Fraktal als Spin-Kit

Irgendwie verfolgt mich die fraktale Farbgestaltung. Ich weiß nicht warum, aber ich habe mich ins fraktale Spinnen verbissen. Nicht so sehr, dass ich ständig diese Art der Farbgestaltung ständig spinnen mag, aber so, dass mich das was dabei passiert, fasziniert.

In diesem Blog findest du bereits einen Beitrag zu diesem Thema, indem ich versuche genau zu erklären, was fraktales Spinnen ist und wie dabei vorgegangen wird. Deshalb möchte ich hier nur kurz darauf eingehen.

Wie auch im vorgegangen Blogbeitrag gezeigt, kann man Fraktale leicht aus handgefärbten Kammzügen spinnen, doch es kann genauso aus Vliesen oder Rolags erfolgen. Diese müssen jedoch dazu passen kardiert werden. Und das hab ich nun mit Rolags für euch ausgetüfftelt.

UNADJUSTEDNONRAW_thumb_3d09Im Spin-Kit für ein fraktales Garn, habe ich die Farben für die beiden Verläufe exakt eingewogen und so kardiert, dass ihr nur noch der Anleitung, die bei liegt, folgen müsst und das Fraktal spinnt sich von alleine. Diese Spin-Kits kommen bald in den Shop und liegen erst einmal in 100g-Versionen vor. Aber die Anfertigung von 200g oder 300g-Versionen kann jederzeit für angefertigt werden. Schreibt mir einfach, wenn ihr Interesse daran habt und ich stelle euch größere Kits in den Shop ein.

Natürlich habe ich so ein Spin-Kit selbst durch gesponnen und hier möchte ich euch zeigen, wie das aussieht und worauf ihr achten müsst. Mein Spin-Kit war ein Verlauf von Lila zu Grün. Portioniert sind die Fasern in 2 Mengen die exakt abgewogen wurden.

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Fraktale Garngestaltung arbeitet mit 2 Einzelfäden, die jeweils 2 Farbverläufe beinhalten. Der eine Farbverlauf ist ein langer Verlauf von der ersten Farbe zu der letzten Farbe, während der zweite Faden den gleichen Verlauf im Kleinen wiederholt. Diese beiden Verläufe mit einander verzwirnt ergibt ein später in der Fläche das typische fraktale Muster, das vollfarbige Abschnitte und zweifarbige Abschnitte auf eine vorhersagbare Weise rhythmisch wiederholt.

Ich habe das Garn genutzt um ein Demo-Stück für meinen Fraktal-Workshop zu stricken und daran dann die Farbwechsel bzw. den Wechsel der typischen Abschnitte an den Seitenränder mit Fäden markiert.

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Ein typisches Malheur, das auch mir hier passiert ist, geschieht meistens dann, wenn man zu viel Zeit zwischen dem Spinnen zweier Spulen vergehen lässt. Die gesponnen Stärke der ersten Spule steckt nicht mehr automatisch in den Fingern und wenn man nicht bei der zweiten Spule die Fadenstärke mit der ersten Spule abcheckt, sondern einfach frei von der Seele runter spinnt, kann es passieren, dass die Fadenstärke, aber wichtiger, die Lauflängen sich unterscheiden. Bei einem Fraktalgarn spielt das tatsächlich eine Rolle, den die Musterentwicklung im Zwirn verschiebt sich zu einander dann. Der Charakter des Fraktals bleibt dann zwar erhalten, daher ist es nicht so dramatisch, aber für den Zweck einer Demonstration, an der ich den Rhythmus des Musters euch vorstellen möchte, ist es natürlich etwas blöd. Naja, bei mir blieb am Ende exakt ein kleiner Verlauf übrig und daher habe ich das Stück Faden n-ply zu einem vollfarbigen Faden verzwirnt an dem ihr dann den Verlauf an sich sehen könnt.

UNADJUSTEDNONRAW_thumb_3d0aAlles im Allem ist das Kit für Diejenigen geeignet, die Lust haben mal ein Fraktal zu spinnen, aber sich keinen Kopf darum machen möchten. Und es ist geeignet für Spinner, die gerne 2-fädrige und mehrfarbige Zwirne verarbeiten. Denn hier ist da Fraktalgarn ein schöne Besonderheit.

Also, schaut ab und an in den Shop, wenn euch so ein Kit interessiert, bald ist es online… 🙂

 

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Ein Schwung neuer Garne

Langsam wird die Zeit mit diesen vielen kleinen Projekten in meiner Handspinnerei knapp.

Dennoch hat es wieder geklappt, ein paar Garne zuspinnen, die zu keinem KnitKit oder zum Workshop gehörten. Ab und zu Abschalten, spinnen und die Farben genießen, die über die Finger gleiten…
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Das erste Garn ist mein neuestes Lieblingsgarn. Ein coreless Corespun aus einer super weichen, garantiert schlaufenfreien Fasermischung. Ein hellgraues Garn mit Neonspots… Mir juckt es in den Fingern, es an zu stricken, aber es wandert wohl in den Shop. Denn ich ersticke in Prototypen und Knitwear…;-)

peach rolagsDas andere Garn war ein reines Genussspinngarn. Aus Rolags entstand ein 3-faches Streichgarn mit etwas Angelina. Ich spinn, wenn ich für mich spinne, im Moment am liebsten aus Rolags. Die Fasern rutschen so leicht in die Länge und der lange Auszug wird immer mehr zum Genuss.apricot5

 

 

 

vanilla Vanilla Rabbit ist ein Garn, das ich schon vor wenigen Wochen gesponnen habe. Es ist auch wieder ein coreless Corespun, von dem ich denke, dass es wohl unterschätzt wird. Die graue Maus, die verstrickt zum Schwan werden wird. Es ist sehr zart und dezent meliert in grau, weiß, rosé mit etwas braunen Spots. Darunter mischt sich flausche-weiches naturgraues Angora und goldenes Angelina. Verstrickt wird es super weich und kuschel-flauschig sein. Es wird ein ruhiges und zart meliertes Strickbild geben, perfekt für eine elegante Mütze. Auch bei diesem Garn juckt es mir schon wieder in den Fingern. Leider steht mir mit meinen rotbraunen Haaren absolut kein Rosé. Sehr schade…vanilla3

 

IMG_0449-1rolags3Dafür kann ich aber Lila-Blau tragen. Und so wurde aus einem weiteren 3-fachen Streichgarnaus Rolags eine paar Handschuhe, diesmal für mich selbst. Das Garn ist mit Ramie und cremefarbenen Sojafasern gemischt. Kurz vor dem Ende ging mir dann das Garn aus, aber was solls, ich bin ja Spinner und kann sofort für Nachschub sorgen. Diesmal war es mal die Handspindel…

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Garnhybrid: Traditionell und doch nicht.

Foto-2Vor einiger Zeit habe ich ganz schlichte Fasern mit wunderbarer Qualität gekauft: ein naturbrauner Merinokammzug mit Milchseide grob gezogen.

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Diese Fasern waren wirklich ein Traum zu verspinnen, super leicht zum Ausziehen, weich, ein wenig seidig und ein klein wenig krauser als die super soften gefärbten Merinos und deshalb perfekt für ein weiches elastisches Garn. Also wurde ein recht dicker 2-fach-Zwirn daraus und er wurde wirklich wunderbar weich und federnd. Aber trotzdem wollte ich es etwas farbiger und irgendwie schräg. Und so entstand aus dem eigentlich ganz traditionellem Zwirn ein Mix. 

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Während dem Zwirnen nahm ich immer wieder bunte Merinofasern und spinnte sie UM den Zwirn herum. Dazu brauchte ich nur sehr wenige Fasern, die nicht viel länger als ihre eigene Fasernlänge zu sein brauchten. 

Foto-3 Kopie Kopie KopieDenn je länger die Fasern beisammen liegen, desto mehr Twist kommt in den Zwirn und der muss nach dem Umspinnen wieder ausbalanciert werden. Im Prinzip war es corespinning bei dem der fertige Zwirn als Kern diente. Die Fasern wurden kurz vor ihrem Ende noch zwischen den Singles geankert und sitzen absolut fest und unverrutschbar. Tja und das ist das Garn nun. Ist es ein normaler 2-facher Zwirn oder ist es ein Artyarn? Keine Ahnung. Verstricken wird es sich wohl völlig normal und easy, aber zu Spinnen war es wohl eher die Kategorie Artyarn.

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Das angstfreie Leben meines Laptops

Foto-45Lange lange lagen die Zutaten in der „Pipeline-Ecke“.

Die Laptoptasche wurde diesmal etwas aufwendiger. Ich bin ein totaler Schussel und mit fallen ständig irgendwelche Dinge aus der Hand. So auch mein Laptop und das war ernsthaft mein Hauptgrund einen Laptop in Alugehäuse zukaufen. Aus dem gleichen Grund versuchte ich mein Glück an einer supersturzrettenden Hülle. Naja, abwenden wird sie im worst case wohl nur das  wohl nur die Kratzer, aber immerhin. Rutscht mir mal meine Unitasche von der Schulter oder renne ich mal wieder gegen einen Türrahmen mit dem Laptop unterm Arm, dann wird bestimmt ausreichen.

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Diesmal besteht sie aus einem Innenfutter, dass ich zuvor Wattiert habe. Keine Ahnung wie dieser weiße Wattefüllstoff heißt, den man unter jeden Futterstoff nähen kann. Also dieser war es zusammen mit einem braunen Futterstoff, den ich mit etwas Vlieseline versteift habe. Die Außenhülle besteht aus Lederimitat und einem Einsatz aus dem versteiften braunen Stoff auf den ich das Strickstück genäht habe.

Das Strickstück besteht aus einem handgesponnen Garn, dass ich zuvor aus vielen unterschiedlichen Fasern völlig zufällig kardiert habe. Drin sind Merinofasern in schwarz, blau, hellblau, rosé-pink und rot. Dazu kommt recht viel naturgraue Wolle und weißes Ramie und Leinen.

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All das wurde zu einem recht lebhaften Single und dann zu einem 2-fach-Zwirn, der meliert wirkte. Die bunteren Fasern wurden wie melierte Streifenabschnitte. Interessant und wirklich etwas zu bedenken war für mich die Beobachtung, dass mit jedem Arbeitsschritt, das Gesamterscheinungsbild ruhiger oder kleinteiliger wird. Die zufällige und nicht ganz so grobe Verteilung der Fasern im Vlies wurde zu einem recht lebhafte Single, in dem sich die Fasern schnell abwechseln und vermischen. Durch das Zwirnen wurde diese Verteilung „kleinteiliger“ und wurden machen einen melierten Eindruck. Klar, der Grad der Mischung verdoppelt sich ja. Und durch das Stricken dann, passiert das gleiche wieder, noch mehr Mischung durch aufeinander Treffen der Fasern. Mein learning für weitere gemixte Garne: Vom Vlies zum Strickstück wird der Faserwechsel kleinteiliger und verschwimmt zunehmend in einander. Am Ende hat es was von „Ameisenkrieg“ auf den alten Fernsehern 😉

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Das Zopfmuster fällt dabei dann weniger ins Auge. Aber da erzähle ich wohl nichts Neues. Viel Farbmix und Zopfen ist überdenkenswert 😉

Verschlossen wird die Hülle einfach mit der Klappe und einem umlaufenden Gummi. Funktioniert super easy und ich hatte kein Stress mit der Reißverschlusseinnäherei.

Jetzt braucht sich mein Laptop zumindest nicht mehr vor Türen, Stühlen oder Tischen zu fürchten und kann es sich angstfrei in meiner Unitasche bequem machen.