop-Update vor dem bevorstehenden Herbst sein.

Liebe Grüße aus der Sommer-Sonnen-Launen-Werkstatt 🙂

Angora-Cowl

Foto 3Und damit es trotzdem noch was wolliges heute gibt: der Angora-Cowl ist fertig geworden.

Das 50g-Garn ist ein einfaches kerngesponnenes Singlegarn, welches aus dem wunderbaren flauschig-seidigen Seidenhasen-Vlies entstanden ist, das ich verpennt habe zu fotografieren… Es enthielt grünes Angora, verschiedene gefärbte Fasern, die z.T. Verläufe (ich glaube Bio-Merino) enthielten und dann farbige Seide.

Foto 5Ich kann nicht beschreiben WIE flauschig es ist. Einfach ohne Worte. Wenn ihr Angora in die Finger bekommt, dann spinnt was das Zeug hält. Es ist gigantisch! Dazu gab es heute mal eine Faserblume, deren Enden zusammen filzt wurden. Der Cowl ist so simpel wie möglich gehalten: einfach ein Schlauch in Patent mit einem dehnbaren norwegischen Anschlag.

PS: Dies ist der 100. Beitrag geworden… 🙂

 

 

When a sheep travels to India…

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Nach ziemlich langer Abstinenz vom Spinnen war es mal wieder soweit und ich brauchte eine Auszeit von der Arbeit. Vor einigen Monaten hatte ich ein tolles Paket aus Canada bekommen. Ella von UpTownDesign hat mir eine bunte Mischung recycelter Sariseidenfasern aus Indien geschickt.

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Diese Fasern sind echt klasse. Sie haben eine irre Leuchtkraft und geben sogar in sehr kleiner Menge in Mischung mit anderen Fasern eine Art Tweed-Effekt. Hier habe ich deutsche naturbraune Wolle vom Zollhof bei Würzburg mit ausgesuchten Farben dieser Seide vermischt. Die Zollhofwolle ist an sich schon etwas meliert, da der Hof auch weiße Schafe hält und in ihre Vliese einige helle Haare mit einkardiert sind. Zusammen mit diesen Sarifasern, ergibt ein natürlicher Mischeindruck mit knalligen Farbspots.

Wenn ihr mal die Gelegenheit habt, solche Fasern zu kaufen, dann tut es! Es ist eine coole Sache…

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