Advent, Advent…

Kaum zu glauben, dass die Adventszeit schon bald vor der Türe steht. Aber hier in der Werkstatt werden schon die Schneeflockenstempel geschwungen. Die Vorbereitungen für den Adventskalender laufen schon auf Hochtouren und es wird Zeit euch über Altbekanntes und Neues über den Adventskalender zu informieren.

Jeden Tag ein Rolag…

Wie letztes Jahr gibt es wieder den Adventskalender, der aus 24 Rolags in 24 handgestempelten Kraftpapiertütchen besteht. Und das bleibt beim Alten: Der Kalender besteht aus 150g Merinofasern (26 mic), die mit unterschiedlichen Beimengfasern wie Seide, Viskose, Bambus oder Angelina gemischt werden und auf 24 Rolags verteilt werden. Über die gesamten 24 Rolags wechselt die Farbe und bietet die Möglichkeit ein langes Verlaufsgarn zu spinnen. Wie bei den bisherigen Kalendern handelt es sich um einen Überraschungskalender, d.h. die genaue Gestaltung des Farbverlaufes bleibt ein Geheimnis und enthüllt sich nur Schritt für Schritt beim Öffnen des täglichen Tütchens.

Und das ist diesmal neu:

Allen voran ist neu, dass der Kalender nur in einer limitierten Auflage von 50 Kalendern verfügbar ist. Das gibt uns in der Werkstatt einen planbaren Material- und Arbeitsaufwand. Und ganz besonders wichtig für uns: Wir können die Arbeit dosieren und sicher gehen, dass kurz vor dem Advent kein Arbeitsstau entsteht, der den Versand der letzten Kalender in Bedrängnis bringen könnte.

Dieses Jahr habe ich mir Unterstützung geholt. Eine Stempelfee hilft mir die 1200 Tütchen zu stempeln. Um diese Arbeit fair entlohnen zu können wird der Kalender ab dieses Jahr etwas teurer als letztes Jahr sein.

Die letzte Neuerung betrifft den Bestellvorgang. Zum einen wird es statt einer unverbindlichen Vorbestellliste eine verbindliche Vorbestellung im Shop geben. Die Vorbestellung ist ab jetzt bereits möglich. Der Versand der Bestellungen erfolgt im November und die Kalender werden chronologisch nach Bestelldatum angefertigt. Der Bestellschluss wird in der 3. Novemberwoche sein um die letzten Kalender noch pünktlich zum 1.12. liefern zu können.

Eine Überraschung bleibt eine Überraschung!

Die andere Änderung im Bestellvorgang betrifft die Farbauswahl. Es war bisher immer eine sehr spannende Sache, die verschiedenen Farbwünsche um zusetzten und mich davon kreativ inspirieren zu lassen. Doch dieses Vorgehen beinhaltet natürlich das Risiko, dass zwei Köpfe zwei unterschiedliche Vorstellungen von der gleichen Farbbenennung haben. Es ist für einen kleinen Handwerksbetrieb wie die Handspinnerei nicht möglich bei so einem großen Arbeitsaufwand, wie der in diesem Produkt, in so einem Fall einen Kalender erneut anzufertigen und zu ersetzten. Vor allem dann nicht, wenn das Produkt an sich einwandfrei ist und bereits geöffnet und angesponnen. Aus diesem Grund gibt es nun eine Farbvorauswahl. Es kann zwischen einer großen Anzahl von Farbkombinationen ausgewählt werden und der Rest der Gestaltung bleibt eine Überraschung. Ich bitte daher jeden/r InteressentenIn sich vor dem Kauf zu überlegen, ob er/sie Überraschungen mag und ob er/sie das farbliche Restrisiko tragen möchte und sich auf die kleine kreative Freiheit meinerseits beim Mischen einlassen möchte. Wo bliebe denn die Überraschung, wenn der Kalender nach einem Farb-Rezept gekocht werden würde?

Und das sind die Farbgruppen:

  • Pastelzart: Zarte pastellige Töne, warm und kühl
  • Naturtöne: Natürliche Farben von naturweiß, Grautöne und Brauntöne, aber auch gedecktes grün, zartes lila oder blau sein, warm und kühl
  • Meerestöne: Alles aus der blauen & türkisfarbenen Ecke, kann hell, dunkel oder beides sein
  • Beerentöne: Alles von rot bis lila, warm, kann knallig sein, muss aber nicht
  • Nordischer Strand: Kühle und gedeckte Töne, die sich an der Nordsee finden lassen
  • Erdtöne: Braun-, Ocker-, Ziegeltöne, warm
  • Regenbogen: Bunt durch den Regenbogen, Verlaufsmischung
  • Septemberfarben: leuchtende Farben wie blau, gelb, gold und bunte Laubfarben, warm & kühl
  • Hawaitöne: Der perfekte Strand mit Palmen, heller Sand, strahlender Sonne und türkisfarbenen Meer, kühler als „Sommercocktail“
  • Sommercocktail: Fruchtiger Cocktail aus gelb, orange, lachsfarben, pink, himmbeerrot und frischen grün, wärmer als „Hawaitöne“
  • Herbstlaub: Grün-, Gelb- und Orangetöne eines Oktoberwaldes, warm
  • Eiskristalltöne: Kühle helle Farben eines Eiskristalls
  • Nachthimmel: Blau, violett & schwarz, dunkel und eher kühl
  • Vulkanfeuer: Feurig und Erdig, warm und eher dunkel
  • Rosengarten: Verschiedene Rosenfarben kombiniert mit grün, eher warm
  • Provence: Lavendeltöne kombiniert mit grün, eher kühl
  • Bollywood: Knallig, farbenfroh und ein bisschen wild, kann Sariseidenfasern und Neonfarben enthalten
  • Sommerwiese: Sonnige Farben kombiniert mit grün, warm mit Spritzer von bunt
  • Jägersgrün: Verschiedene eher dunkle Grüntöne mit Spritzern von petrol, lila oder Beerenfarben
  • Frühlingsgrün: verschiedene eher helle Grüntöne, frisch bis eher warm
  • Pink Panther: Rosa, Pink kombiniert mit schwarz, knallig
  • Graue Eleganz: Elegante Grautöne, kühl und Graustufen

Oben seht ihr übrigens ein Beispiel für die Farbgruppe „September“. Ich behalte mir die Option vor, die Farbpalette bei einem Anfall von Inspiration noch zu erweitern 😉 Und ich werde mich bemühen noch eine Möglichkeit im Shopsystem zu finden eine No-Go-Liste einzuarbeiten.

3 weitere Beispiele für Verläufe aus den vergangenen Jahren. Da ich hier noch nicht diese Farbgruppen hatte, treffen sie nicht perfekt auf meine jetzigen Gruppen zu. Aber im Groben würde ich sie in Gruppe „Sommercocktail“, „Graue Eleganz“ mit etwas weinrot und „Eiskristall“ ein ordnen.

Die Verlosung

Wie letztes Jahr gibt es auch dieses Jahr wieder ein Weihnachtsverlosung. Diese erfolgt aus allen BestellerInnen des Kalenders, die automatisch in den Lostopf wandern, am Weihnachtsabend. Der Versand wird nach der Rauhnachtsruhe erfolgen. Der Preis werden 3 kleine Wundertüten sein.

Advent mit Back to the Wheel!

Wie gewohnt gibt es wieder in der Ravelry-Gruppe Back to the Wheel! einen Adventskalender-Thread, wo jeder herzlich willkommen ist, mit zu spinnen, mit zu quatschen und seine Rolags zu zeigen.

Auf Instagram gibt es den Hashtag #Adventmitbacktothewheel. Hier könnt ihr auch gerne eure Spinnereien zeigen und ich kann ein bisschen Mäuschen spielen und sehen, was ihr so aus den Fasern zaubert 🙂

Hier noch ein letzter Link zum Adventskalender im Shop.

Ich freue mich auf eine neue Wintersaison mit euch. Und auch wenn es noch ab und an sommerlich warm ist – der Advent kommt bestimmt 😉

Liebe Grüße aus der Werkstatt,

Kathrin.

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Der Faserkalender: Türchen 3 – das englische Masham-Schaf

Das Masham – Schaf ist ein sogenannte Crossbreed-Schaf, also eine Schafrasse, die aus der Kreuzung verschiedener Schafrassen in Nordengland entstanden ist.

 

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Es wurde von einen Schäfer bewusst gezüchtet. Mischlinge haben einen Vorteil, sie sind oft widerstandsfähiger und gesünder als reinrassige Schafe. Im englischen wird der Ausdruck hybrid vigor (1) benutzt, was soviel bedeutet wie Mischlingsenergie und drückt genau dieses Phänomen aus. Auch die Faserqualität kann von solchen Kreuzungen profitieren. Das Fleece kann glänzender werden, die Faser kann schneller wachsen und es gibt einige tolle Fasern, die aus Kreuzungen entstanden sind, wie sie in der englischen Longwoolfamilie zu finden sind oder aber Merino-Abkömmlinge.

Oft kann gar nicht genau gesagt werden, wie eine Kreuzung entstanden ist und welche Rassen darin enthalten sind. Bei einigen aber schon. Bei den Masham-Schafen sieht der Stammbaum so aus:

Teesweater Bock (oder manchmal aus Wenseldale, also ein englischer Longwool-Bock) trifft auf ein Dalesbred- oder ein Swaledale-Mutterschaf. (2)

Über die englischen Longwools, habe ich schon mal im Zusammenhang mit einem anderen Crossbreed gebloggt: „Brooklyn Tweed und das Targhee-Columbia-Schaf“ Hier könnt einiges über diese englische Schaffamilie nachlesen.

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Die Dalesbred- und die Swaledale -Schafe stammen ebenfalls aus Nordengland. Diese Region hat ein ungemütliches Klima mit viel kaltem Regen. Das hat natürlich einen Einfluss auf die Wolle. Die Fasern sind von starker, grober (über 30 mic) Teppichqualität und für Outdoorbekleidung geeignete Garne, unter deren Textilien eine Lage T-Shirt getragen werden sollte.

Dalesbred: 36-40 mic / 12 – 20cm langer Stapel / lockige Kräuselung / „drahtiger“ als Swaledale

Swaledale: 36-40 mic/ 10 – 20cm langer Stapel / lange Grannenhaare mit kurzer Unterwolle / „störrischer“ als Dalesbres / Bei der Faservorbereitung können die Grannenhaare von der Unterwolle durch das Kämmen getrennt werden und beide Fasern können für unterschiedliche Zwecke verwendet werden. (3)

Fazit: Die Strapazierfähigkeit und das leicht „störrische“in den Fingern kommt von den Mutterschafrassen. Übrigens kommt auch der schwarze Kopf der Mashams von der mütterlichen Seite. Beide, Dalesbreds und Swaledales gehören zu den Blackfaced Mountain Breeds

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In den Masham-Fasern sind auch die typischen Longwool-Eigenschaften sichtbar: lange Fasern, viel Glanz und wenig Kräuselung (oder schöne Windungen). Der Glanz ist nicht ganz so ausgeprägt wie bei einem reinrassigen Longwool. Auch hier findet sich die Strapazierfähigkeit und der gröbere Faserdurchmesser. Aber ich ich würde es bei den Longwool eher weniger als „drahtig“ bezeichnen. Die Mashamfaser erinnert mich auch an die Gotlandfaser, nur sind sie nicht ganz glatt und seidig. Auch in der Locke findet sich eindeutig die Teesweater-Herkunft, sie ist lang (15 – 18 cm) und ähnlich gewunden.

thumb_imgp3611_1024Ich habe diese Faser im Kammzug als Probe geschenkt bekommen und finde sie interessant. Ich würde sie jedoch nur gemischt verwenden. Als zweite Faser würde ich eine glatte, nicht zu kurze, leicht elastische (also mit etwas Kräuselung), aber auch nicht zu feine Faser wählen, z.B. BLF. Ich würde von der Strapazierfähigkeit, dem Glanz und den langen Fasern profitieren wollen, aber dazu hätte gerne mehr Feinheit, Volumen und Elastizität im Garn. Die glatte Struktur bietet eine ähnliche Ausgangslage, wie eine gekämmte Gotlandfaser: wenig Elastizität und wenig Lufteinschluss. Das würde ich durch das Mischen etwas ausbalancieren. Interessant wäre es noch eine Masham-Vlies als Vergleich in den Händen zu halten…

thumb_imgp3370_1024Pur versponnen eignet sich diese Faser für Outdoor-Bekleideung, Pullis, Socken, und alles was nicht direkt auf der Haut und außen getragen wird. Außerdem ließe dich die Faser sicher toll färben 🙂

(1) D. Robson, C. Ekarius: The Fleece & Fiber Sourcebook, North Adams 2011, S. 328.

(2) Vgl. D. Robson, C. Ekarius: The Fleece & Fiber Sourcebook, North Adams 2011, S.328.

(3) Vgl. D. Robson, C. Ekarius: The Fleece & Fiber Sourcebook, North Adams 2011, S. 38 und 49.

Bildquelle 1. Bild: http://bib.ge/sheep/sheep_breeds_open.php?id=4327

Bildquelle 2. Bild: D. Robson, C. Ekarius: The Fleece & Fiber Sourcebook, North Adams 2011, S. 328.

 

Fette Beute unter dem Weihnachtsbaum…

Spontan und des Stempelns immer noch nicht überdrüssig ist eine neue Wundertüte in den Shop gehüpft: die WEIHNACHTSTÜTE.
Wie der Name schon sagt, wird sie nur jetzt im Dezember im Shop sein und alles enthalten, was die Spinnerin zu Weihnachten glücklich machen kann. Also falls die Mutter, der Ehemann, die Tochter noch zwischen den Zeilen nach einem Weihnachtsgeschenk fragt….

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Die Tüte ist diesmal vollgepackt mit 175g Fasern und Kraftpapier-Etiketten für Handgesponnenes.

  • 50 g Merino-Rolags
  • 50 g handgefärbter Kammzug aus Merino
  • 50 g kardiertes Vlies mit Seide
  • 25 g handgefärbte reine Seide oder reines Alpaka
  • 5 Stück handgestempelte Kraftpapier-Etiketten

thumb_imgp3310_1024Die Tüte ist wie immer individualisierbar. Aber anders als bei den üblichen Fasertüten, sind die handgefärbten Fasern schon fertig gefärbt und damit ist hier die Farbzusammenstellung etwas unberechenbarer 😉 Die Rolags und das Vlies wird wie immer auf Bestellung kardiert. Es können also Farbfamilien als Wunschfarben angegeben werden, z.B.: Grüntöne oder/und Orangene, aber keine Pinktöne.

Anfängern empfehle ich die reine Seide gegen den Alpakakammzug zu tauschen, denn reine Seide kann zum Spinnen etwas schwierig sein. Oder ihr habt ein Kardierbrett und könnt die Seide mischen, z.B.: mit dem Merino-Kammzug in der Tüte.

paeterie-kleines-spinner-eFür die Kraftpapier-Etiketten habe ich wieder einen neuen Stempel machen lassen. Auf der Rückseite kann die Fasermischung des Garnes notiert werden, sowie sein Gewicht und die Lauflänge. Das Etikett kann an ein Garn zum Verschenken gehängt werden oder für Stash-Garn genutzt werden. Demnächst wird es noch mehr Etiketten für Spinner im Shop geben: ein großes Etikett zum Dokumentieren der Garndaten, mehrere Sorten kleine runde Etiketten für Spinner und Stricker um Strickstücke und Garn zu verschenken und kleine Spinnaufkleber für Geschenkverpackungen an andere Spinner und Stricker.

Viel Neues, ich hoffe ihr habt Freude damit und ich wünsche allen Adventskalender-Spinner morgen viel Spaß mit dem ersten Tütchen!!!!