Seidenhase

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Diesmal habe ich mich an etwas heran gewagt, was unter Art Yarn-Spinner häufig gemacht wird. Ein Garn, das einen fertigen Zustand erreicht hat und so bleiben könnte, weiter verzwirnen. Besonders schön hat das Steph Gorin in einem Video für das Ashford Wheel „Country Spinner“ gezeigt. Hier nimmt sie ein corespun Single und verzwirnt ihn nach Navajoart und arbeitet dabei Locken mit ein.

DSC_0022Ähnliches habe ich nun auch mal versucht. Basis ist ein Vlies aus naturgrauer Angorawolle, die mit recycelter Sariseide aus Indien und Gotlandlammlocken im drumcarder vermischt wurde. Diese habe ich auf einen core gespinnen und ein Singlegarn mit normalem Twist, also kein lowtwist-Garn, denn es soll ja nicht single-Garn verbleiben, erhalten. Im letzten Schritt habe ich zwei solcher Einzelgarne mit einander verzwirnt.

ImageDas Ergebnis ist ein wunderbar seidiges Garn, das klar definiert ist. Corespun Garn lässt sich wirklich sehr schön verzwirnen. In diesem letzten Schritt gehen die Fasern wie bei normalem Zwirn etwas auf und entwickeln ein schöneres haitischen Resultat. Entweder weicher oder, wie hier, seidiger, je nach Ausgangsfaser. Trotzdem bleibt der Vorzug des corespinnings erhalten. Die Fasermischung des Vlieses wird optimal um den core trappiert und kommt auch noch im Zwirn schöner zur Geltung. Außerdem ist der Winkel des Faserverlaufs ein größerer, als mein normal gesponnen Einzelfäden. Auch das wird im Zwirn noch bemerkbar und produziert einfach ein etwas anderes Aussehen.

FotoDieses Garn hier ist diesmal recht dick geworden und ich werde es wohl eines Tages in eine Handtasche verarbeiten. Ist es jemand zu dick, so kann er es ganz einfach beim Schritt des corespinnings anpassen. Hierbei ist es möglich, abhängig vom core, auch sehr dünne singles zu erzeugen.

Probiert´s mal! Es macht super viel Spaß!

Inspiration

Ich bereits vor einiger Zeit ein paar Videos auf YouTube entdeckt, die ich wirklich inspirierend finde. Steph Gorin vom Loop Fiber Store in den USA. Ich bin begeistert von ihren Garnen und sie regen mich an, in Zukunft etwas Verrückteres zu versuchen. Doch hier erstmal zwei der Videos:

In der Spinartiste gibt es außerdem einen tollen Artikel über Steph und ihre Arbeit.

Für mich reiht sie sich unter meine „Fibermusen“ Jacey Boggs, Lexi Boeger und Nathalie Redding. Es ist immer wieder spannend zu lesen, welchen Weg diese Spinner gegangen sind. Baamm… da kam die Fiber-Virus und von heute auf morgen waren viele einfach völlig davon überwältigt und mit der Zeit entstehen spezielle Schwerpunkte und ein Shop und irgendwann war´s das mit dem Alten Job und sie machen nur noch das. Hm… ein Leben für die (Textil-)Kunst? Wie läuft das wohl? Wie auch immer, ist ihr Garn nicht super schön?

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