Fraktal Spinnen

Vor einigen Jahren, noch bevor der Blog „Back to the Wheel“ wurde, schrieb ich mal einen Beitrag zum Fraktal spinnen. Im Laufe der Zeit fiel er der Speicherplatzentschlackung zum Opfer. Im Frühjahr habe ich mich nochmal, diesmal etwas systematischer, diesem Thema gewidmet. Und so möchte ich heute ein wenig über das fraktale Spinnen berichten, euch von meinem neuen Workshop zu diesem Thema erzählen und einen kleinen Ausblick darauf geben, was fraktal noch so geht…

Die Diskussionen zu diesem Thema beginnen oft mit der Frage „Was ist ein Fraktal?“ oder „… das erscheint mir ziemlich mathematisch…“ Ja, das Fraktal hat etwas mit Mathematik zu tun, aber letzten Endes, beim Spinnen, ist es doch relativ leicht zu verstehen und noch leichter anzuwenden.

Wie ist das nun mit der Mathematik?

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Die Mandelbrotmenge

Das Fraktal ist ein Begriff aus der Mathematik. Er leitet sich vom Lateinischen frangere brechen oder zerbrechen ab und beschreibt heute bestimmte geometrische Muster, die nicht eindeutig einer Dimension zugeordnet werden kann, d.h. dass sie z.B. nicht eindeutig linear, oder eindeutig räumlich sind, sondern etwas dazwischen. Mathematisch gesprochen sind sie nicht ganzzahlig. Das klingt jetzt kompliziert und scheint noch schwerer bildhaft vorstellbar zu sein. Doch ihr kennt vielleicht die Mandelbrotmenge oder das Sierpinski-Dreieick.

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Das Sierpinski-Dreieick

Für uns ist das zunächst einfach nur die Erklärung für den Begriff. Ihr müsst nicht zum Mathecrack werden, um fraktal zu spinnen oder gar die Dimensionen wechseln 😉

Selbstähnlichkeit ist der Schlüssel

Für uns interessant ist ausschließlich eine bestimmte Gruppe der fraktalen Muster: diejenigen mit einer hohen Selbstähnlichkeit. Das bedeutet, dass das Muster aus einem Muster zusammen gesetzt ist, welches eine Kopie seiner selbst ist. Eine sogenannte strikte Selbstähnlichkeit gibt es nur in der Mathematik. Hierbei kann in ein Muster unendlich lange hinein gezoomt werden und es würde stets aus dem gleichen Muster bestehen, egal welche Vergrößerungsstufe erreicht werden würde. Das Sierpinski-Dreieick ist solch ein Beispiel.

Selbstähnliche (nicht strikt selbstähnliche) Muster lassen sich auch in der Natur finden. Der Farn, der Blumenkohl, die Schneeflocke oder unsere Blutgefäße sind nur einige Beispiele. Das Farnblatt besteht aus vielen kleinen Blättchen, die für sich genommen die gleiche Form haben, wie das Farnblatt in seiner Gänze.

Der Farn als Vorlage

Was in der Mathematik die Struktur oder das Muster ist, ist bei uns im Spinnen die Farbe.

1907293_origDas Farnblatt bietet uns eine gute Analogie, für das, was wir nun mit Farben nachstellen wollen. Wir wollen ein Garn spinnen, in dem übertragen gesprochen ein großes Farnblatt und gleichzeitig viele kleine Farnblätter stecken. Dies geht nur mit einem Zwirn aus mindestens 2 Fäden. Der eine Faden enthält den großen Farn und der andere Faden enthält die sich wiederholenden kleinen Farnblätter. Verzwirnt ist der Faden, schachteln sich dann die kleinen Farnblätter in das große Farnblatt.

Wir übertragen also die Idee der Selbstähnlichkeit einfach auf die Farben.

Und nun mit Wolle

Was genau passiert nun? Nehmen wir an, wir spinnen mit einem handgefärbten Kammzug. Die Farbgestaltung, die durch die Färbung im Kammzug steckt, entspricht dem Muster, welches im Fraktal kopiert und skaliert in einander geschachtelt wird.

Der Faden 1 enthält diese Farbgestaltung 1:1. Der Kammzug wird direkt ohne weitere Unterteilung versponnen und die Farben ziehen sich so, wie sie gefärbt wurden in die Länge.

Der Faden 2 enthält das Muster in mehrfacher Wiederholung hintereinander gereiht und damit im kleineren  Maßstab. Durch das Aufteilen eines Kammzugs in mehrere Bänder wird das Muster kopiert und gleichzeitig verkleinert. Die Bänder sind dünner, ergeben also weniger Lauflänge und die Farben ziehen sich in kürzer Abschnitte, wie beim Faden 1. Dafür wiederholt sich das Farbmuster aber so oft, wie Bänder zuvor abgeteilt wurden.

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D.h. die Anzahl der Bänder für Faden 2 bestimmt die Skalierung des Musters, sowie die Anzahl seiner Wiederholungen.

Fraktal3In der Grafik stellt ein Dreieck das Muster bzw. die Farbabfolge des Kammzuges dar. In Faden 1 kommt es nur 1 Mal vor. In Faden 2 mehrmals. Durch das Zwirnen werden die kleinen Muster in das große Muster geschachtelt. Jedes kleines Muster von Faden 2 trifft auf das Muster im Faden 1.

Angenommen das Muster besteht aus Gelb, Blau und Grün und der Faden 2 aus 3 Musterabschnitten, dann trifft Gelb, Blau, Grün im Faden 2 auf Gelb im Faden 1. Dann trifft Gelb, Blau, Grün vom Faden 2 auf Blau im Faden 1 und zu letzt  Gelb, Blau, Grün von Faden 1 auf Grün im Faden 1.

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Das hat zur Folge, dass es in einem fraktalen Garn stets 2-farbige Abschnitte gibt, sowie 1-farbige.

Organisch oder Exakt?

Ich unterscheide nun in meinem Workshop zwischen 2 Arten ein Fraktal zu spinnen: Das organische Fraktal und das exakte Fraktal. Ihr erinnert euch vielleicht an die oben erwähnte Unterscheidung der Mathematik in strikt und nicht stirkt. Das meine ich hier nicht wörtlich, aber es lehnt sich an diese Unterscheidung an.

Handgefärbte Kammzüge bieten einen einfachen Einstieg in die fraktale Farbgestaltung. Dennoch sind die Farben darin nicht grammgenau gleich verteilt. Und auch unser Unterteilen des Kammzuges erfolgt nach Gefühl und nicht grammgenau. Dabei kann es sein, dass die zwei Fäden unterschiedlich lang ausfallen und beim Zwirnen ein Rest auf einer Spule übrig bleibt. So verschieben sich auch die Farbverläufe zu einander. Zudem haben wir eine willkürliche Anzahl von Bändern für Faden 2 unterteilt. Beides führt dazu, dass die Farbabschnitte des Fadens 2 willkürlich auf die Farben des Musters in Faden 1 treffen. Das nenne ich ein intuitives Vorgehen. Und dieses Vorgehen passt einfach gut zu einem handgefärbten Kammzug.

Eine andere Vorgehensweise ist das grammgenaue Abwiegen der Farben. Dazu wird die Anzahl der Teilmengen, die im Faden 2 aneinander gereiht werden, exakt nach der Anzahl der verwendeten Farben gewählt. So werden sich alle Farben im Faden 2 genau einmal mit jeder Farbe im Faden 1 treffen. Auch die beiden Einzelfäden müssen hierbei exakt gleich stark und gleich lang gesponnen werden, damit dieses Vorgehen funktioniert. In der Praxis, wird solch ein Garn wohl eher nicht gesponnen werden, denn die Farbübergänge sind hart und das Vorgehen etwas mühsam, doch es zeigt ein fraktales Garn in seiner Reinform und stellt eine technische Spielerei dar.

Der Vergleich

Schauen wir es uns mal in der Strickprobe an.

Zunächst einmal sieht man im Zwirn keinen Unterschied zu einem normalen, bunten 2-fach-Zwirn. Das Fraktal entfaltet sich erst im Strickstück sichtbar. Im Vergleich zum fraktale Garn wurde noch ein Navajozwirn gesponnen, der einmal das Farbmuster enthält zur Orientierung dienen soll.

Schon beim Vergleich des vollfarbigen Musters ist zu sehen, dass die Farben des handgefärbten Kammzuges nicht klar von einander abgetrennt sind und auch nicht als klare Reinfarben auftauchen. Das führt dazu, dass das Fraktal schon alleine durch die Färbung schwerer zu erkennen ist, als wenn das Garn aus Einzelfarben fraktale gesponnen wurde.

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Das organische Fraktal: Hier wird es, zusätzlich zur Färbung an sich, durch das intuitive Teilen schwierig, die einzelnen Abschnitte von einander zu unter-scheiden. Dies kann natürlich auch gewollt sein, denn die Farbentwicklung wirkt weicher und zufälliger. Einscheidend ist aber, dass sich stets 2-farbige Abschnitte mit vollfarbigen Abschnitten abwechseln.

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Das exakte Fraktal: Die Strickprobe des exakt abge-wogenen Fraktals zeigt hingegen die genau kalkulierte Farbabfolge. Es sind 4 Abschnitte zu erkennen die je eine übergreifende Farbe mitlaufen haben: Orange, gelb, hellgrün & grün. Diese Abfolge ist oben im vollfarbigen Muster nach zu verfolgen. Dies kommt zustande, da wir mit 4 Farben und 4 Teilmengen gearbeitet haben. Auf die gleiche Weise schachteln sich die Farben noch einmal in jeden Abschnitt. So erscheint in jedem Abschnitt auch ein vollfarbiger Bereich.

 

Ein 3-faches Fraktal

Alles was wir mit einem 2-fachen Zwirn gemacht haben, können wir auch mit einem 3-fachen Zwirn machen. Sicherlich ließen sich die Einzelfäden nach diesem Prinzip noch weiter steigern, doch ist es fraglich, ab wann das Fraktal noch sichtbar und strickbar ist. Im Workshop habe ich zu diesem Fraktal, wie auch zu 2-fädrigen Fraktalen eine Art Spinnrezept geschrieben – eine Art systematische Auflistung, für das Abwiegen der Einzelfarben und deren Reihenfolge in jedem Faden.

Fraktale Faservorbereitung

UNADJUSTEDNONRAW_thumb_2adSoll ein fraktales Garn aus Einzelfarben gesponnen werden, so empfiehlt es sich, die Farben nicht einzeln hinter einander zu verspinnen, sondern die Farben in einander übergehen lassen. So werden die Übergänge harmonischer. Eine Möglichkeit bietet das Kämmen. Besonders einfach lässt es sich fraktale Kammzüge auf einer Hackle Row herstellen, da diese eine breite Zahnreihe hat, auf die Farben nach einander auf gehängt werden können.

UNADJUSTEDNONRAW_thumb_2b6Auch fraktales Kardieren ist möglich. Natürlich wäre es möglich exakt das gleiche Vorgehen wie oben beim Kämmen beschrieben auch auf das Kardiergerät anzuwenden. D.h. 2 Vliese zu kardieren, in denen die Farben fraktal angeordnet sind. Doch es kann auch anders vorgegangen werden und Vlies mit Rolags kombiniert werden.

Aber es kann auch ganz einfach ein Verlaufsvlies fraktal abgesponnen werden. Das ist ein sehr einfacher und unkomplizierter Weg zum fraktalen Garn. Die Farbabfolge liegt bereits im Vlies vor und nur die Richtung, in der du das Vlies abspinnst, entscheidet über die Lage der Abfolge im Faden. Natürlich wird so ein eher organisches Fraktale entstehen.

Ein neuer Workshop

All diese Vorbereitungsarten werden wir in diesem Workshop zusammen machen. Wir werden ein organisches Fraktal spinnen, ein Exaktes zusammen berechnen und wer mag auch ein 3-faches Fraktal anfertigen.

Wie immer in meinen Kursen werden wir mit kleinen Spinnproben arbeiten und es gibt wieder eine Spinnmappe mit Skript und Spinndokumentation. Der Kurs geht über 2 Tage, also insgesamt 12 Stunden.

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Diesmal geht es in diesem Kurs nicht um Spinntechnik im Sinne neuer Auszüge, Drallmanagement oder Artyarnkonstruktion. Dieser Kurs setzt einfach nur das geübte Spinnen mit dem kurzen Auszug voraus. Dafür geht es mehr um die geplante Farbgestaltung eines Garnes. Ideal ist dieser Kurs für SpinnerInnen, die gerne 2-fache Zwirne oder mehrfarbige Zwirne spinnen oder auf das Kombo-Spinnen stehen, welches ja gerade en vogue ist, denn hier werden verschiedene Kammzüge miteinander kombiniert, was auch fraktal erfolgen könnte!

Ich hoffe ich konnte euch ein wenig mit dieser Art zu gestalten anfixen und zumindest mal die gängigen Fragen zum Fraktal klären. 🙂

Wer Lust auf einen Kurs hat, der möge sich einfach der Webseite up do date halten. Dort oder auf Ravelry & Facebook gebe ich bald wieder neue Termine bekannt. Oder ihr schreibt mir eine Mail mit einem Wunschzeitraum. Noch können Termine geschoben werden…

Frohes Spinnen!

Eure Kathrin.

„Goldener Herbst“ – Zeit für einen Fasertausch im Oktober

Ich finde es ist wieder Zeit für einen FASERTAUSCH! 🙂
Und wie ich gehört habe, finden das auch andere unter uns… Deshalb möchte ich nun einen Herbsttausch im Oktober unter dem Motto „GOLDENER HERBST“ anstoßen. Dieses Mal würde ich auch eine Challenge einbauen.

Wer Lust hat mit zu machen, der kann mir eine E-Mail mit seiner Versandadresse schicken: backtothewheel(at)icloud.com

Wie immer sind das die Vorgaben:
– 100g Fasern
– handverarbeitet: Rolags, Vliese, handgefärbte oder handgezogene Kammzüge
– Packformat: Maxibrief
– Versandtermin um den 1. Oktober herum
– Die Reihenfolge wird wieder ausgelost
– Der Spinnzeitraum der Monat Oktober
– Quatschen, Fotos hochladen und Updates sind in der Ravelrygruppe von Back to the Wheel möglich: http://www.ravelry.com/groups/back-to-the-wheel
– Am Ende gibts wieder eine Fotocollage unserer Garne 🙂

Und hier die Challenge:
Das Herbstbild dient als Farbvorlage für das Mischen oder Färben. Am Ende soll sich die wunderbare Herbstlaub in den Fasern stecken. Wie ihr das macht bleibt eurer Kreativität überlassen 🙂

Seid ihr dabei?!

Neue Workshops zum Artyarn spinnen…

spinntüten WorkshopHeute darf ich euch 3 neue Workshops in der Coburger Werkstatt für Handspinnerei ankündigen. Alle Workshops drehen sich um den Einstieg in die Artyarn-Spinnerei. Wenn euch ein Kurs interessiert, dann könnt ihr per Mail ein Konzept anfordern, darin findet ihr dann ausführliche Kapitelbeschreibung und die Workshopstruktur. So könnt ihr euch ein genaues Bild machen, ob der Kurs euren Interessen entspricht.

Zu jedem Kurs biete ich ein ALL-IN-Faserpaket an. Dort findet ihr alle Fasern, Beilaufgarne, Kerne und ADD-Ons in passender Menge auf die einzelnen Kapitel optimiert.

Neue Termine:

Tages-Workshop: LOWTWIST & CHUNKY SPINNEN, 23. 07. 2016, Samstag 10-16 Uhr.

Tages-Workshop: LOCKENGARN SPINNEN, 24.07. 2016, Sonntag 10-16 Uhr ODER 20. 08. 2016, Samstag 10-16 Uhr.

2-Tages-Workshop: CORESPINNING, 18. 09. 2016 + 19. 09. 2016, Samstag + Sonntag, 10-16 Uhr.

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LOWTWIST & CHUNKY SPINNEN – Der Einstieg ins Artyarn Spinnen

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Tages-Workshop, 23. 07. 2016, Samstag 10-16 Uhr

Inhalt: 6 Kapitel,

Es werden kleine Garnproben zu den Kapitel angefertigt und eine Spinnmappe angelegt. Dazu gibt es zu jedem Kapitel eine Themenkarte, sodass das Nacharbeiten Zuhause kein Problem mehr ist. Ein Workshop-Konzept kann per Mail zu gesendet werden.

Kosten: 65€ + Faserpaket

Material: 15€ (170g Fasern, Zwirn- & Kerngarne)

Verpflegung vor Ort: Kaffee, Hörnchen, Getränke und Snacks

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LOCKENGARN SPINNEN – Viele Methoden Edle Lockengarne herzustellen

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Tages-Workshop,24.07. 2016, Sonntag 10-16 Uhr ODER 20. 08. 2016, Samstag 10-16 Uhr.

 

Inhalt: 6 Kapitel

Es werden kleine Garnproben zu den Kapitel angefertigt und eine Spinnmappe angelegt. Dazu gibt es zu jedem Kapitel eine Themenkarte, sodass das Nacharbeiten Zuhause kein Problem mehr ist. Ein Workshop-Konzept kann per Mail zu gesendet werden.

Kosten: 65€ + Faserpaket

Material: 25€ (150g Locken, Kerne, Add-Ons, Basefasern)

Verpflegung vor Ort: Kaffee, Hörnchen, Getränke und Snacks

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CORESPINNING – Der zweite Einstieg ins Artyarn-Spinnen

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2-Tages-Workshop. 18. 09. 2016 + 19. 09. 2016, Samstag + Sonntag, 10-16 Uhr.

Inhalt: 12 Kapitel

Es werden kleine Garnproben zu den Kapitel angefertigt und eine Spinnmappe angelegt. Dazu gibt es zu jedem Kapitel eine Themenkarte, sodass das Nacharbeiten Zuhause kein Problem mehr ist. Ein Workshop-Konzept kann per Mail zu gesendet werden.

Kosten: 120€ + Faserpaket

Material: 25€ (300g Fasern, Kerne, Beilauf- &Zwirngarne, Add-Ons, )

Verpflegung vor Ort: Kaffee, Hörnchen, Getränke und Snacks

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Anmeldung: Bitte per E-Mail oder Facebook-Nachricht.

backtothewheel(at)icloud.com oder FB: Back to the Wheel

Ich freu mich auf euch!!!

Arachne

Vom Spinnen, über Spinnen und aus längst vergangenen Tagen. Es gibt unendlich viele Geschichten in denen das Spinnen ein Rolle spielt. Heute soll es mal ein Verwandlungsmythos aus der griechisch-römischen Mythologie sein. Er handelt von Arachne einer lydischen Weberin, die zur Spinne verwandelt wurde und damit auch Namensgebern der Spinnentiere und unseres Handwerks.

Nieder geschrieben wurde diese Geschichte von Ovid im 1. Jh. n. Chr. in seinem Buch von den Verwandlungen, welches ein wahrer Schatz an Geschichten ist, in denen eine Metamorphose stattfindet. Später wurden zahlreiche dieser Geschichten in Literatur, Kunst und Kultur künstlerisch verarbeitet. Auch Arachne findet sich in Gemälden und Literatur wieder. Doch dazu ein andermal. Jetzt möchte ich erst gerne eine wunderschöne Übersetzung von Gerhard Fink mit euch teilen. Ich wünsche euch ein entspanntes Lesen!

Als Pallas diese Erzählung angehört und sowohl den Gesang der Musen wie ihren gerechten Zorn gelobt hatte, sagte sie zu sich: „Lob zu spenden, das ist zu wenig; ich will auch selbst Lob verdienen und nicht mehr dulden, daß man ungestraft meine göttlichen Macht gering schätzt!“ Dabei dachte sie an den Untergang der Lydern Arachne, von der sie vernommen hatte, daß sie ih den Ruhm in der Kunst zu weben streitig Mache. Arachne war nicht ihres Standes noch ihrer Abkunft wegen allbekannt, sondern allein wegen ihrer Kunstfertigkeit. Ihr Vater, Idmon aus Kolophon, tränkte die durstigen Wolle mit Purpursaft von Phokaia. Ihre Mutter war tot, doch auch wie war von gemeiner Abkunft gewesen, gleich ihrem Mann. Arachne jedoch hatte sich ein den lydischen Städten durch ihre Geschicklichkeit einen großen Namen erworben, wiewohl sie, als Tochter kleiner Leute, im kleinen Hypaipa wohnte. Im ihre bewundernswerte Arbeit zu sehen, verließen oftmals Nymphen des Paktklos ihre Flut.

Ja, nicht allein das vollendete Werk zu betrachten, war eine Freude, sondern auch seinen Werdegang zu verfolgen: Mit solcher Anmut paarte sich die Kunst. Ob nun Arachne die rohe Wolle erst zusammenballte oder mit den Fingern glattstrich oder die Flocken so lange zupfte, bis sie Lämmerwölkchen glichen, ob sie geschwind mit dem Daumen die glatte Spindel drehte oder ob sie stickte – man hätte glauben mögen,sie sei von Pallas unterwiesen. Das jedoch streitet sie ab, schämt sich einer solchen Lehrmeisterin und spricht: „Soll sie sich doch mit mir messen! Alles nehme ich auf mich, wenn sie mich besiegt.“

Pallas verwandelt sich in eine Alte, deckt ihre Schläfen mit falschen grauen Haaren und stützt sogar die gebrechlichen Glieder auf einen Stab. Dann hebt sie so zu sprechen an: „Nicht alles was hohes Alter mit sich bringt, sollten wir verachten. Mit den Jahren kommt die Erfahrung. Darum weise meinen Rat nicht zurück! Begnüge dich mit dem Ruhm, unter den Sterblichen die größte Spinnerin zu heißen, aber weiche der Göttin und bitte sie, du Unbesonnene, inständig um Vergebung für deine Worte. Vergebung wird sie dir gewähren, wenn du zu ihr flehst.“

Arachne wirft der Alten einen finsteren Blick zu, läßt den angefangenen Faden fahren und vermag kaum noch, ihre Hand zu beherrschen. Aus ihren Zügen bricht der Zorn, und sie gibt der verwandelten Pallas folgendes zurück: „Albernes, altes Gerippe! Es ist auch von Übel, wenn man gar zu lange gelebt hat! Laß diese Weisheiten doch deine Schwiegertochter hören, wenn du eine hast, oder deine Tochter! Ich weiß mir schon selber zu raten – und glaube ja nicht, dass du mit deinen Warnungen etwas aufgerichtet hast. Ich bleibe fest bei meiner Meinung. Warum kommt denn Pallas nicht selbst? Warum will sie sich nicht auf einen Wettstreit mit mir einlassen?“

Darauf die Göttin: „Sie ist gekommen!“ Sprach´s, warf des alten Mütterchens Gestalt ab und stand da als Pallas.

Da verehren die Nymphen und Lydiens Töchter ihre göttliche Macht, die Jungfrau allein bleibt unerschrocken. Allerdings errötet sie: gegen ihren Willen überzieht eine plötzliche Röte ihr Antlitz und verschwindet gleich wieder, so wie der Himmel sich gewöhnlich purpurrot färbt, sobald Aurora erwacht, um nach kurzer Zeit beim Aufgang der Sonne wieder zu erbleichen.

Arachne beharrt auf ihren Vorsatz, und in ihrem törichten Verlangen nach dem Siegespreis rennt sie in ihr Verderben. Denn Pallas äußert keinen Widerspruch, warnt sie auch nicht weiter und schiebt den Kampf nicht mehr auf.

Augenblicklich gehen beide an verschiedene Arbeitsplätze und spannen an zwei Webstühle die langen Grundfäden. Die Kette ich mit dem Webebaum verbunden, und ein Schilfrohr teilt die Fäden in gerade und ungerade. An spitzen Schiffchen schießt der Einschlag dazwischen durch, den behende Finger abwickeln. Sobald er durch die Grundfäden geführt ist, schlagen ihn die ausgeschnittenen Zähne des Kamms fest.

Beide Frauen haben es eilig. Das Kleid unterm Busen gegürtet, regen sie mit Geschick ihre Arme, und der Eifer verkürzt ihre Arbeit.

Hier wird sowohl mit kräftigen Purpur gewebt, der den Färbekessel in Tyrus geschmeckt hat, als auch in feiner Schattierung mit fast unmerklichen Übergängen – wie beim Regenbogen, der sich als riesiger bunter Gürtel über den weiten Himmel spannt, wenn Regen und Sonnenstrahlen sich treffen: Er prangt von tausend verschiedenen Farben, doch wie eine in die andere übergeht, bleibt dem Blick des Betrachters verborgen: So sehr auch das jeweils nächste sich gleicht, so verschieden ist doch die Färbung der Ränder.

Hier wirkt man sogar schmiegsamen Golddraht unter die Fäden, und im Gewebe entwickelt sich eine alte Geschichte.

Neben die Burg von Athen webt Pallas die Hügel der Kriegsgotts und schildert den alten Streit um die Benennung des Landes. Zweimal sechs himmlische Götter, mit Jupiter in der Mitte, sitzen auf erhabenen Thronen in ernster Majestät. Jeder der Götter ist leicht an seinen Äußeren zu erkennen. Jupiters Bild ist das eines Königs. Den Gott des Meeres läßt sie im Stehen mit dem langen Dreizack gegen schroffe Felsen stoßen: Schin ist der Wunde des Felsens eine Quelle entsprungen als Unterpfand dafür, daß Neptun die Stadt gebühre. sich selbst gibt Pallas einen Schild, gibt sie einen Speer mit scharfer Setze, gibt sie einen Helm für das Haupt; ihre Brust wird von der Ägis beschirmt: Dann stellt sie dar, wie die Erde, vom Stoß ihrer Lanze getroffen, samt seinen Früchten einen Schönling des graugrünen Ölbaums hervorbringt und wie die Götter sich wundern. Ihr Sieg beschließt das Werk.

Damit jedoch eher ruhmsüchtige Nebenbuhlerin aus Beispielen erfahre, welchen Lohn sie für ihr wahnsinniges Unterfangen zu gewärtigen habe, fügt sie in den vier Ecken noch vier Wettkämpfe hinzu, leuchtend in der Farbe, obschon in kleinen Figuren.

Die Thrakerin Rhodope erscheint in der ersten Ecke mit Hamids – beide sind jetzt kalte Gebirge und waren doch einst sterbliche Wesen, die sich in Namen der höchsten Götter anmaßten.

Die zweite Ecke enthält das klägliche Schicksal der Stammmutter des Pygmäenvolks, die Juni im Wettstreit besiegte, zu einem Kranich werden und ihr eigenes Volk gekriegten hieß. Pallas stellte auch Antigone dar, die sich dereinst erkühnte, mit der Gattin des großen Jupiter zu wetteifern, aber von Königin Juno in einen Vogel verwandelt wurde. Weder Troja noch ihr Vater Laomedon konnten es hindern, daß sie Flügel bekam und nun im weißen Federkleid mit dem Klappern des Schnabels als Storch sich selbst Beifall klatscht.

In der letzten Ecke endlich ist Kinyras zu sehen, seiner Kinder beraubt. er umarmt die Stufen eines Tempels – es sind die Glieder seiner Töchter -, liegt auf dem harten Stein und scheint zu weinen.

Den äußeren Rand des Gewebes verzerrt Pallas mit Ölzweigen, die Frieden künden. Nun ist sie am Ziel; mit dem Bild ihres Lieblingsbaums beschließt sie ihr Werk.

Die Lyderin webt Europa, die sich vom Trugbild eines Stiers täuschen ließ. Man könnte glauben, einen wirklichen Stier, ein wirkliches Meer zu sehen. Europa selbst schien nach dem verlassenen Gestade zurückzublicken, nach ihren Gefährtinnen zu rufen, sich davor zu fürchten, das hochspritzende Wasser könne sie erreichen und ängstlich die Füße anzuziehen.

Sie stellte auch Asterie dar, wie der Adler sie beim Liebesspiel festhält, sie stellt Leda dar, wie sie unter den Flügeln des Schwans liegt. Außerdem bildet sie ab, wie Jupiter, unter der Gestalt eines Satyrs verborgen, Antippe, die schöne Tochter des Nykteus, mit Zwillingen beschenkt, wie der Amphitryon war, als er dich Alkmene, eroberte, wie er im Goldregen Danae, als Feuerbrand Aigina täuschte, Mnemosyne als Hirt, Proserpina als schillernde Schlange.

Dich, Neptun, in einen störrischen Jungstier verwandelt, legte sie zu einer Tochter des Aiolos. In der Gestalt des Floßgotts Enipeus zeugst du Otos und Ephialtes, die Riesen, als Widder täuschst du Theophane. Die blondhaarige, milde Mutter der Früchte empfing dich als Hengst, geflügelt empfing dich die schlangenhaarige Mutter des geflügelten Rosses, dich empfing als Delphine die Melantho.

Diese allen gab Arachne die rechte Gestalt und den rechten Ort der Handlung.

Dort steht in Gewand eines Bauern Apollo; man sieht auch, wie ersuch bald in Habichtsgefieder, bald in eine Löwenhaut hüllte, wie er als falscher Hirt Isse, des Makareus Tochter, verführte.

Man sieht, wie Bacchus als trügerische Traube Erigone überlistet, wie Saturn in Pferdegestalt den Zentauren Chiron gezeugt hat.

Den schmalen Saum am Rand des Gewebes schmücken Blumen, mit Efeuranken verflochten.

Nicht Pallas, nicht der Neid in eigener Person vermöchte jenes Werk zu tadeln. Es kränkte die blonde Heldenjungfrau, daß es so wohl geraten war, und sie zerfetzte das bunte Tuch, die Schandgeschichte des Himmels. Und weil sie gerade das Schiffchen aus Buchsbaumholz in der Hand hielt, schlug sie es dreimal und viermal Idmons Tochter Arachne ins Antlitz.

Das kann die Unglückliche nicht verschmerzen, und entschlossen schlingt sie sich ein Seil um die Kehle. Sie hängt schon, doch Pallas fühlt Mitleid, hält sie und spricht dabei: „Bleib nur am Leben, doch bleibe auch hängen, du Frevlerin, und dieses Strafurteil gelte, damit du nicht unbesorgt in die Zukunft schaust, für dein ganzes Geschlecht und für die spätesten Enkel!“

Danach, schon in Gehen, besprengte sie sie mit dem Saft von Hektars höllischen Kraut, und sofort fallen ihr bei der Berührung mit dem scheußlichen Gibt die Haare ab, und mit ihnen Nase und Ohren. Ganz klein wird der Kopf, klein auch der Rumpf; zur Seite hängen dünne Finger statt der Beine herab. Alles übrige auch der Bauch; aus diesem zeiht sie den Faden und übt ihre alte Webkunst als Spinne. Ganz Lydien gerät in Erregeng, auch durch Phrygiens Städte eilt die Kunde von dem Geschehen und erfüllt mit Gerüchten den gewaltigen Erdkreis.

Ovid, Metamorphosen, Das Buch der Mythen und Verwandlungen, Sechstes Buch, 1-27, die Weberin, Arachne. Übersetzung nach Gerhard Fink.

Neues aus der Werkstatt

Liebe SpinnerInnen,

das neue Jahr hat begonnen und in Sachen Spinnen ziemlich viel Neues gebracht. Besonders in Sachen Kurse und gemeinsam Spinnen: Neben dem bisherigen Workshop für Einsteiger, der in Bamberg und in Miltenberg angeboten wird, kommt nun ein neuer Kurs in Bamberg dazu. Die Handspinnerei geht außerdem auf Reisen nach Berlin und in Coburg soll eine Spinnstube entstehen.

Wenn ihr Lust auf so eine Spinnstube habt, dann schreibt mir doch eine E-Mail und ich halte euch auf dem Laufenden, ich würde mich sehr freuen: backtothewheel@icloud.com

.. und das ist die Idee:

Foto 2-14Spinnstube in Coburg: Wie ihr ja wisst, gibts zur Handspinnerei die offene Werkstatt in Coburg. Sie wird nun bald 1 Jahr alt, ist mit allem ausgestattet, was sich das Spinnerherz wünscht und hat sich im Sommer, wie im Winter als gemütlich und gut klimatisiert erwiesen – das ist ja bei alten Gebäuden immer so eine Sache 😉 Es soll ein Spinn- UND Strickkreis werden und 1 mal im Monat an einem Samstagnachmittag stattfinden. Es wird Kaffee und Kuchen geben, jeder kann an seinem Projekt spinnen oder stricken und wir können uns gemütlich austauschen. Es ist kein Unterricht, trotzdem stehe immer mit Rat und Tat zu Seite.

Der monatliche Termin ist noch offenen und ich freue mich über Vorschläge. Mein Vorschlag ist ein Samstag von 15:30 – 18: Uhr.

Natürlich muss im Winter ordentlich eingeheizt werden, Getränke und Kuchen stelle ich zur Verfügung, deshalb freue ich über einen kleinen Unkostenbeitrag auf freiwilliger Spendenbasis.

Foto-3Tagesworkshop in Coburg: Vor jeden Spinnkreis bietet es sich an einen Tagesworkshop zu unterschiedlichen Themen zu machen. Das Thema kann während dem Spinntreffen weiter  bearbeitet werden und das nächste Thema zusammen ausgesucht werden. Im Sommer können wir zusammen im Gärtchen vor der Werkstatt Wolle färben, Vliese waschen und die Füße beim Spinnen in die Sonne halten 😉

 

Foto 2-13Themen können sein:

  • Kammzüge selber herstellen
  • Kardieren von Edelfasern
  • Färben im Glas (Solarfärben)
  • Verarbeitung von Locken
  • Artyarnspinnerei
  • Spinnen mit besonderen Spindeln
  • uvm.

Termin: ein Samstag von 11:30 – 15:00

Kosten: 15 € + Material

Und nun zu den neuen Terminen in diesem Frühjahr:

Bildschirmfoto 2016-01-17 um 14.30.14 KopieBerlin: Besonders freue mich über einen Tagesworkshop in Berlin! Dank Marisa von Maschenfein kann der  Kontakt zum Laden KNIT KNIT – Berlin von Nina zustande. Jetzt läuft gerade die Anmeldephase für dein Einsteigerkurs in Berlin-Mitte. Mehr Infos dazu findet ihr hier. Wer Lust hat, ins Spinnen reinzuschnuppern, der ist hier richtig. Es wird sicher ein super schöner und lockerer Tag werden, an dem wir mächtig der Faserlust frönen können. 🙂


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Spinnen für Fortgeschrittene in Bamberg: Der fortlaufende Kurs richtet sich an alle bisherigen Workshop-Teilnehmer und alle Spinner, die bereits einige Erfahrung mit Handspindel und Spinnfasern haben. Er wird im 2-wöchigen Rhythmus stattfinden und es wird eine große Pause von 4 Wochen in derMitte des Kurses geben. Das hat den großen Vorteil, dass der Körper und die Finger in aller Ruhe mitlernen können.  Mehr Infos zu dem Inhalt gibts hier.

 

Bildschirmfoto 2016-01-19 um 21.44.41Kinderspinnen: Und seit einigen Woche gibt es in der Werkstatt Kinderspinnen am Spinnrad. Kindern fällt das Spinnen oft viel leichter und schnell entstehen richtig tolle Garne. Gesponnen wird aus bunten Farbmischungen. Das Warum wird in kleine, für Kinder leicht verständliche Themenkarten gepackt und die Musterkarten ergeben ein schönes Album bunter Tageswerk. Auch hier gibts mehr Info über die Inhalte.

 

 

Alle neuen Termine in der Übersicht:

Berlin KNIT KNIT: Tagesworkshop für Einsteiger, So: 21.02.2016

VHS Miltenberg: 2-Tagesworkshop für Einsteiger, Sa/So: 2./3.04.2016

VHS Bamberg: 2-Tagesworkshop für Einsteiger, D0/Fr: 7./8.04.2016

VHS Bamberg: Fortlaufender Kurs für Fortgeschrittene, ab Do: 14.04.2016 in 2-Wochen-Rhythmus

Werkstatt für Handspinnerei Coburg: Kinderspinnen am Spinnrad, wöchentlich, Termin nach Vereinbarung

Puh, das wars erstmal 🙂 Ich hoffe es ist was spannendes für euch dabei und ich freue mich total, ein paar von euch wieder zu sehen…

Viele liebe Grüße aus der Werkstatt!

Anmeldeschluss: Spinnworkshop

Eine freudige Nachricht: der Spinnworkshop nächste Woche ist zustande gekommen! Es sind noch Plätze frei, wer noch spontan Lust hast: Anmeldeschluss an der VHS Bamberg ist nächster Donnerstag Vormittag 🙂

WORKSHOP:

“Ein altes Handwerk neu entdecken – Spinnen mit der Handspindel”

Do & Fr: 13./14.11.2014

18 – 21 Uhr

Altes E-Werk Bamberg

Die Anmeldung erfolgt über die VHS Bamberg:

Rubrik: Kultur > Gestalten > Handwerkliche Techniken

Kursnummer: 6354

Anmeldung hier

Kosten & Material:   39,78€ (inkl. Material)

Der Workshop richtet sich an Einsteiger ohne Vorkenntnisse. Die Spindeln werden gestellt und können wahlweise erworben werden. Eine große Faserauswahl ermöglicht zusätzlich zu den in den Kosten inbegriffenen Ausgangsfasern, Edelfasern, besonders schön gefärbte Kammzüge oder andere Fasern nach eigenen Vorlieben und in individueller Menge gegen Aufpreis zu verspinnen oder einfach für das erste eigene Garnprojekt mit nach Hause genommen zu werden.

Angoragarn

Und wieder ist ein Vlies von Seidenhase versponnen:-)Foto 1-3

Das hier hat sich eine liebe Freundin ausgesucht und zum Spinnen gleich bei mir gelassen.
Foto 3-1Eine Mischung aus Seidenhasen-Angora mit diversen Wollemischungen.

Daraus wurden erstmal Kardenbänder, die ich dann – diesmal mal wieder mit der Handspindel – zu einem unterdrehten einfädrigen Streichgarn versponnen habe. Und das hier wird sich bald auf die Reise machen:-)

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Angora-Cowl

Foto 3Und damit es trotzdem noch was wolliges heute gibt: der Angora-Cowl ist fertig geworden.

Das 50g-Garn ist ein einfaches kerngesponnenes Singlegarn, welches aus dem wunderbaren flauschig-seidigen Seidenhasen-Vlies entstanden ist, das ich verpennt habe zu fotografieren… Es enthielt grünes Angora, verschiedene gefärbte Fasern, die z.T. Verläufe (ich glaube Bio-Merino) enthielten und dann farbige Seide.

Foto 5Ich kann nicht beschreiben WIE flauschig es ist. Einfach ohne Worte. Wenn ihr Angora in die Finger bekommt, dann spinnt was das Zeug hält. Es ist gigantisch! Dazu gab es heute mal eine Faserblume, deren Enden zusammen filzt wurden. Der Cowl ist so simpel wie möglich gehalten: einfach ein Schlauch in Patent mit einem dehnbaren norwegischen Anschlag.

PS: Dies ist der 100. Beitrag geworden… 🙂

 

 

Häkelteppich

Oh weh, die Zeit vergeht so schnell. Und es sind gerade so viele Dinge in der Pipeline, dass keine richtig fertig wird.

Erst gestern wurde ein Garn aus einem superschönen Angoravlies fertig und das sich nun in einem Cowl verwandelt. Heute wollte ich es euch zeigen und dann sehe ich, dass ich es verdusselt habe ein Bild von dem Vlies zu machen. Es war wirklich richtig schön – ein Seidenhase-Vlies. Ich liebe sie! Also wird es noch etwas dauern, bis ich euch den fertigen Cowl zeigen kann 🙂

Dafür ist heute eine Garn-Leiche in einen nützlichen Zustand überführt worden…

Cottoncandy DetailDas Garn hier war vor fast 3 Jahren meine erster Versuch die Demeterwolle, die ich so gerne habe, zu verspinnen. Gleichzeitig war es mein erster Versuch eines Thick `n´ thins und dann noch mein erster Versuch die scharf abgegrenzten kerngesponnen Abschnitte zu fabrizieren. Tja…. eine echte Garn-Leiche eben, denn als Versuchsgarn, war einiges nicht so super gelungen.

Das Hauptproblem war, dass ich ein krauses Garn, dass eigentlich locker zu einem Streichgarn versponnen werden sollte, mit dem kurzen Auszug zu einem glatten Garn versponnen hatte. Das betrifft die dünnen Stellen des Thick `n´thins und den zweiten Einzelfaden zum verzwirnen. Die Folge war, das Garn ist hart, kratzig, steif und absolut nicht tragbar. Es ist das perfekte Beispiel, wie wichtig es ist, die Spinntechniken zu kennen und sie den Faservorgaben anzupassen. Damals war ich erst kurz beim Spinnen und kannte nur den kurzen Auszug. Und so lag das Garn bei mir herum und ich wusste nicht so recht was ich damit machen sollte. Eine Tasche wäre noch eine Alternative gewesen, denn strapazierfähig ist es wahrlich … 😉

Foto 2In einer Nacht und Nebelaktion wurde dann ein Häkelteppich daraus. Mit einer 15mm Häkelnadel und dem einfachsten Häkelstich habe ich Runden gehäkelt. Am Anfang habe ich jede Masche verdoppelt, nach ein paar Runden dann nur noch jede Zweite, wieder ein paar Runden später jede Dritte Masche und  so wurden es immer weniger Dopplungen, bis ich am Ende gar keine mehr doppelte. Ich denke es ergibt wenig Sinn hier alle Runden zu zählen und die Dopplungen anzugeben, denn das schwankt sicher von Garn zu Garn und von Häklerin und Fadenspannung zu anderen. Ich neige zu festen Maschen und musste immer aufpassen schön locker zu häkeln, damit sich der Rand nicht hochwölbt. Je fester gehäkelt wird, desto mehr Dopplungen braucht man, so viel glaube ich sagen zu können… Ich glaube frei Schnauzte zu häkeln funktioniert besser 🙂

Foto 1Der Teppich fühlt sich irre gut an. Beim Stehen spüre ich die Maschenknubbel und das ist wie eine weiche Fußmassage. Der perfekte Morgentepppich, wenn man mit Zahnbürste verknautscht im Bad steht: fußwarm mit Massage 🙂

Jetzt muss er sich nur noch ein wenig einlegenen. Wahrscheinlich wandert er noch in ein warmes Bad.

Vom Kammzug zum Pulswärmer

Die zweiten Kammzügen die mit meinen neuen Kämmen entstanden sind diese hier: verschiedene Merinofasern zusammen mit Sariseide.

Foto 2-2 Kopie

Daraus wurde ein einfacher glatter 2-rädriger Zwirn. Die Sariseide krisselt sich wie immer an den Stellen, wo sie gehäufter versponnen wurde. An andere Stellen, wo sie stärker mit der Wolle vermischt ist, stehen ihre Enden heraus.

Foto 2-5

Und aus diesem Garn wurden Pulswärmer. Ich konnte es nicht erwarten, zu sehen, was passiert, wenn ich diese Sariseide im Garn verstricke.

Foto 4-1 Foto 5-1Die Sariseide wirkt interessant. Einerseits erzeugt sie stellenweise einen schönen Glanz, andererseits erzeugt sie einen leichten „Flaum“, indem ihre Enden hervor stehen. Leider ist das auf den Bilder nicht so recht zu sehen.

Ich habe bei den Pulswärmer einen neuen Anschlag gelernt: den italienischen Anschlag. Und dazu den passenden Abschluss: Tunnelstricken und mit 1/1-Rippenbündchen abgenäht. Nennt man das so? Für mich ist das immer noch ein kleines Mysterium mit den Anschlägen und Abschlüssen. Naja, auf jeden Fall bin ich total begeistert von diesen Varianten, denn die Enden der Pulswärmer sind soo weich und elastisch. Einfach gigantisch. Ich denke ich werde so schnell nicht mehr normal anschlagen :-))).